Frage von HerlockSholmes, 193

Bin bi/lesbisch. Es belastet meine Psyche sehr?

Hi, Leute. Wie man schon oben lesen kann, bin ich entweder bi oder lesbisch. Ich fühle mich auf jeden Fall auch (oder mehr?) zu Frauen hingezogen. Früher habe ich diese Gedanken verdrängt, heute habe ich es in meinem Kopf mir selbst eingestanden.

Trotzdem belastet meine Sexualität meine Psyche sehr. Mir ist irgendwie klar, dass ich mich nie trauen werde, mich zu outen oder meine Sexualität auszuleben, oder wenn, dann müsste ich ein Doppelleben führen und darauf habe ich keine Lust und die andere Person, mit der ich später dann eine Beziehung eingehen würde, bestimmt auch nicht, was ja auch verständlich ist.

Bin in einer homophoben, engstirnigen, scheinheilig religiösen Umgebung aufgewachsen. Ich kenne niemanden, der so ist wie ich. Sie werden mich nie verstehen können.

Ich komm hier nicht raus und sehe keinen Ausweg. Ich bin irgendwie all das, was meine Eltern enttäuschen würde. Bi/Lesbisch, Atheist, depressiv usw.

Einfach generell das schwarze Schaf der Familie...

Die Selbstmordgedanken werden immer schlimmer und ich trau mich auch nicht, mir Hilfe zu holen, weil ich niemandem sagen kann wie ich mich fühle. Außerdem habe ich Angst, dass es später bei 'ner Jobsuche o.ä. negativ ankommen kann, wenn sie erfahren, dass ich in Therapie war/bin...

Ich halte das nicht länger aus und weiß nicht was ich tun soll. Am liebsten würde ich all das gerade beenden, wenn ich den Mut dazu hätte. Es ist kaum auszuhalten... wirklich.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MuseMelpomene, 44

Du schreibst öffentlich in ein Forum, wie's dir geht, kannst es aber niemandem sagen?? Bitte hole dir gaaanz dringen Hilfe!!!

Du solltest dich auch erst einmal um dich kümmern und nicht über Menschen nachdenken, die du potentiell irgendwann einmal kennen lernen wirst. Es ist zum Glück auch immer selbstverständlicher, dass jede*r mal in ne Situation kommen kann, in der man mal psychologische Hilfe brauchen kann und es ist zum Glück auf für die Mehrheit der Menschen immer selbstverständlicher, diese Hilfe dann auch anzunehmen. Solange du es mit der entsprechenden Hilfe schaffst, da raus zu kommen, wird das auch überhaupt kein Problem sein für einen zukünftigen Arbeitgeber.

Nach dem, was du schilderst, ist deine Familie eher das Problem, nicht du! Weißt du, in Deutschland sprechen wir von "schwarzen Schafen", da hier einfach die meisten Schafe weiß sind. Ich war im Urlaub auf den Färöer Inseln. Da sind die meisten Schafe grau oder braun oder gescheckt oder mit Kuhflecken oder vorne weiß und hinten schwarz oder sonst irgendwie bunt. Da fällt ein komplett schwarzes Schaf weniger auf als ein weißes. Was ich damit sagen will? Nicht du bist falsch! Du bist nur einfach in einem für dich falschen Umfeld! Aber du wirst erwachsen und - zumindest mit entsprechender Unterstützung - immer mehr fähig sein, dein eigenes Leben zu leben in einem Umfeld, dass dir auch entspricht.

Bitte wende dich an irgendeine Beratungsstelle, irgendein Sorgentelefon oder ähnliches. Aber fange bitte einfach mal damit an, dir Hilfe zu holen. Die können dir dann ggf. auch weitere Ansprechpartner*innen vermitteln.

Wenn du nicht mit jemandem telefonisch sprechen willst, hier gibt es auch mehrere Angebote an E-Mail- oder Chatberatung. http://www.dajeb.de/bwtel.htm

Du hast es schon geschafft, hier deine Probleme zu schildern. Dann schreibe sie bitte noch mal an jemanden, der dir wirklich weiterhelfen kann. Wir können dir hier nur Tipps geben, dich an jemanden zu wenden. Wirklich weiterhelfen können wir dir hier nicht.

Viel Erfolg dabei und lass dich bitte nicht unterkriegen! Du bist ein sehr wertvoller Mensch, ganz genau so, wie du bist. Und wenn dein Umfeld das nicht versteht, dann machen sie was falsch und nicht du!

Kommentar von Rixon ,

Sehr gut geschrieben. Möchte nur erweitern, dass die Stellen, wo sie sich Hilfe holt eine Schweigepflicht haben. Es kann also nicht passieren, dass ein zukünftiger Arbeitgeber sowas mitbekommt. Und wenn der Arbeitgeber irgendwie der Onkel ist und das so nebenbei einfach mitbekommen hat, dass sie zu einer Beratungsstelle geht, kann sie es ja auf Stress in der Schule schieben.

Antwort
von KampfKuchen15, 50

Guten Abend :) Ich habe mir auch mal deine anderen Fragen durchgelesen...
Ich war niemals derart depressiv und habe nie ernsthaft an Selbstmord gedacht... Dennoch versuche ich Dir irgendwie zu helfen.

Auch wenn Du es nicht glaubst. (Habe ich auch nie, bis es dann so war) Es wird besser. :)

Bei mir war es so: Als ich auf die weiterführende Schule gekommen bin, habe ich genau zwei Freunde gefunden... Im Nachhinein eigentlich nur eine "Zweckfreundschaft" (Auch wenn das jetzt hart klingt) Ich habe die Beiden echt gerne, aber sie waren nie Personen, denen ich alles erzählt hätte. Und ich habe mich immer gefragt, wieso ich keine Person finde, bei der ich eben das machen kann. Das hat mich zu der Zeit echt heruntergezogen... Aber dann auf einmal haben wir innerhalb der Klasse Freunde gefunden und wurden zu einer kleinen Gruppe... Und das war echt toll :)

Und ein halbes Jahr später kam es noch besser... Da habe ich nämlich meine beiden besten Freunde kennengelernt... Eine aus derselben Stufe und eine aus der Stufe über mir :) Personen, bei denen ich niemals gedacht hätte, dass wir überhaupt mal mehr als sonst (wenn überhaupt) im Unterricht reden... Und diesmal sind es wirklich meine besten Freunde, denen ich auch alles erzählen kann.^^

Du siehst also... Auch wenn Du nicht einmal im Traum dran denken kannst: Es wird besser... Klar wird es schlechte Zeiten geben... Deine schlechte Zeit scheint momentan zu sein. Und das ist schade. Aber es lohnt sich. Es lohnt sich wirklich. :)

Und wegen deiner Sexualität...
Viele Jugendliche (genauso wie ich :P) machen sich Gedanken zum Outing... Und in vielen Fällen ist es gar nicht so schlimm sich der Familie zu offenbaren...
Aber wenn Du sagst, dass deine Eltern sehr sehr negativ reagieren werden (Sprich, Dich rauswerfen würden oder sowas), dann würde ich Dir raten nichts zu erzählen... Auch wenn es schlimm klingt, wäre es vermutlich besser darauf zu warten selbstständig zu sein.

Du hast ja auch das Thema Therapie angesprochen... Da würde ich sagen, dass Du vielleicht erstmal zu einem Lehrer gehst und Dich dort anvertraust... Ein Lehrer kann Dir weiterhelfen und unterstützt Dich auch, wenn Du deinen Eltern erzählen willst, dass Du in Therapie möchtest. Auch wenn Du sagst, dass sie enttäuscht sein werden, denke ich, dass sie verstehen werden in welcher Lage Du bist. Es wäre nicht das erste Mal. :) Aber such Dir bitte jemanden, dem Du Dich anvertrauen kannst... :)

Außerdem könntest Du Dich im Internet über  Lgbtq+ Gruppen informieren... Somit hättest Du dann Leute, mit denen Du über dieses Thema sprechen kannst. :) Das würde Dir sicherlich auch weiterhelfen. :) Ansonsten kannst Du natürlich auch mich hier anschreiben, wenn Du jemanden zum reden brauchst.^^

Naja... Ich hoffe, dass ich Dir in irgendeiner Art und Weise helfen konnte. Ich hoffe, dass Du erkennst, dass das Leben so viele Möglichkeiten bietet und es sich lohnt sich durchzubeißen. :)
LG :)

Antwort
von flunra39, 31

du wirst mit einer Therapie lebenslang gut beraten worden sein. Drück dich nicht länger davor. Auch, weil heute Therapien zunehmend anerkannt und nicht mehr tabuiert sind (Vielleicht in deinem Dof noc h nicht so, aber da kommst du (hoffentlich!) bald heraus).

Und dann: In der Therapie (deren erste Sitzungen kostenlos sin d!) wirst du

erkennen,dass in deinem Text DER 2. ABSATZ vollkommen auf einer SCHIEFEN WAHRNEHMUNG beruht und NICHT STIMMT.

Das aber wird  u.a. das Erfreuliche  in der Therapie sein und dich glücklich, mindestens aber zufrieden mit dir selber machen.

Antwort
von asiawok, 39

Wir können dir leider mit Wörtern wenig helfen

Antwort
von gxrlxgxrl, 31

Homosexualität ist doch nix schlimmes, egal was deine Familie sagt!
Es ist etwas ganz natürliches
Mach dich deswegen nicht verrückt.
Wie alt bist du?
Mit der Zeit wirst du dich sicherlich damit abfinden und es genießen
Ich wünsche dir das Beste

Antwort
von m01051958, 77

Allein deine Fragen die du hier alle gestellt hast , deuten sehr darauf hin das du ernsthaft psychische Probleme hast..deswegen solltest du dich zum eigenen Schutz, jemanden anvertrauen und einen Psycho aufsuchen. Das wird nur außerhalb einer Klinik lange dauern, weil immer mehr Kids diese und ähnliche Probleme haben und Psychologen beschäftigen..

Antwort
von emoschlumpf666, 36

homosexualität gibt es in über 450 spezien. homophobie nur in einer. was sieht nun unnatürlich aus?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community