Frage von Shylenn, 90

Bin von den Johannitern auf der Straße "überrumpelt" worden bzgl. eines Vertrages über monatliche Zahlungen - keine Unterlagen bekommen - gültig?

Hallo!

Ich habe mich vor einer Weile auf der Straße anschwatzen und überrumpeln lassen. Ich habe von vorn herein gesagt, dass ich kein Abo machen kann, da es mir finanziell nicht gut geht. Auf Betteln und Erklären - und weil ich ein Problem mit nein sagen habe - habe ich mich für 1€/ Monat verpflichtet. Ich gab meine Daten ab und habe unterschrieben, man ließ es sich auch nicht nehmen, mir mitzuteilen wie schlimm es wäre, dass andere Leute nicht unterschreiben und wie dringend das Geld gebraucht würde, was mir ein schlechtes Gewissen machte.

Nun sind zwei Wochen vergangen und ich habe noch immer keinerlei Unterlagen über die Johanniter. Keine Infobroschüre, keine ausführliche Widerrufsbelehrung (ich wurde nicht mal über die Rückseite des Durchschlages informiert!), einfach nichts ist bisher gekommen.

Ich sehe den Vertrag als nichtig an, da man mich weder belehrt hat, noch ich bisweilen irgendwelche Unterlagen zugeschickt bekommen habe. Dennoch vermute ich, dass die Leute sowas als gültig durchsetzen wollen.

Wie kann ich dem Vertrag also widersprechen?

Antwort
von greulinchen, 47

Wenn du einen Durschlag hast, dann hast du dort auch eine Adresse, an die du dich mit deinem Widerruf wenden kannst. Dafür hast du 14 Tage Zeit, wie bei jedem Haustür oder Strassengeschäft.
Du solltest trotzdem niemals etwas auf der Straße unterschreiben und schon garnicht seine Daten und gar Bankdaten herausgegeben. Denn meist erteilt man solchen Organisationen auch ein Lastschrift Mandat, so dass sie vom Konto abbuchen können. Dieses würde ich umgehend widerrufen.
Solche Leute sind darin geschult, die irgendetwas aufzuquatschen. Du musst dir da unbedingt ein dickeres Fell zulegen und einfach "Nein danke" sagen oder abwinken und einfach weiter gehen. Und falls sie bei dir klingeln, die Tür einfach wieder zu machen. Und auf garkeinen Fall wieder dazu drängen lassen etwas unterschreiben.

Antwort
von precursor, 29

Sei froh, dass nichts angekommen ist, hoffentlich haben sie dich vergessen.

Hoffe, dass du nie wieder von ihnen hörst ! Kann auch einfach sein, dass das Betrüger waren die nur aus irgend welchen Gründen echte Daten haben wollten.

Dich künstlich wieder in Erinnerung rufen würde ich an deiner Stelle nicht tun.

So weit ich weiß gibt es keine unkündbaren Verträge dieser Art, also einfach kündigen falls doch was von denen kommt.

Antwort
von libmar, 47

Kommt drauf an, wie lange dein Abo Vertrag gillt.
Ist nicht die feine Art, aber du kannst bestreiten, dass du die Person warst, die unterschrieben hat, vorrausgesetzt, du hasst kein perso vorgezeigt.
Und für die Zukunft, ein nein lernen!!!!!

Kommentar von Shylenn ,

Ich hatte gar nichts bei mir. Ich sollte nur eine Freundin in den Baumarkt fahren, mit ihrem Auto, weil sie krank geschrieben war und nicht fahren durfte, ich hatte nichtmal den Führerschein oder sonstwas mit, weil diese Freundin immer derart hektisch ist, dass ich die Hälfte vergesse.

Immerhin steht auf der Rückseite des Durchschlages, es wäre jederzeit kündbar - eine AGB habe ich jedoch nicht bekommen.

Ich habe jetzt meinen Widerruf schriftlich verfasst und darauf hingewiesen, dass man mit mit einem schlechten Gewissen zur Unterschrift getrieben hat, ich aber mehr Mitgefühl als finanzielle Möglichkeiten habe und den Betrag von 30€ im Jahr für mich selbst brauche. Ich bekomme Erwerbsminderungsrente und aufstockend Grundsicherung und habe deutlich darauf hingewiesen, dass es Monate gibt, wo ich mir selbst Geld leihen muss, weil es hinten und vorne nicht reicht. Dass ich gern bereit bin, eine freiwillige Spende zu leisten, sofern ich mir das finanziell erlauben kann.

Reicht das aus um da raus zu kommen? Ich meine... Ich wurde nicht über die AGB informiert, habe nichts zum Nachlesen...  Das geht doch gar nicht eigentlich.

Was, wenn mein Widerspruch nicht reicht?  Obwohl ich recht sicher bin, dass es ausreicht, wäre ich gern vorbereitet, falls nicht und was ich dann tun soll.

Antwort
von xXDaRHaKaXx, 54

Also wichtig zu sagen ist das man niemals einen Vertrag unterzeichnen Sollte Den man nicht gründlich durchgelesen hat!!!  Auf sowas sollte man generell immer nein sagen und wer 18 ist und eine Unterschrift setzt ist das auch gültig.  Solltest du irgendwann mal was mehr bezahlen oder sonst was dann musst du zur Polizei ansonsten 😇 nie was unterschreiben. 

Kommentar von Shylenn ,

Tja, wenn dir dann aber zwei "Rettungskräfte" was von Sturzgeburten erzählen und wie viele Kinder dabei sterben, weil es keine Krankenwägen für sowas gibt, da die selbst finanziert werden - und dass EIN EURO ja wohl niemandem weh tut... Ich bin leider nunmal jemand, der sich genau da "schuldig" fühlt, weil ein Euro ja wirklich nicht viel ist. Und es ja Leute gibt, denen es durchaus schlechter geht... Ich kenne Fehlgeburten von meiner Mutter und weiß wie sie drunter gelitten hat, Kinder zu verlieren, ich wünsche das keinem. Und somit konnte ich einfach nicht nein sagen. Da aber nun immernoch keine Unterlagen da sind, sehe ich es irgenedwo auch nicht ein. Geld ja, Info nein, so finde ich das aber nicht ok, das entspricht nicht dem, was ich gesagt bekommen habe und worauf der Vertrag zustande kam. Ein Vertrag ist eine Willenserklärung, aber wenn das was man unterschrieben hat, davon abweicht, was man jetzt bekommt, ist das doch ungültig?

Kommentar von BlackRose10897 ,

Ein Krankenwagen für Babys/Kleinkinder? Kommt mir bekannt vor. Genau für das gleiche Projekt habe ich bei der Björn-Steiger-Stiftung gespendet. War auch auf der Straße, ich hab aber nur für ein Jahr unterschrieben (10 Euro im Monat) auch da hatte ich keine Unterlagen bekommen.

Ich spende auch den Maltesern, da bekam ich Unterlagen und es kommt auch regelmäßig eine Broschüre, welche Projekte die Malteser angehen.

Kommentar von Rosswurscht ,

Hab ich auch erlebt und auch an die Presse weiter gegeben.

http://www.mittelbayerische.de/region/cham-nachrichten/abzocke-mit-dem-fliegende...

Antwort
von xXDaRHaKaXx, 34

Spende nur für jemand wo du weißt das es auch dahin kommt.  Einfach bei vertrauenswürdigen stiftungen

Kommentar von Shylenn ,

Ich hab ihnen ja gesagt, ich spende gern freiwillig, wenn ich was übrig habe, man sagte mir dann, das würde nicht gehen und meinte, 2,50€ im Monat wären ja nicht viel. Was es ja auch eigentlich nicht ist, für mich aber schon. Ich bin ein paar Tage vor Monatsende schon blank und hoffe immer, dass der Monat bald um ist. Und das habe ich auch mehrfach deutlich gesagt..

Antwort
von quinann, 36

Kannst du nicht eine Adresse ausfindig machen und dann schriftlich den Auftrag widerrufen.

Kommentar von Shylenn ,

Die Adresse steht glücklicherweise auf dem Durchschlag, aber reicht ein Widerruf aus? Am 14.06. war Vertragsschluss.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community