Ich muss weiter ausholen.
Wir (mein Sohn und ich) sind vor zwei Monaten zur Therapeutin zur Diagnose gegangen, weil er ADS hat und wir gemerkt haben, dass es ihm immer schwerer fiel, zur Schule zu gehen, dass er sehr schwer aus dem Bett kommt. Die Ärztin hat diverse Tests durchgeführt und kennt ihn und die Familie noch nicht, ich habe sie erst zwei Mal gesehen. Jetzt ging es in dem Elterngespräch darum, was wir erwarten und was passieren soll. Sie schlug vor, meinen Sohn wegen seiner Durchschlafschwierigkeiten stationär aufzunehmen, was ich begeistert aufgenommen habe, weil wir so auch endlich die Möglichkeit haben, ihn richtig durchchecken zu lassen, ob und wie sehr ihn das ADS behindert, ob und welche Medikamente er nehmen könnte, vor allem in welcher Menge. Danach kam die Frage: meinen Sie er braucht einen Tapetenwechsel, eventuell könnte er ja hinterher in ein betreutes wohnen kommen, oder schaffen Sie das auch zuhause? Mein Exmann sagte sofort: Nein, lieber betreutes wohnen! - sein Motiv: er bräuchte dann nicht mehr so viel Unterhalt zu zahlen! Daraufhin haben wir uns total zerstritten. Erstens finde ich es geradezu grausam, sich nie um den Sohn zu kümmern, und ihm dann noch aus Geldgier die Mutter wegzunehmen, zumal das total unlogisch ist, denn er muss eh Unterhalt zahlen, bis der Sohn 25 Jahre alt ist, so oder so, zahlen muss er. Und wegen Geld den Sohn zu benutzen, um mir eins auszuwischen, finde ich einfach zum schreien.
Jetzt habe ich Angst, die Ärztin könnte ein falsches Bild von mir haben. (Nach dem Motto: der Vater kennt die Situation bestimmt besser als dioe Ärztin, und nciht jede Mutter erzählt freimütig, wie schlecht sie für das Kind sorgt) Sie kommt bestimmt nicht auf die hirnrissige Idee, mein Exmann wolle auf diesen Weg Geld sparen! Und ob sie es mir glaubt, sei noch dahin gestellt. Deshalb habe ich Sorge, ich könnte die Situation nicht mehr aufklären.
Ich finde es auch nicht richtig, mit solchen Vorschlägen zu kommen, ehe man versucht hat, innerhalb der Familie etwas zu verändern.
@ heureka47Deine Überlegungen hatte ich auch. Es könnte ja durchaus sein, dass mein Verhalten mit dazu beiträgt, dass er "unselbstständig" oder "angepasst" ist. Aber untersucht wurde dies nie. Und ich bin gewillt, und auch in der Lage, mitzumachen, etwas zu verbessern; dafür gibt es doch Familientherapien, man könnte alles mögliche versuchen, und erst wenn alles gescheitert ist und es sich als Real erweist, dass er nicht in der Lage ist, sich zu ändern, solange er bei mir bleibt, dann kann man immer noch darüber reden. Aber weder ich noch er haben jemals eine Verhaltenstherapie mitgemacht, hätte ich nichts dagegen. Und da mein Sohn ohnehin das Schuljahr wiederholen muss, spricht auch nichts dagegen es "langsam" angehen zu lassen.
Ich werde auf jeden Fall mit der Therapeutin reden, mein jetziger Lebensgefährte meinte, wahrscheinlich hat sie nur hören wollen, ob ich offen für solch eine Lösung bin, für den Fall dass der Klinikaufenthalt allein nicht ausreicht. Nur da mein Ex so voller Überzeugung JA geschrien hat, fürchte ich, ich kann mir den Mund fusselig reden, die glaubt mir nicht. Deshalb die Frage. Aber ich denke mittlerweile, anhand der Antworten, dass dies von Fall zu Fall unterschiedlich ist und nur eins hilft: mit der Ärztin drüber reden.
@doris11: mein Sohn ist 17 - wird im Sommer 18. Und ab da können sie ihn nicht mehr zwingen, oder?
@ziegenhirte: ich habe "betreutes wohnen" immer als letzte Maßnahme gesehen, als letzten Strohhalm, wenn alles andere gescheitert ist. Normalerweise sind Ämter und Ärzte doch immer darauf bedacht, die Familie nicht auseinander zu reißen. Schließlich bin ich weder gewalttätig, noch Alkohol-Drogensüchtig oder krank. Ich war immer der Meinung, das alles, was gut für das Kind ist, getan werden muss. Die Weigerung, etwas zu verändern/verbessern besteht meiner Meinung nach weder bei mir noch bei ihm.
@ all: Danke für Eure Antworten!
Hat sich mitlerweile erledigt. mein Sohn und ich haben nochmals mit der Therapeutin gesprochen und ihr erklärt, wie wohl er sich Zuhause fühlt, und jetzt steht eine Kur an, damit er sich vom Schulstress erholen kann. Wir sich zeigen, ob die Krankenkasse da mitmacht.