Bin ich Paranoid, und wenn ja, warum?

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4 Antworten

Das grundlegende Problem, das viele verständlicherweise heute haben, ist mangelnde Information: Man kann eine Information nicht bewerten, weil einem Hintergrundwissen zum kritischen Bewerten fehlt, also glaubt man sie oder auch nicht. Und in der Tat gibt es ja inzwischen vieles, das man für Fantasie halten könnte (z.B. die Möglichkeit, dass unsere E-Mails mitgelesen oder Telefone abgehört werden).

Und aus diesem Grund muss man in der Tat mit einigen Einschränkungen leben, die man gerne nicht hätte, z.B. eben die Facebookpolitik. Jeder für sich muss nun entscheiden, wie weit er gehen will, und das anhand der Informationen, die er hat und der Art, wie er die Situation bewertet. Viele schreiben bspw. mit Klarnamen auf Facebook und posten auch private Bilder, die später jeder sehen kann. Ich lehne das für mich ab und verpasse also alles, was Bekannte auf Facebook schreiben würden oder mir mitteilen könnten. Du kannst für Dich nur eine Liste der Vor- und Nachteile erstellen und darauf basierend eine Entscheidung treffen. Wir leben in einer "verrückten" Welt, in der vieles schneller passiert, als wir es verdauen können, so dass wir oft Situationen falsch bewerten (vor allem im Nachhinein). Das muss der Großteil von uns akzeptieren, sehr wenige werden genug Infos haben, um alles für sie relevante bewerten zu können, andere werden sich das nur einreden.

Was Du grundsätzlich machen kannst: Eine Theorie googlen, die Seriosität der einzelnen Seiten prüfen/ bewerten, Dir Diskussionen zum Thema (vor allem solche von Experten) durchlesen und dann darauf basierend eine Entscheidung treffen. Du kannst Dich auch an die Masse halten nach dem Motto "wenn das alle haben/ tun, wird es nicht so schlimm sein". Ob die Entscheidung richtig war, erfährt man meist sowieso erst nach Jahren, wenn allgemein mehr über die Situation bekannt ist oder man eben gute oder schlechte Erfahrungen damit gemacht hat.

Als kleine Warnung vor Paranoia hier noch mal eine Geschichte meines Vaters. Mein Vater nutzt das Internet nicht, informiert sich aber umfassend durch TV, Zeitung und Radio. Nun hörte er öfter etwas von Phishing-Mails und Abzocke. Und nun hatte er Angst, wenn ich ihm eine E-Mailadresse einrichten würde, könne man sein Konto abräumen. Es dauerte mehrere Gespräche, bis er verstand, dass man nichts leer räumen kann, wenn er seine Kontodaten nirgendwo hinterlegt. Er hatte einfach gehört "Phishing, Abzocke, Geldverlust" und dachte, allein die Präsenz im Internet würde irgendwie ermöglichen, sein Konto unbemerkt leerzuräumen. Er hätte das Problem selbst durchdenken können, indem er sich gefragt hätte, wer wie Zugang zu seinem Konto erhalten könnte (Bankdaten, EC- und Kreditkarte wären da mir bekannte Zugänge).

Man sollte sich selbst angewöhnen, im Falle von Ängsten erst mal einen Schritt zurück zu treten und zu überlegen, wie wahrscheinlich die Angst ist. Und erst mal davon auszugehen, dass Unwahrscheinliches nicht eintritt. Manchmal wird sich das als Fehler herausstellen, weil man einfach nicht glauben kann, dass bestimmte Dinge möglich sind (z.B. Vermieter Webcams oder einseitige Spiegel im Badezimmer anbringen - was ja auch schon vorgekommen ist). In den meisten Fällen kann dieser Ansatz aber verhindern, dass man sich von seinen Ängsten überwältigen lässt.

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Kommentar von RafikaBeach
24.11.2015, 01:05

Danke für deine tolle Antwort, Tasha! Verstehe was du meinst. Was jetzt nur als Beispiel die Facebook App angeht, ich kann damit leichter mit meinen Freunden kommunizieren. Ich weiss es ist nicht unbedingt notwendig, aber es ist schon, ab und zu praktisch. Das blöde ist halt die Daten die die App von dir will... da weiss ich halt nicht ob das wirklich egal ist, oder ob das auch negative Seiten hat...

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Gegen Verschwörungstheorien helfen nur Fakten. Und es kann Jahre dauern, eh die zusammengesammelt sind. Aber das ist ja auch der Sinn dieser Verschwörungsgedanken: Sie werden geglaubt, weil sie schlüssig erscheinen. Im Grunde fallen oft Menschen darauf herein, die a) ängstlich sind, b) unsicher, c) etwas bequem und d) ein Zusammengehörigkeitsgefühl brauchen und e) manchmal eventuell auch gutgläubig/leichtgläubig sind.

Das kann auf sehr viele Menschen zutreffen, und ich glaube, gerade das Internet macht uns alle zu bekloppten Schnitzeln, wenn wir uns am Tag zuviele Infos aus unterschiedlichsten Quellen "reinziehen".

Im Grunde genommen können ja auch verschiedene Blickwinkel stimmen, denn es gibt keine objektive Wahrheit. Auch wenn das gern immer mal wieder behauptet wird. Jeder nimmt das wahr, was für ihn relevant ist und übersieht alle anderen Dinge, die ebenso da sind. 

Alles in allem ist am allerbesten für dich ein stabiles Wertesystem z.B. Was für dich der Sinn des Lebens ist, und natürlich ein gutes soziales Gefüge wie Freunde und Familie. Dann bist du nicht mehr so anfällig für die vielen widersprüchlichen Infos. Und wie gesagt, es gibt auch Sachen, die können eher ausgeschlossen werden wie z.B. Welten im Erdinneren oder Reptilien, die die Welt beherrschen. Meine Meinung dazu. Viel Glück dir. 

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Wenn du schon paranoid drauf bist, warum liest du dann ausgerechnet Verschwörungs-Geschichten? Lass das einfach mal sein, sollst mal sehen wie bekömmlich das dann für dich ist.

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Ach, der gute alte David Icke und seine Reptiloiden. Ich lese das auch gerne, genau so wie ich gerne Horrorfilme sehe.

Ich denke entscheidend ist, dass man sich in jeder Situation entscheiden kann, wie man reagiert. Die völlig kaltschnäuzige, ich pfeif auf alles Variante, ist meistens die beste.

Meine Methode und das klingt im ersten Moment ein bisschen schräg, lautet ich sehe mir jeden morgen ein Enthauptungsvideo an. Und dann denke ich mir, egal wie der Tag wird, der Typ hat es schlimmer erwischt.

Alternativ kannst du dir folgendes überlegen, was ist dir dein rechter Arm wert ? Eine Million Euro ? Dann frag dich, was dir dein rechtes Bein Wert ist ? Eine Million Euro ?

Nachdem du wahrscheinlich beides hast, kannst du dich als Millionär fühlen und genau so würde ich in die Welt gehen.

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