Frage von Chongonaut, 143

Bin schon 15, aber meine Mutter erlaubt "Ballerspiele" nicht, wie überzeuge ich sie?

Ich bin 15 und finde das ist alt genug um "Ballerspiele" zu spielen, aber meine Mutter ist extrem stur was das Thema angeht, weil sie denkt das würde mir nur Schaden. Es geht hier um cod mw3, was nicht wirklich gewaltätig ist, dennoch ist sie skeptisch. Wie kann ich sie am besten überzeugen? Danke für die Antworten :)

Antwort
von Jonnymur, 72

Diesen CoD-Titel musst du dir wohl aus dem Kopf schlagen. Bald bist du aber auch schon 16. Es gibt ein paar sehr gute Shooter ab 16, wie z.B. ein paar andere CoD-Teile, Battlefield 1 oder Counter-Strike: Global Offensive.

Ich weiß, es ist dieses eine Spiel, das du willst. Aber du wirst schon bald anderes spielen können und ich bin mir sicher, dass du damit sehr zufrieden sein wirst.

Antwort
von Crysali, 92

Es geht weniger darum, dass ein Spiel wie CoD gewalttätig ist, sondern das du Muster erlernst, nach denen du kaltblütig Menschen ermordest. Da man mit 15 Jahren noch nicht wirklich aus physischer und psychischer Entwicklung raus ist, gibt es halt eine Altersbeschränkung.

Klar, keiner erwartet, dass du nach dem ersten Mal Spielen plötzlich als Killer in der Gegend rumrennst, aber solche Muster können sehr prägend sein und dich später in deinem Leben stark beeinflussen.

Kommentar von Nothin ,

Hahaha, diese Brosciene ^^.  Zocken führt zu sowas nicht...

Kommentar von Crysali ,

Nur weil du selbst nicht betroffen zu sein meinst, bedeutet das nicht, dass es anderen Menschen genauso ergeht. Kannst du deinen Kommentar, Zocken würde nicht zu so etwas führen, in irgendeiner Weise stützen ? Nur weil du glaubst, dass es so ist, ist es noch lange nicht so.

Kommentar von Chongonaut ,

Naja so oder so, entweder ich zocke oder ich häng mit Leuten ab und saufe. Beides geil. Aber ersteres ist besser für mich :)

Kommentar von Crysali ,

Das kannst du für dich selbst entscheiden, am Ende musst du halt mit den Konsequenzen, wie auch immer die sein mögen, leben. Es macht dir Spaß, Menschen zu töten ? Dann viel Spaß bei CoD.

Kommentar von Aliha ,

Wenn du außer diesen beiden keine andere Möglichkeit siehst deine Freizeit zu gestalten, dann kannst du mir nur leid tun.

Kommentar von Chongonaut ,

@Cryali gab es jeh ein Beweis, der nicht wiederlegt wurde, dass die Spiele schädlich seien?

Kommentar von Crysali ,

Es ist immer ziemlich redundant, so etwas zu diskutieren. Es gibt auch keinen Beweis, dass sie nicht schädlich sind ( siehe Frage zur Existenz von Gott).

Es gibt Dokumentationen, die das Leben von Menschen beleuchten, die solche Spiele spielen. Klar, das ist kein "allgemeingültiger Beweis". Es geht auch nicht darum, dass du das spielst und dann würde es plötzlich Klick machen und du wärst ein Mörder. Wenn dir das Wort "schädlich" missfällt, das ersetze es mit "beeinflusst". Ja, ein Computerspiel zu spielen beeinflusst dich.

Kommentar von Jonnymur ,

@Crysali Was für Muster sollen das sein?

Davon abgesehen, ist es nicht das Töten von Menschen, das den Reiz der Spiele ausmacht. Sonst dürfte es in Battlefield ja auch keine Sanitäter geben. Es geht um vielerlei Elemente. Ein wichtiger Punkt ist der Wettbewerb, ein weiterer kann Taktik sein und v.a. geht es darum den Auftrag zu meistern. Das "Ich gewinne, wenn ich die meisten gekillt  habe"-Prinzip gibt es auch nur im Deathmatch-Modus und dieser ist zum
einen nicht in jedem Ego-Shooter mit dabei, zum anderen auch nicht sonderlich beliebt bei den Ego-Shooter-Gamern, da es - etwa trotz taktischen Vorgehens - sehr eintönig sein kann einfach nur möglichst viele Gegner umzulegen.

Du schreibst zudem von solchen Spielern als würde es sich um eine Subkultur handeln, die man eigentlich nur im Fernsehen beobachten könnte ("Dokumenationen"). Dabei spielten und spielen Millionen Deutsche solche Spiele und die könnten unterschiedlicher nicht sein.

Kommentar von Crysali ,

Ich stimme dir da zu, aber auch wenn es um Wettbewerb, Strategie und Taktik geht, so ist das Töten von anderen Spielern dennoch das zentrale Objekt. Genau das meine ich mit Muster. Spieler lernen, im Team zusammenzuarbeiten, entwickeln Strategien, um Gegner möglichst effizient auszuschalten, ohne große eigene Verluste. Genau das ist der Punkt. Es geht zu weit, zu sagen, es wäre gewalt- oder militärverherrlichend, aber man sollte sich die Frage stellen, ob die Menschheit so etwas braucht.

Ich weiß nicht, warum du dich da an den "Dokumenationen" aufschraubst, ich habe das lediglich als Beispiel genannt, ohne größeren Bezug auf tatsächliche Begebenheiten oder Fakten zu nehmen, das ist deine reine, eigene Interpretation.

Klar, so etwas wie "den Spieler" gibt es nicht, alle Menschen sind verschieden, aber das ist nicht von Belang hier, sie spielen alle das gleiche Spiel, mögen zwar unterschiedlich darauf reagieren, aber die Möglichkeit, dass es eben Individuen gibt, die darauf in einer Art reagieren, dass es gefährlich für andere Menschen wird, deswegen gibt es, unter anderem, Altersbeschränkung und Zensur.

Kommentar von Jonnymur ,

@Chongonaut Ach ja, habe übrigens auch eine Antwort geschrieben.

Kommentar von Jonnymur ,

@Crysali Ja, das Töten feindlicher Gegner ist wesentlicher Bestandteil dieser Spiele. Ich kann es auch verstehen, wenn der ein oder andere das Szenario im Multiplayer als geschmacklos empfindet.

Zur Differenzierung muss jedoch zunächst klar sein, dass das Töten der Gegner, wie genannt, nur im Deathmatch-Modus zentrales Objekt ist. Im Mittelpunkt steht ansonsten fast immer das Einsatzziel. Es ist durchaus ein normales Partieergebnis, wenn mal das eine Team deutlich mehr Abschüsse hat als das andere, dennoch aber verliert. Sicher gibt es auch Spieler, die nicht unbedingt gewinnen wollen, sondern ausschließlich besonders viele Abschüsse beabsichtigen. Die schneiden jedoch punktemäßig zwangsläufig sowie auch im Sinne der KD ironischerweise oftmals nicht so gut ab wie die, die sich auf ihr eigentliches Ziel konzentriert haben. Es stellt sich die Frage, ob ein solches Verhalten vom Spiel motiviert wird oder ob nicht v.a. Eigenantrieb zu nennen ist. Ich denke zwar auch nicht, dass Gamer, die z.B. Deathmatch spielen, gefährdet seien - auch da sind bestimmte Fähigkeiten von Nöten. Doch ist dahingehend zu unterscheiden.

Ob die Menschheit sowas braucht, ist eine schwierige Frage. Unabhängig von der Bedeutung der Interaktion als Unterschied zwischen Videospiel und Film, stellt sich doch die Frage, warum wir Tom Cruise und Co. dabei zuschauen, wie sie Massen an Widersachern zur Strecke bringen. Diese Filme sind zwar aufgrund dessen, dass sie nicht derartig von Gewalt dominiert sind, eher das Äquivalent zu Actionspielen wie der Just Cause-Reihe. Dennoch ist Gewalt ein regelmäßig auftauchendes Element. Wieso das so ist, weiß ich nicht. Der Mensch sieht in dieser Gewalt vielleicht eine vermeintlich einfache Lösung, in die man sich gerne versenkt, ohne zwangsläufig an diese Irrung tatsächlich zu glauben - außerdem sind Konflikte spannend. Du selbst hast ja aber schon angesprochen, wie uneindeutig die Wirkung von Videospielen ist.

Du hast zwar geschrieben, der Hinweis auf Dokumentationen diene nicht als Beleg. Doch ist mir nicht ganz klar, wozu du ihn eingebracht hast. Dokus über Ego-Shooter-Gamer waren in der Vergangenheit häufig (nicht immer) missgünstig. Gerne wurde ein Beitrag über "Killerspiel" zusammen mit den Themen Computerspiel-Sucht und ungeeignetem Konsum durch Kinder und Jugendliche verwurstet. Das wäre kein Problem, hätte sich das dann nicht an einem einzigen Gamer gehängt. Der spielte entsprechend nicht nur Ego-Shooter, sondern war auch etwa suchtgefährdet oder -krank und vielleicht auch noch minderjährig. Härtefälle sind fürs Publikum interessanter, aber das macht es eben auch problematisch als Beispiel.

Zum einen handelt es sich bei Ego-Shootern nicht immer um dasselbe Spiel, zum anderen werden diese Spiele, wie schon genannt, mit ganz unterschiedlichen Zielsetzungen gespielt. Altersbeschränkung und Zensur dienen zudem dazu eine Jugendgefährdung oder sonstige Beeinträchtigung zu verhindern. Wie diese aussieht bzw. ob bereits die Möglichkeit einer Gefahr für die Mitmenschen des Konsumenten berücksichtigt wird, scheint mir nicht offensichtlich. Ist in jedem Fall ein interessanter Punkt. Ich lasse mich auch gerne eines besseren belehren.

Kommentar von Crysali ,

Kein Problem, ich lese gerne vernünftige Argumente ^^

Selbst wenn man Abstand zu der Handlung "Töten" nimmt, so bezweifle ich, dass es in einem Shooter mit Menschen, sagen wir in einem 18+ Shooter, tatsächlich Missionen gibt, bei denen man nicht einen einzigen Menschen tötet. Selbst bei Sneak and Peak Missionen und Ähnlichem kommt in der Regel irgendwann ein Punkt, an dem der Spieler tötet. Natürlich ist ein Spiel erstmal nur ein Spiel, hat wenig oder keinen Realitätsbezug, man würde ja nicht einfach auf die Straße gehen und anfangen Menschen zu erschießen. Man muss sich mal vorstellen, die wenigesten Menschen würden auf die Idee kommen, tatsächlich jemanden bewusst und eiskalt zu töten, denke ich. Aber genau das macht man in einem Computerspiel, das Töten beinhaltet. So wie Kinder spielerisch Zahlen und das Alphabet lernen, lernen Spieler in Spielen wie CoD, wie man Gegner tötet, worauf man achten muss ( Deckung, Taktik, Teamplay). Das hat erstmal keinen Effekt, auf die meisten Individuen, keiner erwartet, dass man nach einmal Spielen plötzlich zum Amokläufer wird. Doch diese Gewalt, die man aktiv anwendet, wohlgemerkt, aus der Ego-Perspektive (!), das ist, als ob man selbst die Gewalt anwendet. Man selbst wendet Gewalt an, man selbst tötet Menschen. Ein Spiel, aber aus der eigenen Sichtweise.

Ein Großteil der Spieler wird vermutlich kaum beinflusst werden oder das Spiel auf die Realität verlagern. Ich stimme dir in Bezug auf Sucht und Einzelfälle in Dokumentation zu, so etwas ist natürlich sehr viel interessanter für Zuschauer und sollte nicht verallgemeinert werden. Doch genau da liegt auch der Haken. Eben weil es Individuen gibt, die duch das Spielen von Egoshootern und Gewaltspielen oder das Sehen von gewalttätigen Filmen selbst gewalttätiger werden, Handlungen adaptieren, Phrasen übernehmen. Gerade Kinder neigen dazu, Muster von Erwachsenen zu übernehmen, sowie Jugendliche dazu, Handlungen von Vorbildern zu überhnemen. Wenn beispielsweise ein Kind seine Eltern beim Küssen beobachtet, dann küsst es in der Schule vielleicht ein Mädchen, weil es nachahmt. Es gibt genügend Beispiele, in denen Jugendliche ebenso etwas übernehmen, Vorbild raucht, Fan fängt an zu rauchen und so weiter. Niemals Muss, kann aber sein.

Jemand mit Problemen, sei es sozialer, psychischer oder anderer Natur, kann sehr leicht von Spielen wie CoD beeinflusst werden. Vielleicht sieht er Tom Cruise in einem Film, wie er einfach alle Gegner tötet, die ihm ein Problem bereiten und macht dann das Gleiche mit seinen eigenen Pseudo-Gegnern. Das ist natürlich  schon ein eher extremer Fall, soll aber zeigen, dass Jugenliche, Kinder, dazu neigen, etwas zu interpretieren und übernehmen, vielleicht auch ganz unterbewusst. Genau deswegen gibt es Zensur und Altersbeschränkung, wie du ganz richtig sagst, um die Jugend nicht zu gefährden. Ich denke nicht, dass sich offensichtliche Regeln oder Muster aus dieser Jugendgefährdung ableiten lassen, das hängt komplett von dem Einzelfall ab. Jemand wird vielleicht sehr gemobbt und hält es nicht mehr aus, jemand anderes hat vielleicht eine sehr zerrütete Familie und und und. Dann KANN es durch den Konsum von Spielen und Filmen zu einer Gefahr für andere Menschen werden, denn diese, Film und Spiele, beiten eine scheinbar einfache und schnelle Lösung.

Kommentar von Jonnymur ,

@Crysali Sry, ist etwas lang geraten^^

Kommentar von Jonnymur ,

@Crysali Hinsichtlich des Erlernens von Mustern denke ich, dass es auch durchaus relevant ist, wie ein solcher Kampf abläuft. Im Ego-Shooter habe ich Gegner, die selbst die Konfrontation suchen sowie gleichfalls bewaffnet sind und eine Gefahr für meine Spielfigur darstellen - zusätzlich meist in einem Kriegsszenario. Vollkommen anders ist es hingegen etwa bei einem Amoklauf. Taktische Fähigkeiten etc. lassen sich durch alles Mögliche ausbauen. Doch die Taktiken, die ich bei einem solchen Shooter umsetze, sind aufgrund dieser Unterschiede, meines Erachtens, nur sehr bedingt von Nutzen. Anders sieht es wohl mit einer Konfrontation mit Polizei u.a. aus. Doch in der Regel sind es ja die Verbrechen an Unbewaffneten und Zivilisten, bei denen gewalthaltige Videospiele herangezogen werden.

Erworbene Kenntnisse reichen an sich für so eine Tat zwar nicht. Doch da nennst du ja auch einen anderen wichtigen Punkt: Die Ego-Perspektive.
Mit der Ego-Perspektive geht natürlich eine drastisch verringerte Distanz zur Spielfigur einher. Ich denke aber nicht, dass der Spieler deshalb identisch mit seiner Spielfigur wird. Sicher gibt es da auch Abstufungen. Du hast mit Missionen bereits den Einzelspieler solcher Games angesprochen. Gerade da ist zu berücksichtigen, dass die Spielfigur, je nach Game unterschiedlich stark ausgeprägt, einen eigenen Charakter mit eigenen Wünschen und Interessen ist. Es wird verdeutlicht, dass Spieler und Spielfigur nicht identisch sind. Aber auch im Multiplayer stellen etwa ggf. ein historisches Setting (z.B. 1. und 2. Weltkrieg), manchmal auch Ausrufe oder die Sichtbarkeit der Gesichtszüge der Spielfigur nach ihrem Tod klare Differenzen. Man wird in eine Spielfigur in einem bestimmten Szenario versetzt. Ist jemand nicht fähig Realität und mediale Welt zu unterscheiden oder das Gespielte/Gesehene zu verarbeiten, eine tickende Zeitbombe, so sollte die Konsequenz, meines Erachtens, nicht der gesamtgesellschaftliche Verzicht auf Gewalt in den Medien sein, somit der Verzicht auf die Befriedigung eines uralten, vielleicht grundlegenden menschlichen Bedürfnisses, sondern die Ambitionen sollten sich darauf richten zu erkennen, wer von solchen Problemen betroffen ist, damit diese Menschen eine angemessene Behandlung erfahren - denn auch ohne mediale Gewalt ist ihre Wahrnehmung stark beeinträchtigt.

Um aber nochmal auf den Einzelspieler zurückzukommen: Gerade da kann das Geschehen sehr unterschiedlich bewertet werden. Battlefield 1 bietet sich als Beispiel sehr gut an, da es erst vor kurzem erschienen und sehr erfolgreich ist. Obwohl die Gewaltdarstellungen in diesem Spiel die aus vielen Spielen ab 18 übersteigen, hat das Game ein ab-16-Siegel erhalten. Die USK begründete das u.a. damit, dass Krieg in der Einzelspieler-Kampagne durchgängig kritisch reflektiert wird. Auch sowas ist ein Beispiel für Faktoren, die berücksichtigt werden müssen. Gewalt in den Medien ist manchmal praktisch, manchmal notwendig, um verschiedenes zu verdeutlichen. Wir leben nunmal in einer Welt mit Krieg.

Gewalthaltige Videospiele und Filme als Belastungsfaktor zu sehen, ist in Ordnung. Sich zu fragen, ob dem tatsächlich so ist oder nicht, wäre jedoch wohl eine Diskussion, die zu jetzigem Stand zu keinem brauchbaren Ergebnis führen würde. In jedem Fall sollte aber bedacht werden, dass die Gewalt in den allermeisten gewalthaltigen Spielen nicht im Mittelpunkt steht, genau wie bei gewalthaltigen Filmen auch.

Meine Aussagen beziehen sich nur auf Spieler, die die Altersbeschränkung beachten.

Kommentar von Crysali ,

Ich stimme dir bei allem ohne Vorbehalte zu, bis auf:


Doch in der Regel sind es ja die Verbrechen an Unbewaffneten und Zivilisten, bei denen gewalthaltige Videospiele herangezogen werden.

(...)

In jedem Fall sollte aber bedacht werden, dass die Gewalt in den
allermeisten gewalthaltigen Spielen nicht im Mittelpunkt steht, genau wie bei gewalthaltigen Filmen auch."

Dieser Punkt in deiner Argumenation, der ich sonst restlos zustimme, stört mich gewaltig. Gerade das ist der Kernpunkt meines Standpunktes. Eben weil Spiele, die Gewalt beinhalten, die Gewalt zum Mittel des Zwecks benutzen, sollten sie kritisch beachtet werden.

In Ego-Shootern, in Kriegsfilmen, in Spielen und Filmen mit Gewalt allgemein, steht die Gewalt als solche zwar nicht im Vordergrund, wird in manchen Fällen, wie du Battlefield 1 aufführst, sogar kritisch beleuchtet, aber sie ist das zentrale Mittel, um ein Ziel zu erreichen. Es gibt sehr viele Alternativen, um ein solches Ziel zu erreichen, es wird aber der Weg der Gewalt gewählt, egal wie sehr diese verherrlicht, propagiert oder kritisch beleuchtet wird. Dadurch steht sie nicht zentral im Mittelpunkt, sondern schleicht sich unterbewusst als geeignetes Mittel ein und genau deshalb steht sie im Mittelpunkt, im Sinne von "Person X will Y nicht machen, wie können wir das lösen ? Wie wäre es mit Gewalt, Drohung und zwingen". Wenn in Spielen und Filmen genau das als funktionierender Lösungsweg gezeigt wird, speichert der Mensch das als funktionierenden Lösungsweg, fast unabhängig von Spiel und tatsächlicher Realität. Ich bin nicht so arrogant zu behaupten, ich wüsste, wie unser Unterbewusstsein funktioniert, aber ich behaupte mal, wenn man wieder und wieder ein Spiel spielt, bei dem man letztendlich mit Krieg und Gewalt eine Problemstellung löst, dann hat das unterbewusst irgendwelche Folgen. Ich habe keinen Beweis, aber auch keinen Gegenbeweis.

Ist jemand nicht fähig Realität und mediale Welt zu unterscheiden oder das Gespielte/Gesehene zu verarbeiten, eine tickende Zeitbombe, so sollte die Konsequenz, meines Erachtens, nicht der
gesamtgesellschaftliche Verzicht auf Gewalt in den Medien sein, (...), sondern die Ambitionen sollten sich darauf richten zu erkennen, wer von solchen Problemen betroffen ist, damit diese Menschen eine angemessene Behandlung erfahren - denn auch ohne mediale Gewalt ist ihre Wahrnehmung stark beeinträchtigt.

Der minderjährige Fragesteller fragte, wie er seine Mutter überzeugen kann, ein Computerspiel ab 18 Jahren spielen zu dürfen. Wenn der Fragesteller aber in der Lage ist, Realität und Spielwelt zu unterscheiden, warum darf er es nicht spielen ? Spricht doch deiner Argumentation nach dann nichts dagegen, oder ?

Kommentar von Jonnymur ,

@Crysali Meine Anmerkung, dass Videospiele nur bei Verbrechen gegen Zivilisten und Unbewaffnete herangezogen wurden, hat keinen Bezug darauf, wofür sie nun tatsächlich einen Belastungsfaktor darstellen. Ich habe das genannt, da bei so einer Diskussion, wie wir sie haben, beide Seiten ja auch bestimmte Vorstellungen und Assoziationen zum Thema haben, was unsere Argumentation mitprägt. Wenn es in der Öffentlichkeit um Gewalt geht, die von Videospielen gefördert werde, sind stets Verbrechen an eben Unbewaffneten der Auslöser für die Debatte.

In Ego-Shootern ist Gewalt fast durchgängig präsent. Bei einem Action-Adventure ist dies jedoch nicht zwangsläufig der Fall. Spiele wie die der GTA-Reihe oder Red Dead Redemption sind ja eigentlich typische Beispiele für gewalthaltige Games. Doch einen beachtlichen Teil des Spiels über kommt niemand ums Leben, ist generell Gewalt nicht Teil der Aufgabenstellung. Gewalt wird nicht immer als Mittel zum Zweck aufgeführt.

Doch selbst bei permanent gewaltorientierten Spielen, wie Ego-Shootern, muss berücksichtigt werden, dass die USK auch da regelmäßig nicht die Gewalt als vordergründig bewertet. Gewalt kann auch als Lösung dargestellt werden, ohne dass diese Darstellung im tatsächlichen Mittelpunkt des zu vermittelnden liegt - was natürlich nicht deiner Annahme widerspricht, dass Gewalt als Lösungsweg unbewusst "abgespeichert" werden kann.

Ein Videospiel, in welchem Krieg bzw. Gewalt als Lösung gezeigt werden, handelt es sich nicht um ein zum Thema wirklich kritisches Spiel. In Battlefield 1 wird bereits zu Beginn der Kampagne der Erste Weltkrieg als sinnlos verdeutlicht, da die Kriegsbemühungen zu keinem anhaltenden Frieden geführt haben. Die Kampagne wird mit einer Mission eingeläutet, in welcher der Spieler in ein sehr realistisches Schlachtszenario geworfen wird, mit der Aufgabe seine Position zu verteidigen. Es ist aber egal, wie viele Gegner er auch erschießt, mit der Erwartung dafür weiterzukommen. Der Missionsfortschritt wird nämlich durch seinen eigenen Tod getriggert. Er könnte genauso gut nichts tun oder desertieren, indem er vom Schlachtfeld rennt.

Sobald in einem Spiel Gewalt als Mittel zum Zweck dient, ob nun permanent oder ab und an, muss aber die Verteilung der Rollen berücksichtigt werden. Ist die Spielfigur etwa ein Schwerverbrecher mit kriminellen Ambitionen, so könnte Gewalt unter Umständen tatsächlich eine bessere oder die einzige Lösung sein, um diese zu erfüllen.
Auch wurden die Weltkriege nunmal nicht verhindert. Kriege gibt es zudem noch heute und mit Sicherheit leider auch noch mindestens eine ganze Weile in der Zukunft. Da gibt es nicht die Möglichkeit eine friedliche Lösung zu präsentieren, denn die wurde nunmal nicht umgesetzt - der Weg der Gewalt ist gerade bei historischen Szenarien vorgegeben und in nicht-historischen zumindest oft naheliegend. Die Alternative wäre, dass die Protagonisten von Spielen und Filmen makellose Heldenfiguren oder die Geschichten zumindest von einer moralistischen Dramaturgie bestimmt wären. Klar, es gibt solche Spiele und Filme, aber die Menschen interessieren sich einfach mehr für "schwierige" Personen und die Möglichkeit selbst über etwas unvorgekaut reflektieren zu können. Entsprechend sieht es mit der Nachfrage aus.

Je nach Spiel oder Film, kann es auch einen Mehrwert geben. Egal, ob es ein Perspektivwechsel, die Vermittlung von Geschichte, Politik o.a. ist.

Meine Kommentare standen nicht im direkten Zusammenhang mit dem Anliegen des Fragestellers. Die Frage sollte nicht sein, was wäre, wenn er das Gespielte verarbeiten kann, sondern ob er dies kann. Ich bin nur ein Fremder und kann das nicht beurteilen. Die Missachtung des USK-Siegels hat aus gutem Grund in fast allen Fällen strafrechtliche Konsequenzen. Die Ausnahme: Eltern ist es erlaubt ihren Kindern Spiele zur Verfügung zu stellen, auch wenn sie noch nicht der Altersfreigabe entsprechen (Quelle: http://www.usk.de/service/faqs/). Sie können oft am ehesten beurteilen, ob ihr Nachwuchs für solche Spiele reif genug ist oder nicht. Ich will an dieser Stelle nicht autoritär klingen und mir ist auch bewusst, dass Eltern oft entweder lax damit umgehen oder, im Gegenteil, ungeheuerliche Vorstellungen von gewalthaltigen Videospielen haben. Auch sie irren sich regelmäßig. Doch, wie gesagt, bin ich ein Fremder und weiß, dass ein 15-jähriger höchstwahrscheinlich noch nicht die Voraussetzungen für ein Videospiel ab 18 mitbringt.

Kommentar von Jonnymur ,

Naja, unabhängig davon, ob diese Diskussion weitergeht, hat sie mir bisher gut gefallen.

Du hast jedenfalls interessante Punkte genannt.

Kommentar von Crysali ,

Ich würde sagen, die wesentlichen Punkte beider Seiten dieser Diskussion sind gesagt, bei einer Diskussion gibt es häufig ja kein "Ergebnis". Zumindest ich persönlich wüsste nicht, wie ich auf den letzten Kommentar antworten sollte, ohne mich, grob gesehen, im Wesentlichen zu wiederholen oder neue Punkte zu finden, die nicht irgendwie nur gesagte Punkte sind, anders verpackt. Wollte das eigentlich noch schreiben, ist dann aber irgendwie untergegangen, tut mir leid.

Ich bedanke mich bei dir für die Diskussion, du hast einige gute Punkte genannt, die ich nicht bedacht hatte und meine Sicht auf die Dinge erweitert.

Antwort
von Kito101, 34

Werden ja  nur menschen erschossen :P Auf den spielen steht ab 18 drauf - schlimm genu, dass die community meist aus 14 jährigen besteht.

Am besten klappt immer: Nicht Fragen - Machen!

Antwort
von Aliha, 64

Du hast eine sehr vernünftige Mutter, herzlichen Glückwunsch.

Kommentar von Chongonaut ,

Auf so ein Komment hab ich gewartet :)

Danke, aber das hilft mir nicht weiter :(.

Kommentar von NkyyNinetyNine ,

Mit Vernunft hat das nicht viel zu tun, diese Spiele sind total harmlos und du wurdest wohl von den Medien verblendet. Komisch, dass ich noch nicht Amok gelaufen bin, nach 3 Jahren CoD..

Kommentar von Chongonaut ,

Mysteriös...

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