Frage von ak9374, 73

Betreuer für Familienangehörige wegen Verschuldung vom Betreuungsgericht abgesetzt?

Ich bin seit einigen Monaten als alleiniger Betreuer für meine Mutter nach ihrem Schlaganfall (Pflegestufe 3) eingesetzt, das betraf u.a. auch Vermögensangelegenheiten. Da jetzt die Betreuung für die nächsten 7 Jahre geregelt werden soll kam gestern noch die Zuständige oberste Richterin der Betreuungsbehörde zu einem abschließendem Gespräch vorbei. Das ganze kam teilweise so rüber wie wenn jemand versucht einem Wüstenbewohner eine Versicherung für Lawinenschaden zu verkaufen, (sie sollten dafür noch einen gesetzlichen Betreuer beauftragen, und dafür auch noch, und dafür erst recht....). Warum braucht es z.B. plötzlich einen gesetzlichen Betreuer der die Behördenwege übernimmt wenn ich bisher in der Lage war alle was Ämter angeht selbst zu regeln? Was mein Hauptanliegen betrifft - ich bin seit längerer Zeit Verschuldet (war nie ein Geheimnis) und mir wurde nun gesagt das jemand der Schulden hat nicht als Betreuer für finanzielle Dinge zugelassen wird da die Gefahr besteht das ich in meiner Situation Geld für eigene Zwecke entwenden könnte/würde. Auf meine Gegenfrage was denn jemand der keine Schulden hat davon abhalten soll bei entsprechender Neigung Geld für sich selber zu unterschlagen kam nur ein etwas verdutzter Gesichtsausdruck mit dem Hinweis das wäre halt so geregelt. Etwaige Belege und/oder Nachweise übe bisherige Ausgaben, sowie Transaktionen auf dem Konto wurden erst gar nicht eingesehen, ich bin halt mal einfach so als jemand mit kriminellen Neigungen abgestempelt worden.

Was mich halt interessiert - gibt es so eine gesetzliche Regelung überhaupt, wenn ja könnte mir jemand sagen wo ich das alles nachlesen kann? danke im vorraus

Antwort
von wutknut, 14

Hallo, ich muss mal für die Richterin hier eine Lanze brechen.

In erster Linie muss sichergestellt werden das wenn Vermögen und laufende Verpflichtungen bestehen auch eine Haftungsfähigkeit vorhanden ist.

Werden Fehler bei der Vermögensverwaltung begangen, und die werden reichlich gemacht,  muss auch eine tragbare finanzielle Haftung vorhanden sein. Berufsbetreuer haben diese durch eine Pflichtversicherung.

Hinzu kommt die Kontolle der Berichte und Rechnungslegung des Betreuers durch das Gericht.

Sie können ja alle anderen Bereiche der Betreuung übernehmen, den Vermögensbereich ist eh nur viel Risiko und elend viel Papierkram. Das macht ein Profi besser.

In ihrem Interesse würde ich dies nochmal überdenken, die Betreuung birgt für Sie nur ein unnötiges Risiko.

Gruss

Knut

Antwort
von Nasdaq14, 42

Das ist im BGB  geregelt §  1896  und folgende.

Dazu diverse Urteile.

Wer z. B. nicht in der Lage ist, die Interessen des Betreuten gegenüber Dritten wie Behörden, Vermietern oder anderen Vertragspartnern zu vertreten, ist in der Regel ungeeignet. Das Gleiche gilt für Personen, die auch mit Hilfestellung von Vereinen und Betreuungsbehörden ihre Pflichten
gegenüber dem Betreuten und dem Vormundschaftsgericht nicht wahrnehmen können oder sich sogar am Vermögen des Betreuten bereichern.

Was man Dir quasi unterstellt.

Du kannst da zwar einen gerichtlichen Wettkampf ausfechten,  das dürfte aber dauern und da sind die Gerichte auch meist eher auf der Behördenseite.

Die Frage ist ,ob sich das lohnt - auch wenn dann quasi der Betreuer des Entmündigten entmündigt wird.

Besonders in einem späteren Erbfall, kann es dann häufig Ärger geben, der im anderen Fall an der Behörde hänegn bleibt.

Nirgendwo gibt es so viele Mäkeleien, wie bei Betreuungen mit hätte , könnte , wäre besser gewesen als da.

Mit freundlichen Grüßen
Nasdaq

Antwort
von papavonsteffi, 45

...  ich bin seit längerer Zeit Verschuldet (war nie ein Geheimnis) und mir
wurde nun gesagt das jemand der Schulden hat nicht als Betreuer für
finanzielle Dinge zugelassen wird da die Gefahr besteht das ich in
meiner Situation Geld für eigene Zwecke entwenden könnte/würde  ...

genau das ist der Punkt ...  und es gibt solche Gesetze.

Wenn sich deine Schulden noch im "normalen" Bereich befinden und wenn sie vor allem normal und nicht betrügerisch zustande gekommen sind, dann würde ich umgehend mal einem Rechtsanwalt die ganzen Sachen vorlegen.

Mit Schulden und ev. mit einer EV, zahlt die Beratung ja sogar der Staat.

Antwort
von jimpo, 13

Laß Dir das Recht, für Deine Mutter zu sorgen nicht abnehmen.

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