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Bin ich naiv? - Geldangelegenheiten in der Ehe

Frage von Mietzie Mietzie

Ich brauche mal objektive Meinungen.

Mein Mann und ich führen eine normale, glückliche Ehe. Wir haben einen Sohn von 6 Jahren, ich gehe halbtags arbeiten, mein Mann vollzeit und verdient sehr gut. Eigentlich fehlt es uns an nichts. Aber in letzter Zeit kommen mir Zweifel, ob ich was unsere Finanzen angeht etwas naiv bin.

Also erst mal zur Situation. Wir wohnen im Elternhaus meines Mannes. Dieses wird er irgendwann mal zur Hälfte erben, die andere Hälfte seine Schwester.

Ich hatte noch aus unserer vorehelicher Zeit einiges Geld gespart. Knapp 9000 EUR um genau zu sein. Letzten Winter haben wir unser Bad komplett saniert. Die Aktion hat insges. 16000 EUR gekostet. Ich habe mein gespartes "reingeschossen". Wäre ja Quatsch wenn wir da einen Kredit aufgenommen hätten und ich habe das Geld da liegen. Ursprünglich war es geplant, dass mein Mann dafür auf meinen Namen einen Sparvertrag abschliesst bis die Summe wieder angespart wäre.

Naja, das hat sich so hingezogen, haben uns Zeit gelassen und es ist noch nichts passiert. Jetzt haben wir für mich aber unplanmäßig ein neues Auto gekauft. Das hat auch knapp 16000 EUR gekostet und irgendwie schein mein Mann aber zu meinen, dass das jetzt alles abgelten würde. Ok, er bezahlt die Raten. Aber er steht auch im Fahrzeugbrief. Bei dem alten, welches wir verkauft haben (Restwert 4000 Eur) stand noch ich drin.

Ich will mich jetzt nciht beschweren, dank des Einkommens meines Mannes haben wir ein gutes Leben. Da können andere nur von träumen. Aber vor unserem Sohn hab ich auch gut verdient. Und alle meine Ersparnisse sind so gut wie weg. Alle meine persönlichen Bedürfnisse (Klamotten, Frisör, Sprit, Autoversicherung und andere Autokosten usw), sowie fast ALLE Dinge die unser Sohn braucht (Klamotten, Schulsachen, Sportzeug usw) bezahle ich von meinem relativ geringen Halbtagsgehalt. Somit habe ich fast keine Möglichkeit wieder viel anzusparen (ich spare eine kleine Summe, aber an große Summen komme ich nicht mehr heran).

Manchmal frage ich mich, ob das alles so richtig läuft bei uns oder ob ich doch ein bisschen Naiv bin. Ich weiß nicht ob ich das alles so richtig gemacht habe. Oder stelle ich mich jetzt an?

Ich will auch nicht auf hohem Niveau jammern. Und mein Mann ist ein ganz lieber, aber über Geld kann man nur sehr schlecht mit ihm diskutieren. Er will immer die Kontrolle haben. Und bevor ich jetzt einen Ehekrach provoziere, will ich doch mal einige Meinungen von Aussen hören.

Vielen Dank schon mal.

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Antworten (11)

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    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von burki burki

    Guten Abend

    Ist denn kürzlich oder vor einer Weile irgend etwas vorgefallen? Also ganz einfach etwas, das dir Grund zum Grübeln gibt, das du irgendwie nicht mehr zufrieden bist? Das du dich speziell im finanziellen Rahmen sorgst?

    Die Situation ist doch die, das ihr in eurer Ehe nicht über Geld richtig reden könnt. Du hast sogar Angst, das dies einen Ehekrach provozieren könnte. Das sollte doch aber in einer glücklichen Ehe durchaus möglich sein. Männer tun oft so, das sie ungerne über Geld reden. Das ist eine Art Schutz. Sie können es durchaus und innerhalb der Ehe sollte das selbstverständlich sein.

    Ich würde mal zusammen reden. Das ihr eure finanziellen Dinge mal ganz offen besprecht.

    Im Moment sieht das doch sehr danach aus, das dein Mann den Versorger macht. Aufgrund seines Einkommens. Das ist nicht etwa schlecht oder so. Das ist ganz o.k so. Du trägst mit bei, soweit dir das eben möglich ist. Also eine ganz normale Situation.

    Nur gibt ihm das nicht das Recht, dich "klein zuhalten". Du gehst auch arbeiten. Da steht dir auch ein gewisser Betrag zu, den du für dich ansparen kannst. Eben im Rahmen der gesamten finanziellen Möglichkeiten in eurer Ehe.

    Schau mal den extrem Fall an, der täglich passiert. Die Ehe geht kaputt, egal warum erstmal. Dann stehst du im Prinzip ohne Geld da. Deine Ersparnisse sind soweit weg. Du hättest also wenig finanziellen Spielraum. Das ist auch das, was ich mit "klein halten" meine. Dir fehlt nämlich alleine schon die finanzielle Möglichkeit, dein Leben zu ändern, völlig egal erstmal in welchem Rahmen.

    Damit bist du weit stärker abhängig von deinem Mann in eurer Ehe, als er von dir. Nicht unbedingt die ideale Basis für längerfristiges Glück.

    Womit ich natürlich nur den absoluten Ernstfall meine. Nicht etwa irgendwelche Gefahren deiner Ehe sehe.

    Um eben allen negativen Gedanken zu zerstreuen, solltet ihr wirklich mal ganz offen über alles finanzielle in eurer Ehe reden.

    Kommentar von Mietzie MietzieMietzie

    Ja, eben diese Abhängigkeit ist auch was mich stört. Zumal ich ja genug in unsere Ehe einbringe. Mich würde mal interessieren, wie die Eigentumsverhältnisse auseinandergerechnet würden, falls unsere Ehe scheitern würde. Würden meine 9000 EUR, die ja untrennbar jetzt hier im Haus stecken (an dem ich aber keine Rechte habe) irgendwie wieder angerechnet? Also, müsste mein Mann sie mir wieder ausbezahlen? Ich hab nur leider wenig Schriftliches. Höchstens einen Kontoauszug, wo ich ihm die Summe überwiesen habe.

    Kommentar von burki burkiburki

    Ich weiss leider nicht, wie genau diese 9000 Euro jemals berechnet werden. Das muss wahrscheinlich im schlimmsten Falle z.b bei einer Trennung juristisch geklärt werden.

    Aber der Fakt ist eben, das du relativ unvermögend bist. Meine ich jetzt nicht etwa abwertend oder so was. Du bist sehr stark abhängig vom finanziellem Gutdünken deines Mannes.

    Du hast nach der Geburt deines Kindes deinen damaligen Job verloren oder eben aufgegeben. Also du hast einiges für diese Ehe geleistet, indem du eben nicht mehr so wie früher arbeiten gehst. Du hast dich um das Kind gekümmert, gehst nun oder eben seit einer Weile halbtags arbeiten.

    Also ganz einfach, du hast einen grossen Teil deiner vorherigen Unabhängigkeit, besonders im finanziellen Bereich aufgegeben. Zum Wohle der Familie.

    Das ist nun auch erstmal gar nichts schlimmes. Das tun viele Frauen und es ist eben normal, im Sinne der ganzen Familie. Solange das mit der Familie auch gut läuft, ist es auch o.k. Vielleicht das ganz klassische Bild der Frau innerhalb der Ehe und eben Familie.

    Nur gehen eben auch so klassische Ehen ab und an mal den Bach runter. Was natürlich niemand möchte, wenn er so eine Ehe eingeht. Was ich dir natürlich auch nicht etwa wünsche.Trotzdem passiert es.

    Genau dann sind viele Frauen erst mal im Eimer. Ohne Ersparnisse, ohne ausreichend sicheres Einkommen u.s.w. Vieles wird natürlich später durch Juristen geklärt. Aber das dauert auch. Daher trauen sich viele Frauen auch nicht, Ehen zu beenden, neue Beziehungen zu erleben u.s.w.

    Nicht aus Liebe zu ihrem Ehemann, sondern aus Angst vor den Folgen. Sie geben also ihre Wahlmöglichkeit auf. Ihre Freiheit und Uanbhängigkeit in ihren Entscheidungen, letztlich im Extremfalle ihre eigene Persönlichkeit.

    So kommen Ehen zustande, wo der Mann säuft, prügelt und permanent Fremd geht. Die Frau aber aus Angst vor den ganzen logistischem und finanziellem Kram diese Ehe (zumindest zum Schein nach aussen) weiter führt.

    Daher solltest du wirklich einen gewissen Grad an Unabhängigkeit und finanzieller Selbstständigkeit bewahren. Liebt dein Mann dich, also bist du ihm richtig wichtig, wird er dir auch gewisse Sicherheiten ermöglichen. Nicht etwa, damit du morgen durchbrennst. Ganz einfach weil er dann weiss, das du eben diese Ehe führen möchtest. Aus freien Stücken. Nicht durch Angst z.b vor den folgen einer Krise oder Trennung.

    Kommentar von Mietzie MietzieMietzie

    Vielen Dank für Deine sehr ausführlichen Antworten. VIELEN DANK AN ALLE HIER!

    Wie ich sehe, bin ich mit meinen Gedanken nicht so verkehrt und ich werde wohl doch das Gespräch mit meinem Mann suchen. Jetzt sind meine Gedanken auch etwas geordneter. Also, danke noch mal!

  • 3
    Antwort von HordyJones HordyJones

    Versuch ihn es zu erklären, dass dir kein Geld mehr übrig beleibt. Du kannst ihn auch hinweisen, falls mal ihr Finanziell Problem habt. Wäre es gut, wenn ihr Ersparnisse habt, womit ihr euch aus der Finanzkrise retten könnt. Vielleicht würde er es verstehen und deine Meinung akzeptieren. Naiv bist du gleich nicht, du willst auch, was für dich haben. Was ich natürlich verstehen kann.

    Schließlich braucht dein Mann Hilfe, wo auch du mithelfen musst. Genau so hilft dein Mann, wenn du in einer Problemlage bist.

  • 3
    Antwort von mops09 mops09

    na ja, das ist so die klassische rollenverteilung. ich persönlich fände es besser, wenn ihr euch die dinge teilen würdet. das zeugt ja auch von gegenseitigem vertrauen. nur ist es schwer, das hier zu beurteilen. vielleicht fällt dir was ein, mit dem du einen teil der finanzen unter deine fittiche nehmen kannst um ihn auch etwas zu entlasten. ich wäre da etwas beleidigt, wenn er mir das nicht zutraut. aber wie gesagt, kann man schlecht was sagen eigentlich.

  • 2
    Antwort von adavan adavan

    kein gemeinsames Konto??

    Kommentar von Mietzie MietzieMietzie

    Mein Mann ist dagegen.

    Kommentar von adavan adavanadavan

    Kontrollfreak, hm?

    Mach ihm doch das Angebot eines gemeinsamen Haushaltskontos, in das jeder anteilig einzahlt. Du arbeitest halbtags und kümmerst dich den Rest des Tags wahrscheinlich um den Haushalt, das muss er auch honorieren. Was, wenn eure Ehe mal zerbricht? Stehst du dann komplett mittellos da? Er sollte dir auch die Möglichkeit geben, von deinem Verdienst was zurückzulegen, alles andre wäre unfair.

  • 1
    Antwort von Michele47 Michele47

    Hallo Mietzi, geh doch mal zu einer Frauenberatungsstelle!

  • 1
    Antwort von Rosengarten Rosengarten

    Also ich hätte da echt Schwierigkeiten. Im Zweifelsfall gehört ihm das Auto, das Haus, das Badezimmer usw. - und dir ?? Er hat Vermögen und du bist arm. Im Falle des Falles könnte es Jahre dauern, bis zu da deinen Zugewinnausgleich bekommst. Nein, das ist nicht in Ordnung heutzutage, daß ein Partner alleine vermögend ist und der andere mehr oder weniger abhängig. Ich würde im Zweifelsfall auch überlegen, ob du nicht wieder mehr arbeiten kannst und dir so wieder ein eigenes Standbein schaffen. Wie ich merke, geht es dir schon irgendwie gegen den Strich, daß das Badezimmer voll auf deine Kosten ging! Und wenn du keinen Einblick ins eine Finanzen hast, könnte es unter Umständen sehr wohl möglich sein, daß er sich schön ein weiteres Vermögen anspart, während du alle Kosten trägst.

    Meine Schwester lebt seit einiger Zeit in Trennung. Sie waren lange verheiratet und haben ein Haus, an dem schon recht lange abbezahlt wurde. Sie lebt mit den Kindern immer noch in dem Haus und kann die Raten durch Unterhalt, Vollzeitjob usw. tragen, da da auch was geändert wurde mit der Bank. Aber ihr GG hat sich sofort ein neues haus gekauft - BAR sozusagen !! Der hat meiner Schwester auch nie wirklich Einblick in seine Finanzen gegeben. Wo das Geld wohl herkam??

  • 1
    Antwort von Paechfogel Paechfogel

    Es ist schon richtig, wenn du ein wenig kritisch an die Sache rangehst, alles sicherheitshalber hinterfragst.. Logisch, dass du damit keinen Ehekrach provozieren willst, aber ich finde es gut, dass du das so geschrieben hast.. Denn meiner Meinung nach könnte dein Mann vielleicht ein wenig mehr für euren Sonh beisteuern, dass du die Möglichkeit hast, dir selber wieder ein wenig Geld anzusparen.. Selbst in der harmonischsten Ehe sollte man sich ja Unabhängigkeit vorenthalten, keiner sollte zu 100% abhängig sein und so könntest du dir entweder selber einen Wunsch erfüllen oder halt das Geld dafür ausgeben, wenn es hart auf hart kommt, denn mal eben so für 16.000 Euro ein Auto kaufen ist nicht bei jeder Familie drin, ich bei mir hätte da schon eher Probleme...

    Wenn es um das liebe Geld geht, dann diskutiert man nicht gerne, besonders nicht mit dem Patner.. denn eigentlich ist ja jeder der Ansicht, es könnte ein wenig mehr sein, oder anders aufgeteilt sein...........

    Vielleicht sprichst du mal mit ihm in einer ruhigen Minute, aber wie gesagt, es ist halt die Frage, ob es wirklich sein muss, ich selber kann dich, was das angeht verstehen

    Achja, habt ihr eigentlich ein Gemeinschaftskonto ?

    LG

    Kommentar von Mietzie MietzieMietzie

    Ich habe Zugriff auf sein Konto und auch eine Kontokarte von seinem Konto. Aber eigentlich haben wir getrennte Kontoführungen. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch.

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    Antwort von Dohvakin Dohvakin

    das beste wäre es deinem Mann das ganze GENAU SO zu erklären wie du es hier gemacht hast.

    Kommentar von Mietzie MietzieMietzie

    Ich habe aber Probleme meine Gedanken zu sortieren. Es kann helfen Meinungen von Aussenstehenden zu bekommen.

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    Antwort von Blubius Blubius

    oha .. meiner meinung macht ihr was etwas grundlegendes falsch ..

    ihr seid vergheiratet ... nix meins und deins ... es ist euer.

    ok ich habe eine hoffnungslos romantische und evtl auch veraltete ansicht über die ehe. aber ihr soltet alles auf ein konto werfen und dann gemeinsam entscheiden wieviel ihr für was ausgebt

    jeder sollte dann noch ein eignes konto haben für hausaltsgeld, tankgeld, taschengeld etc.

    Kommentar von Mietzie MietzieMietzie

    Das mit dem gemeinsamen Konto hab ich schon öfter vorgebracht. Aber mein Mann ist total dagegen.

    Kommentar von Blubius BlubiusBlubius

    und warum ???

    Kommentar von Mietzie MietzieMietzie

    Das kann er mir auch nicht so richtig erklären. Wahrscheinlich befürchtet er eine Art Kontrollverlust.

    Kommentar von mops09 mops09mops09

    nun ja, aber der sicherheitsgedanke stünde da bei mir im vordergrund. was, wenn ihm mal was passiert? da stehst du da - das geht wirklich nicht!

    Kommentar von Mietzie MietzieMietzie

    Nee, keine Sorge. Ich habe natürlich Zugriff auf sein Konto. Aber im Alltag wird der nicht genutzt. Das ist nur für den Notfall oder wenn größere Ausgaben anstehen und mein Mann grade nicht da ist.

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    Antwort von RealPolska RealPolska

    überlege doch mal was es an ausgaben gibt und vergleiche dies noch einmal mit dem gehalt deines mannes...

    Zahlst du von deinem geld keinerlei an abgaben und er trägt alles (Haushalt, versicherungen etc) dann kann das schon so passen, sofern er nicht weit über 2500 euro netto verdienen sollte

    Kommentar von Mietzie MietzieMietzie

    Naja, Haushaltskosten (Lebensmittel etc.) kommt von seinem Gehalt. Aber sein Gehalt ist schon deutlich höher als die 2500 EUR.

    Kommentar von RealPolska RealPolskaRealPolska

    wenn dir die differenz zwischen den ausgaben und einnahmen von deinem mann wirklich viel zu hoch vor kommt, schau doch nochmal ob er irgendwie riestert, anderweitig an die zukunft und absicherung (auch von euch beiden) denkt, oder ob er vllt. schulden aus der vergangenheit mit sich trägt

  • 1
    Antwort von Zapata77 Zapata77

    Ich bin allgemein etwas misstrauisch eingestellt, was Geldangelegenheiten angeht. Für mich wäre es nicht in Ordnung, wenn ich mein Kind komplett mit einem Halbtagsgehalt verhalten muss. Habt ihr einen Ehevertrag?

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