Frage von tulippa, 28

Bindung und Gehorsam, wie (ohne Leckerli?

Mein Welpe ist nun 5Monate alt. Wir sind mitten in der Erziehungs- und Bindungsphase. Weil er an der Leine randaliert, wenn er andere Hunde sichtet und wenn er frei läuft nicht immer auf Abruf zu mir kommt sowie vom Boden frisst, hat mir eine Nachbarin (die mit Hunden aufgewachsen ist) geraten, ihm bei seinen drei Mahlzeiten am Tag nur noch die Hälfte zu geben und die andere Hälfte von Hand geben, immer wenn er etwas gutes macht (dabei den Augenkontakt zuerst abwarten). Das funktioniert auch recht gut. An der Leine läuft er ruhiger, wenn er andere Hunde sieht und beim Freilauf kommt er von 10 mal vielleicht 6 mal (früher 3von10 mal). Ich habe aber das Gefühl, dass er sich jetzt so auf das Essen (trotz des Augenkontakts den ich immer zuerst mit ihm aufbaue) fixiert hat und überall und immer Essen wittert und total gierig darauf ist. Ich habe auch das Gefühl, dass die Bindung zu mir nur noch über das Essen funktioniert und das darf auf keinen Fall so sein. Er soll eine stabile Bindung zu mir aufbauen mit gegenseitigem Respekt und Grenzen. Er wird auch in Zukunft zum Therapiehund ausgebildet, da er mich als Lehrerin nach meinem Studium begleiten soll. Er ist mein erster Hund daher bin ich dankbar um jeden hilfreichen Rat und wäre froh um Verständnis, falls ich euch eine zu selbstverständliche Frage stelle. Ich lese viel und schaue viele Videos mit Tipps aber es ist einfach alles so viel Info und Material, dass ich den Wald vor lauter Bäumen garnicht mehr sehe.

Antwort
von julius1963, 22

Du erwähnst einen wichtigen Ansatz. In der Erziehung von Hunden wird SEHR oft mit "Leckerlie" (letztlich Futtergaben) gearbeitet, was ich immer abgelehnt habe. Grundsatz meiner Meinung: Was ist, wenn ich nix dabei habe?!...

Was Du erreichen möchtest, funktioniert ausschließlich mit Liebe und absoluter Konsequenz. Rufst Du Deinen Hund zurück und er kommt, begrüße ihn derart überschwänglich, dass Du Dich selbst nicht für ganz richtig im Kopf hältst. Rüge ihn nicht, wenn er nicht hört. Ein Hund vermag sehr schnell zu unterscheiden zwischen einem kurz abgehackten, möglichst tiefen NEIN und dem bussibärlifrohen JA :-)

Letztlich: Brich nie gänzlich den Willen Deines Hundes, auch wir - jeder Mensch - haben unsere Macken.

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