Frage von pupselisel, 90

Bin ich depressiv und falls ja ist fachliche Hilfe absolut erforderlich?

Hallo,

ich frage mich das, da ich mich seit mittlerweile ein paar Jahren innerlich leer und zunehmend antriebslos fühle. Ich habe die Schule soweit fertig, aber mir eine Ausbildungsstelle zu suchen scheint sooo anstrengend, oder zB der Führerschein steht auch an, aber ich mache einfach nichts.

Ich freue mich nie richtig über etwas, wie ich es früher ständig tat. eigentlich war ich immer extrem lebensfroh und hatte viele Freunde. Mittlerweile nervt mich jeder Mensch früher oder später (eher früher). Dinge wie das Malen, was eigentlich immer das tollste für mich war, machen auch nicht mehr wirklich Spaß und ich glaube nicht, dass ich in diesem Leben noch einmal glücklich werde.

Ich habe gaaaanz selten mal sowas wie Selbstmordgedanken, aber ich würde sagen, dass die noch kaum "ausgeprägt" sind..Betonung liegt auf "noch". Ich habe Angst, dass es irgendwann doch richtig ernst wird.

Ich möchte nicht in irgendeine Klinik, denn ich habe seit ein paar Monaten einen Hund, welcher mir verhältnismäßig viel Freude bereitet und ich liebe ihn über alles. Unter keinen Umständen möchte ich von ihr getrennt werden, nicht mal für zwei Tage.

Gibt es Wege, sowas alleine oder zu Hause zu bewältigen?

Falls jemand selbst Erfahrungen gemacht hat, die meine Fragen nicht direkt beantworten, würde ich mich trotzdem über ein paar Erfahrungsberichte freuen

sincerely yours

Antwort
von dermitdemball, 25

Unbedingt zum Arzt! Wenn Du wirklich so antriebslos und depri bist, dann musst Du das abklären lassen! 

Du kommst doch nicht sofort in eine Klinik! Ich würde Dir dringend raten geh zum Arzt solange Du noch kannst! - Unbehandelt werden Depressionen immer schlimmer und wenn Du mal ganz tief drin steckst, ziehst Du Dich nur mehr zurück und kapselt Dich ab und kannst/willst gar nicht mehr nach Hilfe fragen/suchen!

Bei einer Depression geraten Botenstoffe im Gehirn aus dem Gleichgewicht. Dafür kannst Du nichts! Im Anfangsstadium kann man sie noch relative gut mit Medikamenten behandeln! - Also bitte geh zum Arzt!

Alles Gute für Dich!

Kommentar von pupselisel ,

vielleicht sollte ich das mit dem Arzt allmählich wirklich mal in Betracht ziehen. Danke für deine wirklich gute Antwort

Kommentar von dermitdemball ,

Meine Tante ist Krankenschwester und hat auch eine Depression bekommen - aus heiterem Himmel - und wenn der Onkel nicht so Druck gemacht hätte, sagt sie heute, wäre sie nicht zum Arzt gegangen! - Heute geht es ihr wieder gut! 

Kommentar von pupselisel ,

das klingt gut, ich kann mir nämlich eigentlich nicht vorstellen dass man durch irgendeine Therapie wieder gute Laune bekommt

Antwort
von musenkumpel, 3

Is natürlich schon ne Woche her, aber ich kam bisher nich dazu.

Bei der Entscheidung zwischen Ausbildung und Führerschein hatte ich auch massive Probleme. Die ganze Zeit wurde so gut wie nichts von mir verlangt und dann auf einmal muss ich zwei Dinge erledigen die von gefühlt massiver Wichtigkeit für das spätere Leben sein sollen!

Mir gings dauernd immer schlechter, bis ich für den Führerhschein garkeine Kraft mehr hatte und das lernen und die Fahrschule für fast ein Jahr ausgesetzt hab um wenigstens die Anmeldegebühren zu sparen.

Ich hab dann in der Zeit erstmal n Minijob gesucht und mich mit interessanten Dingen beschäftigt: also am PC n Fahr-lernprogramm geschrieben. Das hat natürlich zwei Dinge auf einmal erledigt. Aber es ging hauptsächlich darum, was anderes zu tun, was auch Spass macht.

Jedenfalls wenn etwas so wichtig sein soll, kann man auch nicht für beides 100% geben. Entweder beides larifari oder das wichtigere zuerst, anders komm ich auch nicht zurecht.

Mit der Stimmung. Ich weiss nich, ob das jetzt an den Anforderungen liegt. Jedenfalls war oder ist das mit der Orientierung auch naja, ne Qual?

Nimm dir erstmal gedanklich ne Auszeit und sieh, dass du dich nicht stresst, also dass deine Gefühlswelt in geordnete Bahnen kommt. Dass du halt nicht das Gefühl hast, unter Druck zu sein oder das alles tun zu müssen.

Jedenfalls solang du es vor dir herschiebst löst du jeden Tag nur die
Hälfte des Problems und bist am Ende des Tages wieder und wieder
enttäuscht. Aber ne einfache Lösung für jetzt und sofort gibts auch
nicht.

Wenn du das dann mal n paar Wochen nicht vor dir herschiebst kannst du dir auch noch überlegen, wie du jetz an die Sache rangehst und dann überlegen was für dich wichtiger oder einfacher ist. Ist bei dir vielleicht anders besser als bei mir.

Also erstmal keine dieser 'Aufgaben', dann nach ein paar Wochen machst du schon das, was du meinst, denke ich. Nehms nicht so schwer. Wenn du Bock hast ne Bewerbung abzuschicken ok. Das spart auf jedenfall Nerven es langsam anzugehen.

(((Naja, wenn du Miete zahlst, dann is n Minijob vllt zu wenig. Wenn n Vollzeitjob zu viel is entweder nicht auf Dauer ALG oder Tagesklinik (als _Auszeit_, nich als Therapie ;P finde das wird (extrem) überbewertet...) )))

Antwort
von Mel1998, 39

Also, ich denke schon, dass du Depression hast, aber du kannst jetzt auch nicht zu 100% dem vertrauen, was ich schreibe. Immerhin bin ich keine Psychologin. Ich würde an deiner Stelle viel mehr Zeit mit deinem Hund verbringen. Er/sie tut dir ja gut und ich kann mir vorstellen, dass ein Hund eine gute Ablenkung von negativen Gedanken ist. Allgemein einen zum lächeln bringen kann usw. Wie sieht's denn mit Familie und wahren Freunden aus, wenn ich fragen darf?

Auch ich habe Depression, aber Selbstmord ist keine Option für mich. Egal wie groß mein Selbsthass ist. Kannst dir paar meiner Beiträge durchlesen, da du ja an Erfahrungsberichte interessiert bist. Aber Achtung: Habe nicht nur Depressionen.

Versuch's mal mit Sport. Das soll Depressionen vorbeugen (habe ich gehört). Ansonsten wird's ja langsam wärmer. Auch die Sonnenstrahlen haben eine gute Wirkung. Ansonsten würde ich dir auch empfehlen vielleicht einfach mal Filme/Serien zu gucken, die dir gefallen. Das ist eine gute Ablenkung. Wünsche dir auf jeden Fall alles Gute – Du schaffst das!

Antwort
von aidinia1905, 46

Also ich würde vorschlagen dringend zum therapeuthen zu gehen, damit du diese last nicht alleine tragen musst. Such hilfe bei engen freunden die auch wirklich deine freunde sind und denk dran du bist nicht allein und das leben ist voller abenteuer egal wie schlimm ein tag ist, es ist schlimmer nichts versucht zu habrn. Also mach deine ausbildung deine fs kauf dirn auto ne schicke wohnung und behalte freunde die immer für dich da waren.

Kommentar von pupselisel ,

 danke fürs "mach deine Ausbildung" .. ich glaube ein Auto um damit zur Arbeit und zurück zu fahren und ne leere Wohnung helfen mir auch nicht

Kommentar von aidinia1905 ,

ich glaube nicht das du weisst was ich gesagt habe... @pupselisel

Antwort
von CocoKiki2, 39

geh doch mal zum psychologen udn lass dir mal ein paar ordentliche pillen verschreiben.

aber ich würde dir raten: nimm das leben doch einfach locker flockig.

Kommentar von pupselisel ,

also wenn jemand das Leben locker flockig nimmt, dann bin ich das wirklich

Kommentar von CocoKiki2 ,

was macht dich denn dann so traurig?

Kommentar von pupselisel ,

richtig traurig bin ich ja nichtmal, es ist mehr eine ewige Gleichgültigkeit..und warum weiss ich auch nichtmal 

Kommentar von CocoKiki2 ,

ich würd sagen du holst dir mal schön ne ladung citalopram ab beim psychologen und dann machste mal ein paar verrückte dinge ohne rücksicht auf andere. hab einfach spaß, genieße jede kleinigkeit und finde heraus wer du bist.

Antwort
von Sinea99, 33

Hallo, ich habe gerade gelesen, das du sagst, du nimmst das Leben locker flockig . Das kann man aber nicht sagen, wenn man deine Frage liest, da bist du nämlich in allem sehr negativ eingestellt, bis auf deinen kleinen Hund. Ich würde sagen, du lässt dich einfach hängen und bist zu bequem, dich aufzuraffen und aktiv zu werden.

Wo lebst und wohnst du denn und wie oder wer bezahlt deinen Lebensunterhalt? Ändere deine Einstellung und beweise dir selber, dass du was leisten kannst. Du musst doch auch eine Vorstellung haben, wie deine Zukunft verlaufen soll. Wenn du das trotzdem nicht alleine schaffst, dann bleibt dir nicht anderes übrig, als einen Psychologen aufzusuchen.

Kommentar von pupselisel ,

na gut, dann bin ich also nur faul und nicht depressiv und sollte "einfach" mal machen?

Kommentar von Sinea99 ,

Ich kann mir vorstellen, dass dir meine Antwort nicht gefällt. Doch ich arbeite in einer psychosomatischen Klinik ,in der auf einer Station von 30 Patienten, nur fünf wirklich depressiv sind und wie ich die anderen erlebe, lässt mich eben nur so etwas sagen. Sorge dafür, dass du nie ernsthaft depressiv wirst, denn das ist dann wirklich kein Leben und dann würde dich auch dein Hund nicht mehr interessieren. Ich will dich nur ein bisschen wachrütteln.

Kommentar von pupselisel ,

nagut und wie sorge ich dafür dass ich nie depressiv werde?

Kommentar von pupselisel ,

und da du ja vom Fach bist: wie sieht denn eine richtige Depression aus? und ab wann sollte man nicht mehr nur weniger bequem sein und kann sich gerechtfertigt ärztliche Hilfe holen?

Kommentar von Sinea99 ,

Ich bin kein Arzt, doch ich sehe in meinem Job deutlich den Unterschied, was Depressionen angeht. Dieses Wort ist heute schon ein üblicher Gebrauch bei jungen Menschen, in deren Leben nicht alles reibungslos verläuft. Sie flüchten sich dann in eine sogenannte Depression, denn das ist ja bequemer als selber zu versuchen, Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.

Eine richtige Depression ist rein psychisch bedingt und hat immer eine Ursache, das heißt, die Seele wird mit irgendeiner schweren Belastung nicht mehr fertig und das kann so beeinträchtigen, dass man jedes Interesse m Leben verliert und man nicht mehr in der Lage ist, es alleine zu meistern. Das kann man dann nur mit professioneller Hilfe und vielleicht mit Medikamente in den Griff bekommen.

Bei dir sehe ich mehr, dass es eben an deiner Einstellung und an deinem Denken liegt. Ich hoffe, dass es wirklich so ist, denn das kannst du ja ändern, wenn du willst. Dann brauchst du auch nicht zu befürchten einmal eine richtige Depression zu bekommen. Du hast einen kleinen Hund, an dem du deine Freude hast. Versuche auch  andere Dinge lockerer zu sehen. Sorge in deinem Leben für Abwechslung, Aktivität und nimm Freunde und überhaupt Menschen so, wie sie sind. Dann wird es dir ganz bestimmt auch bald wieder besser gehen.

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