Frage von Flixilotte, 129

Betriebsbedingte Kündigung. In welchen fällen Abfindung, in welchen Fällen keine?

Hallo,

wenn jemand 5 Jahre in einer Firma tätig war und dann gekündigt wird, weil er seine Arbeit nicht zur Zufriedenheit des Arbeitgebers ausgeführt hat, will heissen viele Fehler gemacht hat, hat er dann einen Anspruch auf eine Abfindung? Die Kündigung erfolgte fristgerecht aus betriebsbedingten Gründen. Sollte in einem solchen Fall die Gewerkschaft eingeschaltet werden?

Herzlichen Dank.

Antwort
von Ernsterwin, 77

Einen Anspruch auf eine Abfindung gibt es in Deutschland nur in wenigen Fällen - siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindung.html.

Nur wenn der Arbeitgeber Fehler bei der Kündigung gemacht hat, könnte der Gekündigte vielleicht eine Abfindung aushandeln oder bei einer Klage vor Gericht erstreiten. Beides wäre möglich, auch wenn das Kündigungsschutzgesetz in dem Betrieb nicht greift.

Antwort
von Novos, 82

wenn er die Kündigung, durch Schlechtleistung, herbeigeführt hat, kann er keine Abfindung beanspruchen. Abfindung ist ein finanzieller Ausgleich um die Härte des nicht verschuldeten Arbeitsplatzverlustes "abzufedern".

Antwort
von Maximilian112, 84

Das widerspricht sich ein wenig. Eine betriebsbedingte Kündigung erfolgt nicht wegen Schlechtleistung. Diese kann allerdings das Zünglein an der Waage sein.

Bei einer betriebsbedingten Kündigung muß die soziale Reihenfolge eingehalten sein. Wenn der Jemand verheiratet und Vater von 3 Kindern ist dann ist vermutlich eben diese Reihenfolge nicht eingehalten worden.

Dann könnte vor Gericht eine Abfindung erstritten werden. Mit der Schlechtleistung hat das weniger zu tun.

Kommentar von Maximilian112 ,

Es darf natürlich kein Kleinstbetrieb sein. Bei weniger als 10 Vollzeitbeschäftigten funktioniert das nicht.

Kommentar von Hexle2 ,

@Maximilian112,

 Bei weniger als 10 Vollzeitbeschäftigten funktioniert das nicht.

Sorry, bei 10 Vollzeitkräften funktioniert das auch nicht. Das Kündigungsschutzgesetz greift i.d.R. bei mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften (Teilzeit- und Minijob werden entsprechend aufgerechnet).

Kommentar von Maximilian112 ,

Da hast du schon recht. Ich wollte nur ausdrücken das es bei Kleinstbetrieben weniger eine soziale Auswahl geben wird. Ich habe etwas ungenau formuliert.

Antwort
von beangato, 73

Keine Gewerschaft.

Ich denke, eine fehlerhafte Leistung wird nicht noch mit einer Abfindung belohnt.

Antwort
von Veritae, 74

Bei Kündigung durch fehlerhafter Arbeit kannst du, wie ich schätze, keine Abfindung erwarten. Ich kann hier jedoch nicht mit Gesetzestexten belegen.

Antwort
von FooBar1, 56

Abfindung ist eine rein freiwillige Leistung

Kommentar von Maximilian112 ,

Das glaube ich nun wieder nicht.

Die meisten Abfindungen werden vor Gericht erstritten. Meistens weil der AG klitzekleine Fehler bei der Kündigung gemacht hat.

Jeder AG der eine Kündigung ausspricht ist sich auch bewußt das es teuer werden kann.

Kommentar von Ernsterwin ,

Das hängt wohl von der Bemessungsgrundlage ab. Mit liegen zwar keine aktuelen Zahlen vor, aber nach Analysen von Infratest/WSI hatten im Analysezeitraum 61 % der Befragten Anspruch auf Abfindung bei Kündigung im Rahmen eines Sozialplans, 57 % bei einer späteren Klage gegen die Kündigung und ohne Klage 10 % - siehe auch http://www.abfindunginfo.de/anspruch-auf-abfindung.html

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