Frage von Hanna1594, 239

Bilde ich es mir nur ein, oder finden es viele "cool" untergewichtig zu sein, ohne es zu geben zu wollen?

Ich weiß nicht, ob ich es mir nur einbilde, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass total viele heutzutage stolz sind, untergewichtig zu sein und hoffen dass sie untergewichtig sind. Stimmt das, und wenn ja, wieso ist das so?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EinNarr, 48

Untergewicht zu haben oder dieses erreichen zu wollen, hat mehrere Gründe.

Der wohl bekannteste Grund sind die Medien und die geprägten Ideale. Jeder kennt die Models in der Werbung, Sendungen wie "Germanys Next Topmodel", Zeitschriften die immer wieder mit Diäten und "Körperdefinition" werben et cetera. Dieser Männer und Frauen werden positiv in Szene gesetzt und mit immer wieder mit bestimmten Begrifflichkeiten in einen Zusammenhang gebracht. Beispiels für diese Begriffe wären "sexy", "attraktiv", "schlank und schön""begehrenswert" und weiter kommen dann noch, die stellenweise tendenziösen Fragestellungen oder Kommentare wie "Wer möchte denn nicht so aussehen?" oder "Eine Figur/Ein Körper von der die meisten Frauen/Männer nur träumen.". Damit wird einem dieses Ideal verkauft als erstrebenswert und das fließt natürlich auch ein in das eigene Verhaltungen respektive in die Beziehung zum eigenen Körper.

Neben diesen Medien wird man allerdings auch im direkten Umfeld immer wieder mit diesem Ideal konfrontiert. Ich habe keine Statistik vorliegen aber ich bezweifle das ein Großteil der Frauen eine Figur hat, wie die Schaufensterpuppen in Dessousgeschäften oder anderen Bekleidungsläden. Bei Männern sieht das ähnlich aus. Die Kleidungsstücke werden präsentiert an, nach dem Ideal, perfekt proportionierten und definierten Körpern - es hat eine starke Wirkung, wenn man diese Kleidung dann selbst trägt und sie nicht einmal mehr im Ansatz so aussieht, wie dort gesehen.

Schlussendlich machen die Begrifflichkeiten auch eine Menge aus. Small, Medium, Large, Extra Large sind die gängigen Größen. Wer also größeres trägt als M oder bei dem die M langsam schon etwas enger wird, der ist aus dem Medium, dem normalen, raus und wird "large". Wer also generell das Ziel hat, vorgegeben durch Begrifflichkeiten, schlank zu sein, der muss mindestens in eine S passen und gut aussehen muss dies auch noch.

Das Schlusslicht bildet diesbezüglich eine Erscheinung der letzten Jahre. Die "Plus-Size-Models", die Frauen, die eben nicht an der Untergewichtsgrenze kratzen respektive diese nicht unterschritten haben. Allerdings sind ebene jene die "Normalen" - wer mehr hat, der ist Plus-Size und damit eben nicht normal beziehungsweise ideal.

Bis hier hin: Wir haben die Bildung eines Ideals durch Medien, die Einflüsse der Umwelt und bestärkt wird das auch noch durch die verwendeten Begrifflichkeiten. 

Weiter geht es mit Assoziationen, die teilweise ebenfalls durch Medien geprägt werden, jedoch auf eine andere Weise. 

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Nahrung, gerade auch "ungesunde Nahrung", immer und überall zugänglich ist. Es ist dementsprechend nicht gerade eine hohe Kunst zuzunehmen und da ist auch schon der Punkt. Schlank respektive Dünn zu sein wird assoziiert mit Arbeit und Disziplin. 

Ein schlanker Mensch, der achtet darauf was und wie viel er isst und lebt damit auch gesund. Gesund, Diszipliniert und auch willig dafür zu Arbeiten. 

Der "Dicke" hingegen ist maßlos und ernährt sich, so ein gängiger Gedanke, ungesund. Er achtet nicht auf seine Gesundheit und ihm fehlt jede Disziplin auch zu verzichten und sich um Alternativen zu bemühen. Maßlos, Undiszipliniert und zu faul etwas daran zu ändern.

Unterfüttert wird dieses Bild wieder durch Medien. "Mollige" oder Übergewichtige sind oftmals mit allen negativen Konnotation besetzt. Ein Blick in das Programm von RTL genügt aber auch in großen Filmproduktionen ist "der Dicke" oft etwas beschränkt im Hinblick auf die geistigen Fähigkeiten und nicht selten wird er auch als mehr oder weniger abstoßend inszeniert. Bei schlanken bis Untergewichtigen fällt dies oftmals anders aus - natürlich immer nur bis zu einer gewissen Grenze. Wenn jemand stark untergewichtig ist und merklich krank ist, dann sieht es wieder anders aus. Allerdings wird ein leichtes bis mittleres Untergewicht noch positiv besetzt, leichtes Übergewicht hingegen hat nicht selten eine sofortige negative Besetzung.

Bis hier hin: Die Assoziationen machen eine Menge aus. So ist schlank sein mit vielen positiven Assoziationen besetzt, wohingegen das bei der entgegengesetzten Richtung ins negativ fällt. Auch hier unterstreichen die Medien dieses Bild und schaffen es teilweise auch.

Zu guter Letzt haben sich auch die Vorlieben an die Ideale der Zeit angepasst. Im Durchschnitt fällt das männliche Ideal schlank aus und geht mittlerweile auch ins schlacksige. Auffallen tut das insbesondere wenn man sich die aktuelle Mode anschaut - "Skinny jeans" in die sich die zum Teil erschreckend dünnen Beine drücken. Zum Teil entsteht das bei den Männern, die mittlerweile immer öfter in ein Untergewicht rutschen, dadurch, dass sie nicht den durch Training definierten Körper haben, allerdings genauso schlank sein wollen und ebenfalls "Fettfrei" werden wollen - diese Kombination ist gefährlich. Die Frau besticht durch einen schlanken Bauch und schlanken Beinen - nebst vieler anderer Punkte. Natürlich sind diese Vorlieben nicht immer gleich und individuell allerdings geht es oftmals in die Richtung.

Kurzum - Medien, Ideale, Begriffe, Assoziationen, Vorlieben und falsche Ansätze führen zu der "Ziel: Untergewicht" Mentalität. Mittlerweile auch bei weitem nicht mehr nur Frauen betreffend, sondern auch Männer. Irgendwo zwischen sei wie du dich wohlfühlst aber bitte auch "sexy" wurde sich gesellschaftlich verrannt. Vielleicht und damit noch ein Idee angehangen, die nicht mehr als eigener Punkt taugte: Vermehrt auch auf das Untergewicht schauen und darüber informieren, nicht nur auf das Übergewicht. 

Liebe Grüße.

Antwort
von LaeMue, 79

Wieso das so ist, ist leicht zu beantworten: Medien.

Schau dich mal alleine auf den sozialen Netzwerken um, überall werden dir diese "perfekten Menschen" quasi auf den Präsentierteller gelegt und was macht das gerade bei den jüngeren (hauptsächlich) Mädels?
Sie fangen an zu zweifeln, denn sie passen ja nicht in das Bild der "perfekten Frau".. 
Das Frauenbild von heute ist sehr schlank, hat kein Gramm Fett zu viel am Körper und daran wird sich ein Beispiel genommen.

Ich weiß nicht ob du Klatschzeitschriften ließt, wenn nicht, rate ich dir mal in ein paar reinzustöbern und dir über diese unbewusste Manipulation im Klaren zu werden.. 
Es ist egal wer da zu sehen ist, ob nun eine Britney Spears, Jennifer Lopez oder sonst wer. In so gut wie jeder Zeitschrift sieht man auf einer Seite Schlagzeilen wie 'Schwabbelalarm' oder 'Dicke Fettpölsterchen bei ...' und so weiter und so fort.

Ich denke mir, dass ist widerlich, soll man jeden so leben lassen wie er will, ob nun dünn oder dick, ist doch jedem selbst überlassen, aber ich denke die jüngere Zielgruppe ließt sowas und fühlt sich dann nicht mehr wohl in ihren eigenem Körper.

Gerade jetzt, wo die sozialen Netzwerke so groß (und für viele so bedeutend) waren wie noch nie, wird der Druck in das Idealbild zu passen, immer größer.. und da will man lieber aussehen wie eine Gigi Hadid als wie eine Beth Ditto... traurig aber wahr, die Welt und vor allem und ganz besonders die jüngeren unter uns (und ich spreche nicht von allen, es gibt immer Ausnahmen) sind eben beeinflussbar.. ob sie es nun merken oder nicht, aber die Medien beeinflussen die meisten mit Sicherheit mehr als ihnen lieb ist.

Anderseits gibt es auch welche, deren Schönheitsideal ist eben schlank und rank zu sein, aber dann ist das so.. Leben und Leben lassen lautet die Divise, denn im Endeffekt können wir da eh nicht viel dran ändern.. :)

Antwort
von kiniro, 63

Du hast nicht das Gefühl, sondern es kommt dir so vor.

Es ist dein subjektiver Eindruck.
Denn du kannst es - objektiv gesehen - gar nicht wissen, ob die Betreffenden es cool finden und nicht zugeben wollen.

Auch ohne Medien werden gutaussehende Menschen positiver beurteilt, als die die Pech haben mit ihrem Aussehen.

Das war schon vor Zeiten der Medien so.

Expertenantwort
von kami1a, Community-Experte für Untergewicht, 15

Hallo! Es ist so, auch von den Medien und der Mode gesteuert. Und schön fallen viele Mädchen wie Lemminge in die Magersucht. 

Magersucht ist ein sich explosionsartig ausbreitendes Problem. Der junge Mensch früherer Jahrzehnte und Jahrhunderte hatte in der Regel permanent darum zu kämpfen, überhaupt satt zu werden.

 Da blieb weder Raum, noch Zeit, noch Verständnis für Magersucht. Magersucht ist ein klassisches Problem der satten Überflussgesellschaft. Nur wer zu viel hat kann sich ohne Risiko in den Mangel manövrieren. 

Wer heute nicht weiß, ob er morgen genug zu essen hat, wird nicht magersüchtig.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Antwort
von theantagonist18, 50

Das bildest du dir leider nicht nur ein. Ich verstehe das auch überhaupt nicht. Beide Extreme, also Unter- genauso wie Übergewicht, finde ich nicht attraktiv. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, weshalb manche Männer das bei Frauen auch noch mögen. 

Ich stehe auf robustere Frauen, womit ich nicht Übergewicht meine, sondern sportliche Figuren, ruhig auch mit sichtbaren Muskeln. Viele Männer finden ja das noch eher abstoßend. Ich finde Muskeln bei Frauen (sofern es nicht allzu übertrieben ist) wesentlich attraktiver als diese dünnen Gestelle.

Antwort
von Maisbaer78, 61

Mediale Dauererziehung zeigt eben Ihre Wirkung. Wenn ein weibliches 1.78m Model mit 45 Kg von der Klum als "mollig" bezeichnet wird, muss man sich nicht wundern. Und auf jedem Foto und jedem Internetauftritt der irgend wie mit Mode oder Lifestyle zu tun hat, sieht man nur noch Haut und Knochen.

Es geht nicht mehr um wahre Attraktivität sondern nur noch um Zahlen. Das was eine Frau optisch attraktiv machte, Kurven, ist plötzlich für viele ein Makel geworden.

Da bleibt nur, Glotze aus und selbst denken.

Das macht auch vor den Männern nicht halt. In manche Jeans die man sich heute kaufen kann, passt bei der eigentlich richtigen Konfektionsgröße kaum der Oberarm, geschweige denn ein Bein rein.

Kommentar von kiniro ,

Nicht jedes Mädchen bzw. junge Frau lässt sich von den Medien in dieser Sache beeinflussen.

Glotze aus? Nein - besser ist es, auch BEIM Fernsehen sein Gehirn zu benutzen.

Kommentar von Maisbaer78 ,

Die Rede ist ja auch nicht von "jedem" Mädchen. Die Konditionierung durch die Medien findet ja auch nicht nur durch das Fernsehen statt.

Aber der Wahnsinn mit immer kleineren Kleidergrößen wäre an uns vorrüber gegangen, wenn man den heranwachsenden Generationen nicht von Vornherein schon ein Vorbild geschaffen hätte.

Über meine Meinung über das derzeitige TV-Programm lässt sich sicher streiten, wer als Jugendlicher in der Lage ist, dem zu widerstehen, gut so. Aber offensichtlich können viele das nicht.

:(

Antwort
von MeGusta97, 21

Also ich war in meiner frühen Jugend ziemlich übergewichtig und klein, nachdem ich dann wirklich schnell gewachsen bin und sehr wenig gegessen hatte wurde ich dementsprechend schmal / dünn und hatte zeitweise auch starkes Untergewicht, weil ich zeitweise echt wenig gegessen hatte.

Ich kenne also beides. Ich wäre weder auf Untergewicht noch auf Übergewicht stolz, beides ist ungesund, in Maßen allerdings noch nicht. Kenne jedoch auch viele Leute die unbedingt dünn sein wollen und sich sogar einen darauf einbilden nur noch Haut und Knochen zu sein, obwohl es nicht gut aussieht oder sonstiges, gesund ist es auch nicht so dünn zu sein. Ist selbstverständlich Schwachsinn, dieser Magerwahn. 

Antwort
von sharkmoney, 74

Es ist halt immer das schön bzw. beliebt was nicht einfach ist.

Vor 1000 Jahren was eine Dicke Frau (z. B. Venus von Willendorf) ein Schönheitsideal. Heute ist das hässlich. Heute ist dünn sein in, da man mit dem heutigen Überfluss meist nicht automatisch dünn bleibt.

Kommentar von Korrelationsfkt ,

Fett sein war aber nur ein Schönheitsideal, weil es für wohlhabend sein stand. Heute steht fett sein einfach nur noch für Faulheit und schlechte Ernährung.

Kommentar von sharkmoney ,

Du sagst das selbe wie ich in anderen Worten ...

Kommentar von Dackodil ,

Für die Venus mußt du noch ca. 28.000 Jahre zulegen.

Wer behauptet da noch, daß ältere Frauen keinen Sexappeal mehr haben ;-)

Antwort
von FancyDiamond, 15

Gerade auf dieser Plattform könnte man explizit den Eindruck gewinnen.

Jeden Tag, werden hier unzählige Fragen inklusive Fotos zu diesem Thema eingestellt.

Man sucht damit nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. Die in anderen Lebensbereichen offensichtlich fehlt.

Über das eigene Essverhalten können diese Menschen anscheinend Kontrolle haben, in anderen Dingen versagen sie jedoch meist kläglich.

Das kann u.a. schulisch-/beruflich bedingt, oder auch an mangelnder Sozialkompetenz liegen.

Auch das eigene Elternhaus kann eine Ursache dafür sein. Kleinkinder lernen schnell, was optisch erstrebenswert oder "minderwertig" erscheint.

Es gibt viele Eltern, die ihre Kinder bewusst "gesund" ernähren, nur damit sie kein Gramm zuviel ansetzen.

Kinder machen heute sogar schon Diäten, aus Angst später mal gemobbt zu werden.

Den Medien wird oft die meiste Schuld daran gegeben. Aber dem ist nicht so. Die Wurzel allen Übels, liegt immer im Elternhaus.

Antwort
von Kiyota, 61

Untergewicht ist das heutige Schönheitsideal.

Antwort
von jule2204, 67

Viele Mädchen haben ein falsches Selbswahrnemungsbild. Die sind 1.70 groß, wiegen 50 kg und finden sich dick.

Bei der Mode heute und wenn man sich die Frauen/Mädchen im Fernsehen ansieht ist es aber auch kein Wunder!

Antwort
von Rocker73, 6

Das ist mir völlig neu.

Aber wenn, dann kannst du dich bei unserer oberflächlichen Gesellschaft bedanken, die durch Serien wie GNTM mit der Ziege Heidi Klum dafür sorgt, dass der Druck auf junge Frauen und Mädchen weiter wächst, jede Individualität auslöscht und dafür sorgt, dass diese Frauen sich viel zu hochgesteckte Ideale setzen (Die auf Fotos durch Photoshop eh verfälscht und entmenschlicht werden) und unsere Gesellschaft mit dazu!

Wer aber darunter zu leiden hat,ist nicht diese Gesellschaft, einzig und allein die Frauen!

LG


Antwort
von Hoeboehinkel, 40

Ja die Mode und die dazugehörenden "Models" machen es doch vor - schau dir mal die Hungerhaken an - da stehen die Knochen ab ...

ich finde das superschrecklich - aber die jungen Mädchen orientieren sich leider daran.

Antwort
von Rubin92, 41

Ja das stimmt.

Ich finde total dünne Mädchen ekelhaft, ein paar Kilo mehr ist besser, dann haben die auch mal einen anständigen Busen, die meisten Mädchen haben ja nichts mehr da hängen, aber auch kein wunder wenn man so wenig frisst, hat der körper auch nichts zum verarbeiten.

Antwort
von healey, 18

Also die Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen ist übergewichtig ! Das habe ich mal gelesen.  

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