Frage von Cocolinolein, 221

Besteuerung der Pferdeboxenmiete?

Hallo zusammen Bin mit meinem Pferd Mieter in einem kleinen freizeitstall. Unsere boxenmiete betrug bisher 190€ nun will der Vermieter eine Preiserhöhung auf 210€. Als Grund gibt er die Besteuerung auf die Miete an, die er bisjetzt beim Preis vergessen hat. Soweit ich weiß ist die dies steuerfrei, nur die Dienstleistungen gesondert, zb misten und füttern darf Besteuert werden? Kennt sich jemand hierbei aus oder hat schon Erfahrungen gemacht? Möchte mit guten Argumenten gegen die Preiserhöhung und für die stallgemeinschaft sprechen können Danke

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von Dahika, Community-Experte für Pferde, 174

Ich habe da keine Ahnung, das sage ich gleich. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Miete steuerfrei sein soll. Immerhin ist sie erst mal Einkommen. Und Einkommen muss versteuert werden.
Wenn er bisher keine Steuern bezahlt hat, hat er jetzt vielleicht vom Finanzamt eine freundliche Rechnung bekommen, in der steht, dass er für ein paare Jahre nachzahlen muss.

Kommentar von Cocolinolein ,

Er behauptet das dies ein Tipp seines Steuerberaters war..... es hört sich einfach sehr erfunden alles an. habe im Internet etwas recherchiert, nur leider ist dieses Anwaltsdeutsch nichts für Normalbürger.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Das was Du jetzt als Anwaltsdeutsch bezeichnest, möchte ich versuchen, wie folgt und stark vereinfacht zu übersetzen:

Der Besitzer des kleinen Freizeitstalls hat in seiner Kalkulation vergessen, dass er durch die Miete für den Stall Einnahmen hat, die er versteuern muss. Es bekommt ja schließlich Geld von Dir für die Miete des Stalls.

Diese Einnahmen (Geld, dass er von Dir bekommt) erhöhen sein Einkommen (Geld, dass er bekommt minus Geld, dass er ausgibt).

Dieses Einkommen wird besteuert.

Wie er die Mieterhöhung Dir gegenüber begründet, kann Dir jedoch total egal sein. Wenn Dein Vermieter mehr Stallmiete haben will, kannst Du entweder damit einverstanden sein oder mit ihm verhandeln. Wenn er nicht mit sich handeln lässt, dann wars das im Zweifelsfall mit dem Mietverhältnis.

Habt ihr da was schriftlich vereinbart?

Kommentar von Dahika ,

Die Begründung ändert auch nichts. Wir hatten auch eine Mieterhöhung bekommen .Begründung: die erhöhten Energiekosten. Hallo? Die Energiekosten sanken gewaltig.  Aber die Mieterhöhung blieb trotzdem. Der  SB hätte auch ehrlich sagen können: Ich will mehr Geld. Basta.

Kommentar von Cocolinolein ,

Nein schriftlich ist garnichts! und manche sind der Meinung das ein Teil der Mieter garnicht gemeldet ist=keine abgaben. wir sind auf einem kleinen Dorf und nur 10 freizeireiter. vielen Dank für die Erklärung!! die Begründung mit den steuern nervt mich tierisch und möchte ich einfach wahrheitsbasierend haben

Kommentar von friesennarr ,

Dann könntest du dir ja einen Stall suchen, wo alles fein säuberlich aufgelistet ist.

Ich weis ja nicht in was für einem kleinen Dorf du bist, aber bei uns gibt es weit und breit keinen Stall, der so wenig kostet.

Ich finde er hätte die Preiserhöhung gar nicht begründen müssen, nur das dem so ist. Dieses Recht hat er.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Eine einseitige Vertragsänderung kann der Stallbesitzer nicht einfach durchziehen. Das ist eine Verhandlungssache. Wie kommen Sie darauf, dass dieser ein Recht darauf hat?

Kommentar von friesennarr ,

?? Einseitige Vertragsänderung??? Eine Mieterhöhung ist immer rechtes. Jeder der etwas vermietet, darf auch eine Preisänderung vornehmen.

Antwort
von beglo1705, 141

Vergessen? Oh Gott, was für ein Chaos! Das kommt auf mehrere Faktoren an: Ist es ein Landwirt, und wenn ja datierend oder optierend? Dann hätte er 10,7% bzw. 19% / 5,5% MwSt. Hat er ein normales Gewerbe angemeldet? Normal haben Dienstleistungen einen Steuersatz mit 19%, da fällt übrigens auch Stallmiete drunter, darf also ganz normal besteuert werden.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

Du liest aus der Frage heraus, dass es um die Umsatzsteuer geht?

Respekt ....

ich lese kein Wort von Umsatzsteuer ....

ich stimme eher @bakaroo1976 zu ....

es wurde schlicht und ergreifend vergessen, die Einkommensteuer miteinzukalkulieren ....

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Es kann gut sein, dass die Umsatzsteuer gemeint ist und der Vermieter die Stallmieten im Rahmen der Umsatzsteuererklärung als umsatzsteuerpflichtige Einnahmen (umsatz-)nachversteuern musste. Welche Steuern der Vermieter meint, ist aber eigentlich total nebensächlich und auch nicht wichtig für die Fragestellerin. Er verlangt ja nicht, dass die Mieterin des Stalls Miete für einen zuückliegenden Zeitraum nachzahlen soll, weil möglicherweise ein Nettomietbetrag zzgl. Umsatzsteuer vereinbart und die Umsatzsteuer "vergessen" wurde.

Es geht schlicht um eine Mieterhöhung. Wenn der Vermieter sagt, dass er mehr Miete haben möchte, so wird er seinen Grund haben.

Steuerzahlungen als Grund anzugeben ist allerdings etwas paradox - mit höheren Einnahmen steigt ja im Zweifelsfall auch seine Steuerzahllast. Wenn er also seine Steuerzahllast senken möchte, sollte er möglichst wenig Miete nehmen. Ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, aber mit diesem "Argument" könnte die Mieterin den Vermieter ja mal konfrontieren. Auf das Gesicht und die Antwort des Vermieters wäre ich sehr gespannt. :)

Kommentar von Cocolinolein ,

Danke das gibt natürlich Sinn alles, aber genau diesen Gedanken durch mehrzahlung = höhere abgaben bin ich auch gekommen. Was mich irritiert sind die Beiträge im www

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Naja, es ist natürlich nicht so, dass er bei einer Mieterhöhung den kompletten Erhöhungsbetrag ans Finanzamt abführen muss - schließlich beträgt der Steuersatz, egal ob Umsatz- oder Ertragsteuer nicht 100%. Deshalb ist das "Argument" natürlich auch nur halbwahr und nicht ganz ernst gemeint. ;)

Kommentar von Cocolinolein ,

Was hat es dann mit §4 Nr 12a im UStG auf sich, dies wird meist genannt?

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Na lesen Sie doch, was da steht!? Nur das der hier nicht einschlägig ist - aber das nur nebenbei.

Antwort
von Traveller24, 111

Es ist durchaus möglich, dass er in seiner Kalkulation die Steuer auf den Gewinn vergessen hat und daher mit seinem bisherigen Satz nicht auf das Einkommen kommt, welches er gerne mit seiner Vermietung erzielen will.

edit:

Allerdings kann es sich hier auch um Umsatzsteuer handeln, denn bei der Vermietung von Pferdställen handelt es sich nicht um eine klassische Vermietung sondern um einen "Unterbringungsvertrag" und der ist Umsatzsteuerpflichtig, da gibt es ein Urteil eines Finanzgerichtes aus 2008.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Vermietung an Privatpersonen ist steuerfrei - gesetzliche Begründung bitte.

Kommentar von friesennarr ,

Kann ich nicht nachvollziehen. Wieso sollte eine Vermietung an Privatpersonen steuerfrei sein?

Kommentar von Traveller24 ,

Weil es sich hier nicht um eine Vermietung handelt, auch wenn es so genannt wird.

FInanzgericht Köln, Urteil vom 22.1.2008, Az: 6 K 2707/03.

"Im Rahmen der Pensionspferdehaltung ist eine getrennte umsatzsteuerliche Behandlung der Pferdeboxen nicht möglich. Es handelt sich dabei um keine Grundstücksvermietung, § 4 Nummer 12 Satz 1a UStG steuerfrei ist. Im Rahmen der Einstellungsverträge kommen zur Vermietung typischerweise Pflegeleistungen (Füttern, Ausmisten, etc.)  hinzu. Die Einstellungsverträge bilden ein einheitliches Ganzes. Aus  diesem Grund ist eine Aufteilung der Umsätze in steuerfreie Vermietung und Pflegeleistungen nicht möglich".

 

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Im ersten Anlauf haben Sie den Satz geschrieben, dass eine Vermietung an Privatepersonen steuerfrei ist. Während ich meinen obigen Kommentar schrieb, haben Sie Ihre Antwort jedoch abgeändert.

Kommentar von Traveller24 ,

Das stimmt, ich hab das abgeändert. Tschuldigung, hab ihren Kommentar auch nicht ganz richtig gelesen.

Bei dem "Steuerfrei" bezog ich mich auf die Umsatzsteuer, nicht auf Steuern auf den Gewinn aus der Vermietung. Vermietungen an Privatpersonen sind von der Umsatzsteuer befreit (§ 4 UStG). Das habe ich in meinem ersten Kommentar so ganz automatisch hingeschrieben, bevor ich nachgeschlagen hab, ob das auch für solche Dinge wie Pferdeboxen gilt und dann auf dieses Urteil gestossen bin. Daher habe ich das dann abgeändert. Da war ich etwas zu schnell im schreiben und im editieren.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Ich meinte im Kommentar auch die Umsatzsteuer. Alles andere wäre auch völlig unlogisch.

Vermietungen an Privatpersonen sind nicht (immer) steuerfrei. Das steht auch im Gesetz. Wenn ich als Privatperson eine Ferienwohnung miete, ist dies nicht von der Umsatzsteuer befreit. Wenn ich als Privatperson einen Stellplatz für mein Auto miete, ist dies nicht steuerfrei.

Darauf bezog sich mein ursprünglicher Kommentar.

Im Gesetz heißt es dazu:

§ 4 Nr. 12. a) UStG Von den unter § 1 Abs. 1 Nr. 1 fallenden Umsätzen sind steuerfrei (...) die Vermietung und die Verpachtung von Grundstücken, von Berechtigungen, für die die Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke gelten, und von staatlichen Hoheitsrechten, die Nutzungen von Grund und Boden betreffen (...)

und weiter

Nicht befreit sind die Vermietung von Wohn- und Schlafräumen, die ein Unternehmer zur kurzfristigen Beherbergung von Fremden bereithält, die Vermietung von Plätzen für das Abstellen von Fahrzeugen, die kurzfristige Vermietung auf Campingplätzen und die Vermietung und die Verpachtung von Maschinen und sonstigen Vorrichtungen aller Art, die zu einer Betriebsanlage gehören (Betriebsvorrichtungen), auch wenn sie wesentliche Bestandteile eines Grundstücks sind (...)

Antwort
von Michel2015, 74

Ein Kaufmann hat Pfichten. Seine Fehler kann er nicht auf andere (seine Kunden) mit "Vergessensgründen" abwälzen. Dieser Vorwand geht absolut zu seinen Lasten. Habt Ihr 190 vereinbart, dann ist die daraus resultierene Steuerschuld, egal wofür, sein Problem. Du bist eine Privatpeson, dann wird immer in BRUTTO geredet.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Wie kommen Sie zu der Annahme, dass es sich bei dem Vermieter um einen Kaufmann im Sinne des BGB handelt? Ich kann diebezüglich nichts aus den Erläuterungen entnehmen.

Wie kommen Sie zu der Annahme, dass der Vermieter nicht vom Brutto redet? Ich kann diesbezüglich nichts aus den Erläuterungen entnehmen.

Es handelt sich auch nicht um eine nachträgliche Erhöhung eines Entgelts.

Es handelt sich hier lediglich um eine vom Stallbesitzer gewollte zukünftige Erhöhung des Entgelts der von ihm erbrachten Leistungen.

Das ist VERHANDLUNGSSACHE zwischen den Vertragsparteien.

Kommentar von Michel2015 ,

In der Annahme, dass sich dies in Deutschland und nicht in der Nähe des Urals zugetragen hat. Muss ich keine Annahmen treffen und befreie mich von Erklärungen.

Die "Verhandlungssache" ist mit dem Abschluss eines Vertrages beendet, danach greift die sog. Rechtskultur. Dazu gehört auch eine reguläre Mieterhöhung, die erlaubte Höhe ist auch geregelt und in keinster Weise VERHANDLUNGSSACHE. Ob man diese mit vergessenen Steuerschulden garniert, zeigt doch eher nur Unseriösität. Dazu bedarf es keiner Paragraphenreiterei.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Na, dass hat aber gesessen - nicht eine rechtliche Begründung angeführt aber gebrüllt wie ein Löwe. Das ist reine Phrasendrescherei.

Ich rate Ihnen, sich (hauptsächlich) einmal die rechtlichen Definitionen der Begriffe:

1. Kaufmann

2. Unternehmer

3. Vertrag

4. Vertragsfreiheit

anzuschauen.

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