Das ist ein Problem, das immer mehr zunimmt - besonders problematisch ist es, wenn man bis Spätnachmittag Schule hat (was immer häufiger der Fall ist) und es einen Tag gibt, an dem man besonders viele verschiedene Fächer hat. Wenn es dann noch schriftliche Hausaufgaben gibt, hat man gar keine andere Möglichkeit, als die Bücher immer bei sich zu haben.
Am schlimmsten war es bei mir in der 11. Klasse, direkt vor der Kollegstufe, denn da hat man gewöhnlich die größte Fächeranzahl. Hatte mir mal einen "Spaß" gemacht und den Schulranzen auf eine Waage gestellt - deutlich über 10 kg. Dann noch Sportzeug in einer eigenen Tasche und schon sieht es so aus, als ob man für mehrere Tage verreisen würde. Mich persönlich hat es aber nicht gestört, weil ich grundsätzlich alle Bücher bei mir haben wollte und keine Schwierigkeiten damit hatte, etwas mehr Gewicht herumzutragen. Aber mittlerweile dürfte sich das Problem verschärft haben (G8), und wenn man sich Schüler aus der Unterstufe (5.-7. Klasse) ansieht, die ihren Ranzen kaum mit einer Hand hochheben können, bemerkt man doch, dass etwas ziemlich im Argen liegt.
Was man dagegen tun kann:
Frühstück und/oder Mittagessen in/bei der Schule kaufen - habe ich immer so gemacht, weil es dann frischer und nicht einmal recht viel teurer war (es sollte in jeder Schule einen Pausenverkauf und eine Cafeteria geben, ansonsten nahegelegene Läden aufsuchen)
sich mit dem Tischnachbarn abwechseln, wenn große Bücher wie Atlanten mitzunehmen sind (oder eben unter der Bank lassen)
nur das mitnehmen, was man wirklich benötigt - kein Geometrie-Buch, wenn Algebra ansteht, kein Schreibblock mit 200 Seiten (lieber nur ein paar leere Seiten mitnehmen)
hochwertigen Rucksack kaufen: Ich hatte erst einen billigen, dann einen Eastpack mit extra Polsterungen - sehr großer Unterschied, was den Tragekomfort angeht!
An den Schulen sehe ich immer wieder Schüler und auch Lehrer mit Rollkoffern herumlaufen - das halte ich für keine gute Lösung, macht erstens viel Lärm und bei Treppen und anderen Hindernissen muss er eigens mit der Hand getragen werden.
Schulleiter braucht man wegen dieser Sache gar nicht erst anzusprechen, die sind mit derart viel beschäftigt, dass sie kaum Zeit für "kleine alltägliche" Probleme haben (soll kein Vorwurf sein). Klassenleiter und Fachlehrer sind die besseren Ansprechpartner, aber auch hier kann man - je nach Lehrertyp - auf taube Ohren stoßen. Einige Lehrer geben von sich aus genaue Anweisungen oder weisen explizit darauf hin, wenn ein Buch nur für das Lernen zu Hause genutzt werden soll und für den Unterricht nicht (immer) benötigt wird (betrifft vor allem Grammatikbücher und Bücher zum Üben).
Laptops werden sich nie durchsetzen - das käme zu teuer, würde an den meisten Schulen mehr Stromanschlüsse voraussetzen und wäre lerntechnisch nicht sinnvoll: Wenn man per Hand mitschreibt, wird der Stoff viel besser verinnerlicht als per Tastendruck - wer Lernzeit sparen will, sollte also zum Stift greifen (vor allem bei Sprachen!).
Die ganze Thematik ist eine schwierige, zumal man sich nur schwer mit Gleichgesinnten zusammenschließen kann - wenn ein Lehrer nicht auf das Problem eingeht oder eingehen will, steht man auf verlorenem Posten. Also mein Rat: Erst bei sich schauen, was man ändern könnte - es genügt, das Allernötigste im Ranzen zu haben. Und was mir ebenso wichtig erscheint: Ein hochwertiger Rucksack (der hält dann auch viel länger - habe meinen immer noch). ;-)
Danke für Deine Antwort! In den Link werde ich mich mal einlesen und schaun, ob es dass in unserem Bundesland auch gibt!
Deine Selbsthilfe-Vorschläge werden von uns und allen mir bekannten Eltern und Schülern genutzt!
•Lehrer, die selber schulpflichtige Kinder haben, sind meistens deutlich verständnisvoller --- Aber warum halten alle still und lassen weiter schleppen?
Was bringen denn die ganzen U-Untersuchungen der Kids, wenn die Spätfolgen hier von allen scheinbar ignoriert werden?...:-/
Vielleicht sind in ein paar Jahren E-Books Standard.
Eltern, deren Kinder hohe Absätze (oder vor ein paar Jahren Plateauschuhe) tragen, finde ich in dem Zusammenhang weniger überzeugend. Das ist meine persönliche Meinung.
Die Klassenpflegschaft kann das Thema in die Schulpflegschaft einbringen. Teilweise gibt es auch Pflegschaften für die ganze Stadt, den ganzen Regierungsbezirk usw.
Evtl. den Verband der Orthopäden ansprechen. Aussagen aus dieser Richtung haben ein ganz anderes Gewicht. Meines Wissens gab es von denen vor einigen Jahren auch eine Aussage, die es bis auf die erste Seite der Zeitungen geschafft hat.
Sonst ggf. auch die Fachschaft der Sportlehrer ansprechen. Vermutlich gibt es spezielle Bewegungsübungen, die man bei Beginn und Ende des Sportunterrichts einbauen kann (Sportlehrer mit eigenen Schulkindern haben ggf. mehr Verständinis für das Problem).
Teilweise hat auch der Schulförderverein Möglichkeiten, z.B. Schließfächer für seltener benötigte Bücher anschaffen (zunächst testweise in den am stärksten betroffenen Klassen) oder nächstes Schulfest zum "Tag des Rückens" erklären.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,579357,00.html
.familie.de/kind/schule/artikel/der-richtige-schulranzen/interview-mit-orthopaede-dr-patrik-reize/
Schwere Bücher sollen möglichst nah am Rücken getragen werden.
Danke für den Stern!