Frage von Biofrage123, 70

Betrifft Leukämie alle Blutzellen gleichermaßen?

Hallo zusammen,

Bei akuter Leukämie mutieren ja die Vorläuferzellen der Blutzellen so, dass nicht vollständig gereifte Leukämiezellen ohne Funktion in hoher Anzahl entstehen.

Leukämie bedeutet aber "weißes Blut" und immer wieder lese ich, Leukämie zeichne sich durch eine hohe Zahl von weißen Blutkörperchen im Blut aus. Aber verdrängen die Leukämiezellen nicht alle Arten der Blutzellen gleichermaßen?

Oder handelt es sich bei den entstehenden Leukämiezellen irgendwie um weiße Blutkörperchen? Ich blick nicht mehr durch - vielen Dank für eure Hilfe!

Antwort
von lauracon, 30

Ja die entstehenden Leukämiezellen sind weiße Blutkörperchen (wenn auch funktionsuntüchtig). 

Es entstehen also viel zu viele Leukozyten, diese verdrängen dann alle anderen Blutbestandteile (Blutplättchen und roten Blutkörperchen ) wodurch es zu Anämien und Gerinnungsstörungen kommen kann.

Kommentar von Biofrage123 ,

Vielen Dank für deine Antwort! Einmal muss ich aber noch nachhaken: die funktionsuntüchtigen Leukozyten ("Leukämiezellen") stammen ja von einer (myeloischen oder lymphatischen) Vorläuferzelle ab.

Sieht man sich aber die myeloischen Vorläuferzellen an, so sieht man ja dass von diesen auch Thrombo- und Erythrozyten abstammen. Wieso werden diese nicht ebenfalls in erhöhtem Maße gebildet? Liegt die Mutation so, dass nur für den Fall, dass aus der Vorläuferzelle ein Leukozyt wird, eine funktionsuntüchtige Zelle entsteht, die sich unkontrolliert vermehrt?

Danke für deine Hilfe!

Kommentar von Biofrage123 ,

Zur Erläuterung noch eine Grafik dazu - vielleicht wird so einfacher deutlich was ich in diesem Fall meine:
http:/ /bit.ly/1R7oovT

Antwort
von mibimta, 43

Leukozyten SIND weiße Blutzellen. Auch ihre Vorläuferzellen laufen unter dem nicht wirklich fachsprachlichen Begriff 'Weiße Blutkörperchen/-zellen'.

Kommentar von Biofrage123 ,

Danke für deine Antwort! Das habe ich schon verstanden, aber mein Problem ist im Moment, dass ich nicht verstehe, wehalb von "weißem Blut", also einer großen Menge an LEUKOZYTEN die Rede ist, wo doch alle Arten Blutzellen von Leukämiezellen "verdrängt" werden, die aus Mutierten Vorläuferzellen entstanden sind?

Kommentar von Biofrage123 ,

Oder anders gefragt:

"Leukämien zeichnen sich durch stark vermehrte Bildung von funktionsuntüchtigen Vorläuferzellen der weißen Blutzellen aus. Diese werden auch Leukämiezellen genannt."

Warum nur Vorläuferzellen der weißen Blutzellen? Es kommt doch auch zu Anämie und Gerinnungsstörungen, eindeutig Probleme die mit Thrombo- bzw. Erythrozyten zu tun haben?

Kommentar von mibimta ,

Im Knochenmark wird die Bildungsstätte aller Blutzellen von der entarteten Zellline überwuchert/verdrängt, die Produktion von Thrombo- und Erythrozyten läuft nur noch unzureichend. Deren Zellzahlen gehen zurück. Die Menge der wuchernden Leukozytenlinie lässt das Blut milchig-weiß erscheinen.

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