2

Beudeutung der folgenden zen-buddhistischen Weisheit

Frage von abbrechen abbrechen

Hi,

weiss jemand die tiefere Bedeutung folgender zen-buddhistischen Weisheit?

"Wasser erstarrt zu Eis, Eis schmilzt zu Wasser. Was geboren ist, stirbt wieder; was gestorben ist, lebt wieder. Wasser und Eis sind letztlich eins. Leben und Tod, beides ist gut so."

Fragen zu gleichen Themen finden

Antworten (9)

  • 5
    RatgeberHelden Antwort von quopiam quopiam

    Das bedeutet, daß Du Dich von der Illusion freimachen sollst, das Leben sei dem Tod oder der Nichtexistenz vorzuziehen. Im Buddhismus geht es vor allem darum, Illusionen über das Dasein und das Leben abzulegen und zur Erleuchtung vorzudringen. Das gelingt aber nur, wenn man die Natur der Existenz durchschaut. Ein Aspekt ist die Leerheit, die Substanzlosigkeit aller Existenz, auch der menschlichen. Der Buddhismus geht davon aus, daß es so etwas wie ein Ich oder eine Seele nicht gibt. Der Mensch besteht aus verschiedenen Dingen, die zusammengenommen die Illusion eines Ichs hervorbringen. In Wirklichkeit ist da nichts. Deshalb spielt es auch keine Rolle ob "jemand" lebt oder stirbt, weil ja kein "jemand" da ist. Das zu durchschauen und vollkommen zu verstehen, ist eine wichtige Übung aller buddhistischen Schulen, auch des Zen. Ein weiterer Aspekt ist die Leidhaftigkeit des Daseins. "Jemand" möchte lieber leben als sterben, aber eigentlich ist alles dasselbe - einmal, weil kein "Jemand" da ist und zum anderen, weil die Leidhaftigkeit nur entsteht, weil man (die Illusion des Ich) etwas haben möchte (hier das Leben) und etwas anderes nicht haben möchte (den Tod) und zu unwissend ist, um zu bemerken, daß beides dasselbe ist. Gibt man die Wünsche nach etwas auf, endet auch die Leidhaftigkeit. Gruß, q.

    Kommentar von soulbridge1 soulbridge1soulbridge1

    Auch nicht schlecht. DH. ;-)

    lieben Gruß

  • 4
    RatgeberHelden Antwort von berkersheim berkersheim

    Das kann man schon bei Parmenides (* um 520/515 v. Chr.; † um 460/ 455 v. Chr.) finden, der ein Denken in Polarisierung als typisch menschlich darstellt: Leben und Tod, Dampf und Eis, Anfang und Ende. Ihm geht es zunächst darum, und in der zen-buddhistischen Weisheit sehe ich das auch so, dass ein Denken in Polen zwar sehr anschaulich ist (schwarz/weiß-Denken), aber den größten Anteil eines Gesamten, das Dazwischen, ausklammert. Nach Parmenides ist Sein ein Ganzes, ohne Zeit und ohne Raum, ohne Anfang und Ende. Sein ist. Es kann ihm nichts aus Nichtsein hinzugefügt werden noch ins Nichtsein entschwinden. In diesem Sein ist Wandel - vom Dampf zum Eis - ist Prozess wie auch das Leben Prozess ist. Epikur stützt sich darauf und lehrt, dass Leben im Tod sich auflöst aber nicht ins Nichts, sondern in andere Prozesse des Seins. Die zen-buddhistische Weisheit braucht also nicht unbedingt einen Glauben an die Wiedergeburt, denn das würde voraussetzen, dass ein gewisser persönlicher Kern sich nicht auflöst sondern nur "neue Kleider" sucht. Das ist aber für den Kreislauf des Lebens keine notwendige Voraussetzung.

    Kommentar von soulbridge1 soulbridge1soulbridge1

    DH ;-)

    lieben Gruß

  • 3
    Antwort von nowka2 nowka2

    das bedeutet, daß der mensch sich aus der welt des vergänglichen bewußtseinsmäßig erheben kann in das reich der dauer.

  • 2
    Antwort von Gronkor Gronkor

    Das ist eine Metapher.

    Der Wechsel von Leben und Tod wird mit dem Wechsel von Wasser und Eis verglichen.

    Das soll bedeuten, dass beides letztlich eins ist und zusammengehört.

    Die Buddhisten glauben ja, dass man nach dem Tod immer wieder neu geboren wird, Leben und Tod also zwei Zustände sind die sich abwechseln.

    Kommentar von Freespirit41 Freespirit41

    genau das bedeutet es eben nicht!!!!

    bitte hört endlich auf buddhismus mit glauben an wiedergeburt zu verbinden. das sind einfach 2 paar schuhe! gerade im zen gibt es eigentlich weder tod noch leben.

    und zum 100000. male glauben buddhisten nicht. weder an götter noch an wiedergeburten oder sonstiges. wir arbeiten mit dem was wir erfahren und vertrauen alleine auf uns selbst ;)

    Kommentar von Gronkor GronkorGronkor

    Und was bedeutet dann in dem Zitat der Satz:

    Was geboren ist, stirbt wieder; was gestorben ist, lebt wieder.

    ???

  • 1
    Antwort von Enki40 Enki40

    Ich bin kein Buddhist und beantworte es mit meiner eigenen Lebensphilosophie, die ich in der Praxis lebe. Wachsen, werden und vergehen sind Bestandteil des Lebens. In jedem Anfang ist das Ende bereits enthalten. Die vier Köpfe der Zeit, die ich persönlich besucht habe, sind Anfang, Ablauf, Unterbrechnung und Ende. Während ich diese Zeilen hier schreiben sind in mir rund 200.000 Zellen abgestorben und haben sich neue gebildet.

    Wasser wird Eis und umgekehrt. Wenn es ein Hoch gibt, muss es auch ein Tief geben. Deshalb ist Jammern Unsinn. Es ist einfach. Fatalismus ist aber genauso unsinnig und darin unterschiede ich mich womöglich von den Ansichten des Buddhismus, denn das höchste Prinzip des Universums ist die Lust. Alles im Universum strebt zur Lust. (Selbst der Asket.) Und von der Lust in die Ekstase und von dort in die göttliche Ekstase, bis in die Unendlichkeit hinein.

    Ich bin keine Illusion, sondern ich bin der Geist, der das Alles erfahrbar macht. So, wie das Licht die Finsternis und die Materie braucht um sichtbar und erfahrbar zu werden. so braucht der Geist die Widerstände um Lust erfahrbar zu machen.

    Aber - das Universum ist nicht statisch sondern verändert sich. Wäre es statisch, würde es zusammenbrechen. Und deshalb lässt auch Goethe seinen Mephisto im Faust sprechen, dass er dann seine Seele verliert, wenn er zum Augenblick sagt: "Verweile, denn du bist so schön." Den Augenblick leben, aber ihn nicht festhalten. So, wie Du nie ins gleiche Wasser im Fluss treten kannst. Wenn die Zeit vorüber ist, ist sie vorüber. Wasser wird zu Eis. Eis zu Wasser.

    Der Rucksack guter oder schlechter Taten, den ein anderer aufhebt? Ich erinnere mich an etwa 22 meiner Leben und meine Erinnerung reicht einige Millionen Jahre zurück. Natürlich weiß ich nicht - und wird man nie wissen können - ob dies meine eigene Person war oder ich lediglich die Erinnerungen aufnehme. Jedenfalls nutze ich mein Wissen aus den früheren Leben für meine Entwicklungen, sonst könnte ich niemals so weit sein auf medizinischem und ökologisch-technischem Gebiet. Und ich denke, dass dies auch Menschen wie Tesla oder Schauberger genauso ging.

    Ich glaube nicht an Sünde, sondern an das, was Jesus vermutlich wirklich sagte: "Du bist unschuldig." Wir können nicht anders sein als die Summe unserer Faktoren. Was wir tun sollten, ist, uns von Zeit zu Zeit zu reinigen. Nicht nur die Umwelt, sondern auch unser Denken, denn das beeinflusst das Universum genauso.

    Ich war bereits öfter, auf der, wie ich es nenne, anderen Seite des Lebens. Dort verwirklicht sich zwar alles schneller, aber auf die Dauer hat es nicht die Tiefe des Erlebens, wie diese uns bekannte sichtbare Schöpfung. Deshalb zieht es die Menschen immer wieder hierher zurück. Ich habe als Mensch noch genug zu erleben, doch gehe ich auch ohne Bedauern auf die andere Seite des Lebens, wenn die Zeit reif wäre. Mein Motto ist: "Lebe jeden Tag so, dass es Dein letzter sein könnte, Du aber noch 1.000 Jahre solcher Tage folgen lassen könntest." Ein weiterer Lehrsatz von mir: "Tue alles, was Du tust so, als solle es Dein Meisterstück werden." Und dann trete ins Leben, in denTag und warte darauf, was er Dir zu Staunen bietet und an Aufgaben, die es zu erledigen gilt. So macht das Leben Freude, insbesondere, wenn Du Deine spirituelle Kraft förderst und spürst, dass das Leben Dir nie mehr als Aufgabe gibt, als Du verkraften kannst - und dass das Leben letztendlich auch seine Lust in Dir verwirklichen will. Ob Wasser oder Eis, beides ist herrlich.

  • 1
    Antwort von DonPaolo DonPaolo

    Das beschreibt wohl den Vorgang der Wiedergeburt nach der Eiszeit. Also die Kurzform einer langen Geschichte sozusagen.

  • 0
    Antwort von Dichterseele Dichterseele

    Das beschreibt den Kreislauf des Lebens, den man als natürliches Phänomen hinnehmen soll.

    ...man soll also keinen theatralischen Aufstand wegen des Todes machen!

  • 0
    Antwort von Suboptimierer Suboptimierer

    Dieses Bildnis gibt es nicht nur im Buddhismus. Bei den Christen bedeutet dies, dass Gott, der Heilige Geist und Jesus ein und dieselbe Person sind, nur in unterschiedlicher Form. Außerdem schenkte Gott das Leben, nimmt es wieder und gibt es nach dem Tod wieder zurück (meine Interpretation).

  • 0
    Antwort von jobul jobul

    Hausmacherphilosophie. Eine Weisheit kann ich darin nicht erkennen.

Diese Frage

Verwandte Fragen

Noch nicht den richtigen Rat gefunden?

Einfach und schnell viele hilfreiche Ratschläge von Deutschlands aktivster Ratgeber-Community erhalten!

Einfach und schnell einen Tipp erstellen und Ihren guten Rat mit anderen teilen!

Einfach und schnell ein Video hochladen und anschaulichen Rat an alle geben!

Die unter gutefrage.net angebotenen Dienste und Ratgeber Inhalte werden nicht geprüft. Die Richtigkeit der Inhalte wird nicht gewährleistet. Rechtliche Hinweise finden Sie hier.