Frage von philipp19971997, 87

Beteiligung an Firma in welcher Höhe angemessen?

Hallo, ich bin nebenbei Webdesigner und habe für ein kleines Unternehmen eine Homepage mit Online Shop erstellt und würde dafür normal bezahlt. Nun soll ich die regelmäßige Pflege der Seite übernehmen, neue Produkte hinzufügen und die Pflege von den Social Media Seiten übernehmen. Zeitlich werde ich für alles ca. 10-15 Stunden monatlich benötigen. Das Unternehmen möchte mich gerne am Gewinn beteiligen womit ich auch einverstanden wäre. Ein genauer Prozentsatz wurde mir noch nicht genannt. Mich interessiert wie viel denn überhaupt angemessen wäre. Vielleicht zur Vorstellung: das Unternehmen wird ca. 700.000 Euro Umsatz jährlich machen. Welche Beteiligung wäre angemessen?

Danke

Antwort
von Zappzappzapp, 6

Berechne einen Grundbetrag für Deine Arbeit, der vielleicht 50 % Deines normalem Stundensatzes beträgt. Dann bist Du auf der sicheren Seite, dass Du nicht plötzlich gar nichts bekommst, weil keine Gewinne gemacht werden.

Umsatz ist, falls Du nicht am Umsatz beteiligt wirst, eine völlig unwichtige Größe, es gibt Firmen, die jahrelang mit großen Umsätzen nur Verluste machen. Eine Umsatzbeteiligung wird aber die Firma nicht mitmachen, weil sie dann selbst bei großen Verlusten möglicherweise viel an Dich bezahlen müsste.

Die anderen 50 % kannst Du versuchsweise für eine zunächst begrenzte (Probe-)Zeit (vielleicht 3 Monate) gewinnabhängig akzeptieren. Dann hast Du sowohl die Chance, gar nichts zu bekommen als auch mehr als diese 50 % ausgemacht hätten.

Was Deinen angemessenen prozentualen Anteil am Gewinn (nicht am Umsatz) betrifft, so kann man dazu hier keine Aussage machen. Da muss die Firma Dir schon sagen, wieviel Gewinn sie erwartet und wieviel sie davon bereit wäre, Dir abzugeben. Dann musst Du entscheiden, ob Dir das genug ist. Bei € 700.000 Umsatz könnten sie ja sowohl keinen Gewinn als auch  z.B. 200.000 oder mehr Gewinn erwirtschaften. Dann würde also z.B. ein 5% Anteil irgendwo zwischen € 0 und € 10.000 liegen. Du siehst, so einfach kann man das nicht beantworten.

Die Frage ist auch, wie werden diese Gewinne ermittelt, wie werden sie Dir gegenüber belegt (monatlich, quartalsweise, jährlich?). Man wird Dir nicht alle firmeninternen Daten offen legen, "nur" weil Du 10 Stunden im Monat den Internetauftritt betreust.

Da gibt es (ohne dem Unternehmen etwas zu unterstellen, sondern einfach ganz allgemein gesprochen) sehr viele "Einstellschrauben", wenn der Gewinn vielleicht mal "zu hoch" ausgefallen ist.

Ich persönlich würde eine ganz normale Stundenabrechnung bevorzugen. Zahlung mit Gewinnbeteiligung hört sich zunächst ganz gut an, aber wenn das mal richtig viel werden sollte, weil die Firma sehr gut verdient, würdest Du schnell merken, dass die Firma diese Regelung plötzlich gar nicht mehr gut findet.

Antwort
von Ninombre, 14

Hmm, klingt nicht wirklich gut, sofern Du nicht selbst unternehmerisch tätig werden willst. Der Formulierung nach gibt es das Unternehmen erst jetzt kurzem - wie sicher sind die Prognosen mit dem Umsatz und v.a. welches Gewinnziel wird angestrebt? Die von Dir beschriebenen Tätigkeiten sind ja nicht sonderlich anspruchsvoll (nicht abwertend gemeint, aber einfach kein Spezial Knowhow) und der Zeitumfang auch überschaubar. Anscheinend hat der Firmenbesitzer aber Zweifel, ob er Dich regulär bezahlen kann. Entsprechend wird wohl die Gewinnaussicht sein.

Für eine konkrete Vereinbarung ist noch wichtig, um welche Unternehmensform es sich handelt.

Antwort
von tapri, 34

nimm doch als Richtmass deinen Stunden Aufwand für die Homepage und den Preis den du verlangt hast.

ICH würde mich nicht auf eine Beteiligung einlassen sondern eine Monatliche Pauschale in Höhe von etwa € 600.- bei einem Max. Aufwand von 12 Stunden im Monat.

Denn was machst du, wenn die der Meinung sind, dass du jeden Tag 100 neue Artikel rein setzen sollst und mindestens 20 Tweets und 20 FB Autritte in der Woche erledigen sollst?

Wichtig ist, dass du GENAU auflistet in welchem Umfang du tätig wirst

Antwort
von bronkhorst, 54

Das kommt eher auf den Gewinn als auf den Umsatz an...

Wenn die mit hohen Fixkosten herumlaufen, können die bei 700.000 € Umsatz auch noch in den roten Zahlen laufen - da bedankst Du Dich dann herzlich für eine Bezahlung mit "Gewinnbeteiligung" ("Bitte überweisen Sie...")...

Kommentar von philipp19971997 ,

es ist ein Unternehmen was fast ausschließlich im Internet arbeitet. Die Fixkosten sind daher nicht so extrem hoch da das Unternehmen keine bzw. kaum Mitarbeiter hat

Kommentar von bronkhorst ,

Niedrige Fixkosten sind schön, solange die variablen Kosten es nicht umbringen... und die Frage ist, bis zu welcher Größenordnung das Unternehmen ohne Fixkosten auskommt...

Ich will es Dir nicht ausreden - unternehmerische Betätigung ist eine gute Sache!

Aber um so einen Anteil wirklich bewerten zu können, müsstest Du den Laden wirklich gut von innen kennen, was beiderseits ein großes Maß an Vertrauen erfordert.

Antwort
von KeinName2606, 39

Haha, die wollten also, dass du gratis arbeitest und dafür eine Minibeteiligung bekommst? Darauf würde ich mich nicht einlassen! Lass dich ordentlich bezahlen oder such dir ne richtige Einkommensquelle. 

Antwort
von DolIarDon, 33

Forderung: 5% (35.000€ Umsatz - Kosten, Steuern...)

Grund: Nicht unerheblich beteiligt am Erfolg des Unternehmens durch Online-Präsenz

Antwort
von DerServerNerver, 51

Gewinn und Umsatz sind komplett unterschiedliche Zahlen - bei 700.000 Umsatz kommen vielleicht 50.000 bis 150.000 Gewinn raus, da schätze ich max. 0,5 bis 1%.

Kommentar von BottmSky ,

wären ca 800 euro im monat für 10-15 std arbeit. also stundenlohn von 60-80 euro?

Kommentar von DerServerNerver ,

Was genau rechnest du? Ich dachte du wirst bezahlt (ganz normaler Stundenlohn) + Gewinnbeteiligung?!

Kommentar von philipp19971997 ,

Der Aufbau der Homepage wurde bezahlt hierfür wurde ein Komplettpreis (kein Stundenlohn) berechnet... die regelmäßige Pflege und das Social Media sowie das Marketing soll über die Beteiligung laufen

Kommentar von DerServerNerver ,

Ach so, ich möchte dich nur darauf hinweisen, dass du dann auch leer ausgehen kannst, wenn die Firma mal in einem Jahr Verlust macht. Aber dann natürlich dementsprechend mehr, also vllt. 10%?

Kommentar von philipp19971997 ,

das ist mir bewusst... das Unternehmen hat keine so großen Ausgaben da es ein fast reines Online Geschäft ist

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