Frage von Virus1512, 98

Bin ich in einem "McDojo"?

Hi

Ich weiß, es ist eine sehr komische Frage ^^; also ich bin jetzt 14 Jahre alt und gehe seit einem Jahr in einen ziemlich großen Taekwondo Verein in dem der Traditionelle Stil unterrichtet wird (also kein WTF). Ich wohne in Wien (Österreich) und dieser Verein ist wirklich ziemlich weit in der Stad verbreitet. Es gibt in ca. 7 Bezirken sogenannte "Zweigstellen".

Gestern hab ich zum ersten mal von dem Begriff "McDojo" gehört. Ein McDojo ist einfach ein Verein wo Fake Kampfsportlehrer stationiert sind die aber rein gar nichts können und nur Knete sehen wollen. Unser Kwan Jang Nim (Systemleiter) macht schon seit über 20 Jahren Taekwondo (kann er auch mit sämtlichen Bildern, Videos und natürlich auch seinem Können beweisen. Er trägt bereits den 6.Dan)

Ich will ja nicht sagen, dass ich in diesem Verein gar nichts, bzw. sinnlose Techniken gelernt habe. Jedoch finde ich manche Dinge eigenartig. Es finden im Jahr zirka 4 Prüfungen statt (!). Natürlich darfst du da nur antreten wenn es dir dein Meister erlaubt. und du bereit dazu bist (Wie in vielen anderen Vereinen auch) Und manchmal sind die auch ziemlich teuer (Blaugurt: 50€. Weiß nicht wieviel die Prüfungen in anderen Vereinen kosten).

Außerdem schafft man es in zirka 2 Jahren zum 1.Dan bzw. Schwarzgurt. Und das obwohl ich gehört habe, dass viele Kampfsportler 5-6 Jahre trainieren mussten um ihren Schwarzgurt zu bekommen. Ich weiß nun auch nicht mehr was ich glauben soll :(. Wie gesagt: Man kann in diesem Verein wirklich gut und schnell lernen. Aber nach 2 Jahren Schwarzgurt? Ich weiß nicht.

Antwort
von Hamburger02, 63

Ich sehe das auch so, dass nicht der Verein sondern der Meister entscheidend ist. Mein Meister war ehemaliger Deutscher Meister, 2. Dan und lud zu Prüfungen "echte Koreaner" mit 6. und 7. Dan ein. Die Prüfungen empfand ich auch ganz schön hart und anspruchsvoll. Es war auch so, dass zur Prüfung nur zugelassen wurde, wenn der Trainer zustimmte, und der war sehr kritisch. Das führte dazu, dass ich z.B. innerhalb von 4 Jahren nur den 2. Blaugurt erreicht habe, mich dafür aber wunderte, dass ich in Turnieren gelegentlich auch Schwarzgurte aus anderen Vereinen umgehauen habe.

Wegen Umzugs musste ich später zu Karate wechseln und da hatten dann auch Braungurte durchaus Respekt vor mir. Mit meinen Fußtechniken hatten die so ihre Probleme. 

Kommentar von Virus1512 ,

naja wie gesagt. in diesem verein in dem ich bin kann man schon so manches lernen. und man sagt ja eigentlich auch, dass der gurt nur etwas über dein niveau aussagt. ob du dieses niveau auch hast ist aber eine andere sache.

Antwort
von SiaFan77, 29

Ja, das hört sich echt nicht gut an.

4 Prüfungen im Jahr sind normal, aber manche Schulen haben nur 2 im Jahr.

50€ für den Blaugurt ist echt nicht mehr in Ordnung, bei uns (Dr. Lee, Deutschland) kosten die je nachdem 10 - 30€, kommt auf den Gürtel genau an.

Dass man in 2 Jahren den 1. Dan macht, ist schon völliger Schwachsinn. Man macht das In 3 1/2 bis 5 Jahren, kommt drauf an, wie gut du bist und wie oft ihr Prüfungen habt. Nachdem du den 1. Kup hast, musst du 1 Jahr Vorbereitungszeit für den 1. Dan haben, das ist bei und so. Ich weiß aber nicht, welchem Verband genau wir angebunden sind ^^

Ich würde mich aber auf jeden Fall über die Schule informieren, sprich auch Internet, Zeitungsartikeln, ehemalige Mitglieder, usw...

Es ist aber auch nicht so, dass du da ja nicht lernst. Solange du kein Misstrauen gegenüber dem Verein und deinem Meister hast, mach auf jeden Fall weiter, wenn es dir Spaß macht, es lohnt sich!!! :)

Kommentar von Virus1512 ,

ja wir haben auch 1 jahr vorbereitungszeit :)

Kommentar von SiaFan77 ,

Wie will man den in einem Jahr 10 Kups machen? :'D

Antwort
von Eddie93, 69

Ja, das hört sich nach McDojo und Geldmache an. 50 Euro für ne Prüfung ist echt extrem. Bei uns kostet das so um die 10 Euro. Wenn sie 4 mal im Jahr Prüfungen anbieten, ist das eine Sache, aber wenn eine einzelne Person 4 mal im Jahr Prüfung machen soll, ist das totaler Quatsch. Du lernst ja nicht durch die Prüfungen, sondern durch langes regelmäßiges Training und Erfahrung! In zwei Jahren Schwarzgurt ist ein absoluter Witz! Ich würde mir an deiner Stelle ein anderes Dojo suchen.

Kommentar von Virus1512 ,

Das mit der Prüfung meinte ich ja so. Keiner MUSS die Prüfungen machen. Sie werden nur angeboten.

Antwort
von basiswissen, 35

Ohja, deine Vermutung ist wohl recht zutreffend. Einen Black-Belt in 2 Jahren bekommt man nur dann regulär wenn man ihn im Laden kauft....

Antwort
von OnkelSchorsch, 50

Ja, typisches McDojo. Überteuerte Gürtelprüfgebühren und viel zu früher Schwarzgurt.

Gürtelprüfungen liegen in den meisten Vereinen bei etwa 10€. Schwarzgurtprüfungen sind teurer, da dafür in der Regel Prüfer aus anderen Städten oder gar Ländern anreisen.

Zu den Prüfungen: werden viermal im Jahr im Dojo Prüfungen durchgeführt? Das wär okay. Oder kann der einzelne Sportler vier Prüfungen im Jahr machen? Das wäre wiederum daneben und typisch McDojo.

Welchem international offiziell anerkannten Dachverband gehört das Dojo an? ITW oder WTF? Falls nicht von einem der beiden anerkannt, schlechtes Zeichen. In Österreich gibt es meines Wissens nur einen Dachverband. Schau: http://www.oetdv.at/ Ist dein Club da Mitglied? Wenn nicht - Vorsicht!

Übrigens kann ein Leiter eines McDojo durchaus was können. Das hat damit gar nichts zu tun. Es geht darum, dass die Kunden da nichts lernen, weil sie nur zahlen und dafür möglichst rasch zum "erträumten Schwarzgurt" kommen.

Hier siehst du ein groteskes Beispiel für Schwarzgurtprüfungen in einem McDojo, ein besonders krasses Beispiel, zugegeben. Aber lustig =>

Kommentar von Hamburger02 ,

Das Beispiel ist wirklich krass. Mit solchen Beintechniken hätte es bei uns gerade mal den 8. Kup gegeben. Da musste der yop chagi schon zum Kopf gehen.

Kommentar von Virus1512 ,

Hallo OnkelSchorsch

Erstmal ein Danke für die Antwort.
Auch wenn es jetzt vielleicht etwas arrogant klingen mag: Ich bin davon überzeugt, dass ich etwas "kann". Diese Noobs im Video sind in meinen Augen nicht einmal Kampfsportler. Ich kann durchaus einen Yop-Chagi problemlos zum Kopf kicken. Das gleiche auch mit Pande, Dollyo etc.

Das gleiche zählt auch für die Formen. Habe mir mal auf YT eine Prüfung zum Blaugurt angesehen. Die mussten dort die 8 Form vorzeigen (gefolgt von Bruchtest etc.). Als ich damals meine Blaugurt Prüfung hatte musste ich ebenfalls die Hyongs 1-8 auswendig können. Und das waren nicht irgendwelche, vom Meister zusammengeschussterte Hyongs. Das waren genau die Hyongs die auch Kwon Jae Hwa macht.

Zu den Prüfungen: Wie gesagt, keiner muss sie machen wenn er nicht will. Sie werden aber alle 4 Monate angeboten. Wenn jemand nicht bereit ist weil er unsicher ist oder eine Hyong nicht kann wird er auch nicht zur prüfung geschickt.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Viermal im Jahr eine Kup-Prüfung? Im ÖDTV gibt es klare Regelungen bezüglich der Vorbereitungszeit, die vom jeweiligen angestrebten Kup-Grad abhängig sind.

Wie war das jetzt, in welchem Dachverband ist dein Club?

Kommentar von Virus1512 ,

Mein Club kann gar nicht in der ÖDTV sein, da ÖDTV WTF ist und mein Verein das traditionelle Taekwondo unterrichtet. Zumindest sah die ÖDTV sehr nach WTF aus, korrigiere mich wenn ich falsch liege.

Und ich vergaß zusätzlich noch zu erwähnen: Man kann täglich mehrere Stunden zum Training kommen (von Mo-So). Ob das was am "McDojo" Status ändert weiß ich jetzt nicht.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Achso, "das traditionelle TKD". Ja, den Spruch kenne ich. Den erzählen diejenigen, die sich der Konkurrenz nicht stellen und dann so tun, als wenn sie besser wären. Sind sie aber nicht.

Lass mich raten? Gar kein richtiger Dachverband? Nur selbst ausgedachte Orga, schätze ich mal.

Ja, McDojo. Deutlich.

Kommentar von Virus1512 ,

Du verstehst mich glaub ich ganz falsch. Niemand, weder ich noch irgendwer aus dem Verein denkt, dass wir besser sind als andere. Mit "Traditionelles Taekwondo" meine ich das uralte Kwon Jae Hwa Taekwondo, welches um einiges älter als das WTF ist. Das hat rein gar nichts mit "bessersein" zu tun....

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Welchem Dachverband gehört der Club an?

Kommentar von Virus1512 ,

http://www.wttf.info/index.php/philosophie

Verstehe nicht warum du dich so aufregst. Aber bitte, wirst schon deine Gründe haben.

Soviel ich weiß gibt es zahlreiche Kwon Jae Hwa Taekwondo Schulen die ebenfalls keinen Verband haben und trotzdem gut sind.

Kommentar von Virus1512 ,

"

Taekwondo ist sowohl national als auch international in sehr viele Verbände
zersplittert; es lassen sich allerdings zwei dominante Organisationen identifizieren:
die beiden Weltverbände ITF (International Taekwon-Do Federation, gegründet
im Jahr 1966) und WTF (World Taekwondo Federation, gegründet 1973).

Darüber hinaus gibt es viele unabhängige Schulen, die sich mehr oder
weniger an die Verbandsstile anlehnen oder sich am "traditionellen"
Taekwondo-Stil orientieren, wie er ursprünglich von General Choi Hong Hi
in den 1950er und 1960er Jahren entwickelt wurde (Beispiel: "Traditionelles
Taekwondo" nach Kwon, Jae-Hwa)."

Quelle: http://www.taekwondo-oberndorf.at/taekwondo3.html

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Ich rege mich nicht auf, mir ist das völlig schnuppe. DU hast gefragt. Ich antworte so gut es geht und erbitte zusätzliche Infos, um deine Frage sachgerecht zu beantworten. Okay, jetzt hast du angedeutet, dass ihr in gar keinem Verband seid.

Okay, der Herr Kwon, der sich euren Stil ausgedacht hat, hat sich vor einigen Jahren aus allem zurückgezogen und soweit ich weiß, haben sich die Kwon-Gruppen dann zu einem erheblichen Teil aufgelöst.

Also ist der Club keinem Verband angeschlossen. Wo bildet der Leiter sich weiter?

Kommentar von Virus1512 ,

Kwon selbst hat sich zurückgezogen, da hast du vollkommen Recht. Jedoch gibt es noch zahlreiche aktive Schüler und Schülerinen von ihm. Das Taekwondo Institut Berlin zum Beispiel. Ich selbst war noch nie dort, hab aber nur gutes darüber gehört.

Kommentar von Hamburger02 ,

Das stimmt wohl. Mein Verein war damals auch in keinem Dachverband, das waren aber auch noch fast die Anfänge von Teakwondo in Deutschland (1970er und 1980er Jahre).

Hatte damals Training bei Kim Man Kuem (gelegentlich) bzw. einem Schüler von ihm und da wurde noch das traditionelle Taekwondo incl. der harten Trainingsmethoden sowie des philosophischen Hintergrundes gelehrt. Davon profitiere ich bis heute.

Die einzig entscheidende Frage ist m.E., Was kann man von seinem Meister lernen? Formalitäten sollten keine große Rolle spielen.

Kommentar von Virus1512 ,

Ich bin davon überzeugt, dass man in diesem Verein in dem ich trainiere durchaus etwas lernen kann. Was mich nur verwirrt hat war eben die tatsache, dass man nach 2 Jahren training schon schwarzgurt werden KANN. Auch wenn man jeden Tag mehrere Stunden an verschiedenen Orten trainieren kann.

Habe übrigens grade recherchiert. Angeblich hatte General Choi seinen 1 Dan im Karate ebenfalls nach nur 2 Jahren...und der hat in Okinawa trainiert.

Kommentar von RotmgPlayer ,

DAS ist nur noch peinlich.In dem Alter erst solche Beintechniken...

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