Frage von AboutLife, 48

Bin oder werde ich depressiv... Und entschuldigung dass ich die ganze Zeit nur fragen stelle. Aber ich weiß nicht wen ich sonst fragen soll?

Immer versuch ich anderen zu helfen, lache um sie glücklich zu machen. Aber tief in mir drin da bin ich leer das einzige was ich fühle ist eine traurige leere eine art grau. Seit mein Opa Tot ist gehe ich den Bach runter. Ich habe gelernt Tränen zu verstecken um andere glücklich zu machen. Ich weiß nicht was ich noch machen soll um meine anderen gefühle zurückzubekommen, zudem werden meine Noten immer schlechter und ich traue mich nicht mit jemandem darüber zu reden weil man mich deswegen auslachen könnte. Ich glaube das hängt auch mit meinem körperlichem Zustand zusammen mir ist durchgehend übel, ich habe durchfall und Kopfweh. Selbst wenn ich nur ein bisschen dumm angemacht werde oder einfach nicht beachtet fühle ich mich wertlos. Ich weine auch jetzt in diesem Moment.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Philipp59, 10

Hallo AboutLife,

offenbar hast Du den Tod Deines Opas noch nicht wirklich verarbeitet. Du versuchst anscheinend Deine Trauer zu unterdrücken und zur Tagesordnung überzugehen. Wie Du ja selbst siehst, tut Dir das nicht wirklich gut. Was aber könntest Du tun?

Manche, die mit einem Verlust fertig werden mussten, haben gemerkt, dass es gut ist, seine Trauer zu durchleben. Warum? Es kann den Druck erleichtern, wenn man seine Gefühle heraus lässt. Diese Gefühle jedoch zu unterdrücken, mag in körperlicher und auch in seelischer Hinsicht großen Schaden anrichten. Dazu, die Trauer zu durchleben, gehört auf jeden Fall zu reden!

Ich bin einmal auf einen Text in der Bibel gestoßen, der in diesem Zusammenhang sehr gut passt. Dieser Text ist dem Bibelbuch Hiob entnommen. Dieser Hiob sagte nach dem Tod seiner 10 Kinder, sowie einiger anderer dramatischer Erlebnisse, folgendes:"Meine Seele empfindet bestimmt Ekel vor meinem Leben. Ich will meiner Besorgnis um mich freien Lauf lassen. Ich will in der Bitterkeit meiner Seele reden!"(Hiob, Kapitel 10, Vers 1). Hiob tat also etwas sehr Wichtiges. Er behielt seine bedrückenden Gedanken nicht für sich, sondern redete mit anderen darüber und fand so Erleichterung. Etwas Ähnliches sagte auch Shakespeare in Macbeth:

" Gib Worte deinem Schmerz,

Gram der nicht spricht,

preßt das beladene Herz,

bis daß es bricht".

Wenn Du also Deine Erfahrungen und Gefühle in Worte kleidest, kannst Du Dich zum einen selbst besser verstehen und findest auch ein gewisses Maß an Erleichterung. Sehr hilfreich wäre es natürlich, wenn Du jemanden zum Reden hast, der selbst einen geliebten Menschen verloren hat und den Verlust erfolgreich überwunden hat. Durch ihn könntest Du vielleicht praktische Anregungen erhalten, die Dir helfen, Deinen Kummer zu bewältigen. Es kann aber auch sein, dass es Dir überhaupt nicht danach ist, über Deine Gefühle zu sprechen. Was dann? Manchen hilft es, das, was sie bewegt, aufzuschreiben und es später wieder zu lesen. Auch auf diesem Weg kann man seiner Trauer Ausdruck verleihen und fühlt sich hinterher besser.

Etwas anderes, was die Trauer erleichtert, ist Weinen. Das Vergießen von Tränen gehört mit zum Heilungsprozess und man braucht sich dafür nicht zu schämen.

Bei der Trauer um einen lieben Menschen kann auch die Hilfe von Gott ein ausschlaggebender Punkt sein. Ich fand einmal einen sehr schönen zu Herzen gehenden Text in der Bibel, der folgendermaßen lautet: "Wenn aber aufrichtige Menschen zu ihm rufen, hört er sie und rettet sie aus jeder Not. Der Herr ist denen nahe, die verzweifelt sind, und rettet jeden, der alle Hoffnung verloren hat (Psalm 34:18 Hoffnung für alle)

Das, was einem Trauernden jedoch am meisten hilft ist das Versprechen Gottes, die Toten eines Tages wieder zum Leben zurückzubringen. Jesus beschrieb das einmal mit folgenden Worten: " Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, ..." (Johannes, Kapitel 5, Verse 21, 28 u. 29a). Die Bibel spricht hier von der Auferstehung der Toten. Diese Verheißung beschreibt, das Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute.

Ich selbst habe vor wenigen Jahren meine beiden Elternteile und meine Schwester verloren und finde bis heute in dem eben zitierten Text Trost. Ich habe außerdem schon oft festgestellt, dass ein persönliches Verhältnis zu Gott manches besser ertragen lässt. Wenn man sich glaubensvoll im Gebet an ihn wendet, dann ist er nicht nur ein passiver Zuhörer, sondern kann uns "Kraft geben, die über das Normale hinausgeht" (2. Korinther, Kapitel 4, Vers 7). Mehr als einmal durfte ich erfahren, dass Gott "uns tröstet in all unserer Drangsal" (2. Korinther 1, Vers 4). Gott nimmt zwar den Schmerz der Trauer nicht vollständig hinweg, sondern er hilft uns, ihn besser zu ertragen.

LG Philipp

Kommentar von Philipp59 ,

Vielen Dank für den Stern!

Antwort
von Seanna, 15

Klingt eher nach ner akuten Belastungsreaktion (F43.0) als nach Depression (F33).

Dennoch gehört auch das zum Arzt und dann idr zum Therapeuten!

Antwort
von InVaDex3, 15

Kann gut sein wenn du so weiter machst das du Depri wirst. Du musst mit jemandem drüber reden am besten mit deinen Eltern die können dir bestimmt weiterhelfen oder mit deinen besten Freund oder Freundin du darfst nur nicht immer ans Negative denken ansonsten geh zum Arzt wegen deinen Beschwerden mit Kopfschmerzen etc. Vielleicht ist es dir momentan auch nur zuviel aber rede mit jemanden

Antwort
von Windlicht2015, 21

Der Tod von deinem Opa war ein sehr schreckliches Erlebnis für dich, dass du allein nicht verarbeiten konntest.
Es könnte sich bei dir um eine Depression handeln, aufgrund eines Traumas. Lasse dir bitte helfen, damit du eines Tages, deinem Opa, ein Lächeln schenken kannst und wieder Freude am Leben hast!

Kommentar von Seanna ,

Depression aufgrund Trauma? Depression ist eine eigene Diagnose, Traumafolgestörung (ATBS, PTBS) schließt das, was hier wie Depression anmutet, mit ein und wird eher der Fall sein, da durch akutes Ereignis ausgelöst.

Kommentar von Windlicht2015 ,

Der Arzt wird seine Diagnose stellen, falls sie einen aufsucht. Ich bin kein Arzt.
Genau analysieren brauchen wir das nicht. Wir stellen nur Vermutungen an. Und keiner hat behauptet, dass Depression keine eigene Diagnose ist! Wenn du den Text genau liest, sagt er genau das aus, was du schreibst! Aufgrund von einem Trauma, heißt nichts anderes, als dass das Trauma die Depression ausgelöst haben könnte!

Antwort
von Lulu828, 10

Nein bist du nicht jeder hat so eine Zeit mal mir geht es auch nicht wirklich gut in letzter Zeit aber ich versuche positiv zu denken denn du lebst nur einmal wieso solltest du dir die ganzen wunderschönen Momente in deinem Leben versauen lg denk mal drüber nach ;)

Antwort
von punktehund, 19

Bitte sprech mit einer professionellen Person darüber, einem Arzt oder einem Therapeuten. Das hört sich nämlich nicht gut an, wenn deine Depression auch körperlich wird. Du wirst nicht ausgelacht werden. Aber du brauchst Hilfe.

LG

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