Frage von RatGebraucht24, 199

Bin ungläubig aber Eltern lehnen es ab, brauche Hilfe?

Ich (15) habe meinen Eltern gesagt, dass ich nicht gläubig bin. Die haben das am Anfang als einen Witz angesehen. Als sie bemerkten, dass ich es ernst meine, wurde besonders meine Mutter sehr sauer und hat mich angeguckt als hätte ich jemanden ermodert. Meine Eltern sind Aleviten ( Muslime ), aber haben mir noch nie etwas über die Religion erzählt und wir sind auch noch nie in ein Cem Evi gegangen ( sowas wie eine Mosche/Kirsche). Auf einmal will sie, dass ich faste und dass ich mehr an sowas glauben soll, das will ich aber nicht. Hättet ihr eine Idee wie ich das unterbinden könnte.

Antwort
von Pescatori, 57

Besonders Deine Mutter wurde sehr sauer und schaute Dich an, als hättest Du gemordet.

Was ist da passiert, dass Deine Mutter, die Dich doch sicher sehr lieb hat, so außer sich geriet?

Ihr seid Aleviten. Damit gehört ihr in der Türkei und auch in der  türkisch- stämmigen Bevölkerung in Deutschland zu einer  Minderheit.

Die Mehrheit in den türkischen Gemeinden ist ja orthodox sunnitisch.

Euer Glaube ist viel freier, Frauen sind gleichberechtigt mit den Männern,  bei den Kulthandlungen geht es viel offener zu, als in den sunnitischen Moscheen. Und deshalb werden Aleviten ja oft auch von den Sunniten angefeindet.

Ich weiß natürlich nicht, ob Deine Eltern und Du auch schon schlechte Erfahrungen mit orthodoxen Muslimen gemacht habt. Du schreibst ja,. dass Deine Eltern ihren Glauben kaum ausüben.

 Ich könnte mir trotzdem denken, dass Deine Mutter so betroffen ist, weil sie meint, „wir – die wir zur Minderheit der Aleviten gehören – müssen doch in unserer Familie unbedingt zusammenhalten.“

Wie kannst Du nun  damit umgehen?

Du bist ja religionsmündig.
Das heißt, dass Dir in Deinem Alter zugetraut wird, dass Du Dir über Religion
und auch über das „Nicht-Gläubig-Sein“ Deine eigene Meinung bilden kannst.

Lass Dir von Deinen Eltern erklären, warum ihnen ihre Religion so wichtig ist.Sie könnten ja mal mit Dir in ein Versammlung (Cem Evi nennt ihr die?) gehen, damit Du Dir Deine eigene Meinung bilden kannst.

Überlege Dir gut, warum Du den Glauben Deiner Eltern oder auch andere Religionen ablehnst.

Vielleicht hast Du Freunde, mit denen Du darüber reden kannst.

Vielleicht gibt es in Deiner Schule auch einen Religions- oder Ethiklehrer oder Lehrerin, den oder die Du um ein Gespräch bitten kannst.

Ja, und vielleicht ist es auch gut, wenn Du mit jemandem aus Eurer  alevitischen Gemeinde sprechen kannst.

Was ich Dir nur raten möchte:

Versuche die so leicht entstehende Mauer aus Unverständnis, kränkenden Worten und aufgeregten Gefühlen abzubauen. Zeige Deinen Eltern, dass Du sie verstehen willst.

Und ich wünsche natürlich auch Deinen Eltern, dass sie verstehen, dass Du gut begründet  Deinen eigenen Weg gehen willst.

Ich wünsche Dir viel Geduld, viel Ausdauer und Erfolg.

Antwort
von Andrastor, 95

Du kannst versuchen im Guten mit deinen Eltern zu reden, wenn sie darauf nicht hören, musst du ihr Verhalten entweder ertragen oder du spielst ihnen vor doch gläubig zu sein um Konflikte zu vermeiden.

Sobald du dann ausgezogen bist, kannst du dein Leben so leben wie es dir passt. Wenn deinen Eltern die Religion wichtiger ist als ihr eigenes Kind, bist du ohne sie besser dran.

Antwort
von AaronMose3, 86

Du bist über 14 Jahre alt und somit darfst du hier in Deutschland selber entscheiden welchen religiösen Dogmen du dich unterwerfen möchtest, oder eben auch keinen. 

Das ist dann deine Entscheidung und nicht mehr die deiner Eltern. 

Trotzdem können sie dir aber immer noch sagen, was du tun sollst.

Deshalb bleibt dir nichts übrig als entweder mit ihnen darüber zu sprechen und ihnen klar zu machen das es dich nicht deinen Kopf kostet ohne den Glauben an Gott zu leben, oder aber, wenn das nicht funktioniert, das Spiel mitzuspielen solange du auf eigenen Beinen stehst.

Antwort
von Giustolisi, 86

Das kannst du nicht unterbinden. Du kannst nur zeigen, dass dich Atheismus nicht zu einem schlechteren mensch macht, mit etwas Glück wird sich deine Mutter einfach daran gewöhnen. 
Du kannst dir auch ein paar Gegenargumente drauf schaffen damit du was in der Hand hast, falls es zu einer Diskussion kommt.

In Deutschland darfst du ab 14 Jahren selbst entscheiden ob und an was du glaubst, diese Freiheit gewährt dir das Gesetz.

Antwort
von Zicke52, 27

Was hat dich dazu bewogen, es den Eltern überhaupt zu sagen? Du sagst doch, Religion war bei euch überhaupt kein Thema, du wurdest damit nicht konfrontiert und musstest auch keine religiösen Handlungen durchführen. Also hätte dich doch nichts daran gehindert, deine "Unläubigkeit" auszuleben, ohne darüber zu sprechen. Seine intimsten Gedanken darf man für sich behalten.

Nun ist das Kind aber in den Brunnen gefallen, und es wird schwierig werden, einen Rückzieher zu machen. Deine Mutter fühlt sich jetzt offenbar schuldig, dir den Glauben nicht nahe gebracht zu haben, und will diesen "Fehler" jetzt ausbessern. Vielleicht kannst du ihr sagen, dass sie mit ihrem Druck nur erreicht, dass du dich erst recht von der Religion enfernst. Sag, du möchtest dieses Thema vorläufig einfach ausblenden, dass du einfach eine Ruhezeit haben möchtest und dass, falls es so sein soll, die Religion vielleicht irgendwann wieder in dein Leben zurückkehrt. Da Religion in ihrem Leben ja auch keine wichtige Rolle zu spielen scheint, wird das Ganze wahrscheinlich dann wieder in den Hintergrund rücken und irgendwann ganz in Vergessenheit geraten.

Antwort
von NurZurSache, 65

ALLE Minderjährigen sollte man vor ALLEN Religionen&Ritualien schützen!
Ich wurde in meiner Kindheit bis zum geht nicht mehr, zum katholischen Glauben gezwungen und genötigt. Meine Erzeuger kuschten vor der Adoptive Mutter meines Erzeugers. Ich glaub mit 15 oder so, weigerte ich mich einfach! Da mir es einfach zu wieder wurde, musste ich bedoch leider Drohen, um das man mein Willien durch setzten zu können.
Damals war ich unsicher, was den Glauben an geht.
Heute bin ich überzeugt und halte mich ausschließlich an Fakten.
Für mich:
Gott, Liebe&Heiliges sind Menschliche Erfindungen, um uns auszubeuten&zu missbrauchen! Früher wurden im Namen der Kirche die meisten Menschen getötet, ungläubige wurden verbrant! Die Kirche will nur unser Bestes, unsere Arbeitskraft, unser Geld und unsere Kinder!
Der Glaube bringt das Nichtwissen an das Tageslicht.

Wissen ist begrenzt, wer also ausschließlich aufgrund von Wissen handelt, wird höchst wahrscheinlich unvollständig handeln. Handle ausschließlich aufgrund von Aktuellen. Aktuelle Fakten bekommt man durch vorurteilsfreies beobachten ohne diese zu beurteilen. Denken verzerrt nur all zu leicht die Fakten! Hinterfrage jeden Sprecher, besonders die vor oder nach dem Sprechen, lhre Hand aufhalten&aufgrund ihrer Aussage gewinn haben könnten. Hinterfrage aber auch immer dabei deine bisherige Meinung, denn nur so kannst du Deine wirkliche eigene Meinung heraus finden. Was man über Dritte, hört, sieht, o liest, sind nicht zwingend Fakten!

Vill. hilft Dir ja, der eine odere andere Satz auf Deinem Weg in deine Selbstbestimmung!?
Viel Glück&Erfolg

Kommentar von Bolonese ,

Sicher schlimm was du erlebt hast, ich kann es verstehen, aber du musst versuchen das neu und mal ohne Kirche anzugehen. Lese und lass mal die Kirche sein, die ist eh nicht gut. Ich bin sehr gläubig und halte ja selber nichts von der Kirche. Also lass die sein und fange neu an zu erfahren zu lesen was und wie Gott ist usw...Verschliess dich nicht, es wäre doch schade denn auch DU bist von Gott, von ihm kommen wir und zu ihm gehen wir. Wir sind hier NUR zu Gast! :) LG

Kommentar von NurZurSache ,

Müssen tue ich nur eins, irgendwann Streben, und das nach dem leben. ich halte mich ausschließlich an akt Fakten. Was man über Dritte, hört, sieht, o liest, sind nicht zwingend Fakten! Fakten bekommt man durch vorurteilsfreies beobachten ohne diese zu beurteilen. Denken verzerrt nur all zu leicht die Fakten! Hinterfrage jeden Sprecher, besonders die vor o nach dem Sprechen, lhre Hand aufhalten&aufgrund ihrer Aussage Gewinn haben könnten. Hinterfrage aber auch immer dabei deine bisherige Meinung, denn nur so kannst du deine wirkliche eigene Meinung heraus finden. Der Glauben ist das, was man nicht weiß. FAKTEN!!!

Antwort
von xschwedex, 56

Um die Handlungsstränge und Beweggründe deiner Eltern zu verstehen, könntest du dir ja das Wissen über diese spezielle Religion aneignen und dann überlegen, wie du mit deinem Konflikt Alevitentum und Familie am besten leben kannst.

Antwort
von ArbeitsFreude, 34

Ich weiß nicht, lieber Ratgebraucht, wie zugänglich Deine Mutter der Ratio ist.

Meine ist es nicht, was für mich, als ich 15 war, ein ziemliches Problem darstellte.

Angenommen, Deine Mutter WÄRE der RAtio zugänglich:

Du könntest ihr sagen: Religion habt ihr mir nie beigebracht - woher sollte ich wissen, dass das wichtig ist - Ihr habt mir nie das Gegenteil erzählt, also akzeptiert doch bitte mal meine anti-religiöse Haltung...

Angenommen, Deine Mutter ist nicht der Ratio zugänglich (was ich befürchte): Frage SIE: "Was befürchtest Du, liebe Mama, was könnte Schlimmes passieren, wenn ich nicht religiös lebe...?" (wahrscheinlich wäre die Antwort: Du kommst in die Hölle - Du könntest antworten: Lieb gemeint, doch ich sehe mich schon vor der Hölle vor! vielen Dank, ich habe jetzt Hunger: Was gibt's zu Essen??? - oder wenn Dir der Appetit vergangen ist: Was gibt's morgen zu Essen??)

Durch die Antworten Deiner Mutter kommst Du drauf, was ihre Ängste sind. Du wirst diese Ängste niemals bändigen können - ABER BESÄNFTIGEN!

Das wäre dann schon viel: Mehr ist nicht drin! - Mehr habe ich auch bei meiner Mama in 50 Jahren nicht geschafft...


Antwort
von Maarduck, 58

Sag deinen Eltern, dass du nicht heucheln willst. 

Wenn es keinen Gott gibt, dann ist es richtig nicht zu glauben. Wenn es aber doch einen Gott gibt, dann will dieser sicherlich dass man ehrlich mit ihm ist. Wer nur der Menschen wegen so tut, als würde er an einen Gott glauben, der gefällt diesem Gott sicherlich weniger als jemand der aus einem reinem Gewissen und all seinem Erleben an keinen Gott glaubt. 

Antwort
von FAThemaGlaube, 65

Du bist 15 du kannst entscheiden was du glauben willst,dass sollte deine Mutter wissen.

Antwort
von anonymos987654, 42

Frag mal deine Mutter, warum dir nie was vom Glauben erzaehlt wurde. Und warum ihr nie ins Cem gegangen seid.

Da soll sie erstmal eine Antwort drauf finden. Dass du nicht glaubst, ist eigentlich nur die logische Konsequenz. 

Ehe deine Mutter von dir einen Glauben verlangt, soll sie dir erstmal den Glauben glaubwuerdig vorleben.

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