Frage von erfter, 47

Betriebsbedingte Kündigung - Abfindung?

Meine Schwester (48 Jahre) war 6 Jahre als Chefsekretärin in einer größeren Firma beschäftigt und bekam am Freitag eine betriebsbedingte Kündigung im Rahmen der Kündigungsfrist von 2 Monaten. Ab morgen kann sie zuhause bleiben, bei Zahlung 2 weiterer Monatsgehälter. Allerdings erhält sie zum Ablauf Ende Oktober noch eine Abfindung.

Muss sie diese Abfindung versteuern bzw. sich beim Arbeitsamt anrechnen lassen? Muss sie diese Abfindung beim Arbeitsamt bei Meldung kommende Woche überhaupt erwähnen oder reicht erst mal die Mitteilung der betriebsbedingten Kündigung?

Antwort
von Mikromenzer, 37

Klar muss die auch versteuert werden. Es gilt die Füntfelregelung

https://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/beruf/sind-fuer-eine-abfindung-steuern-faell...

https://www.smart-rechner.de/abfindung/rechner.php


Kommentar von erfter ,

Die Abfindung erfolgt ja erst nach Ablauf des Arbeitsverhältnisses, insofern muss sie den Betrag dann selber versteuern (darauf wurde sie auch hingewiesen).

Entscheidender ist, was, wie und ob sie dass dem Arbeitsamt mitteilen sollte. Die geben sich da in der Handhabung sehr unterschiedlich. Aber versteuern und dann noch Abzüge beim Arbeitslosengeld, das geht gar nicht.

Kommentar von Familiengerd ,

Die Abfindung hat keine Auswirkungen auf das Arbeitslosengeld 1, wird also bei der Berechnung nicht (negativ) berücksichtigt.

Von dieser Regelung gibt es zwar "Ausnahmen", die kommen hier aber offensichtlich nicht in Betracht.

Kommentar von Ernsterwin ,

Die Steuern auf die Abfindung trägt die Schwester - abzuziehen sind sie ihr allerdings bereits vom Arbeitgeber. Das gilt auch, wenn die Abfindung erst nach Ende des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt wird - siehe auch http://www.abfindunginfo.de/lohnsteuerabzug-von-abfindung-ohne-arbeitslohn

Wenn sie Arbeitslosengeld I beantragt, muss sie auch die Abfindung mit angeben. Allerdings wird diese nicht auf das Arbeitslosengeld I angerechnet, wie Familiengerd schon schrieb. Bei der Berechnung des Alg wird jedoch geprüft, ob eine Ruhe- oder Sperrzeit für das Alg zu verhängen ist. In dem Fall dürfte es nach der Beschreibung keinen Grund dafür geben.

Kommentar von Ernsterwin ,

Ob die Fünftelregelung gilt, lässt sich anhand der Angaben nicht sagen.

Die ermäßigte Besteuerung einer Abfindung nach der Fünftelregelung erforlgt nur, wenn eine "Zusammenballung von Einkünften" - siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindung-und-zusammenballung-von-einkunften.html - vorliegt.

Ansonsten wird die Abfindung wie normaler Arbeitslohn versteuert.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten