Frage von Ponyfriend18, 44

Bin verunsichert. Wirke ich wirklich auf andere zurückgelieben?

Ich (w, 21) hatte heute meinen ersten Tag als Praktikantin bei einer Anwaltskanzlei, bei der ich mich für eine Ausbildung beworben habe. Später bei der Arbeit habe ich gehört, wie die Kolleginnen untereinander ein bisschen getuschelt haben und wie die deine ( die erst später dazu kam) die andere gefragt hat, wie ich mich bisher so gemacht habe...daraufhin meinte sie: ......,,Joa, sie war sehr zurückhaltend...und naja.....vielleicht auch so ein bisschen zurückgeblieben. " Das war erstmal ein Schock für mich, denn ich weiss selber, dass ich sehr schüchtern auf andere wirke, aber das war schon immer so. Und dass ich zurückhaltend bin, weiss ich auch oder dass ich zb viel jünger aussehe, als ich alt bin. Aber zurück geblieben?! Ich habe wirklich versucht, einen guten Eindruck zu machen....habe viel nachgefragt, war freundlich...habe auch viel zugehört, mir alles zeigen lassen....ich war halt noch nie die, die von sich aus viel gesagt hat....und leider lasse ich mich oft schnell verunsichern, wodurch ich sehr leise und manchmal auch pispig rede.......aber wirke ich deshalb gleich zurück geblieben?! Nur, weil die meisten anders drauf sind?

Antwort
von Lichtpflicht, 18

Hey,

ich denke sie meinte mit zurückgeblieben nicht das, was du dir gerade ausmalst. Man verwendet das Wort ja manchmal um zu sagen, dass jemand geistig nicht ganz die hellste Kerze auf der Torte ist... aber ich denke, was sie sagen wollte, war, dass du eben unreif wirkst, und das meinte sie sicher nicht beleidigend!

Schüchterne, leise Menschen wirken sehr unsicher, und damit wirkt man auch kindlich. Du bist ja aber auch wirklich noch nicht besonders alt, daher finde ich das normal. Zudem muss man erstmal lernen, das "Berufsleben-Fell" zu entwickeln, das hat bei mir auch länger gedauert... ich hab früher auch schon auf Arbeit geheult, weil ich überfordert war mit dem Zwischenmenschlichen (harsche Kritik, Lästereien, Stress, kaum Lob, Unsicherheit). Irgendwann kann man das aber richtig einschätzen und wird stärker und fängt dann auch an, selbstbewusster aufzutreten, sich zu wehren und da ganze nicht mehr so ernst zu nehmen.

Du hast dir Mühe gegeben, und das ist das wichtigste! Alles gut! Der Rest kommt von selbst, mit der Erfahrung.

Trotzdem wäre es in den nächsten Wochen von Vorteil, dass du zumindest ein bisschen an deinem Auftreten auch arbeitest, denn man kann es einfach nicht wegreden: Im Job ist Auftreten oft genauso wichtig wie gute Arbeit (Wobei es auch auf den Job ankommt. Eine Anwaltskanzlei gehört aber zu den "Auftreten ist auch wichtig"-Jobs). Im Job sollte man für sich einstehen, sich durchsetzen und wehren können, um einfach zu seinem Recht zu kommen und nicht unterzugehen, auch als schüchterner Mensch.

Sehe es einfach als eine große Möglichkeit, dich weiterzuentwickeln ohne jemand anders zu werden, denn mit Dazulernen ist man in seinem Leben nie ganz fertig!

Und es reicht bestimmt vollkommen aus, wenn du erstmal nur ab und zu auf deine Stimme und deine Haltung achtest: Richte dich öfter mal am Tag und besonders im Gespräch gerade auf, strecke den Rücken durch, zieh die Schultern nach unten und hebe den Kopf leicht an, als ob ein unsichtbarer Faden an deinem Hinterkopf dich leicht hochzieht. Räuspere dich, wenn du merkst, dass das Piepsen anfängt und sprich bewusst etwas tiefer und langsamer. Schau den Menschen im Gespräch in die Augen. Das ist sehr wenig, aber oft reicht es schon, um einen sicheren und reiferen Eindruck zu machen!

Auch wenn du nicht jedes mal daran denkst, vielleicht schaffst du es am Anfang zumindest einmal am Tag, in zwei Wochen vielleicht schon zweimal täglich, und irgendwann wird es eine Gewohnheit.

Es ist auch so, schaffst du die äußeren Bedingungen, wächst deine Stärke auch im Inneren. Es ist wirklich kein Problem, schüchtern zu sein und es ist normal, dass man am Anfang unsicher ist. Schau nur, dass du auch ab und zu anders wahrgenommen wirst, sonst kommst du aus der "Die kriegt den Mund nicht auf, hat nur Angst und ist noch ein Kind"-Schublade schwer wieder raus.

Antwort
von Forty024, 44

Vielleicht nicht zurückgeblieben wie "zurückgeblieben" sondern zurückgeblieben wie "sie (also du) ist viel zu ruhig und still und das ist schon etwas komisch..

Sei etwas aktiver setz deine Meinungen durch! Denn wenn du immer still bist musst du dir alles gefallen lassen.

Antwort
von Berlinfee15, 44

Guten Tag,

lass Dich nicht verunsichern. Manche Menschen reden ohne zu denken.

Antwort
von doddi99, 31

 Ich War wie du bis vor kurzem.

Dann machte es" klick"

Und ich dachte, he was hab ich eigentlich zu verlieren, wenn ich mich so gebe wie ich bin......Nix.

Sei so wie Du bist, klar zeigt man sich in neuer Umgebung von seiner Besten Seite .Logo.und man ist erstmal unsicher .ich auch, aber sei wie du bist.

Zurückgeblieben sind die Tratschtanten,aber lass die das bloss nicht merken.

Werde Dir DEINER SELBST BEWUSST.

UND HABE BLOSS FREUDE AM LEBEN.

Kommentar von Ponyfriend18 ,

Dankeschön :) Aber mal eine Frage: Du sagst, ich soll so sein wie ich bin....das heisst, ich kann auch einfach schüchtern bleiben, oder wie? ...Weil das ist ja auch eine meiner Charaktereigenschaften und "so" bin ich nunmal bei fremden Leuten...(wobei ich bei vertrauten Personen gaaanz anders sein kann)

Antwort
von blackforestlady, 23

Wahrscheinlich hast Du denen nicht sofort Deine ganze Lebensgeschichte erzählt, daher diese Reaktion. Manchmal sind Frauen halt dumme Gänse, können nur Blödsinn schnattern. Also nichts daraus machen und Deine Arbeiten erledigen, die Dir aufgetragen werden.

Kommentar von Forty024 ,

Hahaha beste Antwort die ich seit langem gelesen habe 😂🔫

Antwort
von Papabaer29, 36

Lass dich mal nicht so verunsichern. Nur weil eine(r) mal irgendwann irgendwas gesagt hat heißt das nicht, dass das allgemeingültig ist.

Das ist eine Momentaufnahme von einer einzigen Person (wenn überhaupt).

Antwort
von Dreamer430, 42

Nimm dir solche Aussagen nicht zu sehr zu Herzen. Wer weiß was sie damit genau zum Ausdruck bringen wollte. Wenn du deine Arbeit gut gemacht hast ist doch erstmal alles gut. 

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