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Bilanzierung von Krediten im Bankenwesen

Frage von koeniggunther koeniggunther

Bislang war mein Verständnis von Krediten das folgende:

Wenn ich der Bank 1000 Euro gebe, verspricht diese mir eine Rendite von X% darauf, weil ich vorhabe, das Geld lange anzulegen. Die Bank ist dann Eigentümer dieser 1000 Euro. Wenn jetzt Max kommt und 700 Euro Kredit haben möchte, gewährt die Bank ihm den Kredit und verlangt Y% Zinsen. Soweit so gut. Jetzt kommt aber noch Paula und möchte einen Kredit von ebenfalls 700 Euro. Ist es der Bank jetzt möglich den Kredit zu bedienen?

Wenn ich in die Bilanzu schauen würde, würde ich erkennen, dass ich für die zusätzlichen 700 Euro kein (Eigen-)Kapital mehr im Tresor habe. Werden Kredite in einer Bankbilanz tatsächlich mit 100% des Nennwertes bilanziert? Oder muss man da nur den vorgeschriebenen Eigenkapitalanteil, meines Wissens 8%, verbilanzieren? Es läuft auf die Frage hinaus, ob eine Bank die 1000 Euro mehrmals verleihen kann (natürlich unter Berücksichtigung des Risikomanagements).

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Antworten (4)

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    Antwort von Helmuthk Helmuthk

    Zunächst einmal: Wenn Du bei einer Bank 1.000 Euro anlegst, egal, ob auf dem laufenden Konto, dem Sparbuch oder sonstwie, wird die Bank nie Eigentümer Deines Geldes. Sie "besitzt" es zwar, muss es aber selbstverständlich als Verbindlichkeit gegen Dich passivieren. Die Gegenbuchung ist "Bargeld" oder vergleichbares Konto. Nun hat die Bank ausser Deinen 1.000 Euro noch weitere Einlagen von Kunden, die sie gewinnbringend anlegen kann. Die Ausleihungen der Bank findest Du auf der Aktivseite der Bilanz, denn es handelt sich um Forderungen der Bank an die Darlehnsnehmer usw. Die Bank bucht genau entgegengesetzt zu ihren Kunden. Kundeneinlagen sind bei der Bank verbindlichkeiten und bei den Kunden Forderungen und umgekehrt.

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    Antwort von koeniggunther koeniggunther

    Vielen Dank für die Antworten.

    Verstehe ich es richtig, dass bei Vergabe eines Kredits tatsächlich von der Aktivseite der Bilanz nur ein risikogewichteter prozentualer Anteil abgezogen und auf der Passivseite verbucht wird?

    Muss bei Vergabe eines Kredits dieser komplett mit Eigen- und Fremdkapital unterlegt sein, oder reicht es wirklich, den Kredit mit dem Risikoprozentsatz aus Eigenkapital zu unterfüttern?

    Von den Basel Dingern habe ich schon gehört, aber habe auf die Frage wie die Kredite in die Bilanz mit einfließen nirgends eine konkrete Antwort gefunden, die ich ohne VWL-Studium verstehe ;)

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    Antwort von efi85 efi85

    Von den Krediten die von der Bank ausgeben werden, müssen je nach Bonität des Schuldners, der mit dem Risikogewicht des Schuldners multiplizierten Wert mindestens 8 % mit Eigenkapital unterlegen. So wie du es zu Beginn deines Textes schreibst, wäre das eine Eigenkapitalunterlegung von 100 %, und damit könnte keine Bank arbeiten :)

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    Antwort von QLee87 QLee87

    Also, natürlich muss die Bank nicht die herausgegebenen Kredite komplettt mit Eigenkapital hinterlegen...keine Bank hat soviele Reserven...!!! Wieviel % sie hinterlegen muss, hängt natürlich vom Ausfallrisko ab...!!!! Schon mal was von "Basel II" gehört, da wird das speziell geregelt....Schau es dir bei Wiki mal an....

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