Frage von hi2009, 147

Bewertung Mitarbeiter?

Hallo zusammen, ich muss für einen Mitarbeiter ein Zeugnis erstellen, das Problem ist, das er nur 4 Wochen bei uns gearbeitet hat und danach 6 Monate krank war und dann ist der Vertrag ausgelaufen, ich möchte ihm ungern eine negative Bewertung geben!

Hat einen eine Idee wie man das Schreiben kann ?

Danke

Sorry das habe ich vergessen zu sagen:

Der Mitarbeiter hat bei uns seine Ausbildung gemacht und würde dann übernommen:

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 62

Wenn der MA nur vier Wochen gearbeitet hat und danach arbeitsunfähig war, kannst Du kein qualifiziertes Zeugnis ausstellen. Dann genügt auch ein einfaches Zeugnis.

Es ist toll, dass Du ihm kein schlechtes Zeugnis geben willst. Wenn Du ihn aber nicht wirklich beurteilen kannst, kann auch kein entsprechendes Zeugnis ausgestellt werden. Du müsstest Dir ja dann etwas zusammenfantasieren, wobei Du keine Ahnung hast, ob das dann auch so stimmt.

Überleg mal wie Du reagieren würdest, wenn Du einen MA einstellst der ein tolles Zeugnis hat und Dich später über seine Leistung wunderst. Irgendwann erfährst Du dann vielleicht dass der AN nur vier Wochen gearbeitet hat. Was würdest Du über den Zeugnisaussteller denken? 

Kommentar von Nightstick ,

Über den würde ich nichts denken - den würde ich verklagen :))

Antwort
von rotesand, 41

Hallo :)

Exakt solche "Probleme" kenne ich auch -----------> ich schreibe bei uns im Betrieb die Bewertungen für Praktikanten, die oft nur 1-2 Wochen da gewesen sind^^ das gerät als auch zur Zerreißprobe & endet meist mit Standartfloskeln ;)

Ansonsten würde ich in diesem "Fall" dazu raten, mal mit dem seinerzeitigen Ausbilder zu reden: Wie hat sich der Mann im Betrieb während der Lehre angestellt? War er zuverlässig, pünktlich, freundlich und sorgfältig? Oder faul, desinteressiert & muffig? Nahm er alles ernst oder war er sehr locker mit allem? Wie war er zu den Kollegen ---------> zuvorkommend oder arrogant? Wenn Kundenkontakt bestand: Wie verhielt er sich ggü. diesen, etwa am Telefon?

Das sind auch für mich immer die Fragen, die in meine Bewertungsberichte mit einfließen. Auch würde ich mit den Leuten reden, die diesen Menschen in den vier Wochen erlebt haben ----------> und das würde ich dann zu einem soliden Bericht verquicken!

Alles Gute ... hoffe, ich konnte helfen :)

Antwort
von DarthMario72, 77

Hat er ausdrücklich ein qualifiziertes Zeugnis gefordert? Wenn nicht, schreibe ein einfaches Zeugnis, da wird ja dann nichts bewertet. Die Zeiten der Krankheit haben im Zeugnis nichts verloren - aber das weißt du ja sicher selbst.

Der Mitarbeiter hat bei uns seine Ausbildung gemacht und würde dann übernommen

Das kannst du ggf. zusätzlich erwähnen, aber da das zwei unterschiedliche Verträge sind, sind das auch zwei separate Zeugnisse.

Antwort
von Everklever, 42

Grundsätzlich besteht jedoch ein Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, das neben der Art und Dauer der Beschäftigung auch Aussagen über Leistung und Verhalten des Arbeitnehmers beinhaltet. Bei sehr gut ausgebildeten Arbeitnehmern wird darüber hinaus auch bei sehr kurzer Anstellung in der Regel ein qualifiziertes Zeugnis ausgestellt, da der neue Arbeitgeber insoweit ein qualifiziertes Zeugnis schlicht erwartet. Gleichwohl ist in dieser Konstellation zu berücksichtigen, dass Zeiträume bis zu drei Monaten kaum bewertbar sind und der Arbeitgeber sich lediglich unter dem Vorbehalt der Erwähnung des zu kurzen Beurteilungszeitraums auf die Erstellung eines qualifizierten Zeugnisses einlassen wird. Pauschal kann sich der Arbeitgeber jedoch nicht auf die Kürze der Einsatzzeit berufen und so generell den Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis verweigern. Auch bei einer nur sehr kurzen Beschäftigungszeit hat der Arbeitnehmer Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis (Landesarbeitsgericht Köln, 4 Sa 1485/00).

https://www.anwalt.de/rechtstipps/wer-hat-ab-wann-einen-anspruch-auf-welches-arb...

  1. Zunächst einmal klärst du ab, ob ein einfaches Zeugnis genügt oder tatsächlich ein qualifiziertes gewünscht ist
  2. Ist Letzteres der Fall schreibst halt ein wohlwollend formuliertes Zeugnis über das, was im Zeitraum der tatsächlichen Tätigkeit zu berichten ist und baust (ohne auf den Krankenstand explizit hinzuweisen!) die obige Einschränkung geschickt ein. Dass der Arbeitnehmer aus dem Ausbildungsverhältnis heraus übernommen wurde, sollte auch erwähnt werden, weil das ein Pluspunkt ist. Die Leistungen während der Ausbildung dagegen gehören in das Ausbildungszeugnis.
  3. Wenn ihr mit den Leistungen, die er in den vier Wochen zeigen konnte, zufrieden wart, sollten in der Schlussbemerkung das Bedauern über das Ausscheiden, der Dank für die geleisteten ("guten", "stets guten" oder "außerordentlich guten" Leistungen (in Noten: 3, 2, 1) sowie Wünsche für "weiterhin Erfolg" bzw. "weiterhin viel Erfolg" nicht fehlen. Was nicht auftauchen sollte, sind Wünsche wie "alles Gute, auch in gesundheitlicher Hinsicht".
  4. Wenngleich die Leistungen während der Ausbildung in diesem Zeugnis nicht zur Sprache kommen sollten, kannst du dennoch auf die Erfahrungen dieser Zeit zurückgreifen, wenn diese sich im jetzt zu bewertenden Anstellungsverhältnis fortgesetzt haben.
Kommentar von Everklever ,

5. Nicht vergessen: Hinweis, dass das Ausscheiden wegen Auslaufen des Vertrags erfolgte.

Kommentar von Xeneo ,

In der Frage steht nur "Zeugnis" nicht "qualifiziertes Zeugnis" so btw..

Kommentar von Everklever ,

In der Frage steht nur "Zeugnis" nicht "qualifiziertes Zeugnis" so btw..

Es steht da aber auch:"ich möchte ihm ungern eine negative Bewertung geben!", was ja wohl eindeutig auf ein qualifiziertes Zeugnis und nicht auf ein einfaches hinweist. Also?

Antwort
von Wolfgang57234, 16

Ausbildungszeugnis und Arbeitszeugnis haben erstmal nichts miteinander zu tun. Du solltest aber erwähnen, dass er nach erfolgreicher Ausbildung befristet beschäftigt war.

Krankheitszeiten darfst du im Zeugnis nicht erwähnen. Trotzdem muss das Zeugnis wahrheitsgemäß sein. Wenn du ihn nicht richtig beurteilen kannst, fällt das Zeugnis halt entsprechend knapper aus. Und wenn er nicht ausdrücklich ein qualifiziertes Zeugnis gefordert hat, bekommt er halt nur ein einfaches Zeugnis.

Antwort
von armabergesund, 57

das Zeugnis sollte den Tatsachen entsprechen. Du solltest wahrheitsgemäß dem Mitarbeiter eine Beurteilung ausstellen, möglichst wertungsfrei und ohne Vorurteile. Es ist wesentlich einfacher ein Zeugnis auszustellen für einen Mitarbeiter, der kaum im Betrieb war, als für Jemanden, der 30 Jahre dort gearbeitet hat... sei froh...

Antwort
von MieserKobold, 72

Du musst ihn ja nicht automatisch negativ bewerten, nur weil er nur 4 Wochen bei euch war. Logischerweise stützt du dich bei der Bewertung einfach auf diese 4 Wochen. Was er da geleistet hat, weißt du ja.

Antwort
von Noctisrules, 58

Bewerte seine Leistungen innerhalb der gesunden Zeit und blende die Krankheitstage aus. "Er war immer (positiv) und (positiv) Wegen einer längeren Krankheitsphase konnte er diesen Eindruck leider nicht noch weiter ausbauen."

So würde ich es tun.

.

-Noctis

Kommentar von DarthMario72 ,

Wegen einer längeren Krankheitsphase konnte er diesen Eindruck leider nicht noch weiter ausbauen

NEIN. Das hat im Zeugnis absolut nicht das geringst verloren.

Kommentar von Xeneo ,

Dann schreib doch eine Konstruktive Antowrt wenn du es weist und verbesser ned nur alle... dann hat der Verfasser der Frage eine gute und fachgerechte Antwort...

Kommentar von DarthMario72 ,

Dann schreib doch eine Konstruktive Antowrt wenn du es weist und verbesser ned nur alle

Das habe ich getan...

Kommentar von Noctisrules ,

Was in einem Zeugnis etwas zu suchen hat, bleibt dem Vorgesetzten überlassen! Wenn der Angestellte nicht einverstanden ist, kann er ein neues anfordern.

Hier geht es nicht darum, seine Krankheitszeit zu dokumentieren, sondern eine Erklärung darüber abzugeben, dass man selbst bei Wohlwollen kein Zeugnis schreiben kann.

Fakt ist, dass jede Äußerung über die sozialen und speziellen Kompetenzen des AN nach so einer Zeit an den Haaren herbeigezogen wäre.

Um der Krankheits-Formulierung aus dem Weg zu gehen:

...wegen der kurzen Beschäftigungszeit in unserem Unternehmen...diesen positiven Eindruck nicht festigen.

Kommentar von DarthMario72 ,

Was in einem Zeugnis etwas zu suchen hat, bleibt dem Vorgesetzten überlassen!

Wie kommst du denn auf diesen schmalen Pfad?

Hier geht es nicht darum, seine Krankheitszeit zu dokumentieren...

Gut, denn das wäre auch nicht zulässig.

...sondern eine Erklärung darüber abzugeben, dass man selbst bei Wohlwollen kein Zeugnis schreiben kann.

Warum? Wenn der AN nicht ausdrücklich ein qualifiziertes Zeugnis fordert, schreibt man eben ein einfaches Zeugnis.

Antwort
von Xeneo, 73

Hallo,

aufgrund so wenig arbeitszeit würde ich garkeins schreiben, innerhalb von 4 Wochen lernt man einen Mitarbeiter nicht kennen, man lernt ihn lediglich ein... du kannst da nichts verfassen. Ansonsten, sag dem Mitarbeiter er darf sich selbst ein zeugnis schreiben und nehm dass dan.

Kommentar von DarthMario72 ,

aufgrund so wenig arbeitszeit würde ich garkeins schreiben

Auch wenn man ihn nach so kurzer Zeit kaum richtig beurteilen kann, hat er trotzdem Anspruch auf ein Zeugnis.

Kommentar von Everklever ,

aufgrund so wenig arbeitszeit würde ich garkeins schreiben

Das ändert nichts am grundsätzlichen Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, auch wenn eine Beurteilung hier schwierig ist.

Kommentar von Everklever ,

Ansonsten, sag dem Mitarbeiter er darf sich selbst ein zeugnis schreiben und nehm dass dan

Solch einen Rat gibst du gegenüber einem Berufsneuling, der überhaupt noch keine Erfahrungen im Berufsleben hat? Das geht ja schon bei Altgedienten in aller Regel schief. Ich finde es unfair, jemanden so aufs Glatteis zu führen. Die Welt der Arbeitszeugnisse scheint nicht die deinige zu sein.

Kommentar von Xeneo ,

Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Bürokaufmann seit letztem Jahr also doch ich glaube ich hab da ahnung von und wenn jemand sich selbst ein schlechtes schreibt ist das wohl sein Problem ned das, des Unternehmens daher hat man auch kein schlechtes gewissen, da man ja selbst nur das ding ausdruckt und gut ist... also so amcht es mein Unternehmen und das ist in Ordnung, man verstößt gegen keine Regeln oder sonstwas und die schlauen Mitarbeiter erkundigen sich und schreiben sich ein Sehr gutes Zeugnis.. ich seh da keine unfairness.

Kommentar von DarthMario72 ,

Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Bürokaufmann seit letztem Jahr also doch ich glaube ich hab da ahnung von

Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber eine "abgeschlossene Berufsausbildung zum Bürokaufmann" qualifiziert dich noch nicht zum korrekten Schreiben von Arbeitszeugnissen.

Ich habe in meiner Ausbildung (Verwaltungsfachangestellter) auch einiges über Arbeitszeugnisse gehört, trotzdem hatte ich keine große Ahnung davon und konnte nicht zwischen den Zeilen lesen. Bei meiner jetzigen Stelle schreibe und lese ich sehr oft Arbeitszeugnisse und lerne trotzdem immer noch weiter dazu.

und wenn jemand sich selbst ein schlechtes schreibt ist das wohl sein Problem ned das, des Unternehmens

Nicht unbedingt. Sollte es dann doch vor Gericht landen, kann das sehr wohl das Problem des AG sein - jedenfalls dann, wenn das Zeugnis schlechter als befriedigend ist.

und das ist in Ordnung, man verstößt gegen keine Regeln oder sonstwas 

Doch, es ist nicht Aufgabe eines AN sein eigenes Zeugnis zu schreiben.

Kommentar von Everklever ,

Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Bürokaufmann seit letztem Jahr also doch ich glaube ich hab da ahnung von

Das qualifiziert noch lange nicht zum Erstellen bestandskräftiger, aussagefähiger und korrekter Zeugnisse. Dazu braucht es sehr viel an speziellen Kenntnissen (die in einer Ausbildung gar nicht vermittelt werden) und sehr viel Erfahrung auf diesem Sektor.

Im Übrigen verstößt ein zu schlechtes Zeugnis genau so wie ein zu gutes gegen die Wahrheitspflicht.

ich seh da keine Unfairness

Der Fachmann erkennt ein selbst zusammengestückeltes Zeugnis auf den ersten Blick. So etwas wird dann gleich mal aus dem Bewerberstapel aussortiert.

Kommentar von DarthMario72 ,

Der Fachmann erkennt ein selbst zusammengestückeltes Zeugnis auf den ersten Blick. So etwas wird dann gleich mal aus dem Bewerberstapel aussortiert.

So ist es!

Kommentar von Xeneo ,

Mag sein aber das ist mir ziemlich egal, in der heutigen Welt soll jeder auf sich selbst schauen, alles ist inzwischen Korrupt. Und was mich eben Qualifiziert sind einige zusätzliche Kurse die ich machen musste um eben doch zu wissen wie man ein Arbeitszeugnis verfasst und zwischen den Zeilen liest, hätte ich wohl noch erwähnen sollen... Beim Abi war das auch ein Relativ wichitges Thema. Zumindest bei mir. Also mag sein das es arschig ist wenn mann den "armen Mitarbeiter" was selber schreiben lässt aber wie gesagt ist mir egal und ich weis wie die Gesetzgebung dazu ist also nein ich mache weder mich noch das Unternehmen dafür strafbar, da achte ich schon drauf unter allen Aspekten die es da gibt.

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