Frage von Happiness88, 21

Bilder leichter erfassen als Texte?

Stimmt es, dass Bildinhalte schneller erfasst und von uns eingeordnet werden als Texte Ich persönlich kann mich dieser Behauptung bzw Aussage nicht zustimmen, da ich der Meinung bin, dass es doch im Grunde genommen von dem Bild, von der Abbildung abhängt bzw von dem Betrachter selbst und seiner Bildkompetenz, ob er ein Bild schnell erfasst und versteht oder nicht. Es ist ja oft so, dass gerade junge Menschen grosse Schwierigkeiten haben, einzelne Elemente eines Gemäldes aus dem Mittelalter zu einem Ganzen einzufügen, da sie die einzelnen Bedeutungsmerkmale des Bildes nicht identifizieren können aufgrund des fehlenden Wissens über die zeit- und raumbezogenen Aspekte

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von berkersheim, 14

Ich stimme einerseits DillyMean zu, dass die Typen eine große Rolle spielen. Andererseits sprechen Bilder emotionaler und komplexer an, wobei das keine Garantie dafür ist, dass Bilder bei allen gleich entschlüsselt werden. Wenn sich Epikur dagegen wehrt, Sprache und Begriffe unkritisch zu benutzen, ihre Wurzeln zu ergründen, weil sonst in Oberflächlichkeit und Denkfaulheit schnell falsche Meinungen gebildet werden, besteht diese Gefahr in der Kommunikation mit Bildern noch schneller. Bildsprache arbeitet meist assoziativ, nicht analytisch. Darum setzt Werbung auf gezielt manipulierte Bilder und in Filmen zusätzlich auf manipulative Musik. Wer z.B. in Bous/Saarland sich im Zeitungsmuseum Originale von Zeitungen um 1860 anschaut, ist entsetzt. DIN A 1 oder DIN A 2 Blätter voller dichtgedrängtem Text, höchstens mal ein Stich. Das könnte man heute keinem mehr vorsetzen. Bei allen Werbebroschüren, die ich selbst entworfen habe, waren die Texte nur Leitfaden der Argumentation, die nach und nach gekürzt und durch Bildsprache ersetzt wurden. Dabei ging natürlich Information verloren. Doch was soll Information, die aus Lesefaulheit weggeworfen wird?

Gemeint sind oben immer einfache Bilder, nicht Gemälde, in die Bedeutung hineingelegt wurde. Die Entschlüsselung von gemalten Bildern, Skulpturen oder Fotos ist eine eigene Kulturtechnik ähnlich wie die Entschlüsselung eines guten Gedichts. Bilder z.B. von Dürer voll und ganz zu verstehen war nur einer in diesen Entschlüsselungstechniken versierten Minderheit möglich. Normale Menschen kannten sich nicht in den Mythen der Antike aus, im Pflanzen- und Tierreich, den neuen Wissenschaften und alten Philosophien, dass sie darauf verweisende Zeichen hätten deuten können. Ich habe immer die Aussage des Philosophen Thomas Metzinger im Ohr, dass er in seinem Vorlesungen lernen musste, das Wichtigste immer gleich am Anfang zu bringen, weil viele Studenten (der Philosophie!) es nicht mehr schaffen, sich länger als eine halbe Stunde zu konzentrieren. Auch bei GuteFrage gab es schon Hinweise, meine Texte seien zu lang. Wir werden zu einer Welt der Kurzinformationen. Da sind Bilder (einfacher Art) schneller als Worte.

Kommentar von Happiness88 ,

Danke sehr!

Kommentar von grtgrt ,

Wenn tatsächlich nur einfache Bilder gemeint sind, dann ist klar, dass sie sich einfacher erfassen lassen: Sie tragen dann ja auch weniger Information.

Diese Tatsache wurde sträflich ignoriert von den Leuten, die UML - eine graphische Notation für Software-Entwurf - erfunden und propagiert haben. Sie verschwiegen einfach, dass graphische Notation viel weniger ausdrucksfähig ist als Text.

Antwort
von DillyMean, 13

Das kann man nicht so pauschal behaupten.

Es gibt verschiedene Lerntypen mit verschiedenen Stärken und Schwächen.

Manche sind eher der visuelle Typ, der Bilder und/oder Schrift besser zum lernen benutzen kann als anderes.

Manche sind auch eher der auditive Typ, der lieber zuhört (Am besten passt dann Frontalunterricht)

Auch gibt es noch den kommunikativen Lerntyp, der besonders viel behalten kann, indem er anderen erzählt oder erklärt und den motorischen Typ, auf den Learning-By-Doing gut passt.

Kommentar von Happiness88 ,

Danke sehr

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