Beantwortet von Bruno Graber
Das was dieser Schreiber anspricht bezieht sich auf Diskussionen mit Gläubigen. Es geht darum, dass es einen Gott gibt. Warum gibt es einen Gott? Weil es in der Bibel steht. Warum wissen wir dass das was in der Bibel steht wahr ist, weil das Buch von Gott inspiriert ist.
Ein berechtigter Vorwurf, der häufig gegen die Bibel erhoben werden, lautet, dass die Christen im Kreis argumentieren. Die Anklage besagt, dass die Christen die Bibel als inspiriertes Wort Gottes beanspruchen und als Beweis für diese Behauptung eine Passage aus der Bibel zitieren, die das ausdrückt. Diese Art der Argumentation ist als Zirkelschluss bekannt. Mit dieser Art der Argumentation kann man nichts beweisen. Sie beruht darauf, dass man etwas als wahr annimmt und diese Annahme als Tatsache verwendet. Manche Christen aber auch viele Nichtchristen argumentieren in diesem Stil. Hinsichtlich der Bibel hat man das jedoch nicht nötig.
Statt anzunehmen, dass die Bibel das Wort Gottes ist, kann man damit beginnen zu forschen, dass die Heilige Schrift grundsätzlich ein zuverlässiges und vertrauenswürdiges historisches Dokument ist. Das bestätigt sich, wenn man die übliche Prüfung historischer Kritik auf die Bibel anwendet. Da gibt es unendlich viel Literatur darüber. Man muss jedoch viel Zeit dafür aufwenden und viele Berichte vergleichen. Daraus entwickelt sich eine Plattform des Vertrauens. Von dort aus stellt man so vielleicht die Bibel auf die Probe.
"Der beste Beweis" wird durch eine kurze Erzählung illustriert. Darin wird von einer Obstverkäuferin berichtet, die hinter ihrem Stand sass und, solange kein Kunde kam, in ihrer Bibel las. Einmal wurde sie von jemand gefragt, in welchem Buch sie denn lese. "'Oh, mein Herr, das ist die Bibel, das Wort Gottes.' - 'So, woher wissen Sie denn, dass die Bibel Gottes Wort ist?' Sie schlug sie ihre Augen auf und zeigte auf die strahlende Sonne und sagte: 'Mein Herr, können Sie mir beweisen, dass das die Sonne ist?' - 'Ihnen das beweisen?' antwortete er, 'das ist doch wohl ziemlich einfach. Der beste Beweis ist, dass sie mir Licht und Wärme gibt.' - 'Richtig, genau das ist es!' rief sie aus. 'Der Beweis, dass dies wirklich Gottes Wort ist, besteht darin, dass es mir innerlich Licht und Wärme gibt.'"
Viele Menschen haben diesen "Beweis" schon selber erfahren. Mit menschlicher Weisheit und Verstand, mag man auch noch so klare und überzeugende Worte finden, dass die Bibel Gottes Wort ist, kann man das nur sehr unzureichend belegen. Hat man jedoch einmal die Wirkung des Wortes Gottes an sich persönlich erlebt, dann sieht die Sache anders aus. Dies ist ein Beweis, den man erleben kann.
Als nächstes probiert man diese Aussagen in der Bibel praktisch aus. In den allermeisten Fällen lautet das Problem nicht „Ich kann nicht glauben, weil die Tatsachen dagegen sprechen“. Das eigentliche Hindernis liegt eine Etage tiefer: „Welche Beweise man mir auch immer liefert, ich werde sie nicht glauben.“ Man hat sich schon im voraus gegen den Glauben entschieden. Aber anscheinend gärt es bei manchen Leuten drinnen weiter, und die Zweifel an dieser Entscheidung tauchen auf der Ebene des Verstandes wieder auf.
Wenn jemand wirklich die Wahrheit des Christentums überprüfen will, für den gelten die Worte von Jesus: «Wer bereit ist, den Willen Gottes zu tun, der wird erkennen, ob diese Lehre von Gott stammt oder ob ich in meinem eigenen Namen spreche.»[1] Wer will, kann um Anleitung von oben bitten“.[2] Er kann eine innere Last oder Schuld vor Jesus aussprechen und ihm um Erleichterung bitten,[3] oder er kann „probeweise“ im Neuen Testament lesen und dabei offen für eine neue Erfahrung sein. Wenn er sogar damit rechnet, wird er nicht enttäuscht.
[1] Johannes Kapitel 7, Vers 17
[2] «Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird euch aufgetan»; Jesus nach Matthäus, Kapitel 7, Vers 7 und 8.
Ich habe mich schon einige Jahre mit Religionen als solche beschäftigt - aufgrund meines Umfeldes hauptsächlich mit dem Christentum.
Ich möchte nicht herausfinden, ob die Bibel wahr ist - denn das ist sie nach sämtlichen mir untergekommenen Fakten nicht - sondern nur wissen, wo speziell ich diesen logischen Zirkelschluss finde, den ich in meiner Frage erwähnt habe.
Was den Wert der Bibel für unser Leben angeht:
Mehr als einen historisch-künstlerischen Wert kann ich nicht erkennen. Als Lebenshilfe mit Werten und Regeln ist sie bedauerlicherweise nichts wert: Jeder kann sich gemäß seiner eigenen moralischen Vorstellungen Passagen heraussuchen, die diese untermauern. Ob geschlechtliche Gleichberechtigung oder Unterdrückung der Frauen, ob Lebenschutz oder Todesstrafe für Mörder, ob selbstgewählte Armut oder verdienter Wohlstand ... es gibt für alles irgendwo einen Satz oder ein Kapitel mit dem sich die individuellen Vorstellungen begründen lassen.
Werte wie Ethik und Moral kommen nicht aus der Religion sondern aus dem Menschen selbst.
Aus Deiner Erklärung habe ich entnommen, dass Du sehr wohl wissen möchtest, ob der Inhalt der Bibel ein Märchen ist oder nicht. Daraus habe ich abgeleitet, dass Du Kriterien wissen möchtest, Du nennst sie eine "Passage", die einem ihre Glaubwürdigkeit zeigt.
Darauf habe ich in meiner Ergänzung hingewiesen. Dies habe ich bereits geschrieben bevor ich Deine Reaktion gelesen habe.
Den logischen Zirkelschluss gibt es sehr wohl. Er besteht im Gesamtkonzept der Bibel.
Dieses Konzept würde ich als den ROTEN FADEN bezeichnen, der durch die gesamte Bibel hindurch geht:
° Vom VERLORENEN zum WIEDERHERGESTELLTEN PARADIES. Die Bibel beginnt mit einer Welt, die "SEHR GUT WAR" und endet auch damit wieder. Sie wird als die "NEUE ERDE" in Offenbarung 21/22 bezeichnet.
Fortsetzung:
Durch die Propheten wird bereits der kommende Messias angekündigt, der die Voraussetzung für die Wiederherstellung des Menschen und für diese Erde schafft.
Er gibt den Auftrag den Menschen diesen Heilsplan nahe zubringen, der durch Ihn erfüllt wurde.
Die weltweite Mission ist dafür die Voraussetzung.
Sie wird ihr Ende finden, wenn Christus ein 2. Mal wiederkommen wird.
Jesus hat sein 2. Kommen mit der weltweiten Verkündigung in Verbindung gebracht:
° "Und es wird gepredigt werden diese Evangelium(Erlösungsbotschaft) vom Reich(Gottes) in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker und dann wird das Ende kommen." Matthäus 24, 14.