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Bibel als "Lehrbuch" oder als "Studienbuch"?

Frage von Marta1 Marta1

Hallo zusammen,

lest ihr die Bibel wie ein "Lehrbuch" von Anfang an bis zum Ende, ein Vers nach dem anderen Vers, von Genesis bis zu Offenbarung, oder betrachtet ihr sie eher als ein "Studienbuch", thematisch geordnet, in dem ein wenig da und ein wenig wo anders steht? Was sind diesbezüglich eure Erfahrungen?

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Antworten (4)

  • 12
    Antwort von Abundumzu Abundumzu

    Hallo Marta1,

    die Bibel ist ein Lehr- und Studienbuch zugleich - und um ihre Botschaft zu erschließen, sollte man nachfragen, wie sich der Autor das gedacht hat und sich anschauen wie es sein „Mitherausgeber“ oder Wortführer Jesus Christus uns das vorgemacht hat. (Johannes 1:1)

    Dazu nenne ich Dir einige Beispiele und Hinweise:

    Zunächst muss man überzeugt sein, dass es sich wirklich um das Wort Gottes handelt!

    Zwar stellt sich diese Überzeugung manchmal erst ein, nachdem man damit begonnen hat, sie sorgfältig zu untersuchen - aber ohne dieses Vertrauen erlangt man kein wirkliches Verständnis.

    In 2. Timotheus 3:16-17 heißt es deshalb: „ . . .Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in [der] Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk. . .“

    Die ganze Schrift also und das schließt auch jenen Teil ein, der irreführender Weise häufig das „Alte Testament“ genannt wird. Im christlich griechischen Teil (NT) wird nämlich in Römer 15:4 erklärt „. . .Denn alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können.“

    Über die Sorgfalt, mit der man an diese Unterweisung analysieren sollte sagt die Bibel in Sprüche 2:1-9 das folgende (auszugsweise):

    „ . . .WENN du danach fortwährend wie nach Silber suchst und du wie nach verborgenen Schätzen ständig danach forschst, dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen, und du wirst die wahre Erkenntnis Gottes finden.“

    Im den Versen davor erfährt man noch, dass man „sein Herz (!) dem Unterscheidungsvermögen zuneigen“ sollte und „wenn du überdies nach Verständnis selbst rufst [im Gebet] und zum Unterscheidungsvermögen deine Stimme erhebst, . . . . . wirst du Gerechtigkeit und Recht und Geradheit verstehen, die ganze Bahn des Guten.“

    Jesus Christus selbst sagt gemäß Johannes 5:39 „. . .Ihr erforscht die Schriften, weil ihr denkt, dass ihr durch sie ewiges Leben haben werdet; und gerade diese sind es, die über mich Zeugnis ablegen.“

    Und infolgedessen wurden die junge Christenversammlung in Berọ̈a besonders gelobt, denn Lukas berichtet in der Apostelgeschichte 17:11 über sie: „Diese nun waren edler gesinnt als die in Thessalọnich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten.“

    Zudem stellt der Apostel Petrus deutlich heraus, dass gewissenhaftes untersuchen des Wortes Gottes gleichsam das Markenzeichen wahrer Anbeter Gottes - sowohl auf der Erde als auch im Himmel - ist, wenn er in 1. Petrus 1:10-12 schreibt: „Gerade was diese Rettung betrifft, wurde von den Propheten, die von der euch zugedachten unverdienten Güte prophezeiten, fleißig Nachfrage gehalten und sorgfältig nachgeforscht. Sie untersuchten beständig, welchen besonderen Zeitabschnitt oder welche Art eines [Zeitabschnitts] . . . . und gerade in diese Dinge begehren Engel hineinzuschauen.“

    Fortsetzung

    Kommentar von Abundumzu AbundumzuAbundumzu

    Fortsetzung

    Wie aber erlangt man das richtige Verständnis, wenn in der Bibel etwas in symbolischer Sprache ausgedrückt?

    Nun dann sucht man in der Bibel nach Erklärungen (siehe 1. Korinther 2:13).

    Anhaltspunkte für die Bedeutung symbolischer Ausdrücke finden sich in anderen Teilen der Bibel.

    Zum Beispiel Offenbarung 21:1: die Bedeutung von „Meer“ ist aus Jesaja 57:20 ersichtlich. Oder ein anderes Beispiel: Johannes 1:29 und 1. Petrus 1:19, mit deren Hilfe man die Bedeutung des in Offenbarung 14:1 beschriebenen „Lamms“ verständlich wird.

    Aber auch das sollte man im Sinn behalten: Die Bibel zeigt, dass Jehova seinen Vorsatz mit der Erde aufrichtigen Erforschern nur nach und nach zu verstehen gibt (Sprüche 4:18; Johannes 16:12).

    Das Licht wird langsam heller und das Verständnis nimmt in dem Maße zu, wie es zu der jeweiligen Zeit notwendig ist.

    Diese Erfahrung machte Noah ebenso wie Abraham und Hiob oder Mose und Petrus - um nur einige zu nennen - die ihr Verständnis der Wege Gottes fortschreitend aktualisieren mussten.

    Details dazu findest Du auch in diesem Beitrag:

    http://www.gutefrage.net/frage/hat-gott-einen-plan-was-er-mit-den-menschen-auf-der-erde-erreichen-moechte#answer17685258

    Deshalb konnten selbst die Propheten, die unter Gottes Inspiration am Schreiben der Bibel beteiligt waren, nicht immer alles verstehen, was sie schrieben (siehe bitte Daniel 12:8, 9 und 1. Petrus 1:10-12) und auch die Apostel Jesu Christi erkannten, dass es damals noch vieles gab, was sie nicht verstanden. (siehe dazu bitte Apostelgeschichte 1:6, 7; 1. Korinther 13:9-12).

    Die Bibel zeigt jedoch auch, dass die Erkenntnis und das Verständnis biblischer Wahrheit in der „Zeit des Endes“ sehr zunehmen würden (Daniel 12:4) und das ist ein ganz entscheidender Grund dafür, die Bibel mehr als je zuvor als „Studienbuch“ - wie Du es nennst - zu verwenden.


    Vielleicht findest Du in meiner Antwort einige nützliche Denkanstöße.



    Kommentar von JensPeter JensPeterJensPeter

    Gute Antwort, DH! Besser kann man nicht antworten.

    Kommentar von Abundumzu AbundumzuAbundumzu

    Und noch einmal hallo Marta1,

    hier ist ein Beispiel dafür

    wie man mit dem "Studienbuch Bibel" die Frage nach der Bedeutung der Schlüssel, die Jesus dem Petrus anvertraute, "entschlüsseln" kann:

    http://www.gutefrage.net/frage/jesus-und-petrus#answer29681019



  • 5
    Antwort von Blubius Blubius

    einmal sollte man die bibel von anfang bis zum ende lesen

    danach kann man es machen wie man lustig ist.

  • 3
    Antwort von quopiam quopiam

    Grundsätzlich ist es sinnvoll, die biblischen Bücher im Zusammenhang zu lesen, damit man sich eben den draufschafft. Sonst bekommt man keinen Überblick, wie und wo was einzuordnen ist. Von Zeit zu Zeit also mal von vorne bis hinten lesen, kann nicht schaden. Aber selbstverständlich kann man auch querbeet lesen, wie einem gerade ist, zu einem bestimmten Thema, man kann einem Wort auf den Grund gehen mithilfe einer Konkordanz (mit dem PC ja nicht schwer), man kann ein NT-Zitat ins AT verfolgen oder umgekehrt, man kann einfach mal aufschlagen und gucken, was man da gefunden hat, man kann sogar die Bibel beten, z. B. durch die Psalmen. Erlaubt ist, was gefällt, so lange man ein paar Grundprinzipien nicht außer acht läßt, z. B. daß die Bibel kein Steinbruch ist, aus dem man sich Zitate bricht und die dann im Sinn der eigenen Meinung bürstet. Die Bibel ist ein bedeutsames Buch für die Menschheitsgeschichte, sie sollte mit Offenheit und Achtung gelesen werden. Die Bibel ist in bestimmten Zeiten für bestimmte Menschen geschrieben worden, sie ist kein Wissenschafts- und kein Geschichtsbuch, deshalb soll man den Verstand nicht beiseite legen beim Lesen. Gruß, q.

    Kommentar von HektorPedo HektorPedoHektorPedo

    Grossartig.

  • 1
    Antwort von Wasserhut Wasserhut

    Ich finde man sollte die Bibel lesen wie jedes andere Buch auch - von Anfang bis zum Ende. Diese Ratschläge, dass man erstmal das NT lesen soll um Vorkenntnisse fürs AT zu bekommen (wie soll das auch funktionieren, wo das NT doch neuer ist?), sind völlig daneben. Außerdem ist die Bibel grundsätzlich chronologisch und logisch aufgebaut, alle Ereignisse bauen aufeinander auf. Gerade das ist ja das Anliegen der Bibel, die geschichtlichen Ereignisse so wiederzugeben, wie sie es tut.

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