Frage von Omit1991, 93

Bevorzugung interner Bewerber?

Hi, ich habe folgendes Anliegen. Ich beende am 07.07.16 meine Ausbildung zum Speditionskaufmann. Eine Anschlussstelle in einem anderen Unternehmen hätte ich zum 01.08Ich habe mich diesen Jahres Februar bei einem großen Luft und Raumfahrtkonzern beworben, aber leider eine Absage bekommen da sie einem internen Bewerber Vorrang gewähren mussten. Letzte Woche hat mich nun der Personalchef angerufen und mir gesagt, dass die Stelle wieder frei wäre und ob ich noch Interesse hätte. Ich war dann auch direkt beim Vorstellungsgespräch und habe die Stelle seiner Seitens auch bekommen. Jedoch wollte sich der Betriebsrat nicht auf einen Ausschreibungsverzicht einlassen. Nun ist die Stelle nochmals 2 Wochen intern ausgeschrieben. Ich weiß aus sicherer Quelle, dass die Gefahr bestehen könnte, dass sich jemand intern bewirbt der vor der Schwangerschaft schon dort tätig war nun aber auf einem anderen posten halbtags eingesetzt ist. Falls sich die Dame dort nun bewerben würde, wäre dies als halbtags (so die Info). Die Stelle ist jedoch als Vollleitstelle zu besetzten.

Jetzt ist meine Frage, was ich denn erwarten kann. Muss ich mir trotz der Zusage des Personalchefs und dem erhalt des Arbeitsvertrages (noch nicht unterschrieben - beiderseits) Gedanken machen den Job doch nicht zu bekommen.

Das noch heiklere daran ist, dass ich meine andere schon unterschriebene Stelle mit 2 Wochen vorher kündigen müsste. Nun wird das alles etwas eng!!! Da der Betriebsrat nur jede Woche Dienstag tagt, und die interne Ausschreibung noch bis zum 13.07.16 ausgehängt ist wird sich die Sitzung auf den 19.07.16 schieben. Dies wäre aber meinerseits zu spät, falls ich die angestrebte Stelle bekomme den bereits mit der anderen Firma geschlossenen Vertrag fristgerecht zu kündigen.

Dazu ist noch zu sagen, dass es natürlich nicht die feine Englische Art ist so kurzfristig abzusagen, jedoch hat es deftige Gründe (3 Minuten von meinem Wohnort entfernt, IG-Metall Tarif mit dementsprechend höherer Entlohnung etc pp)

Danke euch schon einmal für eure Antworten.

Antwort
von Nightstick, 54

Ich selbst war früher einmal in einer ganz ähnlichen Situation.

Wenn der BR der Einstellung nicht zustimmt, kannst Du nichts machen.

Wenn Du von dem angestrebten Unternehmen grünes Licht bekommst, kündigst Du beim alten Unternehmen entsprechend - auch wenn Du die Frist nicht einhältst. Sollte es dabei (wider Erwarten) Probleme geben, meldest Du Dich hier wieder in diesen Thread, oder schreibst mir eine PN.

Gruß @Nightstick

Kommentar von Omit1991 ,

Hi.

Danke schon einmal für die Antwort.

Das habe ich befürchtet. Was ein blödes Gefühl so in der Luft zu hängen!

Auch etwas Fahrlässig von dem Personalchef dann seine Zusage zu geben. Hätte ich denn rechtlich irgendwelche Mittel um es anzufechten, sofern ich  nicht genommen werde aufgrund der internen Bewerberin? Ich meine auch ein mündlicher Vertrag ist ein rechtskräftiger?!?

Kommentar von Nightstick ,

Theoretisch könntest Du (wenn Du einen konkreten Schaden nachweisen würdest) Schadenersatz einklagen.

Davon rate ich jedoch ab, weil Du Dir dadurch bei den Arbeitgebern keinen guten Namen machen würdest. Vergiss nicht, es gibt Personalleiterstammtische, bei denen solche Fälle diskutiert werden!

Es gibt Situationen, in denen Personalleiter oder auch Geschäftsführer etwas voreilig sagen: "Alles kein Problem - das mit dem Betriebsrat kriege ich schon hin...".

Aber es kann ganz anders kommen!

Andererseits machen sie so etwas nicht, um den potentiellen neuen Mitarbeiter zu ärgern - sie wollen ihn ja haben.

Du musst Dir bewusst werden, dass man auch im Berufsleben nichts erzwingen kann - das Schicksal spielt überall mit.

Warte ab - vielleicht hast Du Glück!

Gruß @Nightstick

Kommentar von Nightstick ,

Nachtrag: Bleibe aber dran, d.h. halte (locker) Kontakt mit dem Personalchef - ohne ihm auf die Nerven zu gehen.

Sollte es mit dieser Stelle nicht klappen, und Du Dich als "guter Verlierer" präsentierst, hast Du später vielleicht die Chance auf eine andere Position. Der Personalchef wird sich daran erinnern, weil er sicher ein etwas schlechtes Gewissen Dir gegenüber hat.

Das alles würdest Du sinnlos verspielen, wenn Du gegen das Unternehmen vorgehen würdest.

Kommentar von Omit1991 ,

Hi,

habe nun gestern mit dem Personalchef telefoniert und ihm ehrlich meine Bedenken geäußert. Er konnte mir die Angst jedoch größtenteils nehmen da: "Er hatt ein Gespräch mit der potenziellen Internern Bewerberin" es ging wohl nur darum, dass die Dame auf EG4 herunter gestuft werden sollte und sich nur deshalb auf die EG6 Stelle bewerben wollte. Nun hat man ihr weiterhin EG6 zugestanden. Dazu ist sie auch aktuell noch schwanger und wird bald in Mutterschutz gehen. Ebenso hat sich die Abteilungsleiterin gegen Sie ausgesprochen, da sie nicht für die Rufbereitschaft oder sonstiges zur Verfügung steht.

Des weiteren meinter er, alles was jetzt noch intern kommt ist defintiv nicht so qualifiziert wie ich. Das dürfte falls sich doch noch einer bewirbt wohl ein Argument vor dem Betriebsrat sein.

Ich denke es sieht ganz gut für mich aus :)

Das andere ist natürlich, ich werde meine andere Stelle jetzt nicht aus Vertrauen kündigen! Frühestens wäre es möglich am 19.07, da ich an diesem Tag meinen Vertrag für die andere Firma unterschreibe. Jedoch könnte ich dann die 14- tägige Kündigungsfrist vor Antritt nicht einhalten (steht so nicht im Vertrag - hat mir ein Anwalt gesagt das die so steht)

Gibt es da Möglichkeiten außerordentlich zu kündigen.

Ich meine was sollen sie denn auch machen wenn ich nicht will und nicht komme. Konventionalstrafen sind in meinem Arbeitsvertrag keine verankert.

Gruß

Kommentar von Nightstick ,

Ich gehe davon aus, dass der 07.07.2016 der Tag Deiner mündlichen Prüfung ist. Demnach würdest Du wahrscheinlich auch bei der anderen Firma am 01.08.2016  anfangen, kannst jedoch im Vorfeld durch die genanntem Umstände beim Luftfahrtkonzern die vereinbarte Kündifgungsfrist nicht einhalten.

Nun macht es ja für beide Vertragsparteien keinen Sinn, nur ein paar Wochen zu arbeiten, um dann schon wieder wegzugehen. Da lohnt ja der Arbeitsaufwand der An- und Abmeldung bei der Sozialversicherung noch nicht einmal.

Wenn das mit dem Luftfahrtkonzern definitv fest ist (und Du eine Vetragsausfertigung in der Hand hältst, auf der beide unterschreiben haben), rufst Du die andere Firma an, erklärst ihr die Situation, und bittest um Verständnis für Deine Entscheidung. Wahrscheinlich wird man auf Deinen Arbeitsantritt verzichten. Zur Sicherheit hältst Du die dann getroffene Vereinbarung schriftlich fest, und schickst diese in einem Brief (per Einwurf-Einschreiben) an die andere Firma.   

Im Notfall kündigst Du ohne weitere Begründung zum "Tag -1", z.B. Du fängst die neue Stelle am 01.08. an, dann schreibst Du an die andere Firma (wieder per Einwurf-Einschreiben):

"Hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis zum 31. Juli 2016.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift"

Theoretisch könnte Dich das Unternehmen dann auf Schadenersatz verklagen, müsste den entstandenen Schaden jedoch schlüssig beweisen, was bei der Möglichkeit, einen Mitarbeiter über eine Zeitarbeitsfirma zu besorgen, jedoch schwierig sein wird. Außerdem lohnt sich solch ein Prozess nicht, schon gar nicht bei einem Berufsanfänger.

Also: MUT ZUR LÜCKE !! 

Und viel Erfolg bei der neuen Stelle!

Gruß @Nightstick

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