Frage von zendroniax, 58

Bin kein Makler, aber mich interessiert das wirklich, kann ein Makler durch das vermitteln eines Objektes (öffentliche Ausschreibung) provision verlangen?

Nehmen wir an hier in Hannover wird ein großes Objekt verkauft in einer öffentlichen Ausschreibung. Nun weiß eine Person, dass jemand in Berlin sitzt, der genau dieses Objekt haben will. Da er aber nicht in Hannover sucht, würde er es nie finden. Wenn man ihn nun darauf aufmerksam macht und der sich dann entscheidet das Objekt zu kaufen, fällt eine Provision an, ja oder nein? Nehmen wir an, man sagt es ihm mündlich (nicht schriftlich) und man hat einen Zeugen dabei.

Ich denke, der Makler hat ja Arbeit geleistet, also würde ich sagen ja er hat Anspruch. Wenn ich nun aber überlege, es ist ja eine öffentliche Ausschreibung und die sind ja grundsätzlich ohne Provision.

Ist das ein Paradoxon? xD Oder gibt es tatsächilch eine handfeste Lösung.

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Antwort
von ChristianLE, 58

Wenn man ihn nun darauf aufmerksam macht und der sich dann entscheidet das Objekt zu kaufen, fällt eine Provision an, ja oder nein?

Wenn dies mit dem potentiellen Käufer vereinbart wurde, ja.

Hier greift dann der §§ 652 & 653 BGB.

Du musst hier nur nachweisen, dass Aufgrund deiner Tätigkeit ein Vertrag zustande gekommen ist.

Antwort
von waldschrat69, 26

Der Makler hat dann grundsätzlich Anspruch auf seine Provision, wenn er seine Arbeit geleistet hat.

Seine Arbeit hat er nach höchstrichterliche Rechtsprechung getan wenn er dem Suchenden/Käufer die Gelegenheit gibt das Objekt kennen zu lernen und Kaufverhandlungen zum Verkäufer aufzunehmen. Nicht mehr und nicht weniger.

Mit anderen Worten: Wenn ich weiss, dass es in München ein Haus zu verkaufen ist und es Dir mit Nennung der Adresse und der Verkäuferdaten mitteile und Du das Objekt nicht vorher kanntest bis Du mir gegenüber Provisionspflichtig. Egal ob ich einen schriftlichen Auftrag dazu habe und/oder mit Dir besichtigt habe oder nicht.

Kommentar von zendroniax ,

Danke für die Antwort, kannst du mir vielleicht nennen, auf welche Quellen du dich berufst. Insgesamt klingt es so, wie ich es auch gedacht habe, aber mich würde der rechtliche Nachweis interessieren. Gesetzestexte oder Rechtsprechungen.

Wenn du das hinbekommst wäre das einfach nur genial.

Kommentar von waldschrat69 ,

Nicht leichter als das: 

Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) ist der nach § 652 Abs. 1 Satz 1 BGB für das Entstehen eines Provisionsanspruchs erforderliche Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages"(des sogenannten Hauptvertrages) erbracht, wenn aufgrund einer Mitteilung (wie z.B. durch ein Expose) des Maklers an seinen Kunden und Auftraggeber dieser in die Lage versetzt wird, in konkrete Verhandlungen mit einem potentiellen Vertragspartner über den von ihm angestrebten Hauptvertrag einzutreten.
Danach ist unverzichtbare, aber auch ausreichende Voraussetzung für einen Nachweis, dass der Makler dem Kunden einen Interessenten benennt und damit auf eine konkrete Vertragsgelegenheit hinweist (BGH, Urteil vom 04.06.2009, Az. : III ZR 82/08).

http://www.fairpreis-immobilien.de/neue-gerichtsurteile.html

Antwort
von Mignon2, 43

Ich glaube (bin mir aber nicht sicher!), dass dur für die Maklertätigkeit eine staatliche Genehmigung von der IHK benötigst (§ 34c GewO). Dafür mußt du vorher eine Sachkundeprüfung ablegen. Rufe mal die für dich zuständige Handelskammer an und frage nach.

Du kannst als "Tippgeber" fungieren. Das bedeutet, dass du dir einen Makler suchst, der offiziell bevollmächtigt ist, die spezifische Immobilie zu vermakeln. Mit dem kannst du dich über eine Provision einigen. Die Konditionen müßt ihr aushandeln und natürlich sollte alles schriftlich festgehalten werden.

Kommentar von ChristianLE ,

Dafür mußt du vorher eine Sachkundeprüfung ablegen.

Nein, so etwas gibt es für den Makler nicht. Es reicht aus, die paar EUR für den Gewerbeschein auszugeben, um sich Makler zu nennen.

Das bedeutet, dass du dir einen Makler suchst, der offiziell bevollmächtigt ist

Er muss nur vom potentiellen Käufer "bevollmächtigt" sein, bzw. beauftragt sein. Oder anders: Es kann sein, dass der Verkäufer gar nichts vom Makler weiß.

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