Generell hast du keine administrativen Probleme, um als Österreicher (also als EU-Mitglied) in ein anderes EU-Land (also Deutschland/Berlin) umzuziehen. Theoretisch geht das mit einem gepackten Koffer, einem Personalausweis (oder Reisepass) und ein paar Euro. Siehe Einzelheiten hier: www.eu.eu
In der Praxis gehört natürlich ein bisschen mehr dazu, aber das weißt du ja selbst: Arbeitsmäßig kommt es auf deinen Beruf an. Berlin sucht Fach- und Spitzenkräfte in der Technik, Wissenschaft und bei Computern, bei Elektro-, Chemie- und anderen Fachberufen; auch Leute im Tourismus-, Hotel- und Gastronomiegewerbe, aber für Hilfsarbeiten hat Berlin genügend eigene Arbeitslose. Dein österreichisches Arbeitsamt kann online bereits den Berliner Arbeitsmarkt einsehen und dich beraten.
Zweitens: Die Wohnungsfrage. Vor ein igen jahren war der Berliner Wohungsmarkt noch der beste und preisgünstigste in ganz Deutschland. Das hat sich seit über einem Jahr geändert. Alles will nach Berlin, die Mieten steigen und vor allem kleinere Wohnungen für Singles (bis etwa 55 m2) sind nicht mehr zu bekommen. Dann kommt es darauf an, in welchem Stadtteil du Arbeit und wohnung findest. Es gibt in Berlin vornehme und teure Stadtteile (wie Charlottenburg, Grunewald oder Steglitz-Zehlendorf), aber auch Stadtteile, in die kaum jemand ziehen will (z.B. Neukölln, teilweise auch Kreuzberg oder Wedding). Aber selbst in Kreuzberg zahlst du für eine kleine Altbauwohnung bereits 400 und mehr Euro pro Monat.
Arbeitslosengeld oder Staastknete (z.B. Sozialhilfe) bekommst du erst, nachdem du mindestens sechs Monate hier legal und sozialversicherungspflichtig gearbeitet hast. Du kannst aber für drei Monate hier Arbeitslosengeld bekommen, WENN du BEREITS in Österreich Recht auf Arbeitslosengeld hattest. Dazu musst du unbedingt vor deinem Wegzug aus Österreich von deinem dortigen Arbeitsamt ein "EU-Beweisformular" mitbringen.
Hunde: Für bestimmte Hunde herrscht hier Maulkorbpflicht. Außerdem sind pro Hund und pro Monat 10 Euro Hundesteuer zu zahlen. Der Vermieter muss im Mietvertrag schriftlich der Hundehaltung zustimmen.
Wie gesagt: Berlin ist eine boomende Stadt. Man kann es hier schaffen, aber man kann auch gewaltig unter die Räder kommen. In Berlin herrschen tiefste Armut und soziales Abseits dicht nebenneinander mit Wohlstand und Lebensqualität. Du hast zu wenig Angaben zu deinen Berufs- und Lebensumständen gemacht, um eine einigermaßen brauchbare Prognose für dich zu stellen. Wenn du ein bisschen Spargeld, einen guten Beruf, Arbeit und Wohnung hast, dann lässt es sich in Berlin wunderbar leben.
Wenn du aber am sozialen Rand als "Künstler" oder Aussteiger leben willst, das geht auch in Berlin; aber leider mit eingeschränkter Lebensqualität. In Berlin ist eigentlich für Alle Platz: es kommt darauf an, in welcher Form du leben willst. Wenn du nach einer Scheidung einen beruflichen, sozialen, kulturellen und menschlichen Neuanfang suchst, und ein gewisses Risiko eingehen kannst, dann wäre Berlin dafür kein schlechter Ort.
Danke erstmal für die schnellen antworten....
zurzeit bin ich Selbständig mit einer Videothek und sonst habe ich meistens als Verkäuferin gearbeitet...was ich eigentlich auch in Berlin vor habe(hoffentlich :)...)
es ist so das meine Hunde leider nennt man sie so Kampfhunde sind aber sie Tragen ja auch hier schon nen Maulkorb...
Und wegen Wohnung habe ich mich auf ein paar Immobilien Seiten umgesehen und da fand ich eigentlich recht viele Wohnungen in Berlin Marzahn die mir gut gefallen es ist ja so das ich nicht alleine gehe mein Bester Freund geht mit und der ist gelernter Frisör und sein letzter Beruf ist Steward am Zug.... Hoffe das ist jetzt etwas Hilfreicher....
;) bis dann
Ja, als junge Verkäuferin müsste sich in Berlin was ergeben. Für Zugsteward sehe ich ein bisschen schwarz, da werden gerade Stellen abgebaut, aber nicht angeboten. Friseur müsste in Berlin Chancen haben, aber leider schlecht bezahlt, die leben mehr vom Trinkgeld, es gibt in fast jeder Straße mehrere Friseurläden.
Ja, in Marzahn gibt es Wohnungen, aber das sind riesige Plattenbauten aus DDR-Zeiten im hohen Norden und im Ostteil Berlins, ziemlich weit weg vom Zentrum. Arbeitersiedlungen mit einem gewissen "Sozialkonflikt", aber immer noch besser als die Konflikte in Neukölln und Kreuzberg. Aber man wohnt eben in Marzahn etwas isoliert.
Schau dich doch einmal auf der Webseite der Wohnbaugesellschaft "Stadt und Land" um, die haben in Treptow und Köpenick gute Angebote und mit denen habe ich gute Erfahrungen gemacht. Vor allen Dingen solltest du Mietverträge mit Privatanbietern vermeiden, das sind Spekulanten und Halsabschneider, bei denen kannst du unangenehme Überraschungen erleben. Am besten sind (gemeinnützige) Wohnbaugesellschaften, bei denen die Stadt noch ihre Hände im Spiel hat. Makler sollte man auch vergessen, lieber gleich mit den Wohnbaugesellschaften verhandeln. Es wird zwar überall eine Mietkaution von zwei Monatsmieten verlangt, aber keine Maklergebühr und keine Provisionen, die sind derzeit in Berlin noch unüblich.