Vielen, vielen Dank für Eure wirklich guten Antworten!
Auf "konventionell" wäre ich jetzt nicht gekommen.
Wenn ich Eure Antworten lese, kommt unweigerlich meine nächste Überlegung.
B I O - Lebensmittel müssten danach doch eher alle " konventionell " hergestellten Lebensmittel sein, wie z. B. vor 50 Jahren, als die glücklichen Kühe noch auf der Weide das saftige Gras fressen durften.
Alles was danach kam, müsste doch als unventionell bezeichnet werden, nach z. B. den Gaben von " Kraftfutter ??, Antibiotika, Kunstdünger, Pestizide u.v.m. Also Chemie !? Liege ich da falsch?
Eigentlich bleiben dann nur noch reine Bio-Produkte übrig, die auf schwindelnden Höhen in der Bergwelt, vor Ort hergestellt wurden?
So ist es vielleicht in Deutschland, aber in der Schweiz zum Beispiel (eines der Länder mit dem grössten Anteil an Bio-Produkten) wird das streng kontrolliert und darauf geachtet. Die Bauern kriegen sogar Subventionen und das Volk unterstütz das alles auch.
Soweit ich weiß, hjat die Schweiz deshalb auch kaum noch irgendwo einen nennenswerten Selbstversorgungsgrad.
zB hatte die Schweiz als erstes aller Länder das Verbot der Käfighaltung für Legehennen, und jetzt müsen sie über die Hälfte aller Eier importieren. Klar ist dann der Anteil "Bio" im Inland hoch, nur sagt das nichts darüber aus, woher die Lebensmittel tatsächlich kommen.
www.zeitpunkt.ch/fileadmin/download/ZP103/10339_Bilanztrick.pdf
Für beinahe jedes Produkt in der Schweiz die ich z.B im Migros oder Coop kaufe exisitiert ein gleichwertiges Bio-Produkt, das meist auch mit einem Bio Suisse versehen ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Bio_Suisse
Woher sie kommen ist eigentlich egal, sofern sie den Bio Suisse Anforderungen entsprechen. Da können sie von mir aus aus aus Rumänien stammen.
Ich stehe dem ganzen Bio-Hype auch eher neutral und kritisch gegenüber, allerdings hat Bio für die Schweiz eine weitaus grössere Bedeutung als für die meisten Länder und das merkt man auch.
Nein, wir reden da aneinander vorbei. Die Schweiz ist , was Bio-Programme angeht, ganz weit vorn, das stimmt. Aber das erkaufen sie sich eben damit, daß um so mehr normale Lebensmittel importiert werden müssen. Ein Selbstversorgungsgrad von gerade mal 60% ist im Vergleich zu den EU-Ländern ja extrem gering.
Es kommt immer darauf an, welchen Standpunkt man bei solchen Rechnungen einnimmt: nimmt man den Anteil Biobetriebe in der Schweiz, sieht das natürlich "toll" aus. Berechnet man deren Einfluß auf den SVG, ist Bio wie überall anders auch halt nachteilig.
Übrigens wird Bio in Deutschland genau so gut kontrolliert wie in der Schweiz, ur der Anteil Flächen ist geringer (sind nur 5% hierzulande, 95% sind normale Lebensmittel)
Subventionen bekommen unsere Bauern hier auch, so ist es nicht und sogar nicht wenig. Wir haben hier z.B. einen großen "BIO-Bauern" mit einem Verkaufsladen - alles BIO, sollte man meinen. Aber seine Felder grenzen direkt an andere Felder von normalen Bauern, die fleissig spritzen. So gelangt die Chemie also voll auch auf die Felder des BIO-Bauern, verkauft seine Sachen aber sehr teuer als BIO. Das nenne ich dann Betrug und Volksverdummung.
Du bist wirklich nicht in der Lage, allerliebste Reiterfee, das zu beurteilen und solltest Dich von allen Produkten, die aus kontrolliertem biologischen Landbau stammen, fernhalten, da sie Dir eh nicht helfen und Du als Fee auf einem zu hohen Ross sitzt. Falle bitte nicht herunter.
Als Landwirt, der auf 400 ha ökologischen Landbau betreibt, ist mir bekannt, wie Nachbarn mit unseren angrenzenden Feldern umzugehen haben und dies als gute Nachbarn auch tun. Es ist bestimmt nicht leicht, pflanzliche und tierische Produkte ohne den Einsatz von chemischem Pflanzenschutz und chemisch veränderten Düngersorten zu produzieren. Dazu gehört schon ein hervorragendes Wissen der Bodenkunde, des Acker- und Pflanzenbaus und einer Tierhaltung, die gesund und vollwertig aus Produkten des eigenen Betriebes ernährt wird. Dieses Wissen muss man sich oft auch organisieren um immer auf dem Laufenden zu bleiben.
Natürlich wissen wir auch, dass wir nicht alleine auf der Erde leben und unsere Produkte und die Verbraucher vor Beeinträchtigungen, die aus der Luft kommen, nicht schützen können.