Hallo!
Ich sitze hier mal wieder an meinem Rechner und möchte eine Bewerbung schreiben und frage mich, ob das überhaupt Sinn hat. Ich habe vor etwa eineinhalb Jahren mein Studium beendet (Dipl.Ing.-Elektrotechnik->"Fachkraft!"), kriege aber beim besten Willen den Fuß nicht in die Tür. Ich habe national und international Bewerbungen gestreut und die Resonanz ist vernichtend.
Zunächst gleich zu meinem Manko: Ja, ich habe lange studiert, ziemlich sogar, ganze 18 Semester! Das heißt aber nicht, daß ich nur rumsaß, im Gegenteil. Mein Lebenslauf ist inzwischen zwei Seiten lang, ich habe mehrmals als Praktikant oder Werkstudent in technischen Betrieben gearbeitet,teils über ein Jahr und mir das Studium eben auch darüber finanziert. Ich habe das mal für eine Referenz gehalten und kann diesen Gedanken wohl vergessen. Ich habe auch die Zeit beim Amt genutzt. Drei Monate habe ich mein ohnehin gutes Englisch an einem Institut mit Business English erweitert. Letztes Jahr habe ich ein Absolventen-Stipendium bekommen und ich war ein paar Monate an einem Forschungsinstitut im Ausland, mein vorläufiges Sahnehäubchen.
Aber in den Firmen interessiert das alles kein Schwein. Ich schreibe Qualität, keine reine Masse. Ich rufe meist vorher an und passe jede Bewerbung exakt auf die Stelle und den Betrieb ab. Ich kann schreiben und auch reden, das ist kein Problem. Inzwischen habe ich bestimmt 60-70 Bewerbungen verschickt. Das Resultat: Ein Vorstellungsgespräch! 20 Absagen. Vom ganzen Rest gabs nicht mal eine Eingangsbestätigung. Ist das noch normal? Ist der Arbeitsmarkt wirklich SO pervers geworden? Ich habe da schon lange den Überblick verloren...
Ich überlege auch schon, was ich stattdessen mache, da das ja anscheinend alles keinen Zweck hat. Ich will mir nicht eingestehen, daß alles für die Katz war, aber irgendwann werde ich wohl mit abfinden müssen. Aber auf ein Leben als Hartz4-Fall habe ich auch wenig Lust... Hat jemand ähnliche Erfahrungen?
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