Frage von angi0107, 69

Bin in der Ausbildung und brauche unbedingt einen Rat bzw eine Antwort. Kann mir jemand weiter helfen?

Hallo, ich habe am 01.06.2016 meine Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte angefangen. Seit dem 24.08.2016 hat auch die Schule begonnen, vorher habe ich nur gearbeitet. Ich arbeite normalerweise jeden Tag von 8:30 Uhr bis 17:30 Uhr. Mittwochs nur bis 13 Uhr. Am Dienstag und Donnerstag habe ich Schule. Ich bin minderjährig und habe auf der Seite der IHK gelesen, das minderjährige nach der Schule von der Arbeit zu befreien sind wenn sie mehr als 5 Stunden haben. Wenn man 2 Tage in der Woche Schule hat, muss man einen davon nach der Schule frei haben. Ich habe meinen Chef darauf angesprochen, er meinte ich soll an beiden Tagen zurück ins Büro kommen., da ich ja Mittwoch nachmittag "Frei" habe. Das sind aber unsere öffnungzeiten und es geht ja nicht um die Stundenanzahl in der Woche sondern am Tag. Auf jeden Fall meinte er wenn ich meine noch einen Nachmittag nihcht kommen zu müssen, wirft er mich raus. Ich bin noch in der Probezeit. Und jetzt weiss ich nicht was ich machen soll, es ist wirklich viel zu viel so. Meine Ausbildung mache ich übrigens beim Rechtsanwalt. Eigentlich müsste er dann ja wissen das er das nicht darf....

Danke im Voraus:-)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Istriche, 24

Das steht nicht nur auf der IHK Seite, sondern auch im JArbSchG - das ja bei dir Anwendung findet, wenn du minderjährig bist.

§9 (1) besagt:

(1) Der Arbeitgeber hat den Jugendlichen für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen. Er darf den Jugendlichen nicht beschäftigen

1. vor einem vor 9 Uhr beginnenden Unterricht; dies gilt auch für Personen, die über 18 Jahre alt und noch berufsschulpflichtig sind,
2. an einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten, einmal in der Woche,
3. in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen Blockunterricht von mindestens 25 Stunden an mindestens fünf Tagen; zusätzliche betriebliche Ausbildungsveranstaltungen bis zu zwei Stunden wöchentlich sind zulässig.

In diesem Sinne ist das, was dein AG dir da sagt, gesetzlich nicht vertretbar - was er als Rechtsanwalt eigentlich wissen sollte. Die Berufsschule kann dir in einem solchen Fall helfen, du solltest da mal mit einem der Lehrer reden. Persönlich würde ich nicht gegen deinen AG vorgehen, der sitzt nämlich leider am längeren Hebel.

Wie viele Unterrichtsstunden hast du denn an diesen Tagen, an denen du Schule hast?

Kommentar von angi0107 ,

Donnerstag 5 Stunden und Dienstag 7 Stunden

Kommentar von Istriche ,

Nun ja, wärst du über 18, dann kann er von dir durchaus verlangen, dass du danach noch zum Arbeiten kommst. Bist du aber nicht.

Wie gesagt, Gesetzesgrundlage ist, dass du an diesen Tagen nicht mehr arbeiten darfst. Darfst, nicht musst. Dein AG kriegt das nicht vor der Kammer durchgesetzt, die für deinen Ausbildungsberuf verantwortlich ist (ist das wirklich die IHK? Bin mir gerade nicht sicher...)

Also, geh zu einem deiner Lehrer und rede mit ihnen darüber. Sich persönlich mit dem Chef anlegen, kommt nie gut, vor allem nicht in der Probezeit.

Kommentar von angi0107 ,

Nein bei meinem Beruf ist es die Rechtsanwaltskammer.

Kann man eigentlich den Betrieb wechseln? Im aller schlimmsten Fall?

Also jetzt nicht wegen der paar Stunden mehr arbeit, sondern weil ich allgemein unzufrieden bin mit der Kanzlei.

Dankeschön!

Kommentar von Istriche ,

Also in meinem Ausbildungsberuf (Ich mache eine Ausbildung zur Industriekauffrau) ist es durchaus möglich, dass man seine Ausbildung behält, nur halt den Betrieb während der Ausbildungszeit wechselt. Ich wüsste nicht, warum das bei dir nicht gehen sollte.

Dabei kann dir dann die Kammer und die Schule helfen, einfach da mal nachfragen.

Antwort
von Katzenreiniger, 47

Wende dich mal an deine Schule und die IHK.

Kommentar von Saisonarbeiterr ,

du meinst vermutlich anwaltskammer.. die IHK hat damit m. E. nix zu tun..

Kommentar von Katzenreiniger ,

Er/sie hat die Infos immerhin von der IHK.

Antwort
von Zumverzweifeln, 34

Meinst du nicht, dass ein Rechtsanwalt genau weiß, was er von dir verlangen kann und was nicht?

Mit dem würde ich mich nicht streiten!

Sonst musst du demnächst am Mittwochnachmittag alleine ins Büro. Da gibt es bestimmt etwas zu tun!

Kommentar von angi0107 ,

Naja, also wenn niemand anruft weil wir ja zuhaben, und der Anwalt auch nicht da ist um was zu diktieren, gibt es eigentlich eher nichts zutun.

Und wie gesagt, er sollte es schon wissen, aber die Kanzlei an sich ist auch nicht so der Hit. Nicht nur aus beruflicher Sicht sondern auch aus Menschlicher. Zumindest im Umgang zu mir.

Ich denke er nutzt es nur aus.

Antwort
von cloudwater, 30

Hallo, 

Ich finde es sehr unseriös, dass er dir gleich mit einem Rauswurf droht und würde es ebenfalls als unangenehm empfinden. 

Dass du am Mittwoch Nachmittag frei hast liegt an den offiziellen Öffnungszeiten. Dein Chef könnte durchaus verlangen, dass du und auch die anderen Kollegen am Nachmittag arbeiten

Überlege doch, ob du ihm diesen vorschlag machst, du arbeitest Mittwoch Nachmittag und hast dafür an einem Tag nach der Schule frei. Das wäre ein Kompromiss. 

Ansonsten würde ich mich fügen, einfach wei es schwierig ist einen ausbildungsplatz zu finden und nur mit Aufwand und Komplikationen verbunden ist. Grüße und toi toi toi.

Antwort
von Saisonarbeiterr, 41

frag doch mal in der berufsschule.. die haben da ganz sicher leute, die sich damit genauestens auskennen

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