Frage von Petrasilie, 31

Betriebskosten wie Müllabuhr nach der Gradtagstabelle?

Der Nutzungszeitraum in meiner Wohnung betrug 7 Monate (216 Tage von 366). Nun flattert die Heiz- und Hausnebenkostenabrechnung ins Haus und mein Vermieter berechnet nicht nur die Heizkosten mit dem Zeitfaktor nach der Gradtagstabelle sondern auch die heizunabhängigen Betriebskosten wie z. B. Versicherungen, Grundsteuer, Müllabfuhr etc.. Ist das so korrekt? Meines Erachtens müsste hier nach Tagen abgerechnet werden. Wer kennt sich da aus und kann mir bitte weiterhelfen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 24

Wenn das tatsächlich der Fall sein sollte, ist die Abrechnung ein Witz, konkret aus formellen Gründen unwirksam. Die Umlage der übrigen BK mit Schlüssel Wohnfläche ist zeitanteilig aber nicht nach Gradtagstabelle vorzunehmen. Gemessene Verbräuch umzulegen nach dem festgestellten Verbrauch. Heizkosten nur die Grundkosten (30 oder 50%) nach Gradtagstabelle.

Lege schriftlich per Einwurfeinschreiben gegen die Abrechnung Einspruch ein, da aus formellen Gründen unwirksam.


Kommentar von Petrasilie ,

per Boten eingeworfen...jetzt mal abwarten. Könnte locker 300,00 € weniger sein = Guthaben statt Nachzahlung.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 19

Abrechnung nach Gradzahltagen gilt ausschließlich für Heiz- und Warmwasserkosten.

Ansonsten muß nach Nutzungstagen abgerechnet werden.

Du hast 2 Möglichkeiten:

1. Der Abrechnung in den Punkten die fälschlicherweise nach Gradzahltagen abgerechnet wurden zu widersprechen und eine neue korrekte Abrechnung verlangen.

2. Die Abrechnung in diesen Punkten selbst korrigieren.

Formel:

Gesamtkosten : Gesamtwohnfläche x deine Wohnfläche : Tage Abrechnungszeitraum x Tage dein Nutzungszeitraum = deine anteiligen Kosten

Kommentar von Petrasilie ,

Ich hab jetzt widersprochen, auf die Fehler hingewiesen und um eine korrigierte Abrechnung gebeten. Die Abrechnung wurde im Übrigen von der T...m erstellt. Die müssten doch eigentlich wissen, wie es geht. Oder rechnen die womöglich nach Vorgabe der Vermieter ab?

Kommentar von anitari ,

Dienstleister tun (meistens) was ihr Auftraggeber verlangt.

Antwort
von imager761, 18
  1. Die Gradtagszahlenmethode ist nur bei Anwendung der HeizkostenV und nur bei den ungenauen Verdunsterröhrchen anwendbar.

  2. Sie bemäße sich selbst dann nicht auf 216 Tage, sondern gestaffelt: In Monaten der Heizperiode von 120-170 Anteilen, in den übrigen von 30-80 Anteilen, insges. 1000 Anteile in zwölf Monaten.
  3. Selbstverständlich zahlst du auch die verbrauchsunabhängigen Heiz- und Warmwasserkosten, immerhin 30-50% der dem VM angefallenen Gesamtkosten sowie  alle übrigen Betriebskosten zu 7/12 des Jahresaufwandes des zwölfmonatigen Abrechnungszeitraums im Auszugsjahr. Demnach auch den Aufwand des nachfolgenden Winterdienstes, selbst wenn du im Sommer ausziehst oder die Öltankreinigung oder Heizungswartung, die noch im Auszugsmonat Juli vorgenommen wurde.
  4. Wenn er alles taggneau umlegt und nicht zu 7/12 Monate berechnet, wären es 214, nicht 216 Tage. Hilft dir das, wenn du mehr zahlst?

G imager761

Kommentar von Petrasilie ,

Danke. Abgerechnet wurde beispielsweise die Grundsteuer mit dem Zeitfaktor 890/1000. Das ist NICHT korrekt, richtig? Die Kaltwasserkosten beispielsweise wurden mit dem Zeitfaktor 213/366 abgrechnet. Korrekt, richtig?

Kommentar von imager761 ,

Nein, beides ist falsch.

Warmwasser- und Heizungskosten sind dir nur bei den uralten Verdunsterröhrchen (!) - bei angenommen kalenderjährlichem Abrechnungszeitraum - von ([170+150+130+80+40+40+40=] 650/1000 Anteilen zu berechnen.

Bei analogen oder digitalen Wärmemengenzählern nach abgelesenem Verbrauch ab letztem Messwert bis zu deinem Mietvertragsende.

Kaltwasser, Grundsteuer. Müllabfuhr usw. nach Gesamtaufwand in 2016 anteilig der Parteien, bei dir zu 7/12; 5/12 des Jahresaufwands deiner Wohnung fallen deinem Nachmieter bzw. dem Vermieter zu.

Kommentar von Petrasilie ,

aha, verstanden. Vielen Dank!

Antwort
von peterobm, 28

warum nach Tagen? Du hast dort 7 Monate gewohnt, damit sind die 7 Monate anzurechnen

Kommentar von Petrasilie ,

Dass ich da sieben Monate gewohnt habe und auch sieben Monate anzurechnen sind, weiß ich selbst. Aber es macht rechnerisch einen großen Unterschied, ob hier die Betriebskosten wie Grundsteuer und Müllabfuhr nach der Gradtagstabelle oder nach dem Zeitraum (anteilige Tage) berechnet werden. Hast du meine Frage eigentlich richtig durchgelesen?

Kommentar von peterobm ,

nur für die Heizkosten ist richtig; lege Einspruch ein

Kommentar von anitari ,

Die Abrechnung der Grundsteuer und Versicherungen z. B. nach Tagen ist schon korrekt. Aber nach Nutzungstagen, nicht Gradzahltagen.

Antwort
von Midgarden, 27

Manche Gebühren werden halt monatlich erhoben und nicht täglich umgesetzt - z.B. Müllabfuhr und Grundsteuer

Kommentar von Petrasilie ,

Meines Wissens darf die Gradtagstabelle lediglich bei den Heizkosten eingesetzt werden. Wer weiß da bitte Bescheid?

Kommentar von Midgarden ,

Richtig - die Gradtagstabelle gilt nur für die Heizung, aber mir ist schleierhaft wie das mit Müll und Grundsteuer funktioniert, die sind temperaturunabhängig zu zahlen ;-)

http://www.extern-pirna.de/index.php?id=185

Kommentar von Petrasilie ,

Eben! Und er rechnet das tatsächlich so ab. Ich bin sprachlos.

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