Hallo, das Besuchsrecht für unsere Kinder (4 + 6 Jahre) haben mein Ex und ich schriftlich geregelt. In der letzten Zeit versucht er aber ständig, die Vater-Kind-WE zu tauschen und irgendwas daran zu verändern. Er ist beruflich am WE unterwegs und oft eingebunden, jedoch haben wir auch noch ein eigenes Leben und können uns nicht nur nach ihm richten! Er möchte alles - laut ihm - flexibler gestalten. Jetzt zu meiner Frage: Hat er ein Recht drauf, die schriftlich mit ihm festgelegten Zeiten einfach so zu ändern?! Ich unterstütze das Vater-Kind-Verhältnis wirklich, aber ich möchte Regelmäßigkeiten für die Kinder, denn nur dadurch bekommen sie den Halt, den sie brauchen!!!

Sicher kann man in Ausnahmefällen flexibel sein. Aber im Allgemeinen hat er sich an die Regelung zu halten.

Sprich mal mit deinen Kindern darüber, was sie davon halten, dass die Besuche beim Vater so unregelmäßig sind bzw er sie dauert ändert. Wenn es nur ab und zu vorkommt, wäre ich an deiner Stelle flexibel, auf Dauer könnte es sich allerdings negativ auswirken. Wenn ihr euch beide darüber klar seid, dass ihr zwar kein Paar, aber immer noch Eltern seid, sollte sich eine einvernehmliche Lösung finden lassen. Wenn dein Mann allerdings uneinsichtig ist, solltet ihr das Problem vielleicht mit Hilfe eines Mitarbeiters des Jugendamtes oder -falls du das nicht möchtest - auch des Kinderschutzbundes klären. Die haben ganz kompetente Leute, die solche Probleme gut kennen.
Sie sind ja nicht unregelmäßig dort, weil ich auf seine blöden Vorschläge nie eingehe! Wenn es nach ihm ginge, dann hätte er jedes Wochenende irgend einen Termin - aber die habe ich auch und muss mich irgendwie arrangieren. Er pickt sich immer die Rosinen raus und gibt sogar an den Vater-Kind-We seine Kinder oft ab (zu seinen Eltern z. B.) Bisher hab ich mich da immer durchgesetzt und die festgelegten Zeiten auch eingehalten, aber er geht mir mit seiner Fragerei bezüglich einer "flexiblen Gestaltung der Kinderzeiten" ständig auf die Nerven...
Meine Kinder fänden das total blöd, denn sie freuen sich jedesmal auf das Vater-Kind-WE und wissen auch genau, wann wieder der Freitag ist, an dem sie ihren Papa sehen! Das ist auch gut so! Ich finde auch, dass sie zu klein dafür sind, um mit ihnen über so etwas zu sprechen! Sie können die Konsequenzen überhaupt nicht einschätzen...
Wir haben auch noch ein eigenes Familienleben mit Terminen und Verabredungen - ich kann und ich will mich nicht nur nach ihm richten!
Wenn er sich wenigstens auch mal RICHTIG für seine Kinder interessieren würde, für Dinge, die sie in der Schule machen etc. Aber das ist alles nur oberflächlicher Scheiß... warum soll ich ihm entgegenkommen? Nur, weil's mal wieder praktischer für ihn ist? Nö... möchte ich nicht!
Lena101 am 28. August 2008 21:39 Du solltest auf jeden Fall deinen Kindern zuliebe versuchen, jeden Streit zu vermeiden. Er ist und bleibt der Vater deiner Kinder, auch wenn du noch so sehr über ihn schimpfst. Und dass er den Kindern manchmal Gelegenheit gibt die Großeltern zu sehen ist doch nicht negativ. Ich nehme an, dein Ex-Mann hat dich sehr verletzt und das hindert dich daran, ein bisschen flexibler zu sein. Natürlich musst du deine Pläne nicht ändern, nur weil es ihm kurzfristig einfällt, dass er die Kinder sehen möchte, aber ein bisschen könntest du ihm entgegenkommen, wenn es keinen Grund dagegen gibt. Denk mal drüber nach, deine Kinder werden es dir irgendwann danken und du wirst vielleicht deinen Seelenfrieden wieder finden, wenn du aufhörst ihn zu hassen. Ich wünsche dir viel Glück!

Inwiefern habt Ihr das schriftlich geregelt - lediglich unter Euch? Sogenannte "Elternvereinbarung" mit Unterstützung des Jugendamtes? Grundsätzlich ist es - dem Wohl der Kinder entsprechend - sinnvoll, daß der Umgang regelmäßig stattfindet ; das gibt den Kindern Sicherheit. Eine gewisse Flexibilität ist sicher sinnvoll, aber die Ausnahme sollte nicht zur Regel werden und muß von Dir auch nicht grundsätzlich akzeptiert werden.
Damalige Trennungsvereinbarung! Haben alles selbst geklärt und uns geeinigt. Die Anwälte haben allerdings das Schreiben vorliegen... bin gespannt, ob beim Scheidungstermin alles glatt läuft, der steht nämlich noch bevor, obwohl die Trennung schon fast 2 Jahre zurückliegt (seine Unterlagen fehlten für den Rentenausgleich).
Odile am 27. August 2008 22:41 Dann würde ich - sofern der Scheidungstermin nicht in allzu weiter Ferne liegt - das Umgangsrecht gleich mit thematisieren! Aber vielleicht kannst Du ihn - evtl. mit Unterstützung(Erziehungsberatungsstelle o. ä.) - von der "Wichtigkeit der Regelmäßigkeit" überzeugen? (Obwohl der Mann ansich nicht unbedingt durch Einsicht glänzt...)

Habe es erlebt, dass selbst gerichtlich festgelegte Besuchszeiten von Pseudo-Vätern nach ihren Bedürfnissen und belangen, beliebig geändert wurden. Noch schwieriger wird es, wenn er eine neue Partnerin hat. Du hast keine andere Möglichkeit, als ihm von Anfang an ganz klar zu sagen: "Dieses Wochenende ist so festgelegt und wird auch nicht geändert!" Das klingt zwar hart, aber ALLE haben ein Recht auf Regelmässigkeit!!! Ich wünsche euch alles gute....LG
Das sehe ich genauso! Und wenn er keine Zeit hat oder wieder mal ein WE anders verplant hat, dann fällt das Vater-Kind-WE halt aus. Sein Pech! Wenn er sich nicht an Absprachen hält, dann kann ich auch nichts dran ändern! Irgendwann werden die Kinder sich ihre eigene Meinung bilden und sehen, was für einen unzuverlässigen Vater sie haben! Ich bin froh, wenn's soweit ist, aber das dauert wohl noch so 10 Jährchen ;-)
auchmama am 28. August 2008 08:52 War Unzuverlässigkeit auch euer Trennungsgrund?
Nein, nicht der Hauptgrund. Der war Alkoholabhängigkeit! Und diesbezügliche Unzuverlässigkeit!
auchmama am 29. August 2008 08:03 Habe hier noch einen Link für dich, vieleicht kannst du dich dort etwas genauer informieren, oder auch austauschen. Wenn Alkohol im Spiel ist, kannst du dich auch um das alleinige Sorgerecht bemühen!!! Wenn er angeschwipst die Kinder holen will, kannst du die Herausgabe verweigern!!! Das Jugendamt wird dir helfen! Ich wünsche euch alles gute....LG http://www.familienhandbuch.de/forum/index.php
An den Vater-Kind-WE reißt er sich zusammen was den Alkohol betrifft. Und was er sonst macht, das ist sein Ding. Ich halte mich da komplett raus, solange es den Kindern bei ihm gut geht! Danke für den Link!
Du schreibst, dass er am WE viel beruflich eingespannt ist. Vielleicht möchte er es deshalb flexibel gestalten?! Nicht alle Arbeitgeber nehmen auf Besuchszeiten Rücksicht. Entweder er kommt dann arbeiten oder er kann bald seinen Hut nehmen. Wäre es Dir lieber, er hält sich an jeden vereinbarten Termin und verliert dadurch seine Arbeit? Ich glaube kaum, denn dann sehe es mit Unterhalt schlecht aus. Und zwingen kann man keinen Vater, seine Kinder zu besuchen. Was würde das auch bringen?
Er ist selbstständig und kann sich seine Termine selbst einteilen - soviel dazu ;-) Ich zwinge ihn ja nicht - er will sie ja sehen - das geht nur nun mal nicht mal so mal so - schließlich haben wir eine Vereinbarung!
Heute hat er auch schon wieder völliges Chaos in den geplanten Ablauf gebracht. Das ist doch echt nicht mehr normal. Ich habe mal Kontakt zum Jugendamt aufgenommen, um mal zu hören, wie man sich in solch einer Sache richtig verhält. Hab ihnen die komplette Situation geschildert. Meine Tochter hat eben total geweint, als er mal wieder gesagt hat, er schafft es nicht pünktlich! Und hinterher hat es von der Zeit her doch alles geklappt, und sie wurde von ihrem Onkel abgeholt. Es ist alles immer so ein Hick-Hack mit ihm... das kann echt so nicht weitergehen!
Wenn ich ein einziges Mal drauf eingehen würde, dann käme ihm jedes Mal etwas dazwischen, da bin ich mir ganz sicher! Und das fände ich sehr schade für meine Kinder. Ich habe ihm auch angeboten, das Besuchsrecht auf alle 4 Wochen zu ändern, wenn er beruflich so eingebunden ist. Darauf wollte er nicht eingehen.
Dann laß alles bei Eurer Regelung. Die Kinder brauchen ihren Rhythmus.
Das werde ich auch versuchen! Ist nur alles nicht so einfach...