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Bildinterpretation!!-Jude und Kreuzigung???!?! Wie geht das?? Brauche Hilfe?

Frage von ghmuevideo ghmuevideo

Hallo,

 

im Anhang seht ihr ein Bild eines jüdischen siebenbürgischen Malers von 1935.

Das Werk transponiert eine Message, aber welche?

Im Hintergund des Hauses ist ein Erhängter dargestellt, weiterhin steigt über dem Grabstein eine Seele auf. Daneben ist Jesus gekreuzigt (Die Juden glauben doch daran, dass der Messias noch kommen muss, wie kann er dann gekreuzigt sein?? )

Zudem trinkt und raucht der Dargestellte, was ich mir schwerlich bei einem orthodoxen Juden vorstellen kann (ich bin nicht sehr fit in der Thora, vllt. liege ich auch falsch)

Weiterhin finde ich für die Entstehungsphase die Symbolik verwirrend. 1935 war der Faschismus in Rumänien nicht so weit vorgeschritten, dass ein Mensch auf solche Symboliken zurückgreift. Vielleicht soll das Werk nicht primär die Trauer verarbeiten sondern eine Vision, Prognose erteilen??

Wer mir bitte helfen kann, dem danke ich wirklich sehr :-)

 

LG und frohe Ostern

ghmuevide0

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Antworten (3)

  • 2
    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von Yakhin Yakhin

    Schalom!

    Ein sehr interessantes Bild!

    Vielleicht können Dir folgende Infos zum Judentum und zu der Situation der Juden in Siebenbürgen zur fraglichen Zeit für Deine Bildinterpretation weiterhelfen:

    Es gibt in der jüdischen Religion kein Gebot, dass das Trinken oder Rauchen verbietet (Ausnahme: Schabat, Jom Kippur und Tisch`a beAw (dem Tag des jüdischen Kalenders, an dem beide Tempel zerstört wurden und an dem orthodoxe Juden fasten und auch -. wie am Schabbat kein Feuer entzünden).

    Der orthodoxe Jude im Vordergrund hat auf dem Tisch neben sich Geldscheine aufgestapelt und noch etwas anderes Flaches und Quadratisches (ich kann nicht erkennen, worum es sich handelt) - er befindet sich also am Ende eines Arbeitstages und damit nicht am Abend eines jüdischen Festes oder Schabats. Dies ist auch erkennbar an dem sichelförmigen Mond: Sämtliche jüdischen Feste finden zum Zeitpunkt des Vollmondes statt (einzige Ausnahme: Das jüdische Neujahr, welches immer auf den Neumond, also den Beginn der jüdischen Monate, fällt).

    Im Hintergrund sieht man ein Gebäude, das entweder ein Kirche oder eine Synagoge ist und in der noch Licht brennt.. Da es sich - wie zuvor erklärt - weder um einen jüdischen Feiertag noch um einen Schabbat handelt und der orthodoxe Jude mit seiner Zigarette und dem Wein nicht gerade wirkt, als sei er gerade aus der Synagoge vom Abendgebet zurückgekehrt, liegt die Annahme nahe, dass es sich um eine christliche Kirche handelt.

    Im Erdgeschoss des erleuchteten Hauses sieht man eine Familie um einen feierlichen Esstisch sitzen - offenbar ein Fest, das auf christliche Traditionen zurückgeht (vielleicht gibt es eine Analogie zwischen der Farbe des Lichts, das in der Kirche noch brennt und dem des erleuchteten Hauses?).

    Unten feiert man, im zweiten Stockwerk hat sich jemand aufgehängt.

    Und jetzt ein kleiner historischer Exkurs zur Lage der Juden in der Zeit in den 30iger Jahren des 20. Jhdts.:

    Schon zu dieser Zeit (und auch schon lange zuvor) hat es in Siebenbürgen einen Antisemitis gegeben, und die christliche Kirche war sehr wohl faschistisch eingestellt und deutlich gegen die Juden gerichtet. Allerdings hatten sie ein Problem damit, dass Jesus selbst ebenfalls Jude war und versuchten, aus den widersprüchlichen Stammbäumen Jesu im Lukas- und im Markusevang. des NT eine griechische Abstammung nachzuweisen.

    Und: Wir Juden glauben, dass der Messias noch kommen wird, haben aber keine Zweifel daran, dass der historische Jesus, der letztlich einer von uns war, existiert hat und auch gekreuzigt wurde (die übliche Todesstrafe der Römer: Jesus war nur einer unter vielen Juden, die von den Römern gekreuzigt wurden). Dies bedeutet nicht, dass er der Messias ist (denn nirgendwo wird in der Tanach der Juden (AT) erwähnt, dass der kommende Messias einen Kreuzigungstod erleiden würde).

    Eine Diagonale im Zimmer des Erhängten bildet eine unterbrochene Linie zu dem Kreuz, dem Symbol der Christen. Hieraus muss wohl ein Bezug zwischen der soeben verflüchtigten Seele zum Kreuz (Erlösung durch Jesus nach dem Glauben der Christen) abgeleitet werden können. Der Selbstmörder (nach jüdischer Religion ist es strikt verboten, sich selbst das Leben zu nehmen) ist offenbar ein Christ und erhofft sich Erlösung durch die Gestalt des Jesus (seinem christlichen Glauben nach). Seine Seele, die dann im Bild ebenfalls angedeutet ist., bewegt sich auf die Grabsteine zu, von denen der ganz oben rechts dargestellte einen deutlichen Davidstern aufweist, also ein jüdisches Grab ist. Interpretation: Der Selbstmörder erhofft sich Erlösung durch den Messias nach christlichem Glauben - seine aufsteigende Seele erkennt aber, dass er einer Irrlehre erlegen ist (da Jesus ein Jude war) und wendet sich den Grabsteinen zu, dem Symbol für den Tod.

    Ich hoffe, Dir geholfen zu haben!

     

    LG Yakhin

    Kommentar von Yakhin YakhinYakhin

    PS:

    Kurzer Nachsatz, um Missverständnissen vorzubeugen: Am Schabbat ist Rauchen nach den Schabbatgesetzen nicht erlaubt. Für das Trinken von Alkohol gilt das nicht.

    Kommentar von santoberger santobergersantoberger

    Vorab: Antisemiten, bzw. Antijuden dürften sich nicht Christen nennen, weil Jesus Christus (Gottes-Held) eindeutig von Sem, bzw. Juda abstammt, und die Nächstenliebe, bzw. Feindesliebe jedem Christen geboten ist.Urteile aber nicht (zu ungebildet) über das Neue Testament (NT) Gottes:Es gibt keine Widersprüche im NT, auch nicht gegen das AT, denn alles ist Gottes Wort. Im NT wird jedes Buch des AT mindestens einmal zitiert, vor allem in der Erfüllung der Prophezeiungen des AT auf Jesus, dem Lamm Gottes.Vom Markusevangelium kannst Du gar keinen Stammbaum angeben ;-) ich weiss aber, dass Du den "kürzeren" Stammbaum des Matthäusevangeliums meinst, dieser beginnt bei Abraham und nennt nur die wichtigsten Vorfahren, wie das "ewige" Königtum David, das nur durch Jesus ewigen Bestand hat.

    Kommentar von Yakhin YakhinYakhin

    Zum Thema Antisemitismus und christliche Kirche:

    Und wie ist dann die Haltung der christlichen Kirche während der Nazizeit zu erklären?

    Zum Stammbaum: Um Ausreden bzgl. irgendwelcher Ungereimtheiten im NT war die christliche Kirche niemals verlegen.

    Weitere Einzelheiten hierzu möchte ich mir sparen, da es bei vorliegender Frage um eine Bildinterpretation und nicht um eine religiöse Diskussion geht.

    LG Yakhin

    Kommentar von jupchen jupchen

    Das ist mal wieder Typisch.. Wann immer die Religion an der Glaubenslehre von Abraham gezweifelt wird ,...kommt die Nazikeule.

    Was heißt NT ??

    ZITAT: Jesus

    Aus dem Evangelium

    Johannes 8, 44 Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.

    Kommentar von derdorfbengel derdorfbengelderdorfbengel

    Diese Antwort ist so exzellent durchdacht, dass sich eine eigene verbietet, hier könnte man allenfalls noch ergänzende Anmerkungen bringen!

    Kommentar von Yakhin YakhinYakhin

    Danke für die Blumen, Dorfbengel, und viele Grüße!

    Yakhin

    Kommentar von ghmuevideo ghmuevideoghmuevideo

    Von mir auch noch einen dicken Strauß Blumen ;-)

    Kommentar von Yakhin YakhinYakhin

    Danke auch Dir für den dicken Strauß Blumen und für das Kompliment!

     

    Kommentar von ghmuevideo ghmuevideoghmuevideo

    ;-)

  • 1
    Antwort von nowka2 nowka2

    nur die orthodoxen juden glauben noch an einen kommenden messias.


    das bild scheint mir von einem alkoholkranken menschen gemalt zu sein.


     

  • 0
    Antwort von SirJolle SirJolle

    mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm

    Kommentar von ghmuevideo ghmuevideoghmuevideo

    Hääääääääääääääääääääääääääääääääääääääää ???

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