Frage von Maribelli, 36

Bin total hin-und hergerissen.Was soll ich nur tun?

Ich bin 68,werde im nächsten Monat 69.In diesem Jahr passiert soo viel, womit ich nicht umgehen kann.Ich werde verabschiedet, obwohl ich noch gern weitergearbeitet hätte;unser Haus ,in dem wir nun schon 18 Jahre wohnen werden wir verkaufen, weil mein Mann eine altersgerechte Wohnung in der Stadt unbedingt jetzt möchte;meine drei Töchter kümmern sich wenig um mich,wohnen weit weg; bei meinem Lieblingsbruder wurde Krebs diagnostiziert;ich könnte immerzu weinen und in der kommenden Woche ist so viel Verabschiederei( von den Schulkindern, vom Kollegium,vom Haus,von .....Ich sehe ein großes tiefes Loch vor mir

Antwort
von PolluxHH, 7

Unterscheiden wir doch erst einmal nach fremd- und selbstinduziert.

Fremdinduziert sind die Verabschiedung und die Sache mit der Erkrankung des Bruders. Hier gilt es, nach vorne zu blicken. Gerade die Verabschiedung schaffte hier die Möglichkeit, hier Deinem Bruder besser zur Seite stehen zu können (glaub mir - ihm geht es dabei sicherlich schlechter als Dir und er braucht gerade jetzt Menschen, die zu ihm stehen), als es vorher möglich gewesen wäre, aber das reicht nicht, um hier das Loch zu füllen. Da aber die Kinder für Dich wichtig waren, wäre eine Möglichkeit, eine ehrenamtliche Tätigkeit in einer Einrichtung anzunehmen, welche Kinder unterstützt. Hier reichten die Möglichkeiten über UNICEF bis hin zur Förderung krebskranker Kinder. Dies würde anderen helfen und Dir wieder ein Betätigungsfeld geben.

Selbstinduziert ist die Sache mit der Wohnung und hier würde ich wirklich noch 1-2 Jahre warten, auch wenn die Idee richtig und gut ist (sobald es nötig werden sollte, ist man in einer Notlage und man kann sich nicht die Zeit für die Suche nehmen, die jetzt noch gegeben ist. Zwar ist der Markt für Immobilien aktuell günstig, doch wirkt sich dies besonders bei altersgerechten Wohnungen preissteigernd aus, was dann umgekehrt bedeutet, daß nichts gewonnen wäre, wenn man jetzt verkaufte.

Wenn also keine Gründe vorliegen, kurzfristig zu verkaufen, sollte es nachvollziehbar sein, wenn Du deinen Mann bätest, den Kauf solange zu verschieben, wie ihr Euch noch in einer Phase befindet, in der Ihr euch neu orientieren müßt und Du dich einfach überlastet fühlst und die Gefahr siehst, daß es einer Veränderung zuviel für dich wäre.



Antwort
von adianthum, 2

Phasen des Umbruchs sind immer sehr anstrengend und schmerzhaft.

Das mit der altersgerechten Wohung finde ich sehr sinnvoll, solange man aus gesundheitlichen Gründen nicht gezwungen ist umzuziehen, kann man viel gelassener suchen, als wenn Druck dahinter steht.

Auch der Hausverkauf ist dann einfacher, weil man nicht unter Wert verkaufen muss, weil man keine andere Wahl mehr hat.

Fange an dir eine Tätigkeit zu suchen, in der du gebraucht wirst, die dir ein gutes Gefühl gibt und Freude bereitet. In Kirchengemeinden git es immer ehrenamtliche Tätigkeiten für engagierte Menschen. Und was du an körperlicher Fitness nicht mehr bringen kannst, macht deine Lebenserfahrung tausendmal wieder wett.

Vielleicht kannst du sogar in deiner alten Schule als Hausaufgabenbetreuerin oder Lesepatin für Schüler mit Förderbedarf tätig sein, dann ist der Schnitt nicht ganz so endgültig. Und vor allem kennst du die Menschen und weißt wo du wie helfend unterstützen kannst.

Auch hast du jetzt Zeit Hobbys zu pflegen, für die sonst zuwenig Zeit übrig war, und solange du körperlich fit bist, kannst du all die Reisen unternehmen, für dir vorher keine Muße war.

Das mit deinem Bruder ist traurig und schlimm, aber die Diagnose Krebs ist heutzutage schon lange nicht mehr mit einen "kurzfristig zu vollstreckendem Todesurteil" gleichzusetzen. Man kann noch viele gute Jahre trotz und mit der Krankheit erleben.

Ich bin mir ganz sicher, du wirst noch an vielen Stellen gebraucht werden und erfüllte Jahre vor dir haben!

Antwort
von bluetiger2, 6

Es. Muss immer weitergehen! Einfach kämpfen kämpfen und kämpfen! Niemals hängen lassen! Das hat mir immer meine Oma erzählt!! Sie ist jetzt 83!! Hart schon beide Söhne früh verloren und ihr Mann total früh! Hatte dann das kleine Haus an der Backe wo se alles machen muss und irgendwie kam sie immer rum!!
Am Januar hatte ich es ins KH gefahren wo die Ärzte schon sagten ne Woche länger nicht! Nach fünf Tagen kam der Pfarrer und gab ihr schon die Segnung!! Jetzt im Juli läuft sie fast wieder gesund rum mit allen Mängeln und ist fast wieder top fit! Sie sagt auch immer kämpfen kämpfen kämpfen und was uns nicht umbringt macht uns stärker! Also immer dran denken und stark sein!!!

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