Frage von Kim199833, 53

Beziehung zwischen Schädling und seinem natürlichen Fressfeind aus evolutionsbiologischer Sicht?

Hallo ihr Lieben, dies ist meine erste Frage in einem Forum wie gutefrage.net. Ich habe gestern meine Aufgabe für die mündliche Abiturprüfung im Fach Biologie erhalten. Im Folgenden werde ich einmal alle drei Aufgaben auflisten. Mit den ersten beiden komme ich soweit klar und verstehe auch, was von mir erwartet wird. Bei der letzten habe ich ein Problem mit dem Verständnis. Ich möchte hier auch keine Antwort für die Aufgabe bekommen, aber vielleicht versteht hier jemand, was damit gemeint ist und kann die Aufgabe einmal umformulieren oder erläutern.

Schon mal ein ganz ganz großes Dankeschön für eure Bemühungen im Voraus.

  1. Beschreiben und erläutern Sie die Auswirkungen von Glyphosat auf die abiotischen und biotischen Faktoren eines Ökosystems umfassend.

  2. Beurteilen Sie die Verwendung biologischer Schädlingsbekämpfungsmittel im Vergleich zu Glyphosat.

  3. Analysieren Sie die Beziehung zwischen einem Schädling und seinem natürlichen Fressfeind aus evolutionsbiologischer Sicht und stellen Sie eine Hypothese dazu auf, inwieweit es dem Fressfeind möglich, sich aus dieser Beziehung heraus zu entwickeln.

Liebe Grüße Kim

Expertenantwort
von agrabin, Community-Experte für Biologie, 8

Unter den Suchworten Koevolution und Kospeziation wirst du einiges finden.

Die Lotka-Volterra-Regeln sind dir sicher aus dem Unterricht bekannt. Wahrscheinlich habt ihr auch besprochen, dass sie so in der natürlichen Umgebung oft nicht zutreffen.

Die Beziehungen zwischen Räuber und Beute entsprechen einem "Wettrüsten", dabei spielt die genetische Variabilität der Populationen eine große Rolle. Nur dadurch wird sichergestellt, dass immer auch  Beute dem Räuber  entkommen kann.

 Ein Lebewesen wird   nur deshalb als Schädling betrachtet, weil wir Landwirtschaft und Gartenbau betreiben. In einem natürlichen Ökosystem verwendet man diesen Begriff nicht. Ob die Frage sich von daher auf die rasanten Probleme der Ausbreitung von Schädlingen im landwirtschaftlichen Bereich, also auf den Anbau von Monokulturen bezieht, kann ich nicht beurteilen.

Ein Vergleich zwischen den Auswirkungen eines Herbizids und biologischer Schädlingsbekämpfung ist etwas schwierig, die Folgen eines Insektizideinsatzes wären einfacher zu erläutern.

Antwort
von Kurpfalz67, 24

Als Beispiel: Eine Feldmaus (Schädling) hat als Fressfeinde diverse Greifvögel (z.B Eulen).

Nun stehen beide Spezies in einer wechselseitigen Abhängigkeit.

Die Mäuse müssen aufpassen, dass nicht zu viele von ihnen gefressen werden, damit sie nicht aussterben. 

Die Greifvögel sind natürlich auch von der Größer der Mauspopulation abhängig, da die Anzahl der Mäuse auch das Überleben der Greifvögel sichert.

Zu wenig Mäuse bedeutet zu wenig Nahrung, damit wenig Nachwuchs und schlechter Gesundheitszustand der adulten Tiere.

So, nun musst du die überlegen, wie sich der Fressfeind (muss ja nicht Eule sein, Fuchs, Falke, Sperber o.Ä. geht ja auch) aus dieser Abhängigkeit herausentwickeln kann.

Was müsste passieren, damit die Abhängigkeit des Fressfeindes sinkt?

Ist dies überhaupt möglich?

Das war jetzt natürlich alles sehr reduziert, soll ja aber auch nur ein Denkanstoß sein ;-)


Kommentar von Kim199833 ,

Vielen lieben Dank, vor allem für die Mühe, die Antwort hat mir wirklich weiter geholfen. Werde mich morgen direkt ran setzen und sie bearbeiten.    :)

Kommentar von Kurpfalz67 ,

Na, so viel Mühe war das nicht ;-)

Gern geschehen! 

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