Frage von Franky61, 49

Betriebs-und Nebenkostenabrechnung?

Hallo, bei uns wurden in den letzten Jahren immer der Einkauf des Heizöls als Grundlage für die Abrechnung genommen. Also 6000 Liter Einkauf wurde dann 6000 Liter als Grundlage genommen. Im Jahr 2012 wurde nun von der Hausverwaltung vergessen zu tanken. Es wurde erst im Januar 2013 dann 4000 Liter getankt und im Dezember 2013 weitere 8000 Liter. Die Hausverwaltung beruft sich darauf das nach dem Tanken im Januar 2013, die Tankuhr im Heizraum nur ca.9000 Liter angezeigt hat und da es ein 13000 Liter Tank ist noch weitere 4000 Liter gefehlt hätten und deswegen 8000 Liter für 2012 berechnet wurden. Für das Jahr 2012 wurde dann 8000 Liter geschätzt und als Grundlage für die Nebenkostenabrechnung genommen. Dagegen habe ich dann Einspruch eingelegt und darauf wurde dann nicht reagiert. Das hat sich dann für das Jahr 2013 und für das Jahr 2014 fortgesetzt. Seit dieser Zeit mache ich nun rum mit der mittlerweile Exvermieterin. Ich bin der Meinung das man nicht einfach den Verbrauch schätzen kann zumal man nicht einmal den End- und Anfangsbestand nachweisen kann. Kennt sich jemand mit der Rechtslage aus ?

Antwort
von schleudermaxe, 25

... das mag verstehen wer will; aufgrund der gesetzlichen Vorgaben muß verteilt werden, was verbraucht wurde. Wenn ein Vermieter hier schludert, kann ein Mieter von den Forderungen %ual kürzen oder eben die AR zurückweisen und eine etwaige Nachforderung ebenso. Alles doch ganz einfach, oder? ... aber hat der Vermieter wirklich den Schlußstand mit "geschätzt" gemarkert?

Kommentar von Franky61 ,

ja wunderbar da geb ich dir ja recht,aber was ist wenn mann immer schön die Nebenkosten bezahlt hat und nun Geld zurück zu bekommen hat ?

Kommentar von schleudermaxe ,

... diese Leistungen einfach einfordern/zurückfordern, mittels MB oder eben Klage, wenn denn das Vertragsverhältnis beendet wurde. Viel Glück.

Antwort
von Franky61, 36

Der Einkauf steht ja fest, es wurde im Jahr 2012 einfach vergessen zu tanken. Erst im Januar und Dezember 13 wurde getankt und das nachweislich insgesamt 12000 Liter. Lieferscheine sind vorhanden.

Kommentar von schleudermaxe ,

... aber ein Vermieter muß doch nicht jedes Jahr tanken, oder wurde dies so vereinbart?

Antwort
von Damenikus, 41

Leider gibt es bei den Hausverwaltungen immer mehr unehrliche dazwischen. In Deinem Fall kann ich nur empfehlen zunächst Einsicht in die Originalunterlagen zu fordern (hast Du ein gesetzliches Recht drauf) und genau zu prüfen wieviel getankt wurde zu welchem Preis und vor allen Dingen -wo. Dann lasse Dich vom Mieterschutzbund oder einem Rechtsanwalt für Mietrecht beraten.

Antwort
von steffenOREO, 49

Tatsächlich muss der genaue Ölverbrauch als Grundlage zur Berechnung dienen. Jeder Öltank hat eine Füllstandsanzeige. Man misst also jährlich zu einem Stichtag den Anfangs- und Endbestand und die getankten Liter. Aus diesen Werten ergibt sich der tatsächliche Verbrauch.

Antwort
von bwhoch2, 26

Der Einkauf des Heizöls als Grundlage für die Abrechnung ist falsch. Spätestens, wenn es einen Mieterwechsel gibt, sind Differenzen unausweichlich.

Am Anfang der Abrechnungsperiode muss der Füllstand im Tank festgestestellt werden und am Ende wieder, also genau genommen 1x im Jahr.

Zu der Menge, die am Jahresanfang festgestellt wurde, werden alle Käufe eines Jahres addiert und am Ende wird festgestellt, wieviel noch im Tank ist.

Wenn dieses Verfahren nun seit 2013 konsequent angewandt wird, was leider aus Deinem Text nicht unmittelbar hervorgeht, wären zumindest die Abrechnungen für 2013 und 2014 wohl korrekt. Für die korrekte Abrechnung des Jahres, in dem Du ausgezogen bist, musste der Füllstand im Tank zum Zeitpunkt Deines Auszugs festgehalten worden sein.

Für 2012 wurden 8000 Liter geschätzt, weil man davon ausging, dass Anfang 2012 der Tank randvoll war. Nur, war er das tatsächlich?

Um ein halbwegs plausible Schätzung für das Jahr 2012 zu haben, müßte man die Erfahrungswerte der voraus gegangenen Jahre dagegen halten und man könnte schauen, wann in 2011 zuletzt aufgefüllt wurde und wie hoch zu diesem Zeitpunkt der Füllstand war. Wenn das zum Ende des Jahres 2011 hin der Fall war und wenn wirklich ganz aufgefüllt wurde, könnte man davon ausgehen, dass Anfang 2012 wirklich noch rund 13000 Liter im Tank waren. Stimmst Du damit einigermaßen überein, geht es vermutlich nur noch darum, ob es 500 bis 1000 Liter mehr oder weniger waren. Also Verbrauch nicht 8000 sondern vielleicht nur 7500 oder nur 7000 Liter. Das wird sicher vermutlich nicht mehr feststellen lassen.

Um dem Rechnung zu tragen, hat der Gesetzgeber bei der Heizkostenverordnung einen Ausweg eingebaut:

Gemäß §12 Satz 1 kannst Du die Heizkosten, die auf Dich für das "ungenaue" Jahr umgelegt wurden, um 15 % verkürzen. Das würde bedeuten, dass Du nur Deinen Anteil aus 6800 Litern und nicht aus 8000 Litern bezahlen müßtest. Damit solltest Du eigentlich zufrieden sein, wenn der angenommene Wert von 8000 Litern auch in etwa dem Verbrauch der Jahre 2013 und 2014 entspricht oder auch in 2011 und früher in etwa dieser Gesamtverbrauch pro Jahr ermittelt wurde.

Prüf nochmal, ob die Jahre 2013 und 2014 korrekt abgerechnet wurden und berufe Dich für 2012 auf das Kürzungsrecht gemäß der Heizkostenverordnung. Damit sollte es dann geregelt sein.

(Abrechnungen aus 2011 und älter sind sowieso schon verjährt.)

Kommentar von Franky61 ,

Hallo
Danke für die Antwort, das ist ja das Problem 2010 und 2011 wurde immer nur der Einkauf zu Grunde gelegt. Erst dann 2012 wurde geschätzt.

Kommentar von bwhoch2 ,

Trotz allem, auch wenn 2010 und 2011 schon verjährt sind, kann der Verbrauch dieser Jahre zum Vergleich heran gezogen werden. Ebenso die Jahre 2013 und 2014.

Kommentar von Franky61 ,

Das ist ja der Punkt bwhoch2. Die Hausverwaltung versucht da die Differenz die im Tank gefehlt hat auszugleichen. Am Anfang wurde auch gesagt (leider nur mündlich) das bei der nächsten Abrechnung die zuviel abgerechneten 4000 Liter berücksichtigt werden. Leider wusste da dann keiner mehr was von. Der Mieterverein scheint sich da wohl selber nicht aus zu kennen.Der eiert nur rum und macht leider nichts. Deswegen versuche ich mich schlau zu machen damit ich dem Anwalt vom Mieterverein dann sagen kann was Sache ist.

Kommentar von bwhoch2 ,

Gerade wegen der Unsicherheit, die aufgrund der fehlenden bzw. der unkorrekten Daten zu einer zweifelhaften Abrechnung führt, ist der Grund warum man dem Mieter in so einem Fall das Recht einräumt, 15 % der Heizkosten abzuziehen, bzw. einzubehalten. Damit sollte es dann sein Bewenden haben, denn ein evtl. Rechtsstreit könnte am Ende auch teuer werden. Keine Chance, diesen voll zu gewinnen, bedeutet beispielsweise, dass man ggf. einen Vergleich akzeptiert, bei dem dann anteilig Prozesskosten aufgeteilt werden, die dann den "Gewinn", den man rausgeholt hat, wieder auffressen.

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