Hi,
Nachdem Johannes Kepler vor rund 400 Jahren die Gesetze der Planetenbahnen erkannt hatte, konnte er berechnen, dass im Jahre 7 vor der Zeitrechnung eine so genannte große Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn im Sternbild Fische stattgefunden hatte. Dabei kamen sich diese beiden größten Planeten unseres Sonnensystems von der Erde aus gesehen am Himmel im Laufe etwa eines Jahres drei Mal sehr nahe. Bei ihren Umläufen um die Sonne, überholt die Erde die äußeren Planeten, dadurch kommt es zu scheinbaren Schleifenbahnen der äußeren Planeten am Himmel und mehrfachen Konjunktionen. Bei so einem Überholvorgang erscheinen die überholten Planeten (von der Erde aus gesehen) besonders hell (Opposionsstellung), Jupiter war dabei als deutlich helleres Objekt am Himmel leicht zu sehen. So ist es nicht verwunderlich, wenn in der Quelle des Matthäus-Evangelisten nur von einem Gestirn die Rede ist. Diese grosse dreifache Konjunktion ist wohl der überzeugendste Versuch einer naturwissenschaftlichen Erklärung des sogenannten "Sterns von Bethlehem". Ein Komet ist sehr unwahrscheinlich, da er früher als Unglücksbote galt.
Waren die Reisenden nach Bethlehem denn sternkundig?
Im griechisch geschriebenen Text Matthäus 2 werden astronomische Fachbegriffe verwendet, z.B. "von den Aufgängen", d.h. von Osten (Luther: aus dem Morgenland), so dass man davon ausgehen kann, dass die Quelle auf einen Bericht von Weisen bzw. Magiern zurück geht. Sie haben sowohl beobachtende Astronomie als auch deutende Astrologie betrieben und dürften aus dem Babylonischen stammen.
Wie kam es zu einer religiösen Deutung der in der Weihnachtsgeschichte beschriebenen Himmelserscheinung?
Diese Magier kannten die Messias-Erwartung der Israeliten, waren gegebenenfalls selbst im Exil verbliebene Israeliten und meinten, aus der nur einmal pro Jahrtausend im Sternbild der Fische stattfindenden dreifachen großen Konjunktion schließen zu können, dass nun bald der Messias als Retter der Welt geboren werde. Das Sternbild der Fische stand in der Astrologie der Babylonier für das Land der Israeliten. Daher wanderten sie wohl nach Jerusalem, der dortigen Hauptstadt. Dort wusste man von nichts, hatte die Planetenkonjuktion auch nicht bemerkt, man verwies die Reisenden nach Bethlehem, der Stadt Davids, in der man die Geburt des Messias erwartete. Von Jerusalem aus sind es nur wenige Kilometer bis Bethlehem, zufällig direkt nach Süden - am südlichen Abendhimmel standen wieder die beiden Planeten und wiesen den Magiern quasi den Weg.
Hat es sich denn nun wirklich so zugetragen?
Natürlich wissen wir heute, dass Astrologie bzw. Sterndeuterei keine Wissenschaften sind, man also von den Positionen der Planeten und Sterne nichts konkretes über Ereignisse auf der Erde aussagen kann. Falls die Geschichte um die Sterndeuter in der Bibel also stimmen sollte, so wäre es ein sehr grosser Zufall gewesen, wenn sie wirklich Jesus kurz nach seiner Geburt begegnet wären. Vermutlich hat Matthäus also eine Geschichte, die ihm vorlag und die ihm passend erschien, in seine Erzählung von Jesus verändert eingefügt und ergänzt. Historisch kann man daraus kaum auf Ort oder Zeitpunkt der Geburt Jesu schliessen, da es keine unabhängige Quelle gibt.
Quelle
http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Experten-antworten-War-der-Stern-...
Öm ! Womit diese Frage wohl beantwortet wäre ! ;) DH
so ist es!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Vielen Dank für das Sternchen und noch einen schönen zweiten Weihnachtstag, ohne viel Streß.
LG