Frage von melo31, 227

Bewerben bei der Landes-und Bundespolizei mit Neurodermitis?

Ich möchte 2016 mich bei der Landes- sowohl auch bei der Bundespolizei bewerben. Es ist mein absoluter Traumberuf. Ein Haken an der Geschichte gibt es leider , ich habe seit meiner Geburt aus an Neurodermitis und habe sie eigentlich nur im Wintern , jedoch nicht so stark. Bei der Polizei jedoch, ist es ja wie angegeben ein Ausscheidekriterium. Ich will echt nicht wegen so einer Kleinigkeit mein Traumberuf platzen lassen. Meint ihr, ich könnte es "vertuschen", sprich ich werde es einfach nicht angeben. Ich denke nicht das die so detailliert einen untersuchen werden. Wenn ihr genaueres wisst, würde ich mich über eine Antwort erfreuen :)

Antwort
von kayo1548, 185

Die PDV 300, also die Vorschriften bzgl der Polizeidiensttauglichkeit sind bundeseinheitlich geregelt.

Natürlich kommt es je nachdem auf einen Einzelfallentscheid an, aber Neurodermitis ist wie du ja schon richtig erkannt hast, ein absoluter Ausschlussgrund.

Vertuschen kannst du das kaum: die Wahrscheinlichkeit das das auffällt ist doch sehr groß, zumal du ja auch deinen behandelnden Arzt von der Schweigepflicht entbinden musst.

Und eine Falschangabe im Gesundheitsbogen kann auch noch viel später (falls du denn so weit kommst) negative Konsequenzen nach sich ziehen.

Expertenantwort
von Sirius66, Community-Experte für Polizei, 156

Etwas zu vertuschen ist ein denkbar schlechter Einstieg in die Laufbahn eines Hüters von Recht und Gesetz. Sowas kann sich die Polizei nicht erlauben. Solche Imageschäden braucht das Land nicht.

Das kann nicht dein Ernst sein. Wenn es rauskommt - und das wird es - bist du ein für allemal und in jedem BL weg vom Fenster.

Dann lieber ordentliche Befunde einsenden und hoffen, daß es nicht so stark bewertet wird. Allerdings ist es nunmal tatsächlich ein absoluter Ausschlussgrund.

Eine Kleinigkeit ist es keineswegs. Für eine Stelle stehen 1000 Bewerber zur Verfügung, für die ein strenges Reglement gilt. Die Voraussetzungen gelten dabei gnadenlos für jeden, es gibt keine Ausnahmen. Würde man sie bei dir machen, hätte JEDER andere Bewerber in einer vergleichbaren Situation GLEICHES Recht darauf.

Hinzu kommt, daß die künftige Krankenversicherung mitsamt allen Behandlungskosten zu mindestens 50% vom Land/Bund = Steuerzahler übernommen wird. Erklär dem mal, warum man unter 1000 Bewerbern den einen auswählt, der bereits Kosten mitbringt, wenn 999 andere zur Verfügung stehen, bei denen das nicht der Fall ist.

Ein weiterer Aspekt ist deine Einsatzfähigkeit. Auch wenn es nur im Winter auftritt - willst du den ganzen Winter krank sein? Freuen sich deine Schichtkollegen und fragen sich zu Recht, warum du eingestellt wurdest, wenn zu erwarten war, daß du im Winter .....

Für viele Menschen bleibt der Traumberuf ein Traum. Bei manchen reicht das Geld nicht, bei anderen hindert die Familie einen am Weggehen, manche scheitern an den Anforderungen, andere bekommen einfach keine Ausbildungsstelle oder Studienplatz, egal, wie sehr sie es sich wünschen.

Auch damit muss man leben können. Einen Bewerber, der KEINE ANDERE Option hat und Polizei UM ALLES IN DER WELT will, ist sowieso bedenklich.

Gruß S.

Antwort
von azeri61, 168

zumindest in berlin ist das ein absoluter ausschlusgrund du kannst dich dennoch bewerben aber große hoffnungen würde ich mir nicht machen evtl. versuchst du es beim zoll da weiß ich nicht wie es mit deiner krankheit aussieht

Kommentar von azeri61 ,

und du musst ein ärztlichen fragebogen von deinem hausarzt ausfüllen lassen und dies vorlegen ob es klug wäre die polizei was dies angeht anzulügen bezweifel ich stark und zeigt auch von charakterliche schwäche was den beruf angeht

Kommentar von melo31 ,

Ja aber ich kann es nicht nachvollziehen, es ist keine schwerwiegende Krankheit bzw bei mir sehr leicht , fast garnicht!! . Mir fehlt ja kein Arm oder ein Auge. Da es mein Traumberuf ist, soll es nicht an so einer Kleinigkeit scheitern. 

Kommentar von Sirius66 ,

Das sehen aber alle, so die im EAV scheitern. Es ist immer eine KLEINIGKEIT ...

Der eine hat einfach 3 Fehler zu viel im Diktat. Der andere ist 3 cm zu klein. Wieder einer hat eine 4 in Mathe statt der geforderten 3 oder hat sein Abi nunmla um 0,3 Punkte versiebt, einer läuft im Sporttest einfach 15 sek. zu langsam. Es ist nunmal, wie es ist. Wenn man anfängt, Ausnahmen zu machen, hat das nie ein Ende.

Voraussetzungen sind Voraussetzungen. Warum solltest ausgerechnet DU der Bewerber sein, für den man die Messlatte niedriger legt. Man müsste sie dann generell für alle neu bemessen. Macht niemand. Es gibt Bewerber genug!

Jeder Bewerber hält sich für TheBest. Auch einer mit Asthma meint, es macht ihm nichts aus. Der mit der LSR sagt, er hat keine Defizite. Der psychisch Labile behauptet, er sein topfit.

So gesehen ist deine Meinung, ob du fir genug bist, völlig unerheblich.

Kleinigkeit habe ich unten definiert.

Gruß S.

Kommentar von azeri61 ,

die polizei wird einen für sich sinnvollen grund haben warum leute mit dieser krankheit generel nicht eingestellt werden zumal du selbst gar nicht wissen kannst wie es in 10 jahren ausschaut mit dir vllt breitet sich was ich natürlich nicht hoffe die krankheit aus vllt auch nicht die polizei wird dich nach einer gewissen zeit zum beamten machen und da muss gewährleistet werden das der beamte auch in 30 jahren diesen job ausüben kann

Kommentar von kayo1548 ,

richtig, das ist ein großes Problem.

Es kann ja durchaus sein, dass sich diese Erkrankung auch aufgrund der Umstände (Stress z.b.) entsprechend anders verhält.

Daneben geht es auch um die freie Hilfürsorge, d.h. der Dienstherr bezahlt entsprechende medizinische Kosten.

Da ist es dann natürlich durchaus nachvollziehbar, dass man dann Personen einstellt die nicht so einen großen Kostenfaktor darstellen.

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