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Bin ich wirklich zeitlebens für das verantwortlich, was ich mir vertraut gemacht habe?

Frage von teddybaeruj teddybaeruj

Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

Antoine de Saint-Exupery (Der kleine Prinz)

Doch wie sagte einmal ein weiser Mann zu mir, es sei nichts hinterfragenswerter als das, was zwischen zwei Buchdeckeln steht.

Ich gebe offen zu, diese Worte auch gern benutzt zu haben, glaube aber inzwischen, dass ich damit fasch liegen könnte.

Eine Beziehung gleich welcher Art benötigt Aufmerksamkeit, Pflege, Behutsamkeit, Vertrauen und Verantwortung. Das ist unbestritten.

Doch übernehme ich für einen anderen erwachsenen Menschen die Verantwortung? Ist nicht jeder, egal in welchen Beziehungen, am Ende für sich selbst verantwortlich? Ist es für Beziehungen und Freundschaften nicht gerade wichtig, dass man im Kern für sich und sein Leben verantwortlich ist?

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Antworten (1-30 von 42)

  • 35
    Antwort von Draschomat Draschomat

    Man ist nicht direkt für das verantwortlich, was Mitmenschen tun - egal, wie sehr man mit ihnen verbunden ist. Das wäre auch gar nicht möglich, weil man nicht rund um die Uhr alle Vertrauten "beaufsichtigen" kann - das würde nicht einmal bei einer einzigen Person funktionieren (und ist wohl auch gut so).

    .

    Die Verantwortung besteht vielmehr darin, dass man wahrhaftig das Beste für die Personen will, die einem wichtig oder vertraut sind. Nicht in Bezug auf ihr Handeln, sondern in Bezug auf das eigene Verhalten. Es ist beispielsweise unverantwortlich, seinen eigenen Vorteil zu suchen, während man andere Leute schädigt. Das gilt hinsichtlich aller Mitmenschen, aber besonders mit Blick auf die vertrauten Personen. Wenn einem etwas am anderen liegt, handelt man uneigennützig, aber trotzdem mit hohem Einsatz - das kann man auch als (Nächsten-)Liebe bezeichnen. Selbst wenn sich die Wege mancher Menschen trennen, zeugt es von Fairness und Verantwortung, wenn man nicht übel nachredet, den anderen nicht schlecht macht, dem anderen nicht zusätzliche Steine in den weiteren Weg legt.

    .

    So würde ich die Verantwortung beschreiben, die man gegenüber Mitmenschen hat - in hohem Maße gegenüber engen Vertrauten, im Optimalfall sogar gegenüber allen Mitmenschen. Ich persönlich stelle fest, dass derartige Verantwortung meist vernachlässigt wird - die Menschheit lebt leider in einem egozentrischen Weltbild. Schuld hat bei Problemen grundsätzlich ein anderer, eigenes Einwirken wird gerne ausgeschlossen. Das ist letztlich paradox, weil sich in einer Bekanntschaft, Freundschaft oder Beziehung immer zwei Menschen gegenseitig beeinflussen - es kann nie jemand alleine für die Gesamtentwicklung verantwortlich sein. Einzelne Taten haben zwar - wie anfangs erwähnt - einen klaren Urheber, der verantwortlich ist, aber eine andere Person kann das Umfeld des Urhebers so beeinflussen, dass die Aktion des Urhebers nur das Ergebnis einer Absicht der anderen Person ist. Ein solches Verhalten der "anderen Person" wäre z.B. verwerflich und verantwortungslos, weil sie den eigenen Vorteil sucht und bewusst manipuliert. Es gibt aber auch positive Ausnahmen, was das egozentrische Weltbild angeht. :-)

    Kommentar von Angel84 Angel84Angel84

    ...weiß nicht wieso, aber irgendwie fühle ich mich bei deinem letzten Satz angesprochen... :-)))

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Gut, dann hoffen wir, dass die Anzahl der Ausnahmefälle weiter gesteigert wird. :-)

    Kommentar von smoky smokysmoky

    fingerheb ;-)

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    skeptischbin ;-P

    Kommentar von erweh erweherweh

    Kopf auf Nagel, Drascho. DH

    Kommentar von smoky smokysmoky

    nochsonzweifler tztztz ;-)

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Lieber Drascho, ich danke dir für deine gewohnt guten Ausführungen.

    Ich stimme dir insbesondere im letzten Teil zu und hoffe wie du auf "positive Ausnahmen".

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Ich denke, ein paar kennen wir bereits... ;-)

  • 28
    Antwort von amdros amdros

    Verantwortung im Handeln und Tun des anderen Menschen kann man nicht übernehmen..nein nein, das geht einfach nicht!!

    Jeder erwachsene Mensch sollte dafür eigenständig verantwortlich sein und ich könnte auch niemals einen anderen Menschen für meine Handlungsweise verantwortlich machen.. tu es auch nicht.

    Ich kann mir Rat und Hilfe bei Freunden holen, muß aber trotzallem dann selbst entscheiden, was aus Ratschlägen für mich dann anwendbar ist und sollte ich trotzdem verkehrt entschieden haben.. ist es sicher nicht auf den Ratgebenden abzuwälzen.

    Stecke momentan tatsächlich selbst in einer schwierigen Phase und würde mich hüten andere für eine, im nachhinein verkehrte Entscheidung die ich getroffen habe, verantwortlich zu machen.

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Liebe amdros, ich danke dir für deine Antwort und wünsche dir von Herzen gute Entscheidungen.

    Kommentar von amdros amdrosamdros

    Danke teddy^^

  • 25
    Antwort von Lilly2643 Lilly2643

    Da hast du dir mal wieder eine tiefgreifende Frage ausgesucht, mein Lieber, die nicht einfach zu beantworten ist.

    -

    Man könnte jetzt sagen, jeder ist für sich selbst verantwortlich, was in gewissem Sinne auch stimmt. Keiner kann sich für das Tun eines anderen verantwortlich machen lassen, wenn derjenige im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist.

    -

    Wenn es um Haustiere und Kinder geht, ist ganz klar, dass wir für sie verantwortlich sind.

    -

    Ich denke aber, dir geht es mehr um die partnerschaftliche Beziehung. Es wurde ja auch schon erwähnt, dass dieser Spruch oft bei Hochzeiten benutzt wird.

    Ich gebe zu bedenken, dass Antoine de Saint-Exupery diesen Satz zu einer Zeit geschrieben hat, als die Frau noch mehr in der (finanziellen) Abhängigkeit des Mannes gestanden hat wie heute.

    Allerdings würde ich das für heute so interpretieren, dass man, wenn man "sich vertraut" gemacht hat, also sich ganz auf einen Partner eingelassen hat, auch insoweit für ihn verantwortlich ist, dass man nicht bei jeder Kleinigkeit (Krankheit schon gar nicht) auseinanderläuft.

    Dass man also zueinander hält und dass man dafür verantwortlich ist, wie sich die Beziehung gestaltet und dass man sich auch gegenseitig vertrauen (können) sollte.

    .

    Ich finde, dass es sich viele (selbstverständlich nicht alle) zu einfach machen und sich zu schnell bei Schwierigkeiten scheiden lassen.

    -

    Allerdings: Wenn es einfach nicht mehr geht, dann ist ein schneller, gerader Schnitt sicher das Beste. Das muss man von Fall zu Fall entscheiden.

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Du hast Recht: Ich meine ausdrücklich erwachsene Menschen in Beziehungen, sowohl Liebe, wie auch Freundschaft oder Bekanntschaft.

    Ich habe in letzter Zeit mit sehr vielen Menschen gesprochen, die sich für ihre Partner oder Freunde verantwortlich fühlen.

    Notwendige Entscheidungen können zu Freude oder Tränen führen, aber können wir deshalb den Entscheider dafür verantwortlich machen. Ist jemand dafür verantwortlich, wenn ich mich freue oder wenn ich leide?

    Es mag sein, dass ein Partner oder Freund die Ursache für Lachen oder Weinen ist, aber ich glaube einfach nicht (mehr!), dass jemand anders dafür verantwortlich ist, als ich selbst, der ich in derselben Situation bin und mich in Freiheit für diese Beziehung entschieden habe.

    Das scheint aber sehr schwer zu verstehen zu sein.

    Kommentar von Lilly2643 Lilly2643Lilly2643

    Hab mir jetzt nochmal deine Frage und deine Kommentar durchgelesen.

    Ich glaube, das wir (ich eingeschlossen) oft den Fehler machen, zu viel zu Grübeln, wie etwas bei dem anderen ankommt, was sich der andere dabei denkt, wenn ich etwas bestimmtes tue oder sage.

    Aber ich bin wohl nicht dafür verantwortlich, wie der andere es versteht. Wenn der anders reagiert, wie ich mir vorgestellt habe, kann ich nichts dafür.

    Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich bei deiner Frage jetzt auf dem richtigen Weg bin.

    .

    Ich glaube auch, dass man eine solche Frage in einem persönlichen Gespräch besser erörtern könnte. Dabei kann man ganz anders und ohne mögliche Missverständnisse auf den Geprächspartner eingehen. Ich hoffe, wir können dir hier trotzdem helfen.

    .

    Ach, wenn Marion doch hier wäre. Die kann mit solchen Fragen immer wunderbar umgehen.

    Kommentar von icke01 icke01icke01

    @ Lilly
    Aber ich bin wohl nicht dafür verantwortlich, wie der andere es versteht. Wenn der anders reagiert, wie ich mir vorgestellt habe, kann ich nichts dafür.
    Dem stimme ich nur bedingt zu. Man sollte sich schon bemühen richtig verstanden zu werden und deutlich machen, wie man etwas meint. Das ist doch im eigenen Interesse. Selbstverständlich kann ich Reaktionen nicht immer vorausahnen. Aber ich kann mich vergewissern, dass es richtig ankommt, nachsetzen im Zweifelsfall und nochmal erklären. Bei Wichtigem können Missverständnisse üble Folgen haben, und das kann doch keiner wollen.

    Kommentar von Lilly2643 Lilly2643Lilly2643

    Da hast du sicherlich Recht. Gleichwohl sollte sich auch der Gesprächspartner Gedanken machen, wie etwas gemeint ist und nicht evtl. von vornherein einfach beleidigt sein. Auch der Gesprächspartner kann nachfragen, wie etwas gemeint ist.

    Kommentar von Angel84 Angel84Angel84

    @teddy... Genau so isses!

  • 20
    Antwort von Humpelschtilz Humpelschtilz

    Probleme fangen genau da an wo Verantwortung an sich gerissen wird. Wenn einer doch blos einen lassen könnte....

    Aber an alle Ecken droht Verantwortung un allzugern erweist sich mach einer sein Rücken als Packesel! Ich sag ma gerne. Freiwillig is ja meistens auch noch (meistens- nich immer! - manchmal kriegst auch aufgebürdet)

    Zwischen Partner is schwer wenn einer immer Verantwortung (Schwester von Macht?) übernehmen will. Also öfter eins: loslassen in alle Ruhe un Gemütlichkeit!

    Kommentar von Lilly2643 Lilly2643Lilly2643

    Verantwortung = Schwester von Macht?

    Darüber gilt es nachzudenken.

    Kommentar von Angel84 Angel84Angel84

    Verantwortung - Schwester von Macht?

    Je mehr ich über deinen Hinweis nachdenke, desto mehr muss ich dein Fragezeichen in ein Ausrufezeichen wandeln! Danke dafür!

  • 20
    Antwort von tischbein tischbein

    Wow, was für eine Frage! Schön das Du da bist :-)).

    Ich bin für meine Kinder verantwortlich, solange wie sie Kinder sind. Irgendwann wird sich dies jedoch ändern, denn dann habe ich keinen wirklichen Einfluss mehr auf ihr handeln und tun.

    Erwachsene, oder besser volljährige Menschen sind alle für sich selber verantwortlich = vor dem Gesetz. Das Gefühl jedoch sagt den Eltern etwas anderes.

    Nun zu Partnerschaften. In einer Partnerschaft ist meiner Meinung auch jeder für sich selber verantwortlich.

    Ich trage die Verantwortung wenn ich untreu bin, wenn ich meinen Partner in schwierigen Situationen nicht zur Seite stehe. Dies kann mir mein Partner nicht abnehmen, und ich ihm nicht.

    Manchmal jedoch haben Partner das Gefühl verantwortlich zu sein. Würde mein Partner so denken, es würde mich erdrücken. Es würde mir das Gefühl einer Entmündigung geben. Meine Freiheit würde mir genommen.

    Und ich liebe meine freien Entscheidungen, natürlich in einem Rahmen, der den anderen nicht verletzt und uns wirtschaftlich keinen Schaden zufügt.

    Nächste Variante. Vor ein paar Tagen kam hier eine Frage von einer Jugendlichen, die sich mit regelmäßigem Alkoholkonsum ihrer Mutter beschäftigt. Kinder neigen dazu, wenn ein Elternteil - besonders die Mutter betreffend - einer Sucht verfallen ist, die Schuld bei sich zu suchen und die Verantwortung zu übernehmen. Leider ist der betreffende Elternteil nicht in Lage, aufgrund der krankhaften Sucht, das Leid des Kindes zu erkennen.

    Daraus könnte der Schluss gezogen werden, dass Verantwortung für einen erwachsenen Menschen übernehmen, nicht gesund für den Verantwortlichen sein kann. Dieser leidet dann sehr, weil der "beschützte Mensch" sich darüber nicht im klaren ist, und munter mit seinem was auch immer weitermacht.

    • Eine absolute Verschmelzung in einer Partnerschaft würde ich ablehnen. -

      Ich bin ich, und Du bist Du!

    Kommentar von Lilly2643 Lilly2643Lilly2643

    Die Verantwortung für einen Alkoholsüchtigen zu übernehmen ist wohl für beide nicht gut.

    Wenn ein alkoholkranker Mensch "beschützt" wird, wird er wohl nie von seiner Sucht überzeugt sein und sich auch nicht helfen lassen.

    Da sollte man wohl besser keine Verantwortung für den Partner übernehmen zuseinem eigenen Besseren.

  • 18
    RatgeberHelden Antwort von Albrecht Albrecht

    Ich halte die Aussage als eine allgemeine, nicht eingeschänkte oder auf einen bestimmten Zusammenhang oder Bereich begrenzte Aussage für zu weitgehend.

    Sich mit jemandem/etwas vertraut gemacht zu haben bedeutet, jemand/etwas gut kennengelernt zu haben/eine gute Bekanntheit/Kenntnis herbeigeführt zu haben/ein inniges Verhältnis geschaffen zu haben/eine enge Freundschaft erreicht zu haben. Das Wort „Vertrauen“ steckt in dem Ausdruck. Wer vertraut, hat die Überzeugung, sich auf etwas/jemanden verlassen zu können. Der Vorgang des Sich-Vertraut-Machens ist eine Hinwendung und Annäherung und kann das Entwickeln von Zuneigung darstellen.

    Verantwortlich sein heißt Verantwortung tragen. In dem Wort steckt, auf eine Frage zu antworten. Dabei tritt die Anforderung auf, Rechenschaft geben (Gesichtspunkt der Rechtfertigung) und damit bestehen zu können (rechtlich oder nach einem ethischen Maßstab).

    Verantwortung ist ein Relationsbegriff (Beziehungsbegriff). In dem Begriff liegen Verweisungen:

    a) jemand ist verantwortlich (Subjekt, Träger der Verantwortung)

    b) für etwas (Objekt) besteht Verantwortung, nämlich für die eigenen Handlungen (sowohl Tun als auch Unterlassen, soweit auf einer Entscheidung beruhend), in Bezug auf Personen wie auch auf Sachen

    c) gegenüber etwas (einer Instanz) besteht Verantwortung

    Bei Verantwortung geht es um eine Zurechnung. Verantwortung kann ich nur für etwas übernehmen, das mir zurechenbar ist. Verantwortung setzt im Grunde Willensfreiheit voraus.

    Verantwortlichkeit besteht nur für etwas, das Personen beeinflussen können, nicht für etwas, das nicht in ihrer Verfügungsmacht steht. Inwieweit jemand verantwortlich ist, hängt auch von den Fähigkeiten ab.

    Etwas, mit dem sich jemand vertraut gemacht hat, ist nicht unbedingt etwas, bei dem eine Beeinflussungsmöglichkeit vorhanden ist (mit Gesetzmäßigkeiten von Naturkräften, logischen Gesetzen oder geschichtlichen Ereignissen vor der eigenen Lebenszeit können Menschen sich z. B. mehr oder weniger gut bekannt machen, aber sie nicht abändern).

    Die weitere Anforderung, zeitlebens Verantwortung zu tragen, kann auch nicht uneingeschränkt gelten. Zutreffend kann eine Verantwortlichkeit nur sein, insoweit das eigene Handeln Auswirkungen hat und dies etwas betrifft, bei dem es gut und schlecht, etwas das sein soll, und etwas, das nicht sein soll, gibt. Manche Aufgaben werden nur für bestimmte Zeit übernommen, Verträge und Zuständigkeiten können befristet sein. Beispielsweise ist ein Amtsinhaber für die eigene Führung der Amtsgeschäfte (mit denen er sich – hoffentlich – vertraut gemacht hat) verantwortlich, nicht für die Führung der Amtsgeschäfte durch einen Nachfolger (außer wie auch andere Personen unter bestimmten Umständen für ein Geschehenlassen).

    Wenn ein Bezug auf die eigene Innnenwelt hergestellt wird, können in ihr auch Veränderungen geschehen. Bei dem, was nicht bleibt, kann nur für die Vergangenheit und Auswirkungen in ihr liegender Handlungen Verantwortlichkeit bestehen. Denken kann zu Handlungen in einem weiten Sinn gezählt werden und für sich aus dem eigenen Denken ergebende Einstellungen und Gefühle kann Verantwortlichkeit geltend gemacht weden, insofern sie gegenwärtig gehegt werden.

    Bei Beziehungen/Freundschaften sind Aufmerksamkeit, Pflege, Behutsamkeit wünschenswert, sowohl für ein gutes und angenehmes Miteinander als auch für ein dauerhaftes Bestehen. Bei der Verwendung des Zitats kann möglicherweise eine Stellungnahme gegen die Mentalität einer „Wegwerfgesellschaft“ vorliegen, bei der ein Mangel an Liebe und fehlende Achtung vor Werten auch persönliche Beziehungen beeinträchtigen.

    Allerdings können gerechtfertigte Gründe, Nahverhältnisse zu beenden, nicht absolut ausgeschlossen werden.

    Die zur Frage gestellte Übernahme von Verantwortung für andere Menschen scheint mir auf einen anderen Begriff hinauszulaufen, den einer Pflicht zur totalen Sorge für das Dasein/das Wohlergehen von anderen, obwohl diese mündig sind. Verantwortung ist dabei in die Zukunft gewendet.

    Ich stimme dem Standpunkt zu, nach dem Menschen im Kern für sich und ihr Leben verantwortlich sind. Personen sind Subjekte mit einem eigenen Willen und Fähigkeiten. Gegenseitige Fürsorge, Unterstützung, Ratschläge und Anregungen sind möglich, aber die Sorge um sich selbst ist eine eigene Aufgabe. Das Ich ist in einer Person auf eine Weise, wie sie anderen Menschen nicht erreichbar ist.

    Es kann eine Fürsorgeverantwortung (in einem unterschiedlich großen Ausmaß) geben, wenn andere auf einen angewiesen sind, weil sie nicht ohne eine solche Fürsorge auskommen. Bei erwachsenen Menschen ist dies ein Ausnahmefall (wenn körperliche oder geistige Fähigkeiten für eine eigenständige Gestaltung des Lebens nicht ausreichen).

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Lieber Albrecht, das ist ausführlich, fundiert, geistreicht und hilfreich.

    Und dafür danke ich dir sehr.

  • 16
    Antwort von Marion2 Marion2

    hmhmhm....

    Wirklich eine schwierige Frage, die Du hier stellst.

    Und ich muss gestehen, dass es mir sichtlich schwer fällt, hierauf eine "passende" Antwort zu geben.


    Ich denke, wenn man eine Partnerschaft eingeht (hab ich doch richtig verstanden?), übernimmt man zumindest einen Teil an Verantwortung gegenüber dem/der Anderen.

    Doch auch diese Verantwortung hat Grenzen finde ich.Wenn eine Partnerschaft sich auseinaderentwickelt, muss man anfangen, Verantwortung für sich selber zu übernehmen.

    Das soll nicht heissen, dass der Partner dann einfach auf dem Abstellgleis landet.Man muss versuchen, Kompromisse zu schließen.Wenn aber dies ein aussichtsloses Unterfangen ist, muss man seine Konsequenz daraus ziehen.

    So sehe ich das.

    Kommentar von Lilly2643 Lilly2643Lilly2643

    Deine Antwort gefällt mir, Marion.

    Kommentar von Marion2 Marion2Marion2

    Danke Dir meine Liebe.

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Ich glaube, dass der entscheidende Unterschied darin liegt, ob du für eine Partnerschaft verantwortlich bist (Das schließt auch den Partner selbst teilweise mit ein.) oder für den Partner in seiner Gesamtheit seiner Empfindungen.

    Ganz am Ende zählt in der Partnerschaft auch die Eigenverantwortung eines jeden Menschen.

    Ich habe das lange Zeit anders gesehen und bin erst jetzt zu der Erkenntnis gelangt, dass kein Mensch die Verantwortung für einen anderen übernehmen kann, dass man am Ende immer selbst verantwortlich ist.

    Und diese Erkenntnis würde einer Partnerschaft auch nicht schaden.

    Und noch etwas: Ich würde mich freuen, dich öfter zu sehen, auch wenn ich selbst mich nicht nur wegen der Krankheit etwas zurückgezogen habe...

  • 16
    Antwort von diewildeHilde diewildeHilde

    Eine gewisse Verantwortung trägt man immer in einer Partnerschaft. Sei es die Verantwortung, daß es dem anderen gut geht, daß man ihm keinen Schaden zufügt, bzw. Schaden von ihm fern hält.

    Der alleinverdienende Familienvater trägt die Verantwortung, daß alle ein Dach über dem Kopf haben und versorgt sind, die nicht berufstätige Mutter trägt die Verantwortung, daß alles andere "rund" läuft.

    Jedoch teilt man sich auf die Art auch die Verantwortung für die Familie.

    Für andere Taten, für sein eigenes Handeln jedoch ist jeder selbst verantwortlich.

    In dem Moment, wo man jemanden mag oder auch liebt, hat man gleichzeitig die Verantwortung für das Wohlergehen, sei es in Partnerschaften oder in Freundschaften. Dies muß nicht immer damit einhergehen, daß es einem selbst gut geht.

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Liebe howina, mir gefällt, dass viele, so auch du, Überlegungen zu diesem Zitat anstellen, die ich gar nicht im Blick hatte.

    Vielen lieben Dank dafür.

    Kommentar von diewildeHilde diewildeHildediewildeHilde

    Dann hab ich möglicherweise die Frage nicht verstanden. Sorry.

    Kommentar von Marion2 Marion2Marion2

    Ich denke, da gibt es kein "nicht verstanden".Du hast sie eben "anders" verstanden.

  • 15
    Antwort von auchmama auchmama

    Kompliment, wieder mal eine sehr schön formulierte Frage von Dir und das auch noch zu meinem Lieblingsbuch...;-)

    Sicher ist jeder letzten Endes für sich selbst verantwortlich.

    In jedem Fall kommt es aber drauf an, wie ehrlich, authentisch und vertrauensvoll das Gegenüber mit der jeweiligen Beziehung umgeht.

    Hier trägt man doch ein Stück weit Verantwortung für den Anderen....davon kann sich keiner befreien.

    Simples Beispiel: Ein Passant fragt Dich nach dem Weg:

    1. Du gibst den korrekten Weg vor, weil Du Dich auskennst und grad in Helferstimmung bist.

    2. Du nennst ihm einen falschen Weg, weil Dich grad der Hafer sticht o.ä..

    Dieser Mensch hat Dir in dem Moment vertraut und Du übernimmst indirekt Verantwortung für Deine Aussagen. Klar kannst Du hinterher sagen: "Warum hat der mich gefragt, er hätte sich doch auch selber den richtigen Weg suchen können?"

    Beziehung sind im menschlichen Leben so vielfältig, wie es Blumen auf unserem Planeten gibt. Darum sollte man jede Blume pflegen, als wenn es die letzte ist, die noch Kraft zum blühen hat. Auch das nenne ich Verantwortung zu übernehmen!

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    So ist es. Bist du ehrlich, authentisch und vertrauensvoll, ist dies sicher ein Maßstab im Umgang mit deinen Mitmenschen.

    Danke für deine Antwort.

  • 14
    Antwort von SharonK SharonK

    Ich denke es handelt sich dabei mehr um eine ethische Verantwortung als eine körperliche. Ich vertrete die Meinung, dass sich jeder selbst der Nächste ist, nicht aus Egoismus, sondern weil Du anderen Menschen dann am Besten helfen kannst, wenn Du mit dir selbst im Reinen bist.

    Anders zB bei Haustieren, die wir uns "vertraut machen" also zähmen. Denn die können meist nicht ohne uns, im pshysischen Sinne ;)

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Gut, dass du den Begriff "zähmen" hier erwähnst, denn im gleichen Kapitel ist auch dieser Bestandteil der deutschen Übersetzung des Buches.

    Ich sehe das allerdings auch ein wenig losgelöst vom Buch, da das Zitat bekanntlich für Hochzeitsglückwünsche und -anzeigen angeboten und verwendet wird.

    Ich danke dir für deine Antwort.

    Kommentar von SharonK SharonKSharonK

    Ich bin froh, wenn ich dir weiterhelfen konnte :)

  • 13
    Antwort von Sally2809 Sally2809

    Ich liebe dieses Buch und habe diese Stelle eher so verstanden, das man nicht mit Gefühlen Anderer spielt. Wenn man sich jemanden "vertraut" macht, weckt man Hoffnungen, das passiert eben und ist auch nicht schlimm. Wie es weitergeht, ist völlig offen. Wer sich aber jemanden vertraut macht und Hoffnungen in ihm weckt, mit der Absicht ihn wieder zu verlassen, der handelt egoistisch. Meine Interpretation.

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Ich danke dir für deine Interpretation.

    Kommentar von Lilly2643 Lilly2643Lilly2643

    Deine Interpretation gefällt mir.

  • 12
    Antwort von AllesKnower AllesKnower

    Im Grunde weder rechtlich noch ethisch / moralisch aber hilft einem diese Erkenntnis ? Nein !

    Auch in einer Beziehung bleibt der Mensch ein Individuum trotzdessen überträgt er Teile seines Lebens und umgekehrt auf den Partner !

    Dieser dadurch entstehenden Verantwortung muss man sich bewusst sein und man kann sie auch schlecht abstreifen, wer dies in Gänze kann, der ist beziehungsunfähig über die Beziehung hinaus und das ist der entscheidende Punkt, hält diese Verantwortung aber in der Regel nicht mehr an.

    Diese Wechselseitigkeit bringt aber, so fair muss man doch sein, nicht nur Nach- sondern auch Vorteile also eine Entlastung im täglichen Leben mit sich !

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Wenn damit die Verantwortung für die gemeinsame Partnerschaft gemeint ist, bin ich vollkommen bei dir.

    Danke sehr.

  • 12
    Antwort von Angel84 Angel84

    „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ Antoine de Saint-Exupery (Der kleine Prinz)

    Dieser Satz hat schon seine Richtigkeit. Es kommt nur auf die Interpretation an ;-)

    Wenn ich davon ausgehe, dass dieser Satz nichts mit Äußeren Dingen, anderen Menschen zu tun hat, sondern dass er von Inneren Aspekten spricht, von DEINEN inneren Aspekten, dann hast du die Antwort.

    In meinen Worten würde er in etwa lauten:

    Alles das du dir zu Eigen machst, alles das du dein Wissen/Glauben (bewusst und unbewusst) nennst, dafür bist du auch selbst verantwortlich. Denn es wird immer so sein, wie DU glaubst, dass es ist.

    Eine Beziehung gleich welcher Art benötigt Aufmerksamkeit, Pflege, Behutsamkeit, Vertrauen und Verantwortung. Das ist unbestritten.

    Da stimme ich dir zu. Nur darfst du dies zuallererst für die Beziehung zu dir selbst anwenden!

    Doch übernehme ich für einen anderen erwachsenen Menschen die Verantwortung?

    Nein!

    Ist nicht jeder, egal in welchen Beziehungen, am Ende für sich selbst verantwortlich?

    Ja!

    Ist es für Beziehungen und Freundschaften nicht gerade wichtig, dass man im Kern für sich und sein Leben verantwortlich ist?

    Und nur so ist wahre Beziehung und echte Freundschaft möglich!

    Wenn nicht du die Verantwortung für dein Wohlergehen, für deine Bedürfnisse übernimmst, wer dann?! Willst du dies anderen aufbürden?

    Willst du den anderen klein und schwach sehen, indem du ihm die Verantwortung für sein Leben abnimmst? Traust du es dem anderen nicht zu, dass er sein Leben selbst meistert?

    Hast du es schon mal aus dieser Warte betrachtet?

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Ich betrachte es gerade genau aus dieser Warte, doch bisher habe ich das vielleicht etwas zu oberflächlich gesehen.

    Und ich fürchte, damit bin ich nicht allein.

    Vielen lieben Dank für deine Antwort.

    Kommentar von Angel84 Angel84Angel84

    @ teddy: Gern geschehen…

    Ich muss gestehen, dass es doch schon einige Jahre her ist, seit ich „Den kleinen Prinzen“ das letzte Mal las… und deswegen habe ich mir im Netz nun extra die Stelle gesucht.

    Meine Güte, ich wusste schon gar nicht mehr, wie unendlich tiefgründig dieses Buch ist…!

    Umso erstaunter bin ich, dass ich meine Interpretation nur noch mal bestätigen kann.

    Tatsächlich erzählt uns die Geschichte, wie wichtig es ist, sich in all dem, das wir sehen und wahrnehmen, selbst zu erkennen, es zu „zähmen“ und es uns so zu Eigen zu machen.

    Nur wenn ich erkenne, dass ICH auch die Rose BIN, der Fuchs, usw. wenn ich die Welt um mich herum mit dem Herzen betrachte und nicht mit dem Verstand (der mir sagt: das bin ich und das bin ich nicht), sie mir „einverleibe“, „erliebe“, sind die Dinge nicht mehr „leer“ (»Ihr seid schön, aber ihr sein leer«, sagte er noch. »Man kann für euch nicht sterben…)

    Ich bin verantwortlich für das, was ich mir nach Außen stelle, das was ich nach außen projiziere, weil ich es bis(hier)her noch nicht mein Eigen nenne (noch nicht gezähmt habe)…

  • 12
    Antwort von Weltenwandlerin Weltenwandlerin

    nein, man ist nicht für den Menschen dann verantwortlich, denn jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich.... ich kann mich an diesen Passus erinnern aus dem Buch. Gings da nicht um die Zähmung eines Tieres (Fuchses) durch einen menschen? Das würde bedeuten: jeder ist für das Lebewesen verantwortlich, welches man sich vertraut macht. Das würde heißen: Wenn ich mir einen Hund zu lege, diesen an mich gewöhne, bin ich auch für ihn verantwortlich!!

    Zu dieser Aussage in Bezug auf Menschen würde ich die Verantwortung nicht auf diesen anderen Menschen bezogen sehen, sondern vielmehr als Verantwortung, die Beziehung als solches zu pflegen, aufrechtzuerhalten....

    Kommentar von Weltenwandlerin WeltenwandlerinWeltenwandlerin
    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Wenn wir über Tiere und Kinder reden, bist du natürlich verantwortlich. Und du hast Recht, es geht um den Fuchs, doch meine Frage zielte bewusst auf erwachsene Menschen und die Tatsache, dass dieses Zitat oft bei Liebesbekundungen oder Hochzeiten benutzt wird.

    Es geht also in der Frage vor allen Dingen um den dem konkreten Text enthobenen Sinn, und dort eben der Anwendung und dem Verständnis.

    Danke dir.

    Kommentar von Weltenwandlerin WeltenwandlerinWeltenwandlerin

    teddybaer, zum obigen "zähmen": hier meinte Antoine de Saint-Exupéry sicherlich nicht die zähmung im üblichen Sinne, er schrieb ja dann auch: sich etwas vertraut machen..... Ich rücke auch von meiner obigen Aussage etwas ab, denn Tiere waren wohl nicht DAS, was der Autor vorwiegend meinte. Es ging einfach darum, dass man eine gewisse Verantwortung für das hat, was man an sich gewöhnt.. eine Verantwortung für etwas, was man in gewisser Weise an sich bindet.

    Wenn ich einen Menschen bei mir aufnehme, für ihn sorge (ein Kind beispielsweise), ihn in gewisser Weise auf mich fixiere, dann habe ich auch eine Verantwortung dafür. Mit Verantwortung meine ich nicht, dass ich für sein Handeln, sein Leben als solches verantwortlich wäre. Vielmehr sehe ich die Verantwortung darin, ihm Hilfestellung zu geben. Damit er irgendwann die Verantwortung für sich selbst tragen kann....

    Im buch gehts ja auch um die besagte Rose... er ging zu den anderen Rosen, die einfach nur so wuchsen und sagte ihnen, dass sie wertlos wären (für ihn zumindest!), denn sie würden mit SEINER Rose, für die er gesorgt habe, die er geschützt habe usw. nichts zu tun haben. sich jemanden vertraut machen, heißt in meinen Augen: ich nehme mich um dich an.... Doch was der Autor vergessen hat, meiner Meinung nach, ist die Verantwortung des ANGENOMMENEN.. auch dieser Mensch steht in einer Verantwortung....

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Nochmals danke für deine wertvolle Ergänzung.

    Der Zusammenhang im Buch ist mir natürlich bekannt. Und mit der Rose ist sicher nicht nur konkret die Pflanze gemeint, denn daher rühren ja die Weisheiten des Fuchses, der eben dieses Zitat und das berühmte "Man sieht nur mit dem Herzen gut..." an den kleinen Prinzen weitergibt.

    Du darfst aber versichert sein, dass der Begriff der Verantwortung hier weit über den Text hinaus teilweise anders verstanden und in vielfältiger Weise ausgelegt wird.

  • 11
    Antwort von powerfraqu6464 powerfraqu6464

    Gerade in manchen Beziehungen wird es immer einen geben, der gern alle Verantwortung übernimmt. Sei es aus Gründen doch mangelnden Vetrauens (in Punkt Geld z. Bsp.)oder ganz banal beim Saubermachen (nur ich alleine weiß, dass ich es gründlich mache...) Ich persönlich finde es nicht so schlimm Verantwortung zu übernehmen auch für den Partner. Sicherlich ein Fehler, man muß auch abgeben können-aber will ich das...? In manchen Beziehungen ahnt man, dass wenn ein Partner vor dem anderen geht und es auch noch der mit der Verantwortung war, dass dann der andere Hilfe braucht und wieder von einem selbst Erwachsenen, der es gewohnt war Verantwortung zu tragen. So mogeln sich manche durchs leben und leben ganz praktisch. Andere wiederum bürden sich Lasten auf und hier im sprichwörtlichem Sinne: Selbst auferlegte Lasten.

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    So habe ich das noch nicht gesehen im Zusammenhang mit dem Zitat.

    Ich danke dir für deine Ansicht.

  • 10
    Antwort von sbreathless sbreathless

    Verantwortung ist unteilbar!!!
    Dies trifft in allen Lebenslagen zu. Für das eigene Handeln kann man andere nicht zur Verantwortung ziehen.
    .
    Diese Aussage trifft jedoch nur auf Handlungen zu.
    .
    Und insofern gilt dieser Ausspruch wieder. Du kannst andere Menschen nicht für andere Dinge verantwortlich machen.
    Das, was Du Dir vertraut gemacht hast, hast Du ganz allein getan. Damit bist Du in letzter Konsequenz auch dafür verantwortlich.


    Es gibt jedoch eine Einschränkung:
    Man kann sich für andere Menschen als verantwortlich erklären.
    Dies tut man in der Regel für einen Partner und/ oder für die Familie!
    Hier gibt es zusätzlich eine rechtliche und eine moralische Verantwortung gegenüber den Menschen, die Dir etwas bedeuten!

  • 10
    Antwort von Eratya Eratya

    Grundsätzlich gilt doch, dass man sich da schon seines eigen Schmiedes ist. So sollte man auch zu seinem Tun stehen.

    Allerdings.

    Ich weiß aus eigenen Veränderungen des Lebens, dass man sich auch stark ändern kann und durch das Erfahren den Vertand in eine andere Richtung lenken kann. Da aber ist nicht alles, was man als Meilenstein gesetzt hat so, als dass man stolz darauf sein muss.

    Fehler sind da, um gemacht zu werden^^

    Und... Verantwortung übernimmst Du nur für die Hilflosen, so Du sie lenkst - sie selbst dies nicht vermögen.

    Andere... Erwachsene... nein... die lenken sich selbst.

    Sei gegrüßt^^

  • 9
    Antwort von rosehip rosehip

    In Beziehungen zu Erwachsenen, also nicht von uns abhängigen Wesen, kann man auch in soweit Verantwortung übernehmen, daß man in bestimmten Situationen KEINE Verantwortung übernimmt - auch dies ist Verantwortungsbewußtsein!

    Denn Verantwortung für einen Menschen zu übernehmen "macht" auch etwas mit ihm. Manchmal schränkt meine Übernahme von Verantwortung jemanden ein, manchmal verhindert sie seine Weiter-Entwicklung oder lässt ihn den "Kontakt" zu seinen Handlungen, zu sich selbst verlieren, weil ich vorweg handelnd dazwischenstehe...

    Verantwortung hat viele Seiten. Es ist nie gleich, was ich sage oder wie ich handle, immer bewirkt es etwas....und ganz besonders, wenn ich gegenüber einem Menschen handle, der mir nahe steht und dem ich nahe stehe. Meine Verantwortung besteht immer.

    Man darf es nicht so wörtlich nehmen, nicht für den Menschen direkt sind wir verantwortlich in dem Sinne, daß wir sehen müssen, was er tut öder lässt oder wie es ihm geht. Aber für die Rolle, die wir in der Beziehung zu ihm spielen - und unseren Anteil an dem, was ihn beeinflusst, da wir ihm nahe sind, mit ihm vertraut sind - dafür sind wir verantwortlich.

    Dies gilt genauso für Gedanken, Einstellungen, Dinge, Situationen, die wir lieben, die uns etwas bedeuten. Wenn wir etwas in unser Herz gelassen haben, ist ein Kontakt - und somit ein Einfluss - da. Wir beeinflussen die Sache, und die Sache beeinflusst uns. Hier fängt eine Verantwortung an, der wir uns nicht entziehen können. Diese Prozesse können nicht rückgängig gemacht werden, denn jedes "Lieben", jedes "Berührt-Werden" (im übertragenen Sinn) verändert uns bleibend - und auch wir verändern es. Oder ihn. Oder sie. Und so entsteht auf eine besondere Art eine "ewige" Verbindung, die unabhängig davon bleibt, ob man sich eines Tages trennt oder nicht - Es spielt keine Rolle.

    Kommentar von Angel84 Angel84Angel84

    Tolle Antwort!

    Denn Verantwortung für einen Menschen zu übernehmen "macht" auch etwas mit ihm. Manchmal schränkt meine Übernahme von Verantwortung jemanden ein, manchmal verhindert sie seine Weiter-Entwicklung oder lässt ihn den "Kontakt" zu seinen Handlungen, zu sich selbst verlieren, weil ich vorweg handelnd dazwischenstehe...

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Ja, eine wirklich schöne Antwort. Vielen herzlichen Dank.

  • 9
    Antwort von jimmini jimmini

    Zeitlebens versteh ich nun nicht ganz. Sicher bin ich für das Leben meiner Ex-Freunde nun nicht verantwortlich. Es sei, jemand von ihnen hätte noch mein Kind bei sich zu versorgen, dann wäre auch das wieder eine andere Sache..Bei bestehender Partnerschaft eindeutig ja. So lässt man doch den Partner nicht ins offene Messer laufen, wenn man sieht dass er grad dabei ist eine Fehlentscheidung zu treffen. Ganz klar denkt man mit und handelt so dass es dem anderen doch so gut wie möglich geht. So trägt man sicher Mitverantwortung. So käme ich bei einer etwas komplexeren Aufgabe nie auf die Idee zu sagen: "selbst schuld, das ist Deine Sache" schaut man doch den anderen zu unterstützen.

  • 9
    Antwort von Panikgirl Panikgirl

    Man kann nicht komplett die Verantwortung für jemand anders übernehmen. Selbst wenn Du Kinder hast - lässt Du sie irgendwann los und sie sind im Prinzip selbst auf sich gestellt und Du kannst höchstens mal helfen oder Rat geben usw. IRgendwann ist man ja nicht mehr da und dann sind sie auch auf sich gestellt und es ist auch total verkehrt, wenn man sowas macht, weil die Menschen dann hinterher ganz hilflos sind. Ist doch z. B. so, wenn eine junge Ehe geschlossen wird und z. B. der Mann das Regiment übernimmt - nur mal ein blödes Beispiel - gabs ja sicher schon häufig und die Frau hat 25 Jahre lang nie was mit Finanzen und weiss der Geier am Hut. Sämtliche Verantwortung und schwierige Sachen löst der Mann. Sie ist "nur" Hausfrau und Mutter. Dann nimmt er sich ne andere oder stirbt und sie ist das erste Mal alleine. Ganz fatal denke ich mal. Sie wäre komplett erst mal hilflos und müsste sich total umstellen und jetzt erst beginnen, selbständig zu werden.

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Danke für deine sehr praxisbezogene Ansicht.

  • 6
    Antwort von roneu roneu

    Grundsätzlich ist schon jeder für sein Leben verantwortlich. Aber in einer Gemeinschaft können sich Situationen ergeben, wo einer die Verantwortung für den anderen übernehmen muss. Z.B. bei Krankheit, schwerer Verletzung durch Unfall u.ä.

    Für mich ist es oft nicht nachzuvollziehen, dass Menschen ihren Partner verlassen, wenn dieser plötzlich durch ein körperliches Gebrechen eine Veränderung erfahren hat.

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Klare Antwort, tolle Ansicht. Danke.

  • 5
    Antwort von samtsack samtsack

    bist verantwortlich - für alles, nicht nur leut', was du dir vertraut gemacht hast. blume und hund, freund, kind . soll heissen--- was du an dich gebunden hast, dafür musst du IMMA da sein. IMMA, verstehst? wozu gibts denn sonst auch lebensversicherungen? weil du verantwortlich bist für alle die.

  • 5
    Antwort von ursula39 ursula39

    Sich etwas vertraut machen heißt doch, sich Dingen annähern, sie kennen lernen, sie akzeptieren , um sie dann langsam in seine Gewohnheiten und Wertevorstellungen einzuordnen?

    Sich einen Menschen vertraut machen meint doch, ihn kennenlernen, seine Ansichten verstehen lernen, seine Vorstellungen von Moral, Lebensgestaltung zu tolerieren, und seine Fehler fair zu hinterfragen, und gegebenenfalls an deren Ausmerzung mitzuhelfen?

    Bei Hilfsbedürftigkeit einer vertrauten Person, sei es die eines Kindes oder eines Erwachsenen, gebietet es Freundschaft oder pure Menschlichkeit, Verantwortung für deren Wohlbefinden zu übernehmen !

    Diese Verantwortung sollte allerdings nur in soweit verbindlich sein, dass die eigenen Kräfte nicht ungebührlich überfordert werden ...

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Danke dir, Ursula.

  • 5
    Antwort von rockabillytante rockabillytante

    als erstes möchte ich sagen das dieses buch mein absolutes lieblingsbuch ist. hab es auf deutsch und englisch gelesen :-)

    und doch hat er recht mit seiner aussage!

    sicher hast du nicht die volle verantwortung für einen menschen nur weil er dir vertraut! dennoch gerade auch bei tieren welche man gezähmt hat.. geradedas hat man grosse verantwortung.. denn für sie bist du dann vertrauensperson und somit eben auch verantwortlich ...

    leider vergessen das die "grossen" viel zu oft .

    liebe grüsse..

    ps: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Die Frage wird nicht verhindern, dass auch ich dieses Buch liebe und immer wieder lese.

    Gerade habe ich die neue Übersetzung gekauft und lasse es mir hin und wieder von Jan Josef Liefers in der dritten mir bekannten Hörbuchfassung vorlesen.

    Wenn du die Aussage mit dem Herzen siehst, fühlst du sicher das richtige, ohne es hinterfragen zu müssen. Löst man das Zitat ein wenig aus dem Kontext, und das tun manche Verwender, verleitet es zu den von mir in der Frage formulierten Gedanken.

    Ich danke dir ganz herzlich.

    Kommentar von rockabillytante rockabillytanterockabillytante

    aber genau das ist es ... du hast diese aussage als "grosser" gelesen und somit kamen auf einmal fragen die sich ein kind nie stellen würde! bleib einfach noch ein wenig kind... dann ist es selbsverständlich für dich für das von dir gezähmte lebenwesen verantwortung zu übernehmen!

    der film zum buch ist übrigens auch klasse :-)

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Das möchte ich gern so stehen lassen: Ich bleibe ein wenig Kind.

    Danke noch einmal.

  • 5
    Antwort von lipstik lipstik

    du kannst verantwortung für einen anderen menschen übernehmen, aber nicht die verantwortung für dessen taten....

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Welche Verantwortung übernehme ich denn dann? Das verstehe ich nicht.

    Kommentar von Lilly2643 Lilly2643Lilly2643

    Du kannst für und dich um jemanden sorgen. Aber wenn der dann irgendetwas tut, kannst du nicht unbedingt etwas dafür.

    Du sorgst für deine Kinder. Wenn die aber z.B. etwas stehlen oder ihr Studium schmeißen kannst du nicht dafür.

    Kommentar von lipstik lipstiklipstik

    danke, besser hätte ich es nicht ausdrücken können. genauso hab ich es gemeint.

  • 4
    Antwort von quopiam quopiam

    Du bist nicht für den Menschen verantwortlich, sondern für die Beziehung. Genau das hat auch Saint-Exupery gemeint. Gruß, q.

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Was jemand meint und was jemand versteht kann ein sehr großer Unterschied sein.

    Ginge es ausschließlich um die Pflege einer Beziehung, da hast du Recht, erübrigte sich die Frage. Aber wäre dann nicht "ihr" das bessere Personalpronomen gewesen?

    Danke dir.

  • 4
    Antwort von asyali asyali

    Hilf Dir selbst, dann hilfst Du anderen

  • 3
    Antwort von andisazi andisazi

    Lieber teddybaeruj, schade, daß mir deine Frage erst jetzt auffällt, aber besser spät als nie.

    Ich habe das Gefühl, daß mit dem Sich-Vertraut-Machen des Gegenübers ein Formen einhergeht; das Herausarbeiten korrespondierender Ecken und Kanten, über die man sich wortlos verständigen kann und die Mißverständnisse unwahrscheinlicher werden lassen. So wie im vertrauten Gespräch Standpunkte weicher werden und Begriffe sich dehnen lassen, geht das Sich- Vertraut -Machen mit einer Öffnung und allmählichem Umbilden des Charakters bzw. des Wesens des Gegenübers einher.

    Nun bist du sowenig allein in der Welt wie dein Gegenüber (ich lasse mal absichtlich offen, ob es um Pflanze, Tier, Kind, Partner oder jemand anderes ist). Wenn dein Gegenüber offener und sensibler wird, wird er der Welt gegenüber auch verletzlicher. Wenn du seine Wünsche und Gefühle erahnen kannst, wirst du das auch können, wenn dein Gegenüber sie vielleicht lieber verbergen würde. Wenn du also jemanden "zähmst", ihn dir vertraut machst, nimmst du ihn ein wenig aus der Welt heraus und näher zu dir.

    Ich glaube, hier beginnt die gemeinte lebenslange Verantwortung: daß, wenn dein Gegenüber in die Welt zurücksinkt, diese sich nicht zu sehr weiterbewegt hat; daß du nach all dem Formen nicht plötzlich seine einzige Brücke zum Verständnis der Welt bist; daß du vielleicht eher mit den Stacheln lebst, als einen kleinen Igel völlig wehrlos zu machen.

    Mir kommen an dieser Stelle bestimmte Hunde- und Katzenzüchtungen in den Sinn, die das Tier ohne menschliche Hilfe zu einem elenden Leben und langsamen Sterben verurteilen. Und ich friere bei dem Gedanken, wie die Wünsche eines Menschen aufgebaut sein müssen, der sich als vertrauten Gegenüber ein quasi hilfloses und weltunfähiges Geschöpf wünscht.

    Im besten Falle stärken wir uns aneinander, verstehen uns besser und können selbstständiger in der Welt sein. Aber gerade darum verwehrt mir das Gefühl der Verantwortung für den Erfolg meiner Zähmung nicht selten genau diese. Beispiel: Klar wäre es mir am liebsten, wenn meine Kids machen, was ich sage. Und sicher wäre es für mich bequemer und angenehmer, wen ich nicht jede Einschränkung erklären müsste und mich teilweise richtig verteidigen. Aber ich will, daß meine Kinder freihändig denken, keinen Fahnen nachlaufen und ihre Entscheidungen auch gegen die Hauptströmung treffen können. Ich kann, werde und will sie nicht beschützen müssen, wenn sie das etwas ungezähmter selbst können.

    Um zum Kern deiner Frage zurückzukehren: wenn ich mein vertrauensvolles Gegenüber zähme, bin ich für die Folgen dieses Umformungsprozesses verantwortlich und muß mir Gedanken machen, ob ich mein Gegenüber stärke oder schwäche in der Welt. Das ist jedenfalls meine persönliche Meinung...

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Ich lese jede Antwort auf meine Fragen, da kannst du sicher sein.

    Also, ganz lieben Dank und einen schönen Advent weiterhin.

  • 3
    Antwort von FrolleinSchulze FrolleinSchulze

    Verantwortung heisst auch Hege und Pflege, jede Beziehung muss gepflegt werden wie eine zarte Pflanze. Für Kinder bist Du verantwortlich. Für Deine Tiere und für jedes was Du Dir vertraut gemacht hast bist Du zeitlebens verantwortlich.

    Denk mal drüber nach. In dem wunderschönen Buch von Antoine de Saint-Exupery steht viel viel Wahres!

    Kommentar von teddybaeruj teddybaerujteddybaeruj

    Es ging in meiner Frage ausdrücklich nicht um Kinder, sondern ausschließlich um Erwachsene.

    Trotzdem vielen Dank für die Antwort.

  • 3
    Antwort von frettlein frettlein

    Erwachsene Menschen sind für sich selbst verantwortlich.

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