Ich will Dir Deine Frage durch meine eigene Erfahrung beantworten, die ich nun ganz frisch erlebt habe ...
Hallo zusammen!
Ich las viele sehr gute Statements hier und war selbst 3 Jahre spielsüchtig bei WoW. Ich wurde fett, hab meine Körperhygiene vernachlässigt und auch mein gesamtes soziales Umfeld total vernachlässigt. Ich dachte ehrlich schon an das Schlimmste!
Ich sah keinen Ausweg mehr, da raus zu kommen.
Der Grund warum ich schreibe ist, dass ich es nun innerhalb von 2 Tagen geschafft habe, alles zu beenden. Den Text hier schreibe ich sogar von einem fremden Rechner. Der Auslöser war eine alte Freundin, die ich eigentlich schon abgeschrieben hatte, doch sie war schon immer eine treue Seele und ein ehrlich guter Mensch. Sie klingelte vor 2 Tagen bei mir in der Früh, was mich tierisch nervte, da ich bis 03:45 gezockt hatte. Sie klingelte jedoch so lange, bis mein Bedürfnis nach Schlaf kleiner wurde, als der Drang danach, meine Klingel mit einer doppelseitigen Streitaxt zu zerschmettern. Ich ging wutentbrannt zur Tür und wollte schon losbrüllen, doch als ich Mel sah, freute ich mich doch so sehr, dass ich sie einfach umarmte. Sie sagte nur ganz direkt: “Du stinkst wie ein Barbar!”
Bevor ich dazu etwas sagen konnte schnappte sie mich an der Hand und zog mich in mein Zimmer auf das Sofa, dann zog sie den Rolladen hoch, griff in eine nervig knisternde Plastiktüte und holte ein Buch raus. Ich wollte gerade abwinken als sie sagte: “Du wirst das Buch jetzt lesen, jetzt und zwar ganz! Wenn du es nicht machst, wirst du mich nie wieder sehen und das ist mein Ernst.” Ich sah sie schlafdrunken an und erkannte an den leuchtend blauen Augen in ihrem vor Wut erröteten Gesicht, dass sie es so meinte, wie sie es sagte. Ich mag Mel, schon seit dem 1. Tag, als ich sie kennenlernte. Ich nahm also das Buch und fing an zu lesen. Zuerst war ich noch nicht richtig wach, doch Mel machte Kaffee und dann wurde es besser. Mir gefiel der lockere Schreibstil des Buches, in dem es um Spielsucht bei PC/Konsolen- und Onlinespiele ging. Der Autor gab darin zu, dass er selbst in ganz verschiedenen Genres bereits spielsüchtig war. Nach und nach fiel ich regelrecht in das Buch hinein. Ich merkte, dass der Mann weiß, worüber er schreibt, doch er wusste viel mehr als ich darüber. Wenn er mich an bestimmten Stellen mit meinem Vornamen angesprochen hätte, wäre ich nicht erstaunt gewesen. Mir wurden die Augen geöffnet und ich verstand plötzlich, warum ich eigentlich süchtig wurde und was noch besser war: ICH KONNTE ES NUN VOR MIR UND MEL OFFEN ZUGEBEN. Mel hatte inzwischen belegte Laugenstangen geholt und ich machte eine kurze Lesepause. Ich schlang das Essen regelrecht in mich rein, weil ich weiterlesen wollte, was ich dann auch tat. Mel hörte währendessen Musik mit meinem Kopfhörer, doch aus dem Augenwinkel blickte sie immer wieder streng zu mir rüber. Ich wurde durch das Lesen des Buches sehr wütend. Wütend auf mich selbst, auf die Spielehersteller und auf die gesamte Spieleindustrie. Doch der Autor holte mich schnell auf den Boden zurück, denn er sagte zu mir, dass es einen Ausweg gibt. Ich will es kurz machen. Ich habe alles in bezug auf WoW abgemeldet, vom Rechner gelöscht, zerstört und Kontakte zu den mir bekannten Spielern direkt mir kurzer Ansage abgebrochen. Das Buch hat wie eine Bombe bei mir eingeschlagen! Mel half mir noch meine Bude in Ordnung zu bringen, dann schickte sie mich unter die Dusche und ich fühlte mich wie ein anderer Mensch. Wir gingen ins Kino – Harry Potter – nach 3 Jahren der 1. Kinofilm!!! Früher ging ich regelmäßig ins Kino, auf Konzerte u. s. w. Ja, das werde ich wieder anfangen. Und einen Job werde ich mir wieder suchen. Ich schei.. zukünftig auf solche Spiele und werde wieder LEBEN! Richtig LEBEN! Es gibt den Weg da wieder raus zu kommen und Mel habe ich das zu verdanken.
An dieser Stelle: DANKE MEL, DU BIST DER BESTE MENSCH, DEN ICH KENNE!
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