Bin ich Hindu oder Buddhist?

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12 Antworten

Ich bin Buddhist und glaube nicht unbedingt an die Wiedergeburt nach dem körperlichen Tod.

Der Buddha hat sich laut den Schriften ganz bewusst nie zu metaphysischen Fragen wie der Schöpfung der Welt geäußert - weshalb sollte er bei den Ereignissen nach dem Tod eine Ausnahme machen?

Ich folge daher einer Interpretation, die von zwei japanischen Priestern unterstützt wird - nämlich, dass die sechs Formen der Wiedergeburt lediglich symbolische Darstellungen des gegenwärtig dominierenden Bewusstseins sind:

https://www.gutefrage.net/frage/wenn-es-die-wiedergeburt-wirklich-geben-sollte-wie-kann-es-dann-sein-dass-aus-vielleicht-10000-menschen-milliarden-geworden-sind-rest-steht-unten?foundIn=list-answers-by-user#answer-189570040

Ich finde diese Herangehensweise schlüssiger, als die Vorstellung, der Buddha habe über nachtodliche Geschehnisse gesprochen,

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Die Frage kann ich natürlich nicht direkt beantworten, das musst du selber wissen oder entscheiden. Ich wollte nur anmerken, dass "karma" ursprünglich eher "Tat" bedeutet und damit die Übersetzung "Schicksal" ziemlich falsch sein dürfte, und daraus erklärt sich auch (soweit ich dies nun verstehe) die Akzeptanz der indischen Kasten. Der Mensch ist in seiner Kaste nicht aufgrund eines abstrakten Schicksals, sondern aufgrund seiner Taten (auch seines früheren Lebens).

Manchmal kann man auch "Arbeit" übersetzen bei Karma.

Die Wiedergeburt hat hier einen ganz anderen Stellenwert als z.B. die Auferstehung im christlichen Kontext. Die Wiedergeburt ist Teil des "Samsara", des ewigen Kreislaufs, der nicht per se "schlecht" ist, dem man aber entkommen will. Nur "Nirwana" ist außerhalb dieses Kreislaufs. Daher möchte man "dorthin" gelangen (und den Kreislauf der Wiedergeburten beenden), und darauf ist die Lehre des Buddha ausgerichtet.

In den Upanishaden ist das "Brahman" keine Person, sondern ein Prinzip. Etwas, was durch Verneinungen definiert wird, es ist etwas ohne spezielle Eigenschaften, aber allumfassend.

Interessanterweise kennen auch westliche Kulturen dieses "im Nichts vergehen". Im 19.Jahrhundert (Romantik) war dieser Gedanke verbreitet.
"Wann alle Toten aufersteh'n, dann werde ich in Nichts vergeh'n." ("der fliegende Holländer", R.Wagner nach einer alten Geschichte, die auch von Heinrich Heine aufgegriffen wurde).

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Kommentar von waldfrosch64
21.03.2016, 22:22

Naja aber man sollte  jetzt doch   Dichtung ,von Wagner etc..nicht mit Christlicher Lehre verwechseln oder gleichsetzen .

Den  im  christlichen Konzept  der Auferstehung ist das verwehen im Nichts  definitiv nicht beinhaltet .

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Ich glaube, da hast du dich noch nicht wirklich umfangreich informiert - im Buddhismus wird sehr wohl an Gottheiten geglaubt, auch wenn diese wohl nicht so "wichtig" sind, wie in den meisten anderen Religionen.
Die Idee bei der Wiedergeburt ist so, dass Leben grundsätzlich Leiden bedeutet. Wenn man es aber schafft, die Erleuchtung zu erreichen, geht man ins Nirwana ein und wird nicht wiedergeboren, sondern entgeht so dem Schicksal des ewigen Leidens.
(Nur mein Wissen als Außenstehende)

Vermutlich bist du aber im Moment keins von beidem, sondern glaubst eben einfach, was du selbst glaubst, ohne dich in eines dieser Systeme einsortieren zu müssen...

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Siddhartha Gautama Shakyamuni Buddha wurde in einer Zeit und einer Umgebung geboren, in der der Hinduismus die Leitkultur darstellte. Man kann durchaus behaupten dass er Hindu war. Er lernter auch die Lehren zweier großer hinduistischer Gelehrter Wort für Wort, beschloss aber, dass beide nicht die vollständige Wahrheit seien.

Deshalb suchte und fand er schließlich seinen eigenen Weg. Menschen die diesem Weg folgen, nennt man heute Buddhisten. Buddhas Lehre hat sich zwar aus dem Hinduismus entwickelt, aber auch von diesem Entfernt.

Sofern man das so überhaupt sagen kann, denn der "Hinduismus" ist nichts weiter als ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Religionen, die in Indien ihren Ursprung haben.

So wie du dich hier beschreibst, würde ich dich einen Buddhisten nennen, keinen Hindu. Man kann aber auch den Buddhismus zum Hinduistischen Kulturkreis zählen.

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NUR der buddhismus, in seiner reinen form, glaubt nicht an götter, sondern ist eher eine philosophie. der hinduismus ist an götterglauben gebunden, und deshalb eher eine religion. die mischformen sind vielfältig und unüberschaubar. ich habe bei seiner heiligkeit, dem 14. dalai lama verstanden, dass buddhismus KEINE religion im eigentlichen sinne ist (ich hatte 1 woche das glück, unterweisungen von ihm zu bekommen).  das hat mich überzeugt. der hinduismus ist gespickt mit religiösen göttern, vorschriften, regeln, strafen, belohnungen usw usw.

ich hoffe, dieser kleine einblick hilft dir weiter. piep mich an, bei bedarf! SKYYY

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Ich würde sagen: weder noch :


  • Hinduisten wollen in erster Linie  aus dem Rad der Wiedergeburt ausstiegen sie möchten ihren Wesenkern ( Atman ) zu seinem Ursprung zurückführen .Und so ins  Nirwana eingehen . Davon wird der Mensch kein Bewusstsein mehr haben .Er fällt wie ein Tropfen in den Ozean ,der ihn aufnimmt. Dazu muss der Mensch sein individuelles ich vollkommen übersteigen Sprich :abtöten 
  • Buddhisten glauben meist nicht an diesen Wesenskern  (sie sagen daher Anatman )der zurückzuführen wär  ,sie wollen  in erster Linie im hier und jetzt in  diesem konkreten  Leben  Leid vermeiden . 
  • Es gibt sehr viele unterschiedliche Arten von Buddhismus ,einige Buddhisten haben die Götter die der Frühbuddhismus nicht kennt wieder eingefügt ,andre Richtungen von Buddhisten sind mit Naturreligionen gekoppelt wie etwa der berühmte und beliebte Tibetanische Buddhismus welcher mit der alten Bön Religion gekoppelt ist .Ein weites Feld .
  • Bei dir habe ich  aber den Eindruck dass du eher zu einer westlichen Esoterischen Reinkarnationslehre tendierst,wo Wiedergeburt freie Wahl zu sein scheint (im Hinduismus ist es ja strafe ) und auch der Begriff  Karma hängt im Grunde nicht von Böse und Gut ab ,sondern überhaupt ist  doch der  gross daseinsdurst  von übel ....das Anhaften an die  materielle Welt ist hier von übel ..im Guten oder Schlechten ..macht eigentlich keinen unterschied .
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Hindus glauben an Götter, Buddhisten können an Götter glauben, aber müssen nicht. Man kann auch als Atheist Buddhist werden.

Im Buddhismus ist es so, dass der Kreislauf der Wiedergeburt durch die Überwindung allen Leids durchbrochen werden kann.

Die Erleuchtung...... welche auch Bodhi genannt wird, stellt die Erreichung des höchstmöglichen Ziels einer sterblichen Person dar. Es wird als „Aufwachphase“ beschrieben, welche ein Buddhist allerdings nur erreicht,
wenn er die vorherigen Lehren richtig umgesetzt hat und
somit alle irdischen Grenzen im Geiste überwunden hat.
Ziel der Erleuchtung ist der Eintritt ins Nirvana, indem
der Lebenskreislauf durchbrochen wird

http://www.buddha-infos.de/Buddhismus-Grundlagen.html

Im Hinduismus ist es ähnlich, allerdings geht es hier nicht um die Überwindung des Leids sondern um das gute Karma dass man im Laufe des Lebens angesammelt hat.

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Soweit ich weiß, wird man Hindu nur durch Geburt. (s. z. B. https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus#Kastensystem ) Damit können wir Hindu ausschließen - wenn deine Eltern Hindus wären, würdest du das für gewöhnlich wissen.

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Ich glaube, die Einteilung in - ismen sind sehr westlichem Denken geschuldet. Im Tibetischen gibt es nicht einmal ein Wort für Buddhismus, obwohl, aus unserer Sicht, die ganze Kultur dort auf der Religion fußt. Das entsprechende Wort hieße, zurück - übersetzt, "einer, der die Wahrheit innen sucht"... Folge doch Deinem Glauben, die Kategorien wirst Du sowieso immer für Dich selbst bestimmen.

Und was die Gottheiten angeht, der wesentlichste Unterschied dabei besteht doch in der Frage, ob Gottheiten - so wie der christliche, muslimische oder jüdische Gott, außerhalb und damit quasi über der Welt stehen, diese erschaffen, und uns belobigen und bestrafen können - oder ob Götter, wie auch wir, Teil dieser Welt sind, und damit das wirkendes Prinzip unserer Welt innen, und somit auch in uns, agiert. Dann sind Gottheiten quasi nur noch "andere Wesen", vielleicht weniger verblendet als wir, aber nicht wirklich anders in ihren Möglichkeiten. Diese göttlichen Welten existieren im buddhistischen und im hinduistischen Glauben. Man kann sie als andere Realitäten oder als quasi künstlerische Darstellungen der Welt, als Sinnbilder auffassen.  

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der Buddhismus hat sich aus dem Hinduismus entwickelt. ähnlich wie das Christentum aus dem Judentum...daher die Überschneidungen. Buddha(Siddharta) war ein hinduistischer Prinz(Hindismus zeichnet sich durch Aberglaube, Kastensystem, Zwänge und tausende von Gottheiten aus, ich glaub nicht dass du das meinst) Um sich einer Religion zugehörig zu bezeichnen bedarf es aber mehr. Wenn du das wirklich möchtest nimm doch einfach kontakt zum örtlichen buddhistischen Tempel auf...oder frag asiatische Mitschüler die du kennst. Religion ist aber kein Supermarkt wo man sich einen Einkaufskorb zusammenstellt. viel Glück

falls ich was falsch geschrieben hab...sorry bin nicht Buddhistin.


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Das Karma soll in diesen Traditionen nicht verhindert, es soll überwunden werden. Es ist, wie wenn du eine Fluß überqueren musst, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Fluß ist da, du kannst ihn nicht verhindern, du musst ihn überqueren, um dein Ziel zu erreichen.

Hindus verehren übrigens unter Anderem auch Buddha, nur zur Information.

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Buddhismus ist keine Religion, da es dort nicht um Gottesglauben, sondern um eine Lebensphilosophie geht.

Hinduismus ist ein Sammelbegriff für all die verschiedenen Religionen, die es in Indien gibt. Fast jedes Dorf verehrt wieder andere Götter.

Wiedergeburt ist ein Glaubensinhalt dieser beider Weltanschauungen. Allerdings sehen beide darin nicht etwas Wünscheswertes, sondern etwas Schlimmes, das man vermeiden will.

Wiedergeburt wird eigentlich nur bei den Anthroposophen als gut und nützlich angesehen. Kannst ja mal Anthroposophie googlen.

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Kommentar von waldfrosch64
21.03.2016, 22:25

und bei Esoterikern im allgemeinen ...Theosophen, Hermetikern etc.. 

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