Frage von LightBall, 39

Bewerbungsgespräch und unangenehme Fragen. Wie könnte ich darauf Antworten?

Hatte heute eien Vorstellungsgespräch für eine Aushilfsstelle und ich wurde mit einer Frage konfrontiert, die ich irgendwie nicht antworten konnte.

Es ging um meinen Lebenslauf. Ich bin seit 18 Jahren in DE und hatte von anfang an schwer. Ich ging zwar zur Schule als King/Jugendlicher, aber ich musste zusehen wie ich in kürzeste Zeit die Sprache lerne, mich zurecht finde, anpassen usw. Verlassen hatte ich die Schule mit einen Hauptschulabschluß. Erst mit 20, als machte ich mein Quali nach, damals dringend notwendig für die Berufswelt. Seit dem arbeite ich mal Vollzeit, mal Teilzeit. Lücken habe ich 2 und zwar von insgesamt 4 Monaten, also ich war in der Zeit arbeitslos.

Nun, heute wollten sie Wissen warum ich solchen sprünge im Lebenslauf habe und ich wusste nicht was ich antworten soltle. Im Lebenslauf steht eben viel über kleine Beschäftigungen, dann wieder paar Jahren Vollzeit, dann wieder kurzfristig usw. Ich weiss nicht was ich dazu sagen sollte.

Gerade besuche ich einen Abendgymnasium, weil ich mehr aus meinem Leben holen möchte, und es läuft Notenmäßig wirklich gut. Das musste ich auch begründen, aber mir viel nichts dazu ein. Ich bin nicht Stolz darauf, keine Ausbildung zu haben und nur mal hier, mal dort, Leihfirma oder nicht gearbeitet zu haben. Ich bin fast alleine in DE. Die eine Familienmitglied die ich hier habe, interessiert sich nicht für mich, hat sie nie. Das bisschen was ich eben habe, habe ich mir selbst erarbeiten müssen. ICh jetzt eben an einen Punkt, wo ich mehr aus mir rausholen möchte, auch wenn ich nicht mehr die jüngste Gemüse bin (29).

Ich weiss nicht was ich darauf antworten sollte, falls es die gleichen Fragen nochmal kommen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von October2011, 27

Hi,

zunächst einmal - du hast keine Lücken im Lebenslauf! 2 x 2 Monate sind keine echte Lücken sondern lediglich ganz normale, kleinere Abstände der Jobsuche zwischen zwei Jobs hattest. Es bedeutet auch, dass du dich bei Bewerbungsgesprächen gut verkaufst, denn sonst würdest du nicht jedes mal so schnell und problemlos einen neuen Job finden.

Dein Lebenslauf ist garantiert nicht das Problem, denn sonst würde man dich gar nicht erst zum Bewerbungsgespräch einladen.

Was war da also los? Ich vermute, das war ein Streßinterview. Das heißt, man wollte dich mit diesen Fragen unter Druck setzen um zu sehen, wie du dann reagierst. Denn wenn du beim Bewerbungsgespräch souverän bleibst kann man davon ausgehen, dass du es auch bei einem nervigem oder unverschämten Kunden ebenfalls bleibst.

Wiereagiert man darauf? Mit Ruhe und Selbstvertrauen. Entschuldige dich nicht für Sachen, die nicht deine Schuld waren und sei ehrlich.

Mal angenommen, du hast in einer Firma nur für 6 Monate gearbeitet und wirst darauf angesprochen. Dann sagst du, dass dir der Job und die Kollegen bei der Firma X sehr gefallen hat, aber leider konnte die Firma aufgrund der Auftragslage deinen Zeitvertrag nicht verlängern.

Sprich niemals schlecht über einen Ex-Arbeitgeber. Wenn die Firma x z.B. aufgrund ihres schlechten Rufs schwierigkeiten hatte, neue Kunden zu finden dann solltest du so etwas nicht erwähnen.

Das du Abendgymnasium machst ist doch klasse, darauf kannst du stolz sein. Das kannst du gerne im Vorstellungsgespräch erzählen.

Du kannst auch mit Recht darauf stolz sein, dass du durchgehend immer gearbeitet hast. Auch kleinere Beschäftigungen sind Arbeit!

Sei bitte etwas vorsichtiger damit, was du über deine familiäre Situation erzählst. Das geht den Arbeitgeber eigentlich nichts an.

October

Kommentar von October2011 ,

Das gute daran ist, dass man Stressinterviews gut üben kann.

Frage einen Freund, ob er dir dabei hilft. Ihr zieht euch beide gut an und setzt euch an einen Tisch. Dann soll dein Freund sich deinen Lebenslauf vornehmen und der Reihe nach zu jedem Job kritisch nachfragen.

"Ich sehe Herr LightBall, Sie waren von Nov 2000 bis July 2001 bei der Firma X angestellt. Warum nur so kurz?" usw.

Am besten du übst das 2-3 mal mit verschiedenen Leuten, dann solltest du zumnächsten echten Vorstellungsgespräch fit sein :-)

(Frag' mal den Lehrer im Abendgymnasium, ob ihr das in der Klasse üben könnt).

October

Kommentar von LightBall ,

Frau LightBall :) Aber danke für die Tipps.

Antwort
von MaronAkane, 33

In der heutigen Zeit sind Arbeitgeberwechsel relativ normal geworden, auch wenn manche Personaler das nicht wahrhaben wollen. Gerade die jungen Leute müssen ständig und dauerhaft flexibel sein, viele Dinge auf einmal können, mit schnellen Wechsel durch Abteilungen hüpfen, jedes Wissen soll auf Knopfdruck abrufbereit sein. Flexibilität ist das A und O.

Es sieht zwar auf dem Lebenslauf nicht schön aus, jedoch ist es mittlerweile brutale Realität geworden. Wer kann denn heutzutage noch sagen, dass er noch immer in dem Betrieb arbeitet, wo er mit 16 die Ausbildung begonnen hat? Sehr wenige - leider. 

Lücken sind natürlich immer schlecht. Auch mir wurde damals vom Jobcenter mitgeteilt, Arbeitslosigkeit unter 3 Monaten müsse ich im Lebenslauf gar nicht angeben, ich gebe die Zeit jedoch trotzdem an. Dort schreibe ich dann etwas wie "berufliche Neuorientierung" oder "aktiv arbeitssuchend" - sind zwar Standardphrasen, aber soll ich nun das Rad neu erfinden? Manchmal geht es eben nicht anders. 

Lass dich nicht auf deine Schwächen festnageln, versuch mit deinen Stärken zu überzeugen. Viele Personaler stellen solche schwierigen Fragen auch nur, um zu testen, wie die Person gegenüber in Stresssituationen reagiert, ob sie auch unter Druck noch souverän handeln kann. 

Im Internet findest du sicher noch einige Tipps, wie du auf solche kniffligen Fragen bei Vorstellungsgesprächen antworten kannst.

Kommentar von LightBall ,

bist du aus brasilien?

Kommentar von MaronAkane ,

Nein, ich bin in Deutschland geboren und habe einen Hauch Italien in mir... jedoch bin ich Brasilien-Fan ;)

Kommentar von LightBall ,

aso :) schön :) ich komme nämlich aus Brasilien :D

Antwort
von Zumverzweifeln, 29

Nun, es wird doch immer einen Grund gegeben haben, wenn du einen Arbeitsplatz gewechselt hast. Oder waren es jeweils Zeitverträge?

Hast du vielleicht immer versucht, dich mit anderen Stellen zu verbessern? Das wäre ein Grund. 

Du wirst das gefragt, weil keine Firma einen Mitarbeiter einstellen, möchte, von dem sie fürchten müssen, dass er schnell wieder weggeht. 

Alles Gute für dich!

Kommentar von LightBall ,

ich bin aber nicht freiwillig gegangen. Ich war viel bei Zeitfirmen tätig und die Verträge waren zum Teil befristet. Auch wurde ich aufgrund wenig Aufträge von der Leihfirma nachhause geschickt, bis sie wieder was für mich hatten wo sie mich einsetzen konten.

Kommentar von Zumverzweifeln ,

Das kannst du genauso sagen, das erklärt deine Situation. Wenn du dann auch noch sagst, dass du jetzt eine langfristige Stellung suchst, dann ist das sicherlich gut!

Antwort
von Calioniel, 36

Ich denke man sollte auf sowas ehrlich antworten. Wenn du sagst du warst in der Zeit im Betrieb soundso wollen sie wahrscheinlich nen Nachweis. Und wenn dann raus kommt, dass man gelogen hat, ist man eh gleich unten durch.

Kommentar von LightBall ,

es geht nicht um Nachweise, die habe ich alle, sondern um wie ich auf solchen unangenehme Fragen antworten sollte. Die Frage die man mir gestellt wurde war: Warum haben sie soviele sprünge? Warum haben sie mal hier und mal dort gearbeitet?

Kommentar von October2011 ,

Die Frage die man mir gestellt wurde war: Warum haben sie soviele sprünge? Warum haben sie mal hier und mal dort gearbeitet?

Dann sagst du, dass es dein langfristiger Plan ist für eine Firma in Festanstellung zu arbeiten.

Leider hast du in den letzten paar Jahren nur befristete Verträge bekommen.

Dann erklärst du, warum du bei den letzten beiden Jobs nicht bleiben konntest.

October

Kommentar von Calioniel ,

Ja wie gesagt, die Wahrheit wäre wohl am besten.

Antwort
von Maxifreund25, 39

Also ich würde an deiner Stelle immer ehrlich sein und alle Fragen immer korrekt beantworten , das kommt am besten beim Arbeitgeber an .

Antwort
von FragaAntworta, 30

Wenn Du es dem Arbeitgeber genau so erzählst wie hier, wird er es verstehen, und Du hast die Frage auch gleich gut beantwortet. Für Deine weitere Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

Antwort
von JoachimF, 5

Bleib locker, denn du hast nichts zu verheimlichen und nichst peinliches gemacht. Bei der Wahrheit bleiben ist am einfachsten und meist am Besten!

Viel Glück und Erfolg!

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