critter am 11.10.2007 um 21:02 Uhr
Habe mehrere Wochen Tiere und Pflanzen meines knapp 60 Jahre alten Nachbarn versorgt, ihn mehrmals im Krhaus besucht (war notwendig), Post- und Banksachen erledigt (wegen Monatswechsel), ihm Wäsche gebracht, Wäsche gewaschen. Nun ist er wieder zu Hause und meldet sich noch nicht einmal bei mir. Am Wochenende kommt er erneut ins Krankenhaus zu einer weiteren großen Operation mit Reha. Jetzt fühle ich mich ganz schön ausgenutzt. Möchte am liebsten die weitere Pflege ablehnen. Er hat aber sonst niemanden. Wie soll ich mich verhalten? Ich bin stinksauer.

Geh zu ihm und sag ihm, daß du sauer bist und auch warum!
Und sag ihm auch wie du dich fühlst - nämlich ausgenutzt - er wird es verstehen...
Es könnte auch sein, dass er im Moment so mit sich selbst "beschäftigt" ist (anstehende Operation usw...) dass er für sich noch gar keine Zeit gefunden hat, sich bei Dir zu bedanken. Sobald es ihm besser geht, kommt das vielleicht noch.
critter am 11. Oktober 2007 21:23 Ach, mir geht es nicht um großen Dank. Aber er hätte die 3 m von seiner zu meiner Wohnungstür schon mal machen können, um zu sagen, dass er da ist. Ich habs dann nur gesehen, weil am Rückkunftstag sein Küchenfenster sperrangelweit aufstand (ich fuhr gerade mit dem Auto am Haus vorbei).

Ich bin zunächst erst mal stutzig. Du hast seine Post- und Banksachen erledigt? Das ist aber nicht normal... Er hat sehr, sehr viel Vertrauen in dich, und das sagt schon mal viel!!
Ich glaube schlicht, er weiß nicht, wie er seine Dankbarkeit ausdrücken soll. Sprich mit ihm mal ganz vernünftig. Wenn er dich anschreit, weißt Du, das war es. Wenn er nichts sagt, oder ruhig ist, ist es das! Da er allein ist und sich sonst niemand sich um seine Dinge kümmert nimmt er es als Selbstverständlichkeit hin. Bitte ihn zu dir herüber zu einer Tasse Kaffee und frage ihn, wie es in Zukunft weitergehen soll. Vor allem, wenn er wieder in die Klinik muß. Du hättest einen Vorschlag, daß die Nachbarschaftshilfe sich 2-3x wöchentlich um diese Dinge kümmert oder ob er denn es wünscht, daß Du es weiterhin tust, wenn ja, dann mit einer kleinen Auflage vielleicht? Wie überlasse ich dir, es muß ja kein Geld sein. Beispielsweise Beteiligung am Benzingeld oderoderoder...
Also, Dankbarkeit kann man nicht befehlen. Entweder sie kommt von Herzen oder gar nicht.
Kann Dich sehr gut verstehen,aber versuche doch mit ihm zu reden.Sag ihm ruhig,dass Du für ihn gerne da bist,aber dass Du wennigstens ab und ein Dankeschön von ihm gerne höhren würdest.Erst jetzt,wenn er nicht darauf reagiert würde ich mich zurückiehen.Gib ihm noch diese Chance.Vielleicht schätzt er Dich und was Du tust für ihn aber kann gefühle nicht zeigen und danken.Probier es bitte,bevor Du ihn aufgibst. Gruss Kajal
kümmer dich um ihn. egal ob er danke sagt oder nicht. na klar ists nicht höflich von ihm aber dafür kannst du deine menschlichkeit zeigen indem du ihm hilfst und das sollte eigentlich dank bzw. "erfüllung" genug sein.

Du bist nicht für diesen Menschen verantwortlich. Wenn Du ihm aus freien Stücken hilfst, was ich mehr als hilfsbereit und repektabel finde und absolut nichts zurückkommt, dann würde ich künftige Hilfe schlicht unterlassen. Klingt vielleicht krass, aber soll er zusehen wie er in Zukunft zurecht kommt, wenn er Deine Hilfe nicht im entferntesten zu würdigen weiß.
critter am 12. Oktober 2007 01:02 Er hatte mich um die Hilfe gebeten und sie bekommen. So weit, so gut. Nur - wenn man wieder zu Hause ist, sollte man das mitteilen und nicht am Wochenende wieder kommen und sagen: So, jetzt bin ich wieder weg. Ich vermute, das läuft so ab. Darüber bin ich gekränkt.
Kaffeesatz am 12. Oktober 2007 01:07 Das kann ich gut verstehen. Das hätte mich auch gekränkt. Ich finds einfach nur krass schade und versteh so ein Verhalten ehrlich gesagt nicht :-/

Sicherlich gibt es dafür einen Grund, den es herauszufinden gilt. Normal ist das nicht, deshalb würde ich ihn direkt darauf ansprechen - vielleicht ist irgendetwas passiert. Wenn sich im direkten Gespräch herausstellt, daß es pure Undankbarkeit ist, würde ich es genau so machen, wie von Eastside vorgeschlagen.

Das hört sich seltsam an. Vielleicht ist er sich garnicht bewusst darüber, dass er Dich mit seinem Verhalten kränkt. Sprich in darauf an!

Undank ist der Welt Lohn.Bis jetzt hast Du vorbildlich gehandelt.Vielleicht redest Du nocheinmal mit Ihm.Es kann ja gute Gründe für sein derzeitiges Verhalten geben.Viel Glück

wenn du kein dankeschön von deinem nachbarn bekommst, wird dich das leben auf andere weise für deine grossartige hilfsbereitschaft belohnen, da bin ich ganz sicher.
bitte mach weiter so und lass dich nicht entmutigen. menschen deines schlages werden in unserer heutigen ego-gesellschaft leider immer weniger.

So ein weibliches Exemplar, wohnt auch neben uns. Haben ihr immer, auch ohne Anfrage, geholfen. War für uns ne Selbstverständlichkeit, wegen Nächstenliebe und so! Als kleine Aufmerksamkeit, verbreitet die Dame nun gemeine Lügen in der Nachbarschaft! Schluck, sowas habe ich auch noch nicht erlebt. Buche das unter Lebenserfahrung ab. Handle nach deinem Bauchgefühl und BITTE ohne schlechtes Gewissen!!! Richtig gute Menschen gibts so selten, darum solltest du gut auf dich aufpassen.
critter am 12. Oktober 2007 14:25 Danke, das tröstet, dass es mir nicht allein so geht.

Nachdem Du mit ihm darüber geredet hast. - Hast Du soviel Zeit übrig? - Magst Du den mann persönlich besonders gerne? - Gibt es eine direkte und faire Gegenleistung? - Hattest Du in der Vergangenheit auch schon Situationen, wo Du Dich hast ausnutzen lassen? - Weißt Du, wie schnell wir ersetzbar sind (wo wir glauben, es ginge gar nicht anders, wenn wir nicht helfen...)? Ich meine ersetzbar mit unseren Funktionen, nicht als Person...
Man darf sich nicht zuviel um anderer Leute Sachen kümmern. Vielleicht denkt er, weil Du auch Banksachen für ihn erledigst, Du hättest Dich, mal vorsichtig gesagt, ohne zu fragen, bereicherst. Es gibt Patienten, die nehmen ihre Wertsachen mit ins Krankenhaus und verstecken sie dann irgendwo. Finden sie diese nicht sogleich wieder, dann hat der Arzt, die Schwestern oder der Pfleger sie bestohlen. Man soll äußerste Vorsicht walten lassen!
critter am 12. Oktober 2007 00:59 Nein, hier trifft in diesem Fall wirklich nichts zu. Es wurde ja nur das erledigt, worum er gebeten hatte.
Vielleicht! Scheint ein spezielles Männchen zu sein :-)
Solf, Du hast ihn durchschaut!!!
Danke! Das werde ich tun.