Ich war bisher der Auffassung das bei einem Vierzylinder-Motor alle 90° der Drehbewegung der Kurbelwelle ein Kolben den obersten Punkt in seiner Bewegung erreicht und somit gezündet wird. Vor kurzem stieß ich auf zwei Internetseiten (http://www.e31.de/engines.html; http://www.k-wz.de/vmotor/v_zylind.html) auf die Aussage, das der Abstand 180° beträgt, sich demzufolge immer zwei Kolben in der gleichen Position befinden. Was ist hier nun richtig? Warum sollte es aus Gründen der Laufruhe keine 4-Zylinder-Motoren mit 90° Versatz geben?

eine "2-dimensionale" KW ist wesentlich einfacher zu fertigen als eine "3-dimensionale", die sternförmig alle 90° eine Kröpfung hat. Außerdem ist der Massenausgleich wesentlich einfacher. Der 1. und 4. sowie der 2. und 3. Kolben sind immer in gleicher Position, jedoch hat jeder Zylinder einen anderen Arbeitstakt.
Da ein kompletter Zyklus 720 Grad umfasst hättest Du bei 4 Zylindern und 90 Grad Versatz irgendwo eine Pause von 360 Grad. Mit 180 Grad Versatz kommt es genau hin.
Filburt am 15. April 2008 17:51 Joah, hast recht. ... ... warum umständlich, wenn's auch einfach geht ;)
stimmt... das ist eigentlich die absolut logischste erklärung dafür...
Bei einem Viertakter dauern alle vier Takte 2 ganze Umdrehungen. Die Zylinder sind auch nicht immer in Reihe angeordnet.
shagdalbran am 15. April 2008 20:13 genau - und ein Viertakter braucht auch kein Zweitaktöl.
Nix für ungut, aber die Antwort passt gerade nicht so recht zur Frage.
Shag d'Albran
Na gut, dann halt etwas komplizierter: Man hat 90° Versatz an der kurbelwelle wenn du einen 90° V-Motor einsetzt. Arbeitstaktmässig sind es immer noch 180° von Zündung zu Zündung. Aus Erfahrung weiss ich, dass die meisten den Denkfehler machen und mit nur einer Umdrehung rechnen. Im übrigen haben vierzylinder Zweitakt motoren einen Versatz von 90° wenn sie regelmässig zünden. Haben sie einen Versatz von 180° dann arbeiten zwei Zylinder paralell. Das Laufverhalten ist dann wie ein zweizylinder.
... achso, zum 2. Teil: beim "90° Kurbelstern" treten keine Massenkräfte 1. und 2. Ordnung auf, die sind vollkommen ausgeglichen. Es treten jedoch Massenmomente auf, die zu Umgleichmäßigkeit im Lauf führen können, außerdem gibt es Probleme mit dem Ladungswechsel durch den ungleichfärmigen Zündabstand. bei der "180°-Kurbel" hast du einen gleichmäßigeren Zündabstand. Es treten nur Massenkräfte 2. Ordnung auf, die durch Ausgleichswellen verringert werden. Massenmomente (1. und 2. Ordnung) sowie Massenkräfte 1. Ordnung werden ausgeglichen.