Bewährung/Widerruf?

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3 Antworten

Auf Grund eigener Erfahrungen deinen Fall bestens nachempfinden kann. Auf Grund meiner beruflichen Situation wurde mir eine deftige Geldstrafe im vierstelligen Bereich aufgebrummt. Kaum ab bezahlt ein weiteres mal erwischt wurde. Warum und weshalb ich ein weiteres mal ohne Ticket gefahren bin (Fahrpreis 3,50 €) keinen interessiert hat. Direkt rund 2.000,-€ + Gerichtskosten eingehandelt habe. Summa summa-rum also circa 5.000,-€ aus dem Fenster geworfen habe. :-(

Zurück zu dir. Hat deine Anwältin keine Urlaubsvertretung? Wenn nicht, würde ich, sobald sie zurück ist zu ihr gehen. Vorausgesetzt die Frist wird nicht überschritten. Ansonsten beim Gericht melden und diesem um Aufschub bitten, da dein Rechtsbeistand verhindert ist. Mag von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Ich jedoch selber bisher immer Glück hat. Sei es um Ratenaufschub und der Gleichen. Vielleicht kannst du also auch etwas in der Richtung bewirken. Ein Versuch ist es alle mal wert. 

Was jetzt den Widerruf angeht, würde ich auch direkt bei der Staatsanwaltschaft nachfragen. Sprich wieso und weshalb und gleich das Urteil vom 10.5. ansprechen. Die können dir eigentlich am besten sagen, was Sache ist. Ist meiner Meinung nach am sinnvollsten. Zu guter Letzt den Tipp gebe, dein Mundwerk zu zügeln. Egal ob Richter/in oder Staatsanwaltschaft. Das brockt dir mehr ärgern ein, als das es dir hilft. Ich weiß wovon ich spreche. 

Bei meiner Verhandlung direkt mit offenen Karten gespielt habe. Kurz die Situation geschildert und mich letztendlich selbst verteidigt (ohne Rechtsanwalt). Nach circa 20 Minuten war der Drops dann gelutscht und ich konnte gehen. Lediglich beim wiederholten mal nichts zu machen war und die bittere Pille schlucken musste. Sicher, die Entscheidung hätte anfechten können. Jedoch kein Bock hatte, es noch weiter in die Länge zu ziehen. 

Wünsche dir viel Glück, medmonk  

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Kommentar von Andymuell29
20.06.2016, 02:25

Dankeschön medmonk. Ich hatte heute erst den Brief bekommen und habe dann meine Anwältin angerufen aber dort war die Ansage das sie im Urlaub ist. Werde morgen in ihrer Kanzlei anrufen und fragen ob da eine Vertretung ist. Ich werde auch mal bei der Staatsanwaltschaft nachfragen warum man jetzt die Bewährung aus dem Urteil vom 10.2.2015 widerrufen möchte. Der Richter vom Landgericht sagte er kann die Bewährung verlängern und damit die Bewährungszeit aus dem Urteil vom 10.2.2015 mit einbeziehen. Ich wusste nicht genau was er damit meinte, meine Anwältin sagte aber dass er mir damit doppelt geholfen hat weil die Richterin vom Amtsgericht die Bewährung nicht widerrufen kann. Warum das jetzt die Staatsanwaltschaft kann weiß ich nicht. Aber ich werde dort mal nachfragen wenn das einfach so geht. Vielen Dank! 

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Kommentar von medmonk
20.06.2016, 02:26

Sorry für diverse Rechtschreibfehler. Bin um die Zeit nicht mehr ganz so fit. ;) Ist denke ich trotzdem soweit verständlich. 

Nun zu deiner Antwort. das ist so erst einmal das was du selbst machen kannst. Morgen also vielleicht mehr weißt. Dir auf jeden Fall die Daumen drücke. Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. ;)

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Ja, das geht. Der Widerruf wäre die Reaktion in der Bewährungssache auf die neuerliche Straftat, die ja jetzt rechtkräftig festgestellt wurde..

Es ist allerdings absolut unüblich, die Bewährung zu widerrufen, wenn das neuere Gericht gerade eine Bewährung ausgesprochen hat. Zumal auch die Straftat Schwarzfahren nicht so schwerwiegend ist, dass eine Bewährung zu widerrufen wäre. Nicht ganz so unüblich ist allerdings, dass die Staatsanwaltschaft den Widerruf trotzdem erst einmal beantragt.

Du kannst davon ausgehen, dass in der Bewährungssache die Bewährungszeit um ein Jahr verlängert wird. Sollte es dennoch zu einem Widerruf der Bewährung kommen, lohnt dagegen in jedem Fall eine sofortige Beschwerde. Dann wird's vom Landgericht noch mal geprüft - und vermutlich aufgehoben.

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Das man wegen Schwarzfahren ins Gefängnis muss ist mir neu. Das ist unglaubwürdig, wenn du in Ausbildung bist kannst du höchstens sozialstunden bekommen und die nach deiner Ausbildung abarbeiten.

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Kommentar von Andymuell29
20.06.2016, 01:51

Die Richterin verurteilte mich aber so,  ob Sie es nun glauben oder nicht. Sie meinte eben dass ich ein loses Mundwerk habe bloß weil ich etwas zu laut zu meiner Anwältin sagte ob die Richterin noch ganz dicht ist. Aber ich war sauer ich durfte bei ihr gar nichts sagen also mich kaum äußern und die Argumentationen von meiner Anwältin ignorierte sie. Die Richterin ist deswegen auch bekannt hier in der Stadt. 

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Kommentar von medmonk
20.06.2016, 01:51

Das man wegen Schwarzfahren ins Gefängnis muss ist mir neu. 

Kann schneller passieren, als man gucken kann. 

Das ist unglaubwürdig, wenn du in Ausbildung bist kannst du höchstens sozialstunden bekommen und die nach deiner Ausbildung abarbeiten.



Dem ist nicht so. Wenn eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, und man sich in dieser Bewährungszeit erneut etwas zu schulden kommen lässt, man sehr wohl die Strafe absetzen muss. Da ist die Ausbildungs und/oder Arbeitsstelle irrelevant.  

Wenn man vorher nicht polizeilich in Erscheinung getreten ist, wird ein Gericht einen nicht beim ersten Delikt auf Staatskosten »beurlauben«. Es wird also entweder eine Geldstrafe verhängt (unter bedingter Berücksichtung des eigenen Einkommens), alternativ Sozialstunden oder eine Strafe die zur Bewährung ausgesetzt wird.

In diesem Fall gab es eine Bewährungsstrafe. Gegen dessen Auflagen wurde verstoßen, was nun mal dazu führt, das man genau jene absetzen darf/muss. Ob und wenn ja, wie die Strafe anderweitig getilgt werden kann, nun Entscheidung des Gerichts ist. Man so der so die Suppe auslöffeln muss.

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