Frage von funsurfer77, 38

Bezahlte, ungerechtfertigte Rechtsanwaltsrechnung zurückfordern möglich?

Ich habe im Rahmen einer Ehescheidung vom Anwalt in der Erstberatung eine Beratung über den Trennungsunterhalt (700€ pro Monat) bekommen.

Nach der Beratung habe ich dem Anwalt die Berechnung so wie ich sie Verstanden habe schriftlich übersandt und um Bestätigung der Richtigkeit gebeten. Dies tat der Anwalt dann auch. 

 Hierfür hat er mir eine Geschäftsgebühr in Höhe von rund 800€ berechnet. Auf meine Beschwerde hin meinte der Anwalt alles wäre korrekt, ich solle zahlen. Er hätte sogar auf eine Einigungsgebühr verzichtet. Nach außen hin ist der Anwalt nicht tätig geworden. Bei der Rechtsanwaltskammer hatte ich ein Schiedsgutachten beauftragt. Der Anwalt hat eine Fristverlängerung beantragt und sich dann nicht geäußert. Das Verfahren wurde eingestellt. Mittlerweile weiß ich, dass die Geschäftsgebühr nicht hätte berechnet werden dürfen. Gezahlt habe ich im März 2014.

Frage: Kann ich im Nachhinein noch etwas machen, da der Anwalt mich hier arglistig getäuscht hat? ...eine Klage einreichen oder so? Ich habe auch eine Rechtsschutz Versicherung.

Vielen Dank!

Antwort
von Gilbert56, 18

Fordern kann man ja alles. Erfolg ist bloß fraglich und weitere Kosten könnten hinzukommen, wenn du dafür wieder einen RA brauchen solltest. Vielleicht ist es vernünftiger, das als Verlust zu verbuchen und zu vergessen, statt mehr Zeit damit zu verbringen und sich dabei noch mehr zu ärgern. Nimms leicht, Verluste hat man immer mal im Leben.

Die Rechtsanwaltskammer war keine gute Adresse. Die sind für die Rechtsanwälte da und nicht für dich. Dein Schreiben an sie ging garantiert an den RA, der seine Darstellung dazu gemacht hat. Nur ganz grobe Verfehlungen würde die Kammer ahnden, um '"die Qualität der Anwälte" zu sichern, für dich will sie nichts tun. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, wie man sagt.

Nachtrag: Wolltest du die Beratung eigentlich umsonst, oder wo liegt die Täuschung eigentlich?


Kommentar von funsurfer77 ,

Das die RA Kammer für die Anwälte ist, habe ich mittlerweile erfahren.

Ich wollte die Beratung natürlich nicht umsonst. Die Täuschung liegt darin, dass er mit suggeriert hat, eine Geschäftsgebühr wäre fällig, obwohl dies wohl nicht der Fall war.

Kommentar von Gilbert56 ,

Das verstehe ich nicht. Er hat gesagt, eine Geschäftsgebühr wird fällig. Logisch, er arbeitet nicht umsonst. Und du hast geschrieben

Hierfür hat er mir eine Geschäftsgebühr 
in Höhe von rund 800€ berechnet.

Also ist die angekündigte Geschäftsgebühr 800 Euro geworden.

Und jetzt schreibst du

wäre fällig, obwohl dies wohl nicht der Fall war.

Es war doch der Fall, Geschäftsgebühr 800 Euro!



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