Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, daß es sehr schwierig ist, einem Elternteil das Besuchsrecht zu entziehen. Auch die Jugendämter sind meiner Erfahrung nach da nicht sehr hilfreich. Da muß schon was "sehr schwerwiegendes" vorgefallen sein. Daß das Kind den Vater vermißt und darunter leidet, daß allein reicht leider bei weitem nicht aus. Da braucht es schon sowas wie einen Bericht eines Kinderpsychologen/-psychiaters, aus dem klar hervorgeht, daß das für das Kind schädlich ist.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß der Vater anfing, sich um seinen Sohn zu kümmern, als dieser Älter war. Heute denke ich, daß manche Männer nicht mit kleinen Kindern umgehen können. Das klappt wohl manchmal erst, wenn das Kind "aus dem gröbsten" raus ist - also kurz vor der Einschulung z.B.
Was ich aber als sehr wichtig erlebt habe, ist, daß Du Dein Kind gut unterstützt und vor allem da aufpaßt, wenn das Kind mal anfängt, sich die "Schuld" daran zu geben, daß der Vater nicht kommt. Kinder kommen da leider oft auf die Idee, daß sie selbst "Mist gemacht" haben oder "böse" sind und der Vater deshalb immer wieder mal einfach nicht kommt. Da ist es wichtig, das dem Kind immer wieder klar zu machen, daß das nicht so ist, denn sonst leidet das Selbstwertgefühl des Kindes darunter und es bekommt ein immer schlechteres Bild von sich. Aber auch, wenn man selbst Wut auf den Ex hat - was leicht passiert, wenn man sieht, wie das Kind unter dem Verhalten des Ex leidet - sollte man immer darauf achten, dem Kind gegenüber ein positives Bild vom alnderen Elternteil zu vermitteln. Es ist wichtig, daß das Kind weiß, es darf beide Elternteile lieb haben. Kinder wollen gundsätzlich am liebsten beide Elternteile haben. Wenn das Kind dann was schlechtes über einen der Beiden hört, dann kann es schnell zu dem Schluß kommen, daß wenn der Papa (die Mama) schlecht ist, daß Kind dann auch schlecht ist. Zudem kommt es in Loyalitätskonflikte, denn es ist einfach normal, daß ein Kind beide Elternteile liebt. Egal, wie die sich verhalten. Das ist ja selbst bei Kindern, die von ihren Eltern mißhzandelt werden so - wieviel mehr bei Kindern, die "nur" unter der Unzuverlässigkeit bzw. dem zeitweisen Desinteresse eines Elternteils leiden. Wenn Dein Kind älter ist, dann könntest Du da auch versuchen, dem Kind klarzumachen, daß die Probleme/der Streit zwischen Dir und dem Ex allein Eure Sache sind und gar nichts mit dem Kind zu tun haben. Und daß das Kind seinen Vater auch lieb haben darf, wenn Du mal sauer auf den Ex bist. Diese Sachen habe ich als sehr wichtig für die kindliche Entwicklung erlebt. Und deshalb, auch wenn es schwer ist, weil man voll Wut darüber ist, wenn der Vater das Kind mit seinem Verhalten "mal wieder verletzt" hat, versuche, da ein gutes Bild zu vermitteln. Wenn Du das schaffst, dann hast Du schon sehr viel für Dein Kind getan.
Ich wünsche Dir viel Kraft und daß die Zukunft für Euch wenig Streß und ein möglichst zufriedenstellendes Arrangement mit dem Vater bringen mag.
Suuupi, endlich mal was fundiertes! Dh!
DH...genauso ist es....für mich hat der liebe Gott vor das "Recht" die "Pflicht" gestellt. In erster Linie haben Kinder ein Recht auf den Umgang mit den Eltern und die Eltern haben die Pflicht sich um ihr Kind zu kümmern. Leider nehmen einige diese Pflicht nicht ernst, sehr zum Schaden der Kids....LG
Ja, so sollte es sein - die Kinder haben das Recht auf ihre Eltern und die Eltern die Pflicht, sich um die Kinder zu kümmern. Doch in der Praxis sieht es leider anders aus - und das Jugendamt sagt, daß das Recht des Vaters auf Umgang höher zu werten ist als die Enttäuschung des Kindes, wenn der Vater immer wieder mal untertaucht und sein Kind nur nach "Lust und Laune" mal sehen will. Geht leider zu Lasten der Kinder - die wollen nämlich beide Eltern und brauchen sie auch. Das "Verständnis" für so unzuverlässige Elternteile kommt bei den Kleinen erst später - und in der Regel auch erst nach der Phase, in der sie sich die "Schuld" geben, daß ein Elternteil sie nicht zuverlässig besucht bzw. abholt...LG