Frage von kruemel20, 25

Bin ich depressiv, was ist nur mit mir los?

Hallo liebe Community!

Ich hätte da eine ganz gewichtige Frage: Woran erkennt man, ob man unter einer Depression leidet? Mir ist letztens erst bewusst geworden, wie sehr ich mich zurück gezogen habe. Früher war ich immer auf dem Sprung, immer unterwegs hatte immer was vor oder geplant. Ich war immer gut drauf und freundlich. Mittlerweile ist das komplette Gegenteil der Fall. Ich sitze nur noch zuhause rum, lese, lerne und zeichne, unternehme kaum was und wenn hab ich nicht wirklich Lust auf etwas und bin nur halbwegs bei der Sache. Letztens hatte ich eine Verabredung mit einer guten Freundin und hab sie unter einer Notlüge einfach abgeschoben um stadessen alleine daheim herum zu sitzen. Ich fühl mich einfach immer müde schlapp und lustlos, hab zu nichts Bock, vorallem nicht dazu raus zu gehen. Wirklich glücklich war ich irgendwie auch schon länger nicht mehr. Eigentlich sieht mir das gar nicht ähnlich und mir ist sowas auch noch nie zuvor passiert. Ich hab mich auch schon gefragt was für einen Sinn Liebe hat (darauf gehe ich jetzt nicht näher ein) nicht das ich unglücklich verliebt wäre oder niemanden abbekommen würde oder sowas, ich bin zufrieden Single und mach mir einfach so Gedanken darüber. Und übers Leben. Über meinen Job den ich mal hab, mach mir Sorgen um meine Zukunft und Druck in der Schule. Würde oft am liebsten das ganze Leben lang schlafen und manchmal esse ich Unmengen an Süßkram, an anderen Tagen krieg ich nicht mal einen halben Teller mit Gemüse und Hähnchen runter. Und natürlich die Gedanken ums Essen und meine Figur, die in letzter Zeit auch immer erdrückender werden. Meine Frage also: Was ist mit mir los? Ich bin weiblich, 16 Jahre alt. Kennt einer von euch diese Situation? Ist das normal? Alle anderen haben immer was mit ihren Freunden vor oder gehen am Wochenende mal weg oder ins Kino, ich überhaupt nicht. Natürlich habe ich Freunde und ich bin auch recht beliebt, auch bei den Jungs, aber irgendwie habe ich nicht das Bedürfnis das groß zu pflegen. Das ist auch wieder merkwürdig. Manchmal betrinke ich mich auch total, (natürlich allein) weil mich manche Freunde einfach fertig machen und manchmal ist es mir vollkommen egal wenn jemand meint mir den Rücken kehren zu müssen. (Das ist aber beides nur bei meinen besten Freunden der Fall. Davon habe ich 3. und da gehts in letzter Zeit rund)

Ich weiß einfach nicht mehr richtig weiter.. ich verwirre mich selbst vollkommen.

Antwort
von Winterdrache, 10

Zum einem Teil würde ich die Schuld an deinem Gemütszustand auf Pubertät und Hormone schieben, zum anderen sind einige Anzeichen einer Depression bzw einer depressiven Verstimmung zu erkennen. Das beste, was du machen kannst, ist deinen Hausarzt aufsuchen. Der kann körperliche Ursachen wie z.B. Eisenmangel feststellen. Wenn da alles in Ordnung sein sollte, wäre es ratsam sich einem guten Freund anzuvertrauen oder deinen Eltern. Versuch Dinge zu finden, die dir Freude bereiten und beschäftige dich damit. Dass man sich in dem Alter Gedanken um Gott und die Welt macht, würde ich als normal bezeichnen. Sowas gehört bei der Selbstfindung und dem Erwachsenwerden dazu.

Sollte alles keine Besserung geben und du dich damit auch weiterhin nicht wohlfühlen bleibt nur noch der Gang zum Psychologen. Und keine Angst davor, das ist kein Zeichen von Schwäche oder übertrieben. Diese Menschen sind dazu ausgebildet zu verstehen, was du selber an dir nicht verstehst. Zudem kennen sie auch unzählige Lösungsansätze und zeigen dir einen Weg zurück in ein aktiveres Leben.

Wünsche dir viel Erfolg und drücke die Daumen.

Antwort
von Istriche, 6

Ich glaube nicht, dass du an einer Depression leidest.

Depressive Menschen sprechen oft von einem Loch, das ihre Gefühle aufsaugt. Sie haben auf nichts mehr Lust, fühlen keine Sorgen, keine Ängste, leben einfach nur noch vor sich hin.

Ich glaube eher, dass du in der Pubertät bist und dich aufgrund dessen veränderst. Mir ging das nicht anders. Ich hab mit 16 meine Freundschaften nicht mehr gepflegt, saß zu Hause rum, habe das Rauchen angefangen und mich auch regelmäßig deswegen betrunken. Alle Verabredungen wurden mit einer Notlüge abgeschoben und so weiter und so fort.

Aber das ging nach einiger Zeit wieder weg. Irgendwann kam es dann doch wieder, dass ich gemerkt habe, dass es so nicht weiter geht - dass es mir einfach auf lange Sicht gesehen nichts bringt.  Das war in der Zeit, in der die Kursstufe losging, da wurden die Klassen auch neu verteilt und ich habe neue Leute kennen gelernt, mit denen ich mich besser verstanden habe. Ab da ging es dann auch wieder bergaufwärts.

Kommentar von kruemel20 ,

Ehrlich gesagt gehts mir genau so. Ich trippel wortwörtlich schon mal am Abgrund und spüre dabei einfach rein gar nichts. Keine Angst, kein Adrenalin. Gar nichts. Ich hab auch überlegt wie schnell mein Fuß abrutschen könnte und ich mit ihm daran zu Grunde gehen würde, dachte mir dann aber wieso sollte ich? Und gleichzeitig weiß ich nicht wieso nicht. Total komisch.

Kommentar von Istriche ,

Klingt für mich so, als wäre dir alles gleichgültig, ist es das?

Kommentar von kruemel20 ,

Alles, außer Schule. Da mache ich mir in letzter Zeit einen enormen Druck. Allerdings gibt es dafür eigentlich auch keinen ersichtlichen Grund. Ich weiß auch nicht..

Kommentar von Istriche ,

Mir war damals gerade die Schule gleichgültig... hab in meiner "Hochzeit" auch extra geschwänzt, nur um daheim zu bleiben und zocken zu können.

Vielleicht hilft es dir ja, mit einer neutralen Person darüber zu reden, einem Facharzt vielleicht - so, wie samm1917 das schon gesagt hat. Selbst wenn du keine Depression hast, scheinst du ja doch einiges zu haben, was man aufarbeiten muss, zumindest um die Ursache für diese "Gleichgültigkeit" zu finden.

Kommentar von kruemel20 ,

Kann ich da einfach alleine hingehen, weißt du das?

Kommentar von Istriche ,

Ruf doch einfach mal in einer Praxis an und frage, wie das läuft. Die helfen dir da eher weiter als ich, ich kenne mich damit nämlich nicht aus. Bevor ich dahin gegangen bin, hab ich mich selbst irgendwie rausgezogen (wobei ich doch hätte hingehen sollen, nicht dass du auf falsche Gedanken kommst).

Kommentar von kruemel20 ,

Mh, ja, werde ich dann wohl tun müssen..

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 5

Es gibt einen grossen Unterschied zwischen dem, was man im Alltag "deprimiert" nennt und der Krankheit Depression. Ersteres ist eine normale Gefühlsreaktion, zweites eine ernstzunehmende Erkrankung.

Sozialer Rückzug etc. macht noch keine Depression aus. Zu einer Depression gehören ein ganzer Haufen von Symptomen. Abschliessend beurteilen kann dies jedoch nur eine Fachperson.

Ich gebe dir einen kurzen Überblick über die wissenschaftlichen Kriterien einer Depression. Diese sind im internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 festgehalten. Also jenes Werk, auf welches sich auch Ärzte und Psychologen bei Erstabklärungen berufen.

Damit man von einer Depression sprich müssen mind. 2 der folgenden Haupt- und 3 der folgenden Nebensymptomen während mind. 2 Wochen dauerhaft in ausreichender Stärke vorhanden sein.

Hauptsymptome
- Antriebslosigkeit und/oder erhöhte Ermüdbarkeit
- Freudlosigkeit und/oder Interessensverlust
- Depressive Grundstimmung (alles negativ sehen, hoffnungslos etc.)

Nebensymptome
- Schlafstörungen
- Psychomotorische Aktiviertheit oder Hemmung
- Suizidgedanken
- Veränderter Appetit
- Verminderte Konzentrationsfähigkeit
- Vermindertes Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen
- Schuldgefühle und/oder Entscheidungsschwierigkeiten

Wenn du unter diesen Symptomen leidest kontaktierte unbedingt eine Fachperson (Psychiater oder Psychologe). Du kannst dich auch zunächst an deinen Hausarzt wenden.

Kommentar von kruemel20 ,

Vielen Dank. Kann ich bei sowas alleine zu jemandem gehen? Oder muss ein Elternteil mitkommen?

Kommentar von samm1917 ,

du kannst alleine hingehen. Psychologen und Psychiater stehen unter Schweigepflicht. Deine Eltern werden es jedoch auf der Krankenkassenabrechung mitbekommen. Wenn du minderjährig bist, empfehle ich dir einen Kinder und Jugendpsychiater.

Antwort
von akaruikage, 7

Ich glaub nicht das du Depresiv bist. Depresive menschen verletzten sich selbst, weil sie sich nicht leiden können. Ich lege seit geraumer Zeit ein änliches Verhalten an den Tag und sehe mich selbst nicht als Depresiv, eher als Einsam an.

Ich hocke auch nur zuhause rum und verstecke meine wares selbst in der Anime/Manga welt. Liege im Bett und lese andauernd. Andere sprechen mich häufig darauf an.

Sieh dir diese Webseite mal an: https://www.palverlag.de/Einsamkeit.html Vielleicht kann sie dir eine kleine Hilfestellung bieten.

Kommentar von LittleMistery ,

Depressive verletzen nicht immer selbst.

Kommentar von akaruikage ,

Korrekt, aber ziemlich oft

Kommentar von kruemel20 ,

Ich fühle mich aber in keinster Weise allein oder ungeliebt. Im Gegenteil, ich wäre es gerne, alle sind mir zu aufdringlich.

Kommentar von akaruikage ,

Genau so wie es nicht Die ein Art von Alzheimer gibt, gibt es auch bei Einsamkeit variationen. (Ich bin kein Arzt aber ich gehe doch sehr stark davon aus)

Kommentar von kruemel20 ,

Naja aber in der von dir geschickten Website erkenne ich mich nirgends wieder. Ich habe keine Probleme Kontakte zu knüpfen, zu lächeln oder so etwas. Ich hab nur einfach nicht den Bedarf dazu neue Leute kennen zu lernen oder Freunde zu treffen. Lächeln tu ich genug, ich denke nicht das ich einen unglücklichen Eindruck mache, aber ich selbst nehme das gar nicht richtig war. Das ist wie ein Schalter, der umgelegt wird, sobald ich mich nach draußen begebe. Und genau darauf hab ich keine Lust. Obs mir damit gut geht kann ich irgendwie nicht sagen.

Antwort
von milonguero, 6

Das hört sich schon ziemlich nach einer Depression an. Ich würde es als erstes mit einer gesunden Ernährung und regelmäßigem Sport versuchen, das kann schon viel bringen. Das Sprichwort "ein gesunder Geist in einem gesunden Körper" kommt nicht von ungefähr.

Kommentar von kruemel20 ,

Ich betreibe Sport, besser, habe bis vor kurzem betrieben. Bin im Gym angemeldet, hatte immer Kurse, war immer am Schwitzen. Bis vor 4-5 Wochen. Aber unsportlich bin ich nicht. Ich bin auch nicht unsportlich oder übergewichtig. Und schlecht ernähren tue ich mich auch nicht, im Gegenteil, nur seit eben ca. 4-5 Wochen hab ich manchmal so Phasen..

Antwort
von LittleMistery, 7

Depressionen erkennt man nicht selbst. Die werden von Fachpersonen über längere Zeit hinweg diagnostiziert und nicht von jetzt auf gleich. Du bist 16, also in der Pubertät und außerdem ist bald Winter.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten